Agathon (c. 447--400): c. 9, 5. 18, 4. 5. 6. Berühmter, von Aristoteles
hochgeschätzter Tragiker. Sein erster Sieg (417/6) liegt der
Rahmenerzählung von Piatons Gastmahl zugrunde, an dem er auch als
Unterredner teilnimmt. Seine Selbständigkeit und Originalität
kennzeichnen die allerdings nicht lobenswerte Loslösung der Chorgesänge
von der Handlung durch Einlegung von Intermezzi (Embolima) und besonders
seine völlig freierfundene Tragödie _Anthe_, früher fälschlich _Anthos_
"Blume" und seit Welcker oft auch _Antheus_ betitelt.
_Aias_dramen: c. 18, 2. Solche gab es außer dem erhaltenen des Sophokles
auch von Aischylos ("Waffengericht"), Karkinos, Theodektes, Astydamas d.
J., Livius, Ennius, Pacuvius, Accius und Augustus. In dem Wettstreit um
die Waffen des Achilles siegte Odysseus. Diese Niederlage nahm sich Aias
so zu Herzen, daß er in Wahnsinn verfiel. In diesem Zustande richtete er
unter einer Viehherde ein Blutbad an in dem Glauben, seine Feinde,
Agamemnon und Odysseus, zu vernichten. Als er dann wieder zu sich kam
und seinen Irrtum erkannte, stürzte er sich aus Scham in sein Schwert.
Aus dieser Inhaltsübersicht ersieht man, daß Aristoteles das Drama mit
Recht zu den pathetischen zählt.
_Aigisthos_: c. 13, 6. Der Buhle der Klytaimestra, Mörder des Agamemnon
und von deren Sohn, Orestes, getötet (Aischylos' Agamemnon und
Choephoren, Soph. und Eurip. Elektra).--Die Komödie, auf die hier
angespielt wird, war vermutlich von Alexis, einem der berühmtesten
Vertreter der sogenannten mittleren Komödie und Zeitgenossen des
Aristoteles.
_Aischylos_ (525/4--456): c. 4, 9. In der Poetik kaum berücksichtigt, ja
Aristoteles ignoriert sogar den trilogischen Aufbau seiner Dramen, was
c. 18, 4 geradezu bestätigt, nicht widerlegt wird.
/#
_Choephoren_: c. 16, 4. Elektra erschließt die Ankunft ihres Bruders
aus der Haarlocke am Altar und aus Fußtapfen. In dem von Aristoteles
gebildeten Syllogismus läßt sich nicht erkennen ob zu "ähnlich",
"Orestes" oder "mir" zu ergänzen ist. Nach der Art, wie Sophokles,
Euripides und Aristophanes auf diese Erkennungsszene anspielen, ist
das erstere, mit alleiniger (S. 69) Berücksichtigung der Haarlocke,
wahrscheinlicher.
_Myser_: c 24, 9. Der Held der nicht erhaltenen Tragödie war
Telephos, der Sohn des Herakles und der Auge. Er war nach sakralem
Brauch zum Schweigen verurteüt, bis er sich von einer Blutschuld
gereinigt hatte. Denselben Stoff behandelten Sophokles, Agathon,
Nikomachos und auch Euripides, doch spricht das bei Aischylos sehr
beliebte Schweigmotiv mehr dafür, daß dessen Drama hier gemeint,
ist.
_Niobe_: c. 18, 4. Wer den ganzen Sagenstoff behandelt hat, wissen
wir nicht. Tragödien desselben Titels gab es aber von Sophokles und
einem gewissen Meliton.
_Philoktet_: c. 22, 5. 23, 4. Nicht erhalten, doch kennen wir seine
Behandlung im Vergleich zu der des Sophokles (erhalten) und
Euripides aus Dio Chrysostomos.
_Phorkiden_: c. 18, 2. Ein 339 wieder aufgeführtes Satyrdrama dessen
Inhalt unbekannt ist, doch scheint Perseus der Held gewesen zu sein.
_Prometheus_: c. 18, 2. Es ist nicht zu entscheiden, ob der uns
erhaltene oder der "Gelöste Prometheus" hier gemeint ist.
#/
_Alkinoos_, Mär des: S. Homer.
_Alkmeon_: c. 18, 4. 14, 4. Ermordete seine Mutter Eriphyle. Ein
vielbehandelter Tragödienstoff, so von Sophokles, Euripides, Agathon,
Nikomachos, Euaretos, Theodektes und Astydamas d. Älteren (c. 14, 5).
[_Amphiaraos_]: S. Karkinos.
_Anthe_: S. Agathon.
_Antigone_: S. Sophokles.
_Argas_: c. 2, 3. Falls die Lesart richtig, wohl identisch mit dem
Dichter und Kitharoden, einem Zeitgenossen des Aristoteles. Der Titel
des Nomos ist ausgefallen.
_Ariphrades_: c. 22, 6. Wohl der Verfasser einer Schrift über den
tragischen oder den dichterischen Stil überhaupt. Nicht identisch mit
dem von Aristophanes gegeißelten Lüstling.
_Aristophanes_ (c. 450--385): c. 3, 2. Die Art der Erwähnung zeigt, daß
schon zur Zeit des Aristoteles, der der "alten Komödie" nicht besonders
freundlich gesinnt war, Aristophanes bereits als der Hauptvertreter der
Gattung anerkannt war.
_Astydamas_ (Ende des 4. Jahrh.): c. 14, 5. Urgroßneffe des Aischylos,
sein Sohn gleichen Namens und sein Vater waren ebenfalls tragische
Dichter. Er soll 240 Tragödien verfaßt haben, von denen nur 18 Verse
erhalten sind, von dem hier genannten "Alkmeon" kein einziger.
