Abb. 446. Lappe auf der Reise.]

Die Lappen führen alle ein +äußerst bescheidenes Leben+. Zum größten

Teile sind sie Jäger und Fischer. Die umherziehenden Lappenstämme

wohnen im Winter am Saume der großen Wälder und sorgen hier für ihre

Herden. Kommt der Sommer, dann verlassen sie ihre kegelförmigen

Fellzelte und ziehen in die Berge, den Renntieren nach, die frei

umherlaufen. Bei der Rückkehr in die Zelte fangen sie ein Tier aus der

Herde ein und hängen ihm eine Glocke um den Hals; durch diese werden

die übrigen Tiere herbeigelockt und dann durch Hunde zusammengetrieben

und zusammengehalten. Die Hunde spielen im Leben der Lappen eine

wichtige Rolle als +Haustiere+; sie sind die ständigen Begleiter ihrer

Herren, gehen sogar in die Kirche mit ihnen und halten sich während

des Gottesdienstes bei ihnen auf; teils liegen sie dann still, teils

balgen sie sich auch miteinander herum. Sie dienen zur Bewachung der

Renntierherden. Auf ihren Reisen ziehen die Lappen in Schlitten (Abb.

455) oder auf Skiern (Abb. 446) umher und führen spatenähnliche Stöcke

mit sich, um mit ihnen das Moos unter dem Schnee für die Renntiere

auszugraben, die es sich übrigens auch selbst mit den Vorderhufen

hervorholen. -- Die Küstenlappen leben ausschließlich vom Fischfang,

bei dem sie eine überraschende Geschicklichkeit bekunden.

[Illustration:

Phot. Borg Mesch.

Abb. 447. Sommerlager der Lappen.

Da die Moskitos die Lappen zur Sommerszeit in den Wäldern stark

belästigen, so ziehen sie in die Berge oder an die Küste, wo sie in

Fellzelten wohnen.]

[Illustration:

Phot. Oscar Olson.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 191 / 203 题