3. Schrader.

Die Prätorischen Edicte der Römer auf unsere Verhältnisse

übertragen von ~D.~ Ed. Schrader, Professor des Civilrechts und

Obertribunalrath in Tübingen. Weimar 1815. 8.

Ich stelle diese Schrift absichtlich zuletzt, abgesondert von

den übrigen, weil sie an eigenen und neuen Gedanken bey weitem

die reichhaltigste ist. Der Vf. geht von der richtigen Bemerkung

aus, daß die geschichtliche Bildung des Rechts, die auch von ihm

angenommen wird, keinesweges so misverstanden werden dürfe, als solle

der Staat sich gar nicht um das Recht im allgemeinen bekümmern.

Nur die gewöhnliche Art, wie der Staat darauf einzuwirken pflege,

durch eigentliche Gesetzgebung nämlich, sey in den meisten Fällen

unzweckmäßig, selbst da wo sich stehende Gesetzcommissionen finden.

Durch Gesetze nämlich geschehe für das bürgerliche Recht bald zu

viel, bald zu wenig (S. 73); zu viel, wenn man sich einmal zur

Abfassung eines Gesetzbuchs entschließe, welches auch der Vf. für

sehr nachtheilig hält; zu wenig, indem außer dem Fall einer solchen

außerordentlichen Anstrengung gewöhnlich gar nichts geschehe, und

gar keine fortgehende Aufsicht auf das Recht in allen seinen Theilen

ausgeübt wurde. Er erwägt das Beyspiel der Römer, welche (seit den

zwölf Tafeln) durch Volksschlüsse nur wenig am bürgerlichen Recht

änderten, dagegen in ihren Edicten eine fortlaufende, jährlich

revidierte, höchst wohlthätige Controlle ihres gesammten bürgerlichen

Rechts besaßen. Eine ähnliche Einrichtung, verschieden von der

eigentlichen Gesetzgebung, wird hier vorgeschlagen.

Jeder Deutsche Staat nämlich soll zu diesem Zweck alle zehen Jahre

ein Collegium bilden, welches nur Ein Jahr lang versammelt bleibt

(S. 111), und in dieser Zeit eine Art von Prätorischem Edict abfaßt.

Das Collegium erhält den Justizminister[[184]] zum Präsidenten, und

außerdem einen Deputierten der Landstände zum Mitglied, dann aber

noch fünf andere aus fünf verschiedenen Ständen gewählte Mitglieder

(S. 91 fg. S. 102 fg.). Einer nämlich repräsentirt die Richter,

ein zweyter die Advokaten der höheren Gerichte: ebenso einer die

Richter, ein anderer die Advocaten der Untergerichte: endlich ein

fünfter die juristischen Theoretiker. Jeder dieser Stände schlägt

drey Candidaten vor, woraus die Regierung einen wählt. In größeren

Staaten soll die Zahl der gewählten Mitglieder durch Verdoppelung oder

Verdreyfachung auf Zehen oder Funfzehen gebracht werden. Wird nach

einem Jahrzehend ein neues Collegium gebildet, so muß die kleinere

Hälfte des vorhergehenden darin sitzen (S. 92. 112. 130). Mehrere

kleinere Staaten können ein solches Collegium gemeinschaftlich bilden

(S. 122). (Vielleicht wäre doch ein etwas größerer Antheil der

Theoretiker wünschenswerth, die ja auch dann noch, wie billig, sehr in

der Minorität bleiben würden. Dieses scheint nöthig, nicht sowohl um

der Theorie mehr Gewicht gegen die Stimme der Praktiker zu geben, als

um der Einseitigkeit zu entgehen, die unvermeidlich eintreten wird,

wenn nur ein einziger Theoretiker zugezogen wird: die individuelle

wissenschaftliche Ansicht desselben würde ein sehr nachtheiliges

Übergewicht in der Versammlung haben, welches nur dadurch vermieden

werden kann, daß in der Versammlung selbst mehrere wissenschaftliche

Stimmen gehört werden).

In diesem Edict soll das jetzt bestehende Recht geändert werden können,

jedoch nur wenn zwey Drittheile der Stimmen die Änderung verlangen (S.

86. 89). Künftige, mit Einwilligung der Landstände gemachte Gesetze,

dürfen erst geändert werden, wenn sie 100 Jahre alt sind (S. 88).

Innerhalb der nächsten hundert Jahre darf überhaupt kein anderer

Rechtssatz neueingeführt werden, als welcher schon in irgendeinem

andern Deutschen Lande Gültigkeit gehabt hat (S. 89).

Durch eine solche Einrichtung, wie der Verf. sehr richtig bemerkt,

würde der große Vortheil erreicht werden, daß man nicht wie bei einem

Gesetzbuch zu einer äußern Vollständigkeit genöthigt wäre, sondern

nur über dasjenige sprechen würde, wozu gerade jetzt Bedürfniß und

Kenntniß vorhanden wäre (S. 58): dadurch würde diese Arbeit Leben und

Anschaulichkeit gewinnen, während unsre modernen Gesetzbücher mehr den

Charakter von Compendien haben. Allerdings wäre zu befürchten, daß das

Collegium, seinen wahren Beruf verkennend, doch wieder etwas machen

möchte, das einem Gesetzbuch ähnlich wäre; dieser Gefahr soll begegnet

werden, theils durch die oben erwähnten Einschränkungen, theils durch

ein besonderes Gewicht, welches (S. 107) dem Veto eingeräumt wird.

