zeigt eigentlich bei allen Rotatorien dieselben Verhältnisse, und
nur einem Abschnitte desselben, dem Kauapparat, kommt eine grössere
morphologische Variabilität zu. Die Mundöffnung liegt nur bei
_Floscularia_ und _Stephanoceros_ genau am Vorderende der Längsachse
des Körpers, sonst ist sie stets ventralwärts verschoben und kann
in einzelnen Fällen (_Adineta vaga_) sogar ein beträchtliches Stück
nach hinten verlagert sein. Ein besonderes +Mundrohr+, wie wir es für
_Hydatina_ kennen lernten, braucht nicht immer vorhanden zu sein,
sondern nicht selten (_Eosphora_, _Diglena_) schliesst sich der Mastax
direkt an die Eingangsöffnung an und kann aus dieser zum Ergreifen der
Beute etwas hervorgestossen werden. Anderseits erreicht das Mundrohr
bei _Floscularia_ und _Stephanoceros_ eine ungewöhnliche Länge und
erweitert sich vor dem Zahnapparat zu einem besonderen kropfartigen
Abschnitt. Vielleicht ist der grosse sackartige Raum, in dem bei
_Asplanchna_ die Kiefer liegen, ebenfalls als eine Erweiterung des
Mundrohres anzusehen. -- Die Struktur des +Kauapparates+ ist für die
Systematik von hoher Bedeutung. Nach dem Vorgange von +Gosse+ kann
man an demselben meist folgende Zusammensetzung beobachten: an einen
mittleren, nach hinten gerichteten unpaaren Abschnitt, den „Incus“,
heften sich die vorn und seitlich gelegenen paarigen „Mallei“, von
denen jeder aus zwei gelenkig mit einander verbundenen Stücken besteht.
Das eine von diesen, der Uncus, liegt medianwärts und stellt den
eigentlichen Kauapparat dar; er kann in der verschiedensten Gestalt
auftreten: als Träger quergestellter Leisten, als spitzer oder gesägter
Zahn u. dgl. Das andere Stück sitzt dem Uncus aussen an und dient als
Stützbalken für denselben; es wird als Manubrium bezeichnet. Bei nicht
wenigen Rädertieren scheint übrigens der Kauapparat weit einfacher
gebaut zu sein. Bei den Asplanchnen z. B. (Fig. 68) lässt sich nur der
mediane Incus und der paarige gebogene Zahn des Uncus unterscheiden;
ein Manubrium fehlt hier vollständig. Noch reduzierter tritt uns der
Mastax der Philodiniden entgegen; er besteht im wesentlichen aus zwei
halbkreisförmigen, mit derben Querleisten in wechselnder Zahl bedeckten
Chitinplatten, die nur längs des Durchmessers eng aneinanderschliessen,
und sich um diesen als Gelenkachse gegen einander bewegen. Die den
Zahnapparat umhüllende Fleischmasse ist teils muskulöser Natur, teils
scheint sie als Speicheldrüsen zu fungieren. -- Der +Schlund+ ist
meist kurz, nur bei _Synchaeta_ und _Asplanchna_ (Fig. 68, _oe_) von
ansehnlicher Länge. Flimmerzellen werden in ihm sicherlich nicht
immer angetroffen, denn gerade die genannten Gattungen schieben die
aufgenommene Nahrung durch eine Art peristaltischer Bewegung nach
hinten. -- Im Mitteldarm oder +Magen+ sind Cilien hingegen stets
vorhanden. Mit Ausnahme der Philodiniden wird die Wand desselben stets
aus grossen polygonalen Zellen gebildet, die in einer Schicht liegen.
Bei jener Abteilung hingegen ist die Magenwand ungewöhnlich dick und
besteht aus einer kontinuierlichen Protoplasmamasse mit zahlreichen
eingestreuten kleinen Kernen. In den Magenzellen der Rotatorien tritt
nicht selten ein braunes Pigment auf, das aber immer nur vorübergehend
sich zeigt und bei Nahrungsmangel sofort verschwindet. Dass dasselbe
als Leber funktioniert, ist daher sehr unwahrscheinlich. Näher liegt
es, den zwei konstant am Vorderende des Magens einmündenden Drüsen
eine Förderung der Verdauung zuzuschreiben. Ihre Gestalt ist sehr
verschieden, bald kurz birnförmig, bald gestreckt und in mehrere Lappen
ausgezogen. Vielleicht haben die bei _Triphylus (Diglena) lacustris_
Ehr. jederseits vorhandenen drei schlauchförmigen Ausstülpungen eine
ähnliche Bedeutung. Mit Ausnahme der Gattungen _Asplanchna_ und
_Paraseison_, bei denen der Magen blind geschlossen endet, kommt
ein flimmernder +Enddarm+ allen Rädertieren zu. Die sich an ihn
anschliessende +Kloake+ entbehrt der Cilien mit Ausnahme einer Art
(_Rhinops vitrea_).