In großzügiger Weise trafen die Verbündeten die Vorbereitungen, um
gegen den dänischen Fürsten ihre Rechte zu verteidigen. Im Frühjahr
1362 begann der Feldzug. Die Eroberung der Insel Gotland samt Wisby,
die Plünderung des ‚deutschen Hofes‘ durch die Dänen erforderte Sühne.
Die hansische Flotte unter Admiral und Bürgermeister Wittenborg
erschien in rascher Fahrt im April vor Kopenhagen und im Sunde, die
Belagerung der Hauptstadt gab sie jedoch auf Wunsch der nordischen
Verbündeten auf und wandte ihre ganze Kraft gegen Helsingborg, das
damals noch allein den Eingang zum Sund beherrschte. Schweden und
Norwegen hielten ihr Versprechen nicht, die von ihnen zugesagten
zweitausend Mann trafen nicht ein. Zwölf Wochen belagerten die Hansen
die starke Feste; um auch am Lande stark zu sein, entblößten sie die
Schiffe zu sehr von Mannschaften. Dem König Waldemar entging diese
günstige Gelegenheit des Angriffes nicht. Es gelang der dänischen
Flotte, die sorglosen Hansen unter Admiral Wittenborg zu überraschen
und zu schlagen. Zwölf Koggen wurden in diesem Kampfe erobert oder
vernichtet, zahlreiche Gefangene und eine Anzahl Handelsschiffe fielen
in die Hände der Dänen. Unter großen Verlusten schifften sich die
hansischen Söldner ein und fuhren nach Lübeck zurück. Die Heimkehr
brachte dem besiegten Feldherrn kein Glück. Die Lübecker hielten
scharfen Gerichtstag, und mit dem Tode, den er auf dem Marktplatze
zu Lübeck durch Henkershand im Jahre 1363 erlitt, sühnte Admiral
Wittenborg seine Sorglosigkeit. Die gegenseitigen Anstrengungen
erforderten nach diesem harten Schlage eine mehrjährige Waffenruhe.
[Illustration: Hinrichtung des Bürgermeisters Joh. Wittenborg auf dem
Markt zu Lübeck.