[[185]] Die größte Billigung verdient der Wunsch (S. 94), daß alle

Protokolle gedruckt werden möchten: sehr richtig bemerkt der Vf., daß

dadurch die Achtung gegen das so gegründete Recht vielmehr erhöht als

vermindert werden würde. Zugleich würde dieses das sicherste Mittel

seyn, in der Zwischenzeit von einem Collegium zum anderen brauchbare

Beyträge zu neuen Verbesserungen zu erhalten. Solche offen dargelegte

Gründe und Gegengründe müssen ungleich mehr wahren Antheil erwecken,

als eine allgemeine empfehlende Entwicklung, worin aller Zweifel und

Widerspruch gleisnerisch zugedeckt wird. Wie viel lehrreicher sind

nicht bey dem Französischen Gesetzbuch die Protokolle des Staatsraths,

als die aufgeblasenen, schmeichlerischen Reden, nach welchen man bey

einem Gesetz über das Eigenthum glauben könnte, den Franzosen würden

so eben alle Sachen geschenkt, über deren Eigenthum das Gesetz Regeln

aufstellt.

Über die Art, wie ein Referent bestellt werden soll, und über die

Geschäftsführung selbst, werden S. 103 u. fg. ausführliche Regeln

gegeben, die aber wohl nur dazu dienen sollen, die Ausführbarkeit

anschaulicher zu machen. Denn feste Regeln dieser Art für immer

vorzuschreiben, dürfte wohl nicht rathsam seyn, da nach der

Persönlichkeit der Mitglieder gar verschiedene Einrichtungen zweckmäßig

seyn können.

Um den Zusammenhang des Rechts zwischen den verschiedenen Deutschen

Staaten zu erhalten, wünscht der Vf. S. 123, daß abwechselnd mit

den schon erwähnten Collegien der einzelnen Staaten ein allgemeines

Collegium für ganz Deutschland zusammen treten möchte. Allein das

Verhältniß dieser Versammlung zu denen der einzelnen Staaten bestimmt

er so künstlich, daß die Ausführung wohl kaum für möglich gehalten

werden kann. Vielleicht wäre es zweckmäßiger, für einen recht

vielseitigen Verkehr zwischen den einzelnen Staaten in Ansehung ihrer

Rechtsbildung zu sorgen.

Wie das allgemeine Deutsche Collegium, so halte ich auch die oben

erwähnten Zeitbestimmungen von 100 Jahren für unpassend. Solche

Bestimmungen gehören kaum in Zeiten wie die waren, worin unsre alten

Kirchen von vielen Geschlechtern nacheinander und stets nach demselben

Plan fortgebaut wurden: unsere ephemere Zeit scheint dafür am wenigsten

geeignet.

In der ganzen Schrift herrscht ein so gesunder praktischer Sinn, die

Vorschläge des Verfassers sind so gut begründet, seine Erwartungen

von dem Erfolg sind so besonnen und so frey von Übertreibung, daß ihm

selbst Andersdenkende ihre Theilnahme nicht werden versagen können. Es

ist sehr merkwürdig, daß diese Schrift gerade aus Würtemberg kommt,

aus einem Lande, dessen Einwohner sich vorzugsweise entwickelter

politischer Einsichten und Erfahrungen rühmen können. Man[[186]]

sage nicht, ein akademischer Lehrer wie der Vf. sey blos Bürger der

Gelehrtenrepublik und der Staat um ihn her wirke wenig auf ihn ein.

Dieses ist überall falsch, und bei dieser Schrift würde es doppelt

unrichtig seyn, da dieselbe durch handschriftliche Mittheilung an

erfahrne und einsichtsvolle Geschäftsmänner geprüft und geläutert

worden ist.

* * * * *

Vielleicht ist es nicht überflüssig, am Schluß dieser literarischen

Übersicht einige Resultate kurz zusammen zu stellen, wie sie gerade in

diesem Zusammenhang recht klar hervortreten.

1. Die Besserung unsres Rechtszustandes, die man von einem Gesetzbuch

erwartet, soll theils eine materiale seyn, theils eine formale.

Die materiale Besserung soll diejenigen Theile unsres Zustandes

betreffen, worin wir uns (theils in der That, theils wie man behauptet)

nicht sonderlich wohl befinden. Dagegen ist schon früher bemerkt

worden, es fehle uns theils an der nöthigen Einsicht, um das rechte

mit Sicherheit zu treffen, theils an den nothwendigen Bedingungen

in der Sitte des Volks und in den Verfassungen, ohne welche keine

Empfänglichkeit für einen gründlich guten Zustand vorhanden ist.

In welchem Sinne dieser Einwurf gemeynt ist, habe ich oben bey der

Beurtheilung des Pfeifferschen Werks deutlich zu machen gesucht. Ist

der Einwurf gegründet, so folgt daraus, daß wir jetzt zwar im einzelnen

nachhelfen, aber nichts durchgreifendes und bleibendes gründen können.