_C_. s. auch unter K. (S. 70)
_Chairemon_: c. 1, 5. 24, 5. Älterer Zeitgenosse des Aristoteles,
gewöhnlich als Verfasser von Lesedramen genannt, zu denen wohl auch sein
"Verwundete Odysseus" gehörte den Aristoteles vielleicht in c. 14, 5 im
Auge hatte. S. unter Sophokles Odysseus Akanthoplex. Das hier erwähnte
polymetrische Gedicht "Der Kentaur" muß eine Art Epyllion, das zum
Vortrag bestimmt war, gewesen sein, da es als eine Rhapsodie bezeichnet
wird. Wenn es einmal auch als "polymetrisches Drama" zitiert wird, so
geschah dies wohl wegen einiger in jambischen Trimetern verfaßten
Dialogpartien.
_Chionides_: c. 3, 4. Der älteste attische Komödiendichter, dessen
erster Sieg in das Jahr 487 fällt. Die unter seinem Namen zur Zeit des
Aristoteles im Umlauf gewesenen Komödien waren aber Fälschungen. S. auch
Magnes.
_Choephoren_: S. Aischylos.
[_Danaos_]: S. Theodektes.
_Dikaiogenes_: c. 16, 3. Tragiker und Dithyrambendichter, Zeitgenosse
des Agathon. Neben den _Kypriern_ wird noch eine Tragödie "Medea"
genannt. In jener scheint Teukros der Held gewesen zu sein. Nach dem
Tode seines Vaters, Telamon, der ihn verstoßen hatte, kehrte er in seine
Heimat Salamis zurück, woselbst sich die hier erwähnte Erkennungsszene
zugetragen haben wird. Aus der Art, wie Aristoteles darauf anspielt läßt
sich schließen daß er die Tragödie bei seinen Zuhörern als bekannt
voraussetzen konnte.
_Dionysios_: c 2, 2. Berühmter Maler aus Kolophon, Zeitgenosse des
Polygnot, mit dem er auch sonst zusammengestellt wurde. Er war ihm in
vielem nicht unähnlich, nur daß ihm die Erhabenheit abging, was mit dem
ihm hier zugeschriebenen Realismus sich wohl vereinigen läßt.
_Dolon_: c. 25, 10. Der trojanische Held der sogenannten Doloneia in B.
X der Ilias.
_Elektra_: S. Sophokles.
_Empedokles_ (blühte um 450) aus Agrigent: c. 1, 5 [21, 4]. 25, 13.
Berühmter Dichterphilosoph, auch Naturforscher. Arzt, Redner und
Priester. Sehr zahlreiche, zum Teil umfangreiche Fragmente erhalten.
Wenn er in dem Dialog "Über die Dichter", im Gegensatz zu 1, 5, gerade
als Dichter verherrlicht und mit dem Beinamen "homerisch" geehrt wird,
so ist dies nur ein scheinbarer Widerspruch, da jenes Loblied vermutlich
dem Gesprächsgegner des Aristoteles in den Mund gelegt worden war.
Überdies wird er an unserer Stelle von einem anderen (S. 71)
Gesichtspunkt aus beurteilt.
_Epichares_: c. 22, 4. Ein fingierter, aber auch sonst bezeugter
Eigenname.
_Epicharmos_ (blühte Ende des 6. Jahrh.): c. 3, 4. Einer der
berühmtesten griechischen Komödiendichter, von dessen, wie es scheint,
"Dramen" betitelten Werken wir noch sehr zahlreiche Überreste, jedoch
nur kleineren Umfangs besitzen. Er war in Krastos (Sizilien), nicht Kos,
geboren, wirkte aber als Dichter in dem hybläischen Megara und in
Syrakus. Es waren dies dorische Kolonien, daher die Ansprüche der Dorer
auf die Erfindung der Komödie. Das "um vieles älter" darf in dieser
tendenziösen Beweisführung nicht zu wörtlich genommen werden.
_Eriphyle_: S. Alkmeon.
_Eukleides_: c. 22, 4. Durch den Zusatz "der Alte" von den vielen, auch
bekannten Namensvettern unterschieden. Gegen die neuerdings
ausgesprochene Vermutung, er sei mit dem berühmten athenischen Archon
und Reformator des attischen Alphabets (403) identisch spricht bei
Aristoteles, seinem jüngeren Zeitgenossen, gerade jener Zusatz. Eher
könnte man an den Begründer der megarischen Philosophenschule, den
Freund des Sokrates und Platon, denken.
_Euripides_ (485--407/6): c. 13, 4. 17, 3. 18, 4. 6. 25, 6. Der jüngste
der drei großen Tragiker. Der häufige Tadel des Aristoteles richtet sich
gegen dessen mangelhafte Technik.
/#
(_Elektra_: c. 13, 6. 14, 4. Orestes und Aigisthos. Personen im
Drama.
_Iphigeneia in Aulis_: c. 15, 5. Der hier ausgesprochene Tadel ist
von Schiller energisch zurückgewiesen worden.
_Iphigeneia_, Taurische: c. 14, 9. 16, 2. 5. 17, 3. --: c. 11, 4.
16, 2. Person im Drama, ebenso Orestes in c 11, 4. 16, 2. Dieses
Drama und der Oed. Tyr. des Sophokles sind dem Aristoteles die zwei
Mustertragödien.
