besteht überall aus einem grossen, dorsal vom Schlundkopfe gelegenen
Zentralorgan, dem Gehirn, dessen beide Ganglien breit mit einander
verwachsen sind. Die Gestalt ist bei verschiedenen Arten wechselnd:
rundlich, parallelogrammförmig, bei den Philodiniden dreieckig. Bei
letzteren ist eine Zusammensetzung aus peripherischen Ganglienzellen
und zentraler Fasermasse nachgewiesen, und daher eine solche auch
für die übrigen Arten sehr wahrscheinlich. Vom Gehirn strahlen
Nerven aus einmal an die zwischen den lokomotorischen Cilien oder
auf der Wimperscheibe stehenden Tastborsten, die „Stirntaster“ (_t_,
Fig. 66, 69), dann nach hinten und oben an den (resp. die) dorsalen
Taster und endlich nach hinten in den Mittelkörper. Wie die Zahl der
Stirntaster, so schwankt auch die Zahl der sie versorgenden Nerven,
über die übrigens nur für wenige Arten Untersuchungen vorliegen. Bei
den Philodiniden laufen die Cerebralnerven nach vorn teils in den
Rüssel hinein, dessen Spitze mit Tastbüscheln versehen ist, teils
versorgen sie das Räderorgan und den Mund. Die nach hinten in den Rumpf
tretenden Nerven scheinen bei den einzelnen Arten der Philodiniden
sich ziemlich verschieden zu verhalten. Bei _Callidina magna_ fand ich
nur einen starken Nerv jederseits, von dem Seitenzweige an die Haut
ausstrahlten. +Zelinka+ hingegen beschreibt von _Call. symbiotica_
einen ventralen und einen seitlichen Nerv und bei _Discopus synaptae_
sogar noch einen dritten, dorsalen, die aber bei dieser Art alle
drei nicht direkt, sondern durch besondere Ganglienzellen mit dem
Gehirn zusammenhängen. -- Die Stirntaster der Rädertiere treten bald
als einzelne Borsten, bald als Büschel von solchen auf, während die
Rücken- und Seitentaster stets nur in letzterer Form angetroffen
werden. Bei den meisten Gattungen ist der Rückentaster unpaar, wird
aber sehr häufig von einem doppelten, erst an der Basis des Tasters
verschmelzenden Nerv versorgt, was vielleicht auf eine ursprüngliche
Duplicität des Organs hinweist. Die Arten mit paarigem Rückentaster
(_Asplanchna_, _Hertwigia_, _Apsilus_) würden dann, obwohl im sonstigen
Bau wenig typisch, hierin ein primitives Verhalten bewahrt haben. Bei
einigen Arten erhebt sich der dorsale Taster in auffälligem Masse
über die Rückenfläche, der er gewöhnlich direkt aufsitzt. So treffen
wir ihn bei _Lacinularia_ in Gestalt einer kleinen Doppelpapille, bei
_Brachionus_ (Fig. 69, _dt_) und _Anuraea_ als kurzen Kegel, endlich
bei den Philodiniden als stabförmigen retraktilen Tentakel an. In der
Regel sitzt der dorsale Taster im Nacken und rückt nur selten, z. B.
bei _Asplanchna_, weiter nach hinten, sodass man ihn zunächst, da er
paarig ist, mit den Seitentastern verwechseln kann. Die Dorsal- und
Lateraltaster sind für die Rädertiere in hohem Masse charakteristisch,
da sie fast konstant angetroffen werden. Ersterer fehlt meines Wissens
nur bei _Conochilus_, letztere nur den Philodiniden und den marinen
Seisoniden. Über den Zusammenhang des zum Lateraltaster gehörigen Nervs
mit dem Gehirn liegen zurzeit noch keine sicheren Mitteilungen vor, da
derselbe wahrscheinlich durch einen im Kopfe liegenden Nervenplexus
bewirkt wird. In ihrer Lage am Körper schwanken die Seitentaster
insofern, als sie bald weiter nach vorn, bald mehr nach hinten die
Kutikula durchbrechen. Die meisten liegen ungefähr am Beginn des
hinteren Körperdrittels. Bei _Polyarthra_ finden sie sich dagegen fast
am Hinterrande des Körpers, bei _Asplanchna_ und _Hydatina_ in der
Mitte, und bei _Lacinularia_ und _Melicerta_ -- bei letzterer sind sie,
ebenso wie bei _Copeus spicatus_, zu zwei langen Tentakeln ausgezogen
-- ungefähr in Schlundhöhe. In allen diesen Gattungen stehen sie
hinter dem dorsalen Taster, und nur bei _Pterodina_ liegen alle drei
Sinnesorgane auf einer Querlinie.
Von anderweitigen Sinnesorganen kommen nur +Augenflecke+ den
Rädertieren häufig zu. Sie sind meist unpaar und sitzen als rötlicher
oder schwärzlicher Pigmentfleck der Unterseite des Gehirns an.
In anderen Fällen sind sie paarig und gehören dann dem Rande der
Wimperscheibe an. Ihr Bau ist ausserordentlich einfach, häufig nur
ein Pigmentfleck, dem bei einzelnen Arten noch ein lichtbrechender
weisslicher Körper, die sogenannte Linse, sich hinzugesellt.