Die formale Besserung soll uns anstatt eines undeutlichen, verwirrten,

an allen Enden zerstreuten Rechts, wofür man das unsrige ausgiebt, ein

klares, übersehbares und zusammenhängendes Recht geben. Dagegen ist

erinnert worden, daß wir gar nicht die Fähigkeit haben, eine solche

Aufgabe zu lösen, und daß wir einem äußeren, oberflächlichen Schein

von Vollkommenheit nachjagend das innere Wesen unsres Rechts verderben

würden.

Dieses ganze Bestreben aber unsren Rechtszustand so durch einen

großen Schlag von oben herab zu verbessern, was ist es anders als

Eine Äußerung mehr von der unglücklichen Richtung, die nun schon so

lange das öffentliche Leben durchzogen hat, von der Richtung *alles zu

regieren, und immer mehr regieren zu wollen*? Diese Regierungssucht

hat fast jeder unter uns, da wo er gerade regiert wird, schon recht

schmerzlich empfunden, und selbst diejenigen, welche am lebhaftesten

für Gesetzbücher kämpfen, sind gewiß schon oft, wo ihnen diese Sucht

in der Administration, der Polizey, den Finanzen u. s. w. entgegen

trat, recht ernstlich darüber entrüstet[[187]] gewesen. Hier aber,

wo sie in ihrem Fach die Regierungen berathen wollen, wo sie sich

selbst in Gedanken an die Stelle derselben setzen, hier ist das alles

vergessen, und sie glauben, daß mit Verordnen und Regieren der Welt

von Grund aus geholfen werden könne. Daß sie dabey die edelste Absicht

haben, versteht sich: aber gewiß auch die meisten, die uns in andern

Fächern mit übermäßigem Regieren das Leben verbittern, meynen es recht

gut mit uns, und rechnen ehrlich auf unsren Dank.

2. Wichtiger als alle Vorschriften seyn können, ist der Geist und die

Bildung des Juristenstandes. Gewiß hat die unglückliche, verwirrende

Zeit, die wir durchlebt haben, sehr traurig auf den öffentlichen

Geist gewirkt, und nichts ist verderblicher, als sich hierüber zu

täuschen. Auch verdient gerade *Thibaut* das Lob, daß er, ferne

von der Gleisnerey mancher anderen Schriftsteller, diese Übel der

Zeit mit edlem Ernst gerügt hat. Was haben nun wir Juristen, woran

wir uns im Ganzen halten und empor heben können? was in England

hilft und in den alten Freystaaten half, sind eingewohnte freye

Staatsformen, nebst einem Erbgut von Volkssitte, die gerade aus ihrer

Abgeschlossenheit frische Lebenskraft zieht; diese Mittel haben wir

nicht. Was uns im Großen und Ganzen am meisten helfen kann, ist

allein ein *wissenschaftlicher Geist*, der das Geschäft des Juristen,

auch das gewöhnliche praktische Geschäft, zu veredeln im Stande

ist. Weit entfernt also, daß die Gegner der Gesetzbücher dem Volk

anmuthen sollten, für die Probestücke der Professoren und Advocaten zu

leben,[160] fordern sie vielmehr einen wissenschaftlichen Character

des Rechts als das erste und wichtigste, gerade weil dieses allein der

Ausübung des Rechts eine edle und haltbare Grundlage geben kann.

Freylich wollen auch die Freunde der Gesetzbücher die Wissenschaft

gerne befördern, ja sie soll erst recht in Blüthe kommen, wenn wir nur

erst Gesetzbücher haben! Wenn uns aber, wie billig, die Sache mehr am

Herzen liegt, als unsere Einbildungen, so laßt uns doch unbefangen

dahin sehen, wo der Versuch mit neuen Gesetzbüchern wirklich gemacht

ist, und wir werden uns überzeugen müssen, daß da das Recht an

wissenschaftlichem Leben verloren, und daß es sich dem bloßen Handwerk

genähert hat. Wollen wir aber ungeachtet dieser Erfahrungen behaupten,

bei einem neuen Versuch werde gerade das Gegentheil erfolgen,

heißt denn das nicht Luftschlösser bauen, und die Lehre muthwillig

verschmähen, die uns große Erfahrungen darbieten?

[[188]] Schlimmer aber und ganz unbegreiflich ist der Weg, den das

neueste Bairische Criminalrecht eingeschlagen hat. Hier ist nämlich

in einer eigenen Verordnung ausdrücklich verboten, einen Commentar

über das Gesetzbuch zu schreiben, und mündliche Vorlesungen anders

als über das Gesetzbuch selbst zu halten[161], wie denn bekanntlich

schon Kaiser Justinianus ähnliches verordnet hatte. Ich weiß, was

man dafür sagen kann: die Gesetze sollen weder durch Tadel um ihre

Autorität, noch durch verschiedene Auslegung um ihre Gewißheit gebracht

werden. Aber welche Geistlosigkeit der Juristen daraus hervorgehen

muß, liegt am Tage. In Justinians Reich konnte ein solches Gesetz mit

Erfolg ausgeführt werden, aber in einem einzelnen Deutschen Lande,

bey dem allgemeinen Verkehr der Gedanken und der Literatur ist der

Zweck nicht einmahl erreichbar, den man sich dabey als wünschenswerth

vorsetzen möchte. Auch in eine Zeit geistiger Erstarrung mag ein

solches Gesetz noch wohl passen, aber völlig fremdartig steht es da in

einer überbeweglichen Zeit wie die unsrige, deren Beweglichkeit sich

gerade an demselben Gesetzbuch[162] auf die merkwürdigste Weise bereits

offenbart hat.