_Kresphontes_: c. 14, 9. Eines seiner berühmtesten Dramen, das noch
zu Plutarchs Zeiten seine erschütternde Wirkung nicht verfehlte und
in der Neuzeit sehr oft nachgeahmt wurde (s. Lessing, Hamb. Dram. St
37--50) Der Inhalt ist uns hauptsächlich aus den sog. Fabeln des
Hygin (184) bekannt. Merope im Begriff einen im Schlafe liegenden
Jüngling, den sie für den Mörder ihres Sohnes Kresphontes hält, mit
dem Beil zu erschlagen, erkennt in ihm noch rechtzeitig ihren
eigenen Sohn. Beide töten sodann im Verein den Usurpator
Polyphontes, der den Gatten der Merope ermordet und die Witwe
gezwungen (S. 72) hatte ihn zu heiraten. Vgl. Hamlet und Richard
III.
_Medea_: c. 14, 4. 15, 7. 25, 21. Der Tadel an letzter Stelle
bezieht sich doch wohl auf die scheinbar unmotivierte Einführung des
Aigeus, nicht auf das so betitelte Drama desselben Dichters.
_Melanippe_ die Weise, im Unterschiede von Melanippe die Gefangene
desselben Dichters: c. 15, 5. Die Anspielung bezieht sich auf ihre
berüchtigte Verteidigungsrede, in der sie sich mit sophistischen
Gründen bemüht, ihrem Vater zu beweisen daß ihre dem Poseidon
heimlich geborenen Kinder auch von einer Kuh zur Welt gebracht und
gesäugt werden konnten, ohne die Naturgesetze zu verletzen. Die
Anfangsworte sind uns zufällig erhalten.
_Orestes_: c 15, 5. 25, 21. Darin spielt Menelaos eine charakterlose
Rolle.
_Philoktetes_: c. 22, 5. S. Aischylos' Philoktetes.
_Troerinnen_: c. 23, 4. S. Ilias, die Kleine.
#/
[_Eurypylos_]: S. Sophokles.
_Ganymedes_: S. Probleme.
_Glaukon_: c. 25, 17. Wohl ein Grammatiker. Da zahlreiche Schriftsteller
denselben Namen tragen, ist eine Identifizierung nicht möglich. Nur an
den Rheginer, den ältesten Homer-erklärer, der überdies Glaukos, nicht
Glaukon hieß, darf man schon wegen des Inhalts des Zitats nicht denken.
_Hades_dramen: c. 18, 2. Dramen mit dem Schauplatz in der Unterwelt
waren: Aischylos' Sisyphos der Steinwälzer, Euripides' (Kritias?) und
Achaios' Peirithoos.
_Haimon_: S. Sophokles Antigone.
_Hegemon_ v. Thasos (Ende des 5. Jahrh.): c 2, 3. Berühmter Parode und
auch Komödiendichter, von Aristoteles zuerst erwähnt, später sehr
häufig. Erhalten sind ein längeres Fragment (21 Hexameter) und zwei
Trimeter.
_Helle_: c. 14, 9. Verlorene Tragödie eines wohl berühmten Dichters, da
Aristoteles seinen Namen zu nennen nicht für nötig hält. Auch von der
hier zugrundeliegenden Sagenversion, die von der sonstigen Überlieferung
völlig abweicht, ist uns keine Kunde erhalten, doch wußte man von drei
_Söhnen_, die sie dem Poseidon geboren hatte.
_Herakleis_: c. 8, 2. Heraklesepen dichteten Kinaithon (c. 750),
Peisandros (c. 650) und Panyasis, der Onkel des Herodot, 9000 Verse in
14 B. Nur von diesem sind einige Bruchstücke erhalten.
_Hermokaikoxanthos_: c. 21, 1. Ein aus drei Flußnamen (S. 73) des
westlichen Kleinasiens, Hermos, Kaïkos, Xanthos, gebildetes Kompositum.
Nach der Lesart der arabischen Übersetzung waren derartige
Zusammensetzungen bei den Bewohnern von Massalia (Marseille) üblich und
zwar soll die hier erwähnte ein lokaler Beiname des Zeus gewesen sein.
_Herodot_ (blühte um 450): c. 9, 2. Der "Vater der Geschichte". Seine
Verwendung als typisches Beispiel verdankt er nicht so sehr der
Wertschätzung seitens des Aristoteles, als dem Umstand, daß das vielfach
dichterische Kolorit seines Werkes ihn im Zusammenhange ganz besonders
zur Exemplifizierung geeignet erscheinen ließ. Der von Aristoteles rein
hypothetisch gesetzte Fall ist übrigens bei Livius tatsächlich
eingetreten, der von Festus Avienus (4. Jahrh n. Chr.) in Jamben
übertragen wurde.
_Hippias_ von Thasos: c. 25, 12. Nur hier genannt, denn seine Erwähnung
bei einem späten Erklärer des Aristoteles, es handelt sich um dasselbe
"Problem", geht auf unsere Stelle zurück.
_Homer_: c. 1, 5. 2, 3. 3, 1. 2. 4, 4. 6. 8, 3. 15, 9. 23, 3. 24, 2, 6.
8.
/#
_Ilias_: c. 4, 6. 8, 3. 15, 7. 18,4. 20, 19. 23, 4. 24, 2. 25, 4.
26, 7. Die "_Abfahrt_" (c. 15, 6) bezieht sich auf die a.a.O.
zitierte Stelle der Ilias, wo durch das Erscheinen der Göttin Athene
die Heimkehr des Heeres verhindert wurde.--Schiffskatalog (c. 23,
3). Teiltitel des 2. B. (s. u.).
