Der erste, welcher über unsere Schwämme überhaupt geschrieben hat,
war +Joh. Ray+ (Rajus), der 1686 in seiner _Historia plantarum_ einen
Süsswasserschwamm beschreibt. Die erste Abbildung lieferte +Leonard
Plukenet+ 1691. Seit ihrer ersten Erwähnung bis zu +Pallas+ (1766)
für Pflanzen gehalten, werden sie von den späteren Autoren bis zu
+Grant+ hin für Pflanzen, für Tierpflanzen, Pflanzentiere und endlich
für Tiere angesehen. Die einen trennen sie von den Meeresschwämmen,
die Mehrzahl vereinigt sie jedoch mit ihnen. Selbst noch nach den
gründlichen Untersuchungen +Grants+ wurde ihnen eine pflanzliche
Natur zugeschrieben, wozu die grüne Farbe und die „Samenkörner“
(_gemmulae_) allerdings verlocken mussten. Trotzdem dass nach +Grants+
Arbeit einige wichtige Entdeckungen aus der Lebensgeschichte unserer
Schwämme in den folgenden zehn Jahren gemacht wurden, gebührt doch
erst +Dujardin+ (1838) die Ehre, einen bedeutenden Schritt in der
Erkenntnis der Organisation der Spongilliden gethan zu haben, indem
er die Zusammensetzung aus amöboiden Zellen und aus Wimperzellen
lehrte. Die grössten Verdienste um die Kenntnis der Süsswasserspongien
erwarben sich dann +Carter+ (1847 bis jetzt) und +Lieberkühn+
(1856-70), der eine ein Schüler +Grants+, der andere der Assistent
+Joh. Müllers+. Ihren Arbeiten sind zahlreiche andere gefolgt, die wir
den nachfolgenden Zeilen über die Naturgeschichte der Spongilliden
zu Grunde legen. Dabei mögen eine Anzahl eigener Beobachtungen mit
einfliessen.