[Illustration:
Phot. The Sport & General Preß Agency.
Abb. 334. Eine Stachelbeerpastete,
wie sie zu Tollesbury am letzten Samstag des Juni in dem Backhause
des Ortes für jede Familie hergestellt und durch den Hausvater dann
verteilt werden.]
Das Glück der zukünftigen Eheleute wird auch vielfach von dem +Tage, an
dem die Trauung stattfindet+, abhängig gemacht. Daher sind bestimmte
Tage verpönt, unter anderem die Zeit der Fasten und des Advents, der
Sonntag Jubilate, der Mittwoch und besonders der Freitag, weil sie
Unglück bringen. Nach dem Volksglauben in Baden kehrt eine Braut, die
am Mittwoch heiratet, bald wieder ins Elternhaus zurück. Dagegen sind
der Dienstag und der Donnerstag sehr beliebt; beide Tage waren einst
heidnischen Göttern geweiht, die der Ehe freundlich gesinnt waren:
Tiu und Donar. Auch in Holland heiratet man meistens am Donnerstag,
offenbar aus althergebrachten Gründen; um dieser Sitte gerecht zu
werden, hat man sogar für diesen Tag die Traugebühren außerordentlich
niedrig bemessen. -- In Nordengland und in Wales ist dagegen gerade
der Freitag als Hochzeitstag beliebt. -- Vielfach legt man in
Deutschland auch Gewicht darauf, daß die Hochzeit bei zunehmendem
Monde stattfindet, denn dabei soll das Glück und der Reichtum der
Neuvermählten geradeso wie der Mond zunehmen. Auch dem +Verhalten
des Wetters am Hochzeitstage+ wird Bedeutung beigelegt. Schlechtes
Wetter, wie Sturm, Donner, Gewitter, Regen lassen auf Unglück in der
Ehe schließen, dagegen Sonnenschein auf einen glücklichen Verlauf
derselben. In manchen Gegenden dagegen bedeutet Regen umgekehrt Glück,
und man sagt, daß „wenn es der Braut auf den Kranz regne, es ihr auch
Glück und Kinder regnen werde“.
[Illustration:
Phot. The Folk-Lore Society.
Abb. 335. Szene vom Girlandentag in Castleton.
Den Schluß des Festzuges bildet ein als Frau verkleideter, vermummter
Mann.]
[Illustration:
Phot. The Sport & General Preß Agency.