_Odyssee_: c. 4, 6. 8, 3. 13, 6. 17, 4. 23, 4. 24, 2. 9. 26, 7. _Mär
des Alkinoos_ (c. 16, 3) und _Badeszene_ (Niptra, c. 16, 1. 24, 8)
sind Teiltitel der Odyssee, die vor der erst später eingeführten
Buchzählung im Gebrauch waren. Der Titel umfaßte aber nach c. 24, 8
das ganze 19. B, einschließlich der Begegnung des Odysseus und der
Penelope.
_Margites_: c. 4, 4. 6. Ein burleskes Epyllion, in dem Hexameter und
jambische Trimeter abwechselten. Es schilderte in ergötzlicher Weise
einen Tölpel, "der viele Dinge wußte, aber alle schlecht". Als
unhomerisch scheint es erst nach Kallimachos (c. 150) erkannt worden
zu sein.
#/
_Ikadios_: c. 25, 17. Dieser angebliche Name des Schwiegervaters des
Odysseus, statt des homerischen lkarios, begegnet nur hier.
_Ilias_ s. Homer.
_Ilias_, Die Kleine: c. 23, 4. Ein nachhomerisches, dem sogenannten
"Epischen Kyklos" angehöriges Epos. Wenn Spätere allgemein einen Lesches
von Lesbos als Verfasser nennen, so fällt das aristotelische Zeugnis der
Anonymität dagegen entscheidend ins Gewicht. Die Erzählung begann etwa
da, wo die homerische Ilias aufhörte (Lösung Hektors) und endete (S.
74) mit dem Fall Trojas und der Erzählung des Schicksals der gefangenen
Troerinnen. Die Liste des Aristoteles ist nicht vollständig noch streng
chronologisch und vermutlich nach dem Gedächtnis angegeben. Mit zwei
Ausnahmen decken sich die Titel mit denen noch nachweisbarer Tragödien.
/#
_Waffengericht_: S. Aiasdramen.
_Philoktet_: Von Aischylos, Sophokles, Euripides, Achaios, Antiphon,
Philokles, Theodektes dramatisiert.
_Neoptolemos_(= Eurypylos s. Sophokles): Von Nikomachos.
_Bettlerrhapsodie_ (= Lakonierinnen s. Sophokles).
_Ilions Zerstörung_: So hieß ein Drama Iophons, des Sohnes des
Sophokles und ein Epos des "Kyklos".
_Abfahrt_ des griechischen Heeres nach der Insel Tenedos, vor der
Erzählung des Hölzernen Pferdes und der Einnahme Trojas. Ein Drama
dieses Titels ist nicht bekannt.
_Sinon_: S. Sophokles. Durch Vergils Aeneis II allgemein bekannt.
_Troerinnen_: S. Euripides. Die Schicksale der trojanischen
Gefangenen (Hekuba, Andromache, Kassandra, Polyxena) sind von vielen
dramatisiert worden. Erhalten sind neben den Troerinnen nur die
Hekuba und Andromache, ebenfalls von Euripides, und Aischylos,
Agamemnon (Kassandra).
#/
_Iphigeneia_: S. Euripides und Polyidos.
_Ixion_dramen: c. 18, 2. Unter anderen Missetaten versuchte er sich an
Hera zu vergreifen und wurde dafür gemartert, indem er an ein
geflügeltes, sich ewig drehendes, feuriges Rad gebunden wurde. Der
Sagenstoff wurde von Aischylos, Sophokles (?), Euripides, Kallistratos
und Timesitheos dramatisiert.
_Kallipides_: c 26, 2. 3. Berühmter Schauspieler, Zeitgenosse des
Sokrates, von dem eine Anzahl Anekdoten überliefert ist.
_Karkinos_: Der jüngere Tragiker dieses Namens, Zeitgenosse des
Aristoteles. Er soll 160 Tragödien verfaßt haben und hat elfmal gesiegt.
/#
_Thyestes_: c. 16, 1. Nur hier genannt und nicht ohne weiteres mit
seiner ebenfalls nur einmal erwähnten Aerope zu identifizieren, da
der fruchtbare Tragiker, wie z. B auch Sophokles und Euripides,
mehrere Tragödien aus demselben reichhaltigen *agenstoffe behandelt
haben kann. Die "Sterne" waren angeblich ein auf der Schulter der
Nachkommen des Pelops befindliches, hellglänzendes Zeichen. In
welcher Situation es für eine Erkennung benutzt wurde, entzieht sich
jeder Vermutung.
[_Amphiaraos_]: e. 17, 1. Der Vater des Alkmeon (s.d.) und (S. 75)
Gatte der Eriphyle. Der Name scheint aber nur aus einer
Randbemerkung in den Text gedrungen zu sein, da er in der syrisch
arabischen Übersetzung fehlt, die überdies einen Zusatz in der
griechischen Vorlage voraussetzt, der wohl die jetzt nicht mehr
erkennbare Art des Verstoßes deutlicher machte.
#/
_Karthager_: c. 23, 2. Es handelt sich um den großen Sieg Gelons und
Therons über die Karthager bei Himera in Sizilien, der nach Herodot an
demselben Tage, wie der griechische Seesieg bei Salamis (27./28. Sept.
480) stattgefunden haben soll. Von diesem bis auf den Tag genauen
Synchronismus hält sich Aristoteles frei. Der von ihm geleugnete kausale
politische Zusammenhang, den die alten Historiker behaupten, wird auch
jetzt wieder, aber, wie es scheint, mit Unrecht, meist gänzlich in
Abrede gestellt.
_Kentauros_ s. Chairemon.
