KAPITEL X

1. Von Fabeln sind die einen _einfach_, die anderen _verflochten_, denn

derart sind auch ihrer Natur nach die Handlungen, deren nachahmende

Darstellungen ja die Fabeln sind. Unter einer einfachen Fabel verstehe

ich eine solche, in deren ununterbrochenem und einheitlichem Verlauf

unserer Bestimmung (S. 21) gemäß der Umschwung ohne Peripetie oder

Erkennung herbeigeführt wird, eine verflochtene dagegen bei der der

Umschwung mit Erkennung oder Peripetie oder mit beiden zugleich

zustandekommt.

2. Diese beiden müssen aber aus dem Aufbau der Fabel selbst sich ergeben

und zwar so, daß sie aus den jeweilig vorhergegangenen Begebenheiten,

sei es mit Notwendigkeit, sei es mit Wahrscheinlichkeit sich entwickeln.

Denn es macht einen erheblichen Unterschied ob etwas "propter hoc" oder

"post hoc" erfolgt.

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Über die Dichtkunst beim Aristoteles Neu übersetzt und mit Einleitung und einem erklärenden Namen- und Sachverzeichnis versehen von Alfred Gudemann 1921 · 第 44 / 65 题