3. Ich bin weit entfernt zu wünschen, daß der Staat bei der

Rechtsbildung ein unthätiger Zuschauer seyn soll. Es giebt sogar mehr

als eine Art, wie er dabey auf die wohlthätigste Weise thätig seyn kann.

Vor allem ist es die Sache des Staats, dafür zu sorgen, daß es der

inneren rechtsbildenden Kraft nicht an zweckmäßig eingerichteten

Organen fehle. Diesen Dienst leistete den Römern ihre Prätur: eben

dahin gehört der oben dargestellte Vorschlag von Schrader für unsre

Zeit. Soll aber dieser Vorschlag wahre Früchte tragen, so gehört dazu,

daß überhaupt die öffentliche Meynung, über Personen sowohl als über

Einrichtungen, fester und gründlicher werde, was wie bey jeder Kraft

nur durch Übung bewirkt werden kann; dazu kann eine Entwicklung der

Verfassung besonders förderlich seyn.

Aber es giebt noch andere Arten, wie der Staat auch unmittelbar auf

den Zustand des Rechts einwirken kann, ohne das Recht selbst in seinem

Gang zu stören. Wenn sich nämlich in einer langen Reihe von Jahren eine

Masse einzelner Verordnungen gesammelt hat, so sind darunter gewiß

viele,[[189]] die eine blos vorübergehende Gültigkeit haben sollten:

viele andere werden zufällig in Vergessenheit gerathen, andere durch

Gebrauch abgeschafft oder modificirt seyn; noch andere, wirklich

geltende, werden vor der Masse des veralteten leicht übersehen werden.

So wird es oft vom Zufall abhängen, ob eine ältere Verordnung entdeckt

und angewendet wird oder nicht. Diese Art der Rechtsungewißheit, die

gewiß niemand loben wird, kann auf einem sehr sicheren Wege gehoben

werden. Sämmtliche Gerichte und administrirende Behörden des Landes

nämlich können aufgefordert werden, darüber zu berichten, welche

Verordnungen nach ihrer Geschäftserfahrung noch geltend geblieben

sind. Aus diesen Berichten wird es nicht schwer seyn, einen Auszug des

noch geltenden zu machen, welcher dann mit ausschließender Gültigkeit

von neuem als Gesetz vorgeschrieben werden kann. Einem solchen ~Codex

Constitutionum~ stehen die Gründe nicht im Wege, die der Abfassung

von Gesetzbüchern im gewöhnlichen Sinn entgegen gesetzt worden sind:

denn was so auf dem Wege der Gesetzgebung entstanden ist, kann ganz

unbedenklich auf demselben Wege reformirt werden. Der seltene Fall, in

welchem eine ältere Verordnung in einzelnen Gegenden zur Bildung eines

eigenthümlichen Gewohnheitsrechts Veranlassung gegeben hätte, könnte

noch eine abweichende Behandlung bewirken.

Wenn z. B. auf diese Weise das ~Corpus Constitutionum Marchicarum~ von

Mylius mit seinen sämmtlichen Continuationen umgearbeitet würde, so

würde dieses jeder Preussische Geschäftsmann höchst wohlthätig finden,

und auch der strengste Vertheidiger des geschichtlichen Rechts würde

dagegen nichts einwenden können.

4. Es ist oben (S. 8 u. 9), einstimmend mit *Thibaut*, die große

Schwierigkeit bemerkt worden, die für uns aus der immer wachsenden

Masse des historischen und literarischen Materials unsres Rechts

entsteht; eine Schwierigkeit, gleich groß für die Gesetzgebung, wie

für das Studium, für den Lehrer und den Schriftsteller, wie für den

gründlichen, gewissenhaften Richter. Der Hauptgrund dieses Übels liegt

aber darin, daß die Arbeiten der juristischen Schriftsteller zu wenig

auf ein bestimmtes, großes Ziel planmäßig hingerichtet waren. Wir haben

eine ungeheure Menge Compendien, Observationen, einzelne Abhandlungen

u. s. w., aber eigentliche Bücher, die als integrirende Theile eines

wissenschaftlichen Abschlusses (nach den Einsichten eines gegebenen

Zeitalters) betrachtet werden könnten, haben wir verhältnißmäßig sehr

wenige, und wie vieles hätte dafür geschehen können, wenn das, was

in jenen einzeln versplitterten Kräften gut und fruchtbar war, auf

einfache und wesentliche Zwecke concentrirt worden wäre. Vor mehreren

Jahren sollte in einem großen Deutschen Staate ein neues Gesetzbuch

gemacht werden, und man hatte dabey[[190]] den Plan, das Römische

Recht als Subsidiarrecht gelten zu lassen. Vergebens sah man sich nach

einem ausführlichen Handbuch des Römischen Rechts um, welches den

praktischen Juristen zu ihrer Belehrung hätte empfohlen werden können.

