1. Von Fabeln sind die einen _einfach_, die anderen _verflochten_, denn
derart sind auch ihrer Natur nach die Handlungen, deren nachahmende
Darstellungen ja die Fabeln sind. Unter einer einfachen Fabel verstehe
ich eine solche, in deren ununterbrochenem und einheitlichem Verlauf
unserer Bestimmung (S. 21) gemäß der Umschwung ohne Peripetie oder
Erkennung herbeigeführt wird, eine verflochtene dagegen bei der der
Umschwung mit Erkennung oder Peripetie oder mit beiden zugleich
zustandekommt.
2. Diese beiden müssen aber aus dem Aufbau der Fabel selbst sich ergeben
und zwar so, daß sie aus den jeweilig vorhergegangenen Begebenheiten,
sei es mit Notwendigkeit, sei es mit Wahrscheinlichkeit sich entwickeln.
Denn es macht einen erheblichen Unterschied ob etwas "propter hoc" oder
"post hoc" erfolgt.
* * * * *