Abb. 299. Zwei Kläuse aus Kaltbrunn

mit eigenartigen Kopfbedeckungen (Infuln) und großen Kuhglocken.]

+Pfingsten+, das liebliche Fest, wie es der Dichter nennt, ist aus

dem jüdischen Erntefest (Wochenfest) hervorgegangen, das die Kinder

Israel, dem Mosaischen Gesetz zufolge, fünfzig Tage nach dem Passah

feierten. Bei den Christen bedeutet es den Tag der Ausgießung des

Heiligen Geistes und damit zusammenhängend das Stiftungsfest der

christlichen Kirche. Daher besteht in katholischen Ländern von alters

her der Brauch, am ersten Feiertag vor oder während der Predigt einen

reich mit Flittergold und Bändern verzierten Kranz aus jungem Laub,

in dessen Mitte der Heilige Geist in Gestalt einer Taube angebracht

ist, langsam an einem Strick vom Gewölbe des Gotteshauses auf die

Köpfe der Gläubigen hinabgleiten zu lassen. Die dabei etwa abfallenden

Goldflitter oder Bänder werden von den Anwesenden aufgefangen und als

von Gott verliehenes Pfingstgeschenk das ganze Leben lang im Gesangbuch

aufbewahrt.

[Illustration:

Phot. Internat. Illustrat.-Co. J. Sanden, Berlin.

Abb. 300. Vom „Klausnen“ in Kaltbrunn.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 145 / 203 题