Deshalb sollte damals ein solches Handbuch veranlaßt werden, welches

jedoch so wie die ganze damals unternommene Abfassung des Gesetzbuchs,

unterblieb. Ein solches Handbuch nun ist es, was wir in allen Theilen

unsres Rechts, am meisten im Römischen Recht, bedürfen und vermissen.

Soll es gründlich gemacht werden, so übersteigt es die Kräfte eines

Einzelnen, aber durch gemeinsame Arbeit aller, die inneren Beruf dazu

haben, könnte es in einigen Jahren wohl zu Stande kommen. Der Weg zur

Ausführung wäre dieser. Nach einem einfachen, leicht übersehbaren

Plan würde eine tabellarische Übersicht aller Gegenstände entworfen.

Hieraus wählte sich jeder Theilnehmer diejenigen aus, wofür er am

meisten vorgearbeitet hätte. Jede einzelne Arbeit müßte enthalten:

1. Rechtsgeschichte ganz im Detail, und besonders mit vollständiger

Zusammenstellung der Quellen. 2. Dogmatik, gleichfalls durch Quellen

vollständig begründet, und verbunden mit Erklärung dieser Quellen, so

viel dazu nöthig. 3. Literatur, und zwar mit Angabe des Inhalts und

mit Beurtheilung, sowohl was die zusammenhängenden Schriften über das

Ganze, als was einzelne zerstreute Bemerkungen betrifft. 4. Endlich

wären auch politische Ansichten, Wünsche und Vorschläge, obgleich

nicht so dringendes Bedürfniß, dennoch keinesweges ausgeschlossen.

Die Reihe von Werken verschiedener Verfasser, die auf diese Weise

entstehen würde, wäre durch die gemeinschaftliche zusammenhängende

Aufgabe zugleich als Ein großes Werk zu betrachten, welches Verhältniß

schon durch die ähnliche äußere Einrichtung bezeichnet werden könnte.

Man wende nicht ein, daß wegen der verschiedenen Ansicht und Richtung

der Verfasser nur ein täuschender Schein von Einheit in jenen Werken

entstehen, und daß die Erreichung des Zwecks bey jedem einzelnen

Werk sehr zufällig und zweifelhaft seyn würde. Wenn jeder nicht nur

mit Ernst, sondern auch mit einiger Selbstverläugnung arbeitet, wird

dieses keinesweges der Fall seyn. Es müßte nämlich ausdrücklich

zur Aufgabe gemacht werden, daß das rein factische, ausgemachte,

allgemeingültige auf eine sichtbare Weise von dem getrennt würde, was

jeder als neue, individuelle Ansicht, als bloße Hypothese, zuzugeben

gut fände, eine Bemühung, die selbst dem Gelingen jeder Arbeit an sich

und ohne Rücksicht auf jenen gemeinsamen Zweck förderlich seyn könnte.

Freylich wird es auch bey dieser Vorsicht nicht fehlen, daß uns manche

Arbeiten großenteils mislungen und ungenügend erscheinen werden:

dennoch wird im schlimmsten Fall durch die bloße Zusammenstellung

der Quellen und der Literatur unglaublich viel[[191]] gewonnen, und

für jede künftige, bessere Arbeit vorbereitet seyn. Gerade das, was

jetzt das abschreckendste ist, die Masse des factischen, wird dadurch

bezwingbar geworden seyn. Auch versteht es sich, daß jeder Mitarbeiter

die einzelnen Bemerkungen und Ausführungen, die er für die Werke der

übrigen vorräthig hätte, diesen überlassen würde, besonders aber

die Literarnotizen, die in ihre Materien gehörten. Damit für die

Literatur die möglichste Vollständigkeit erreicht würde, müßte jeder

das Verzeichniß der Schriften, die ihm für sein Werk bekannt sind, zur

Kenntniß der übrigen bringen, so daß es durch diese vervollständigt

werden könnte. -- Ein solches Unternehmen müßte unfehlbar gelingen,

wenn es nur ohne Selbstsucht und persönliche Anmaßung, mit reiner

Liebe zur Sache angegriffen würde. Es wäre ein schönes Beispiel

von Gemeingeist, wenn tüchtige Juristen der verschiedensten

Ansichten, Freunde und Gegner neuer Gesetzbücher, zu diesem Zwecke

zusammentreten wollten, und *Thibauts* vorzügliche Theilnahme würde,

wie in jeder Rücksicht, so besonders auch aus diesem Grund, von

großer Wichtigkeit seyn. Man hat oft mit Recht geklagt, daß sich die

Deutschen, auseinander gehalten durch leere, gehässige Einbildungen,

zu nichts gemeinschaftlichem entschließen wollten: hier ist etwas

gemeinschaftliches, daß recht eigentlich unsres Berufs ist, und wozu

wir der Mitwirkung der Regierungen gar nicht oder nur sehr beyläufig

bedürfen. Der Gesetzgebung wird dadurch eben so gut vorgearbeitet, als

der Wissenschaft, und auch diejenigen, welche von Gesetzbüchern das

Heil erwarten, müssen ihr Ziel dadurch gefördert sehen.

Zweyte Beylage.

