Abb. 474. Bosnischer Zigeunerjunge.]

+Krankheit+ wird von den Zigeunern bestimmten Dämonen zugeschoben,

gegen die man eine Zauberfrau zu Rate zieht. Diese sucht sich mit

dem Kranken sofort in magische Beziehung zu setzen, indem sie dessen

verschiedene Körperstellen mit einem Säckchen voll Stechapfelsamen

reibt und den Dämon herbeiruft, daß er ihr das Heilmittel verrate. Hat

das Eingreifen der Zauberfrau keinen Erfolg, so bereitet man sich und

den Toten auf dessen +letztes Ende+ vor. Man bringt ihn samt seinem

Hab und Gut vor das Zelt, damit, wenn sein letztes Stündchen wirklich

schlagen sollte, die Seele den Körper ruhig verlassen könne und nicht

an irgendeinem Gegenstand des Toten haften bleibe, denn dafür würde sie

später schwere Rache an den Hinterbliebenen nehmen. Bei verschiedenen

Stämmen ist es auch Sitte, die Fußsohlen des Sterbenden durch einen

weißen Hund belecken zu lassen.

[Illustration: Abb. 475. Türkische Zigeuner.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 199 / 203 题