_Kephallenier_: c. 25, 17. Die Bewohner der dem Odysseus untertänigen
Inseln und des Festlandes. Kephallenia als Inselname ist Homer noch
unbekannt.
_Kleophon_: c. 2, 4. 22, 1. Epiker, von dem Aristoteles in der Rhetorik
ein Werk _Mandrobulos_, wohl ein Epyllion, nennt. Sonst unbekannt, denn
mit dem Tragiker gleichen Namens, von dem 10 Dramentitel überliefert
sind, ist er kaum identisch.
_Klytaimestra_: c. 14, 4. Homer kennt K. weder als Gattenmörderin (so
erst seit Stesichoros) noch Orestes als Muttermörder. Diese Sagenversion
war aber durch Aischylos so festgewurzelt, daß die ursprüngliche für
Aristoteles wohl nicht mehr in Betracht kam, denn sonst wäre das
Beispiel im Zusammenhang nicht glücklich gewählt.
_Krates_: c. 5, 2. Attischer Komödiendichter, zuerst Schauspieler in den
Stücken des Kratinos. Er errang seinen ersten Sieg 449. Eine Anzahl
Titel und einige Bruchstücke sind erhalten. Er nahm unter den Dichtern
der alten Komödie eine Sonderstellung ein, wie schon aus der berühmten
Kritik in den Rittern des Aristophanes hervorgeht.
_Kreon_: S. Sophokles Antigone.
_Kreter_: c. 25, 10. Aristoteles oder sein Gewährsmann wird die hier
mitgeteilte sprachliche Beobachtung einem attisch-kretischen Glossar
entnommen haben. S.u. Kyprier.
_Kyklop_: S. Philoxenos, Timotheos.
_Kypria_: c. 23, 4. Nachhomerisches, anonymes Epos des Epischen Kyklos
in 11 B., vermutlich in Kypros entstanden und schon von Herodot dem
Homer abgesprochen. Spätere legten es einem Stasimos oder Hegesias
(Hegesinos) bei. Das Gedicht (S. 76) behandelte die Vorgeschichte des
trojanischen Krieges, beginnend mit dem Urteil des Paris, und bildete
eine Fundgrube für tragische Stoffe. Wir können noch etwa 15 Dramentitel
nachweisen, von denen allein 9 auf Sophokles fallen. Erhalten ist nur
die Iphigenia in Aulis des Euripides, von dem Epos nur wenige Verse.
Daselbst war auch die c. 8, 3 erwähnte Episode erzählt. Odysseus stellte
sich wahnsinnig, um dem Zugegen Troja nicht folgen zu müssen, wurde aber
durch eine List von Palamedes entlarvt.
_Kyprier_: S. Dikaiogenes. --Dialekt der: c 21, 3: S. Einleitung S.
XXIV.
_Laios_: c. 24, 9. Vater des Oidipus, der ihn unerkannt erschlug und
dessen Nachfolger auf dem Thron Thebens wurde. Auf die hier erwähnte
Unwahrscheinlichkeit wurde bereits c. 14, 5 angespielt.
[_Lakonierinnen_]: S.Sophokles.
_Lynkeus_: S. Theodektes.
_Magnes_: c. 3, 4 Neben Chionides (s.d.) der älteste attische Komiker.
Er hat elfmal gesiegt. Uns sind einige Titel erhalten. Es ist
zweifelhaft, ob selbst Aristophanes noch Stücke von ihm gelesen hat.
Jedenfalls waren etwaige dem Aristoteles bekannte Komödien nicht echt,
was die alten Kritiker schon erkannt hatten.
_Margites_: S. Homer.
_Massalioten_: S. Hermokaikoxanthos.
_Medea_: S. Euripides.
_Megarer_: c. 3, 4. Ihre Ansprüche scheinen nicht unbegründet gewesen zu
sein, wenn auch die von Aristoteles selbst zurückgewiesene etymologische
Begründung nicht haltbar ist.
_Melanippe_: S. Euripides.
_Meleagros_: c. 13, 4. Eine berühmte Sagenfigur und Held der
"Kalydonischen Jagd". Bei der Verteilung der Beute erschlägt er die
Brüder seiner Mutter Althaia. Sie verflucht ihn darob und verbrennt ein
Holzscheit, an das sein Leben geknüpft war, so daß er in jugendlichem
Alter stirbt. Der dankbare Mythos, in dem auch Atalante eine bedeutsame
Rolle spielt, wurde von vielen Dichtern, insbesondere von den Tragikern,
behandelt, so von Phrynichos, Sophokles, Antiphon, Euripides und, nach
Aristoteles, von Sosiphanes. Die einzige uns erhaltene dichterische
Darstellung ist die des Ovid (met. 8, 270 ff.). Sehr beliebt war die
Sage auch in der Kunst (Vasen, Tempelgiebel und Sarkophage).
_Menelaos_: S. Euripides Orestes. (S. 77)
_Merope_: S. Euripides Kresphontes.
_Mitys_: c. 9, 9. Er war in einem Straßenaufruhr getötet worden. Wenn
Plutarch angibt, daß die Strafe den Mörder bei einer _Festfeier_
ereilte, so beruht dies wohl auf einem Mißverständnis des Wortes
"theorunti" ("anschauen"), das Aristoteles sonst nie in seiner sakralen
Bedeutung gebraucht.
_Mnasitheos_: c 26, 3. Ein nur hier erwähnter, in lyrischen Wettkämpfen
auftretender Sänger. Dem ganzen Zusammenhang nach wohl ein Zeitgenosse
des Aristoteles.