~Analyse des observations des tribunaux d'appel et du tribunal de

cassation sur le projet de code civil~ (von ~Crussaire~). ~Paris

1802. 4. p. 5-9.~

~[[192]] MONTPELLIER. Il faut au Code un caractère de simplicité que

n'offre pas le projet: jamais la France ne fut dans une situation plus

heureuse pour recevoir une législation simple.~

~Dans l'état où la législation projettée se présente, les formes y

semblent quelquefois un peu trop compliquées. Il est à craindre qu'en

trompant le voeu exprimé dans le Discours préliminaire, le fisc n'ait

autant à gagner que le justiciable à perdre.~

~Quant aux choses, les circonstances et les localités sont et doivent

être la règle nécessaire et le motif déterminant de la loi; telles

sont, par exemple, les lois agraires, toutes celles qui ont trait à

l'agriculture, aux servitudes réelles, services fonciers, etc. Ces

lois sont tellement modifiées par les localités, que celles qui sont

appropriées à une contrée, pays plat, ne conviennent pas souvent à la

contrée voisine, pays montagneux.~

~D'après ces principes, comment concevoir un systême de législation

uniforme sur l'usage des eaux pour l'irrigation des terres, et

l'exploitation des usines, sans nulle distinction, entre les propriétés

et contre l'usage des lieux, qui ne se règle pas toujours d'après

l'utilité (ainsi que l'établit le projet); mais bien d'après la

propriété qui en est acquise exclusivement, à ceux qui sont en droit de

s'en servir.~

~Le même inconvenient se présente à l'égard de l'exploitation, et la

durée des baux à ferme et à cheptel qui, dans certains pays, comportent

*équitablement* des stipulations que le projet de code proscrit.~

~Il en est de même des servitudes rurales dont l'usage, non moins

fréquent que varié, ne peut pas sans doute s'arranger,[[193]] comme

dans le projet de code, dans le cadre d'un *systême uniforme*.

