Für die +Volkstracht der Rumänen+ ist die unter den Armen weit
ausgeschnittene Pelzweste bezeichnend, die aus dem mit den Haaren nach
innen gekehrten Schaffell hergestellt ist und von Männern und Frauen
im Winter sowohl wie auch im Sommer getragen wird. Aus demselben Stoff
sind auch die schwarze Pelzjacke und der lange Pelzmantel angefertigt.
Auf dem bloßen Leibe tragen beide Geschlechter ein Hemd, das bei
den Männern meistens kurz ist, selten bis an die Knie hinabreicht,
hierüber die in Querfalten gelegte enge Hose, die um die Hüften von
einem wollenen oder ledernen, zur Aufbewahrung von Messer, Geldbeutel,
Pfeife und Tabak dienenden Gürtel umschlossen wird. Auf dem Kopfe sitzt
die hohe, schwere Lammfellmütze oder ein breitkrempiger Filzhut (Abb.
432.) Das weite Hemd der Frauen, das im Gegensatz zu dem der Männer
bis an die Knöchel reicht, pflegt an den Ärmeln und am Halse stets
reich bestickt zu sein, ebenso der Rock und die übrigen Kleidungstücke
(Abb. 438). Eine Eigentümlichkeit der Rumäninnen ist ihre große
Vorliebe für kräftige, leuchtende Farben. Sie kommt besonders in der
Foça zum Ausdruck, einem schürzenartigen Hüfttuch, das oft genug auch
kostbare Stickereien trägt. Dieses breite Tuch wird ganz eng um den
Unterkörper geschlungen, so daß es ihn rockartig umhüllt. Neben der
Foça tragen die Rumäninnen noch wirkliche Schürzen, die Fransenschürze
und die Catrinta; dies sind schmale Stücke Tuch, die, jedes mit
einer besonderen Art von Muster bedeckt, vom Gürtel vorn und hinten
herabhängen, so daß die Beine frei bleiben (Abb. 403). -- Die Tracht
der Albanierin weicht von der rumänischen völlig ab (Abb. 435).
[Illustration:
Mit Erlaubnis von R. Bong, Berlin.
Bojarenhochzeit.