_Mynniskos_: c. 26, 2. Darsteller von Heldenrollen (Protagonist) in den
späteren Tragödien des Aischylos.
_Myser_: S. Aischylos.
_Mysien_: c. 24, 9. Provinz im Nordwesten Kleinasiens.
_Neoptolemos_: c. 23, 4. Sohn des Achilles. S. Ilias, Die Kleine und
Sophokles.
_Nikochares_: c 2, 3. Verfasser eines, wie es scheint, burlesken Epos,
der Deliade, nur hier erwähnt. Vielleicht identisch mit dem
Komödiendichter, dessen "Lakoner" zusammen mit dem "Plutos" des
Aristophanes aufgeführt wurden.
_Niobe_: S. Aischylos.
_Odyssee_: S. Homer.
_Odysseus_, der Verwundete: S. Karkinos und Sophokles.
/*
--, der Trugbote: c. 16, 4. Verfasser unbekannt. Vielleicht ein Satyrdrama.
--, in der Skylla: S. Timotheos.
*/
_Oidipus_: S. Sophokles.
_Orestes_: c. 13, 4. Die Sage des O.
/*
--: S. Aischylos Agamemnon, Choephoren.
--: S. Sophokles Elektra
--: S. Euripides Elektra, Iphigeneia, Orestes.
--: S. Polyidos Iphigeneia.
*/
_Pauson_: c. 2. 2. Attischer Karikaturenmaler aus der zweiten Hälfte des
5. Jahrh. Schon von Aristophanes verspottet und noch Aristoteles warnt
die Jugend vor seinen Bildern. Seine Malerei scheint sich demnach lange
in der Gunst des Publikums erhalten zu haben.
_Peleus_: S. Sophokles.
_Peloponnesier_: c 3, 4. Die Ansprüche, auf die Erfindung der Tragödie
gingen, wie es scheint, von den Sikyoniern aus und Spätere nennen einen
gewissen Epigenes als den Begründer. Auch Pratinas, der angebliche
Erfinder des Satyrspiels, stammte aus Phlius, einer peloponnesischen
Stadt.
_Philoktetes_: S. Aischylos. (S. 78)
_Philoxenos_ (435--380): c. 2, 3. Berühmter Dithyrambiker, geboren in
Kythera, lebte dann am Hofe des älteren Dionysios in Syrakus. Er starb
in Ephesos. Unter seinen 24 Dithyramben war der berühmteste der "Kyklop"
(Werbung um Galateia), wohl die Vorlage von Theokrit, Idyll XI. Er soll
unter der Maske des Kyklopen den Dionysios verspottet haben, der ihn zur
Strafe dafür in die Steinbrüche sandte. Es sind nur dürftige Überreste
erhalten. Hier scheint das Gedicht im Gegensatz zu dem gleichnamigen
Dithyrambos oder Nomos des Timotheos als Beispiel der Darstellung
schlechterer Charaktere angeführt zu werden.
_Phiniden_ c. 16, 4. Der Verfasser dieses schaurigen Familiendramas ist
ebenso unbekannt wie alle Umstände, die zu der hier erwähnten Erkennung
führten. Auch wissen wir nicht, ob dadurch die Rettung oder Tötung der
Frauen erfolgte. Im übrigen sind wir über die verschiedenartig
ausgestaltete Sage gut unterrichtet. Es handelt sich um den König
Phineus, der, Verleumdungen seiner zweiten Gemahlin Gehör schenkend,
seine erste Gattin einkerkern und seine Söhne martern oder blenden ließ.
Sie wurden von den Argonauten befreit und Phineus seinerseits geblendet
oder getötet. Es gab eine Tragödie des Namens von dem römischen Dichter
Accius und einen Dithyrambos des Timotheos.
_Phorkiden_: S. Aischylos.
_Phthiotinnen_: S. Sophokles.
_Pindaros_: c. 26, 2. Ein nur hier genannter Schauspieler, dem
Zusammenhang nach Zeitgenosse des Kallipides (s.d.).
_Polyeidos_ der Sophist: c. 16, 4. 17, 3. Der Name ist äußerst selten,
so daß der Zusatz vielleicht nicht nur der Unterscheidung dienen soll.
Er war vermutlich identisch mit dem Dithyrambendichter Musiker und
Maler. Seine taurische Iphigeneia war ein dramatisch angelegter
Dithyrambos wie die Skylla des Timotheos (s.d.) und zweifellos
nacheuripideisch.
_Polygnotos_: 2, 2. 6, 7. Einer der berühmtesten und ältesten
griechischen Maler, Sohn des Malers Aglaophon in Tarsos. Seine
bedeutendsten Werke malte er in Plataiai, Athen und Delphi (458--447).
Von den letzten besitzen wir eine ausführliche Beschreibung bei
Pausanias. Als Ethograph wird er noch an einer anderen Stelle des
Aristoteles bezeichnet (Politik 8, 5).
_Prometheus_: S. Aischylos.
_Protagoras_ v. Abdera (c. 485--c. 416): c. 19, 2. Neben Gorgias der
bedeutendste der Sophisten. Er war der Gründer der griechischen
Grammatik, indem er sich als erster des grammatischen (S. 79)
Geschlechts und der verbalen Modi (Indikativ, Imperativ Optativ usw.)
wissenschaftlich bewußt wurde. Daß er dabei zuweilen etwas pedantisch zu
Werke ging, wie in dem hier erwähnten Falle, ist verzeihlich. Die
sensationelle Neuheit seiner Entdeckungen beweist der Spott in den
Wolken des Aristophanes.