Les exceptions doivent être à côté de la règle, et dictées par la

connaissance exacte des localités.~

~Dire que la disposition générale du projet de code pourvoit à ces

inconvéniens, en laissant les anciens usages derrière les nouvelles

lois, ce n'est pas se pénétrer assez de la difficulté à l'égard de

tous les cas. Il y a aussi d'autres usages généraux qui ont divisés la

France en deux grandes parties, en pays de droit écrit, et en pays de

coutume; ces usages se confondent, par le projet de code, dans l'unité

du même systême; c'est, dit-on, une *transaction* entre *le droit écrit

et les coutumes*.~

~Pour apprécier cette *transaction* et les avantages qui doivent en

résulter pour l'un et l'autre pays, il faut faire quelques remarques:~

~1. Ce qui s'est trouvé réformé par la force des choses, et par la

constitution même, n'a pu faire l'objet de cette transaction.~

~D'un autre côté, dans les lois romaines, comme dans les coutumes,

il faut distinguer celles qui ont pour fondement le droit naturel et

l'équité, de celles qui tiennent à la fois à l'ordre naturel et civil,

ainsi qu'à l'ordre politique; aux simples rapports des individus entre

eux, et à ces mêmes rapports compliqués, avec ceux de la société; les

premières, d'une équité évidente, ne peuvent pas être maniées au gré du

législateur; les autres se prêtent à l'esprit de systême qui crée les

différentes combinaisons, parmi lesquelles le législateur peut choisir

celui qui lui paraît le plus convenable.~

~C'est ainsi que les rédacteurs du projet de code ont eu à choisir

entre les dispositions du *droit écrit* et les dispositions du *droit

coutumier*, principalement sur les points systématiques *de la

puissance paternelle, des tutelles, minorités et interdictions, des

successions, des donations entre-vifs ou à cause de mort, des droits

des époux dans le contrat de mariage, des prescriptions etc.*; c'est là

où l'on met le droit romain plus aux prises et en oppositions avec les

coutumes, et où l'on a pu le faire *transiger*.~

~Mais qu'a-t-il été accordé ou soustrait au *droit écrit*? Qu'a-t-il

été accordé ou soustrait au *droit coutumier*?~

~Quant à la *puissance paternelle*, la coutume obtient de l'affaiblir

en plaçant à côté d'elle la communauté de biens entre époux; ce qui met

en opposition, dans un ménage, le *crédit* d'un époux avec l'autorité

de l'autre; autorité qui perd presque toute la force qu'elle tient du

droit écrit, par l'avantage accordé à la coutume d'ôter aux pères la

faculté d'exhéréder leurs enfans, de disposer librement de leurs biens,

et d'ôter aux enfans le droit d'exiger des pères un établissement

convenable.~

~[[194]] Si, dans les *tutelles*, le *droit écrit* l'a emporté dans

sa disposition peu convenable à nos usages concernant la division de

la tutelle en quatre espèces, la coutume a triomphé dans les points

bien plus essentiels où elle ne laisse pas distinguer entre tuteur et

curateur, ni entre pupille, et mineur ou adulte, elle a triomphé encore

en mettant, à la place de l'interdiction pour cause de prodigalité, la

disposition officieuse si peu propre à la remplacer.~

~Dans les *successions* on ne trouve plus ces grands traits de la

législation romaine, qui ne déférait l'hérédité qu'à un seul titre

universel par la volonté de l'homme, et à défaut par la disposition

de la loi; principe simple dont les avantages étaient sentis dans la

pratique.~

~En écartant ce principe, la coutume fait concourir à la fois la

succession légitime avec la succession testamentaire; et il y a tout

autant de titres universels qu'il y a de dispositions sur des portions

de biens par quelques actes que ce soit. Le partage en deux lignes pour

les ascendans et les collatéraux, contrarie, dans la plupart des cas,

l'équitable disposition du droit écrit, en faisant passer les diens

dans les familles étrangères; systême qui, par la prolongation des deux

lignes à l'infini, priva les époux de tous les avantages que le droit

écrit leur ménageait sur leur succession réciproque.~

~Il est vrai que ce droit paraît avoir été adopté pour les

*prescriptions*; mais ces règles qui ne font que compliquer mal à

propos les dispositions, n'auraient pas dû être maintenues.~

~Ce serait donc ainsi qu'on aurait fait transiger les deux droits en

laissant, à l'empire de la coutume, la presque totalité des points

sur lesquels elle pourrait être en concurrence avec le droit romain,

et en abandonnant au droit écrit les autres points qui sont de peu

d'importance droit d'ailleurs qui était modifié par les coutumes

particulières qui y dérogeaient, ou y ajoutaient selon les convenances

ou les localités.~

~Ainsi, tel pourra être le sort de ces pays que, par le nouveau systême

de législation, ils seront frustrés à la fois et des dispositions

du droit écrit, et de celles de leur coutume particulière, qui leur

étaient convenables; et qu'ils recevront, à la place de ces lois qu'ils

avaient choisies, des dispositions coutumières qui ne leur conviennent

pas, et des dispositions du droit écrit déjà par eux rejettées ou

modifiées.~

~Mais, quelles que soient les nouvelles lois qui seront données à la

France, le législateur ne doit pas moins se tenir en garde contre les

effets de la rétroactivité, et contre les inconvéniens du point de

rencontre des nouvelles lois[[195]] avec les lois anciennes, pour le

prévenir, autant qu'il est possible, ou les corriger sans blesser la

justice et l'équité.~

~Le projet de Code qui établit en principe *que la loi ne dispose que

pour l'avenir, et qu'elle n'a point d'effet rétroactif*, manquera

le but au moins sur divers cas: par exemple, à l'égard du cours

d'eau, dont l'ancien droit ne permettait pas l'usage an propriétaire

riverain, sur le seul fondement de son utilité particulière, lorsque

l'usage exclusif en était légitimement acquis à d'autres propriétaires

ou possesseurs d'usine; c'est ainsi que l'ancien propriétaire se

trouverait dépouillé, en vertu de la loi nouvelle, d'un droit acquis

depuis des siècles, et après avoir fait, sous la foi de l'ancienne loi,

des constructions qui lui deviendraient inutiles après la perte de son

droit.~

~Le tribunal de Montpellier desire aussi que le législateur s'explique

enfin sur le vrai sens et sur l'effet que doit avoir le décret du.....

