mit eigenartigen Kopfbedeckungen (Infuln) und großen Kuhglocken.]
+Pfingsten+, das liebliche Fest, wie es der Dichter nennt, ist aus
dem jüdischen Erntefest (Wochenfest) hervorgegangen, das die Kinder
Israel, dem Mosaischen Gesetz zufolge, fünfzig Tage nach dem Passah
feierten. Bei den Christen bedeutet es den Tag der Ausgießung des
Heiligen Geistes und damit zusammenhängend das Stiftungsfest der
christlichen Kirche. Daher besteht in katholischen Ländern von alters
her der Brauch, am ersten Feiertag vor oder während der Predigt einen
reich mit Flittergold und Bändern verzierten Kranz aus jungem Laub,
in dessen Mitte der Heilige Geist in Gestalt einer Taube angebracht
ist, langsam an einem Strick vom Gewölbe des Gotteshauses auf die
Köpfe der Gläubigen hinabgleiten zu lassen. Die dabei etwa abfallenden
Goldflitter oder Bänder werden von den Anwesenden aufgefangen und als
von Gott verliehenes Pfingstgeschenk das ganze Leben lang im Gesangbuch
aufbewahrt.
[Illustration:
Phot. Internat. Illustrat.-Co. J. Sanden, Berlin.
Abb. 300. Vom „Klausnen“ in Kaltbrunn.