_Pythische_ Spiele: c. 24, 9. In derElektra des Sophokles schildert der
Paedagogus der Klytaimestra diese in Delphi stattfindenden Spiele, bei
denen ihr Sohn Orestes ums Leben gekommen sei. Solche gab es aber damals
(11. Jahrh.) noch nicht, wie schon ein alter Erklärer bemerkte.
Denselben Anachronismus hatte übrigens der Dichter bereits in seinem
Tleptolemos begangen.
_Salamis_: S. Karthager.
_Sinon_: S. Ilias, Die Kleine und Sophokles.
_Sisyphos_: c. 18, 5. Sohn des Aiolos. Galt als der Typ eines
überklugen, aber frevelhaften Menschen. Wegen eines an Zeus begangenen
Verrats wurde er zu der bekannten Strafe verurteilt, einen Felsen
bergaufwärts zu wälzen, der stets kurz vor dem Gipfel wieder
hinabrollte. Der vielgestaltige Sagenstoff wurde oft dramatisiert, so
von Aischylos, Sophokles, Euripides und Kritias. In welchem von diesen
Dramen er überlistet wurde, wissen wir nicht. In der uns bekannten
Überlieferung käme dafür nur Hygin, Fab. 60 über Tyro, die von ihm
verführte Gemahlin seines Bruders Salmoneus, in Betracht.
_Skylla_: S. Timotheos.
_Sophokles_ (497/6--406/5): c. 3, 2. 4, 9. 18, 6. 25, 6. Für Aristoteles
der künstlerisch vollendetste Tragiker.
/#
_Antigone_: c. 14, 6. In der erwähnten Szene versucht Hainion, der
Bräutigam der Antigone, seinen Vater zu töten, der aber dem
Schwertstreich ausweicht. Vgl. Hamlet u. König Claudius am Altar.
_Elektra_: c. 24, 9. Orestes, Person im Drama: c. 13, 6. 14, 4.
_Eurypylos_: c. 23, 4. Sohn des Telephos von Neoptolemos getötet. S.
Ilias, die Kleine.
[_Lakonierinnen_]: c. 23, 4. In dem Drama bildeten die spartanischen
Dienerinnen der Helena den Chor. Es handelte sich um den Raub des
troischen Palladiums durch Odysseus, den Helena trotz seiner
Verkleidung als Bettler erkannte. S. Ilias, die Kleine.
_Odysseus_, der verwundete, c. 14, 5. So hieß ein Drama des
Chairemon (s.d.). Das inhaltlich gleiche des Sophokles wird aber
stets als _O. Akanthoplex_ (der vom Rochenstachel getroffene)
zitiert. Telegonos ("Der Ferngeborene"), (S. 80) Sohn des Odysseus
und der Kirke kam auf der Suche nach seinem Vater nach Ithaka und
verwundete ihn tödlich. Die Erkennung erfolgte dadurch, daß
Telegonos in seiner Umgebung zufällig hörte, daß der Getötete
Odysseus sei.
_Oidipus_: c. 11, 1. 2. 15, 8. 16, 5. 24 ,9. 26, 6. Stets ohne
Zusatz bei Aristoteles, der darunter aber nur den Oidipus Tyrannos,
nie den Oidipus Coloneus, versteht. /* --: c. 13, 4. 14, 1. Die Sage
des Oidipus. --: 11, 1. 13, 3. 14, 5. Die Person im Drama. */
_Peleus_: c. 18, 2. Peleus, der greise Vater des Achilles, durch
seine Söhne aus erster Ehe vom Thron gestoßen sucht seinen Enkel
Neoptolemos auf und stirbt auf der Insel Kos. Dem Zusammenhang nach
war es ein Stück ohne viel Handlung und mehr auf mitleiderregende
Begebenheiten aufgebaut. Auch Euripides schrieb einen Peleus und
Aristoteles mag auch diesen hier im Auge gehabt haben.
_Phthiotinnen_: c. 18, 2. Eine, wie oft auch bei Sophokles, nach dem
Chor genannte Tragödie unbestimmbaren, wenn auch vielleicht
verwandten Inhalts mit dem vorigen. In keinem Fall kann aber der
Peleus genau denselben Stoff behandelt haben, gleichviel ob von
demselben Dichter oder nicht. Ihn auf zwei Tragödien einer nirgends
bezeugten Peleus-Trilogie des Aischylos zu verteilen ist reine
Willkür.
_Sinon_: c. 23, 4. S. Ilias, Die Kleine.
_Tereus_: c. 16, 2. Tereus vergewaltigte Philomela, die Schwester
seiner Gattin Prokne und schnitt ihr die Zunge ab, damit sie ihn
nicht anklagen könne. Sie wob aber geschickt in einen Teppich, was
ihr widerfahren--dies die "Stimme der Spindel"--und die Schwestern
rächten sich an dem Frevler durch die Ermordung seines Sohnes Itys.
Den Stoff behandelte auch Philokles, ein Großneffe des Aischylos,
und Sieger über den Oidipus Tyrannos des Sophokles.
_Thyestes_: c. 13, 4. Held in dem gleichbetitelten Drama. S.
Thyestes.
_Tyro_: c. 16, 1. Tyro hatte dem Poseidon heimlich Zwillinge geboren
und sie in einer Wanne ausgesetzt. Sie wurden jedoch gerettet, und
als sie zu Jünglingen herangewachsen waren, trafen sie mit ihrer
Mutter zusammen und wurden von ihr durch eben jene Wanne, die der
eine mit sich genommen hatte, erkannt. Darauf rächten sie ihre
Mutter für die grausame Behandlung, die ihr Vater Salmoneus und ihre
Stiefmutter Sidero ihr hatten zuteil werden lassen. Von den (S. 81)
zwei Tragödien dieses Titels war die eine wohl nur eine
Neubearbeitung. Denselben Sagenstoff hatten Astydamos d. Jüngere und
Karkinos dramatisiert, dessen Kenntnis wir Apollodor (1, 9, 8)
verdanken.