septembre 1791, qui déclare non écrites toutes clauses insérées aux

actes, et qui seraient contraires aux moeurs, ou aux lois nouvelles, à

la liberté religieuse, naturelle et civile, et à celle de se marier ou

remarier; et la loi des 24. octobre et 14. novembre 1792, qui prohibe

les substitutions pour l'avenir, abolit celles qui se trouvaient alors

établies, et maintient l'effet de celles seulement qui étaient ouvertes

à cette époque.~

~Les tribunaux ont pensé que le législateur n'avait pas vu d'effets

rétroactifs dans ces deux lois; cependant le tribunal de cassation

croit y voir ce vice. Le projet de Code ne règle rien à cet égard: or,

il serait à désirer que le législateur s'expliquât pour faire cesser ce

conflit, et les incertitudes qui en résultent.~

~Ici, les lacunes qui résulteront de l'abrogation des lois anciennes,

générales ou particulières, et locales, présenteront une foule de

difficultés à la sagacité du législateur.~

~Ainsi, régler les rapports, combler les lacunes, régulariser les

effets compliqués des anciennes et nouvelles lois; suppléer à leur

silence, pénétrer leur obscurité, telle est la tâche immense qu'imposé

le perfectionnement du grand ouvrage de la législation nouvelle.~

~C'est cette tâche que les rédacteurs du projet semblent renvoyer

à l'arbitrage des juges pour la remplir, à mesure qu'ils feront

l'application des lois aux cas particuliers; et telle serait la

jurisprudence qu'on entend placer à côté du sanctuaire des lois!~

~Mais quelle jurisprudence! n'ayant d'autre règle que l'arbitraire

sur l'immensité d'objets à co-ordonner au systême de législation

nouvelle, à quelle unité, à quel concert faudrait-il s'attendre de

la part d'une pareille jurisprudence, ouvrage de tant de juges et de

tant de tribunaux, dont[[196]] l'opinion ébranlée, par les secousses

révolutionnaires, serait encore si diversement modifiée! quel serait

enfin le régulateur de cette jurisprudence disparate, qui devrait

nécessairement se composer de jugemens non sujets à cassation,

puisqu'ils ne reposeraient pas sur la base fixe des lois, mais sur des

principes indéterminés d'équité, sur des usages vagues, sur des idées

logiciennes, et, pour tout dire en un mot, sur l'arbitraire!~

~A un systême incomplet de législation, serait donc joint pour

supplément une jurisprudence défectueuse.~

~Pour l'éviter, le législateur pourrait tourner ses vues sur son propre

ouvrage, le compléter lui-même autant que possible, et ne considérer

le projet de Code que comme *les Institutes du droit français*, à

l'instar des institutes de JUSTINIEN à l'égard du droit romain. Comme

ces dernières, le projet de Code contiendrait les principes généraux

du droit, et, pour ainsi dire, le texte des lois. Le commentaire, le

développement et les détails sur chaque matière devraient être l'objet

de tout autant de traités séparés, comme ils le sont à-peu-près dans le

Code et dans le Digeste du droit romain.~

~Une autre méthode pourrait peut-être conduire le législateur à un

résultat non moins heureux, quoiqu'avec moins d'effort, de travail et

de secousses; si l'unité, dans le systême législatif, est d'une utilité

si évidente qu'elle doit être envisagée comme un dogme politique dont

il ne peut pas être permis de s'écarter, il est certain aussi que la

France, telle qu'elle est aujourd'hui, est un état trop étendu pour que

la différence des climats n'en nécessite une dans certaines lois, que

la nature des choses et celle du sol modifient nécessairement.~

~Ainsi, *laisser subsister les différences locales* en tout ce qu'elles

ne choquent pas l'esprit général et *ramener le reste à l'uniformité*,

telle paraît être la tâche du législateur.~

~Pour atteindre ce but, faut-il tout détruire, abroger toutes les lois

anciennes pour tout récréer? Il paraît plus simple et plus naturel de

maintenir l'ancien systême, en y dérogeant sur les points qui doivent

être ramenés à l'unité et à l'uniformité, et surtout ceux dont notre

nouvelle situation politique demande la modification ou la réforme.~

~Quant à ces derniers points, l'ouvrage paraît déjà porté à sa

perfection dans le livre premier du projet du Code, sur l'état des

personnes, et dans les différentes lois rendues par nos assemblées

nationales.~

~A l'égard des autres points, sur lesquels doivent tomber le changement

et la réforme nécessités par l'unité du systême, il semble qu'on ne

peut pas s'y méprendre, et qu'ils ne se présentent pas en si grand

nombre. En effet, en laissant de[[197]] côté toutes les dispositions ou

principes du droit naturel, appelés *la raison écrite*, dont l'équité

évidente s'allie avec tous les systêmes législatifs, il ne resterait

précisement que les points de droit ou les matières que nous avons

appelées plus haut *systématiques*, parce que leur règle est moins dans

l'invariable nature que dans la variable combinaison des convenances

particulières et générales.~

~D'après ce plan, qui paraît si simple, les matières à traiter dans le

nouveau Code se réduiraient à-peu-près à *la puissance paternelle, et

aux obligations des pères envers leurs enfans; aux tutelles, minorités,

et interdictions, aux successions et aux donations entre-vifs, ou à

cause de mort, aux droits des époux dans les contrats de mariage, aux

hypothèques, aux ventes forcées, et aux prescriptions*.~

~Toutes les autres matières pourraient ainsi rester à leur place,

et avec leur force dans le dépôt des anciennes lois; et ces lois,

soit générales, soit particulières ou locales, continueraient d'être

exécutées comme auparavant dans tout ce qui n'y aurait pas été dérogé

par la loi nouvelle du Code.~

~Cette méthode pourrait réunir les deux objets d'importance majeure que

le législateur doit avoir principalement en vue, l'utilité générale de

l'unité du systême avec les convenances particulières des localités.

Ainsi, le contact des lois anciennes et nouvelles dans un nombre de

points infiniment moindres, faciliterait davantage leur cohérence et

leur liaison. Avec beaucoup moins d'efforts, la législation serait plus

complète et la jurisprudence plus certaine. La règle ne manquerait pas

au juge, et la contravention aux lois aurait un correctif. Au lieu de

détruire, on ne ferait, pour ainsi dire, que réparer, et le changement

paraîtrait moins une innovation qu'une conservation de ce qu'il n'est

pas nécessaire de détruire, et une amélioration de ce qu'il est utile

de réformer ou de modifier.~

~Tel paraît être le modèle du Code que réclame la situation actuelle

de la France. On le croit tracé en entier dans la maxime rappelée dans

le discours préliminaire du projet, où il est dit: *Qu'il est utile de

conserver tout ce qu'il n'est pas nécessaire de détruire.* En effet,

les changemens dans les lois ne sauraient être trop réfléchis, et ils

ne peuvent être justifiés que par une utilité évidente: *in rebus novis

constituendis*, dit la loi romaine, puisée dans les écrits de Platon,

*evidens debet esse utilitas ut recedatur ab eo jure quod diu aequum

visum est*.~

Thibaut und Savigny Zum 100jährigen Gedächtnis des Kampfes um ein einheitliches bürgerliches Recht für Deutschland · 第 41 / 45 题