Abb. 324. Ausflug eines Vereins zum Einholen des Pfingstgrüns.]

In England soll man einem Säugling nicht die Handflächen waschen,

weil man ihm sonst sein Glück damit fortwischen würde, und in Nord-

und Westengland bleibt überhaupt die ganze rechte Hand ungewaschen,

damit sie Reichtümer einsammle. Auch das Haarabschneiden ist eine

bedeutungsvolle Sache. In manchen Gegenden Irlands nimmt der Vater dies

zuerst vor. Die Nägel pflegt man im ersten Jahre nicht zu beschneiden,

sondern die Mutter oder die Pflegerin beißt sie dem Kindchen ab. Wollte

man sie mit einem scharfen Gegenstande kürzen, dann würde das Kind

„lange Finger machen“, das heißt stehlen. Auch dürfen Kinder niemals

gewogen oder gemessen werden.

Die +herangewachsene Jugend+ beschäftigt sich schon frühzeitig mit der

+Frage nach der Person des zukünftigen Ehegenossen+ und dem Zeitpunkt

der Vermählung. Um zu erfahren, ob ein Freier zu erwarten stehe und

wann dies der Fall sein dürfte, sind allerlei abergläubische Gebräuche

und Liebesorakel im Schwange.

[Illustration:

Phot. B. Balasse.

Abb. 325. Szene aus der „Parade du Lumeçon“ zu Mons,

die am Trinitatissonntag in Erinnerung an den Kampf des Ritters Sankt

Georg mit dem Drachen abgehalten wird. Heute heißt der Held Gilles de

Chin, und die Heldin ist eine Prinzessin, die von einem im Walde bei

der Stadt hausenden Ungeheuer gefangengenommen wurde.]

[Illustration:

Phot. Clive Holland.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 148 / 203 题