#/
_Sokratische Gespräche_: c. 1, 5. Aristoteles versteht darunter stets
nur die Platonischen Dialoge, in denen Sokrates als Hauptunterredner
auftritt, nicht aber die von anderen Sokrates-schülern, wie Aischines,
Antisthenes, Xenophon, Phaidon verfaßten Gespräche.
_Sophron_ (c. 450): c. 1, 5. Der Begründer einer neuen Literaturgattung
des Mimus, dramatische Szenen aus dem gewöhnlichen Leben darstellend und
in einer Art rhythmischer Prosa verfaßt. Er war ein
Lieblingsschriftsteller Platons, der seine Werke nach Athen gebracht
haben soll. Die erhaltenen Bruchstücke geben uns kein klares Bild seiner
Eigenart, wohl aber die Nachahmungen des Theokrit (15. Idyll) und die
poetischen Minien des Herondas (c. 250 v. Chr.), die 1891 entdeckt
wurden.
_Sosistratos_: c. 26, 3. Ein nur hier genannter Rhapsode, wohl älterer
Zeitgenosse des Aristoteles.
_Sthenelos_: c. 22, 1. Ein von Aristophanes seines frostigen Stils wegen
verspotteten Tragiker (c. 420). Der komische Dichter Platon beschuldigte
ihn des Plagiats.
_Tegea_: c. 24, 1. Stadt in Arkadien, Heimat des Telephos.
_Telegonos_: S. Sophokles, Odysseus Akanthoplex.
_Telemachos_: c. 25, 16. Sohn des Odysseus und der Penelope. Seine Reise
nach Sparta, um Erkundigungen über seinen Vater einzuziehen, erzählt die
sogenannte Telemachie, in der Odyssee B. 3--4, 619.
_Telephos_: c. 13, 4. Berühmte Sagenfigur, deren mannigfache Schicksale
sehr oft dramatisiert wurden, so von Aischylos (s.d.), Sophokles,
Euripides, Agathon, Nikomachos, Kleophon, Iophon, Moschion.
_Theodektes_: 16, 4. 18, 1. Genialer Schüler des Isokrates und Platon,
Freund des Aristoteles, Rhetor und hochgeschätzter Tragiker, verfaßte 50
Dramen und war siebenmal Sieger.
/#
_Lynkeus_: c. 11, 1. 18, 1. Held der Danaidensage. Hypermnestra war
die einzige der 50 Töchter des Danaos, die ihren Gatten Lynkeus
gegen den Befehl ihres Vaters rettete. Nach der Geburt ihres Sohnes
Abas versuchte Danaos Lynkeus zu töten. Im Verlaufe der Handlung
ereilte ihn aber in einer für uns nicht mehr genau zu erkennenden
Weise das Schicksal, das er (S. 82) jenem zugedacht.
Tydeus: c. 16, 4. Nicht mit dem bekannten Kämpfer unter den "Sieben
gegen Theben" identisch. Die hier angedeutete Sage ist uns völlig
unbekannt.
#/
_Theodoros_: c. 20, 5. Nur als Beispiel genannt.
_Theseis_: c. 8, 2. Theseusepen verfaßten Zopyros, wohl mit dem Orphiker
unter Peisistratos (6. Jahrh.) identisch, Diphilos (5. Jahrh.) und ein
Anonymus aus unbestimmter Zeit.
_Thyestes_: c. 13, 4. Eine der am häufigsten dramatisierten
Heldengestalten der an tragischen Ereignissen reichen Pelopidensage.
So von Sophokles (in zwei Dramen), Euripides, Agathon, Apollodoros,
Karkinos (s.d.), Chairemon, Kleophon und den römischen Tragikern,
Ennius, Varius, Seneca (erhalten), Curiatius Maternus.
_Timotheos_ v. Milet (✝357): c. 2, 3. Berühmter Komponist, Dithyramben
und Nomendichter. Ein beträchtlicher Teil seines Nomos "Die Perser"
wurde 1902 aufgefunden.
/#
_Kyklop_: c. 2, 3. S. Philoxenos
_Skylla_: c. 15, 5. 26, 1. Ein Dithyrambus, der das in der Odyssee
geschilderte Abenteuer behandelt. Der Klagegesang des in Gefahr
schwebenden Odysseus wird als unmännlich und dem Charakter des
Helden nicht entsprechend gerügt. Der Flötenspieler zerrt den
Chorführer am Gewände, um das Bemühen der Jungfrau zu
veranschaulichen den Helden zu gewinnen.
#/
_Xenarchos_: c. 1, 5. Sohn des Sophron (s.d.). Nur hier als Verfasser
von Mimen erwähnt.
_Xenophanes_ v. Kolophon (c. 570--479): c. 25, 7. Dichter und Begründer
der eleatischen Philosophenschule. Gegner des Polytheismus.
_Zeuxis_ aus Herakleia (Unteritalien), blühte um 425: c. 6, 7. 25, 18.
Einer der größten Maler des Altertums. Nach Aristoteles idealisiert
sowohl Polygnot wie Zeuxis. Ersterer gab jedoch seinen Gestalten mehr
Charakter, weil er mehr das Individuelle Zeuxis das Typische zum
Ausdruck brachte.
* * * * *