mit Tatauierung.]
[Illustration:
Phot. R. v. Goldsmidt Rothschild.
Abb. 108. Baggaraaraber aus Südkordofan,
ein Stamm, der viel Negerblut in sich aufgenommen hat. Sie sind
Viehzüchter, treiben aber auch Jagd, um Fleisch und Häute sowie
gelegentlich Elfenbein zu gewinnen. Obwohl sie über gute Pferde
verfügen, dient ihnen als Tragtier der Ochse.]
Unter allen Stämmen ist es üblich, die +Braut+ zu kaufen; der
Brautpreis besteht fast nur aus Vieh und beträgt bei den Dinka etwa
zehn Kühe. Je reicher ein Mann ist, um so mehr Frauen kann er sich
leisten; daher findet man die meisten Frauen auch bei den ältesten
Männern, was vielfach zu ehelicher Untreue führt. Während der
Verlobung bleibt das junge Dinkamädchen so lange im Hause ihrer Mutter,
bis der Brautpreis von ihrem Zukünftigen voll ausgezahlt ist. Nach
Erledigung dieses Geschäftes stiftet der Vater des Mädchens einen
Ochsen, der geschlachtet und verzehrt wird; auch ein Tanz findet aus
diesem Anlaß statt. Abends wird die Braut in das Haus der Mutter des
Bräutigams geführt. Dieser schlachtet nun gleichfalls einen Ochsen
und bestreicht mit dem Inhalt des Dickdarms Brust und Schultern des
Mädchens. Damit scheint der Hochzeits+zeremonie+ Genüge geschehen zu
sein.
[Illustration:
Phot. C. G. Seligmann.
Abb. 109. Eine Nubafrau von Tasumi.
Die Nuba pflegen ebenso wie die eigentlichen Niloten den Kindern die
unteren Schneidezähne auszubrechen und die Unterlippe zu durchbohren;
durch die Öffnung wird ein Quarzstift gesteckt, der sich beim Sprechen
beständig bewegt.]
[Illustration:
Phot. C. G. Seligmann.
Abb. 110. Grabmal eines Heiligen am Dschebel Gule.
Die Bergnuba im Gebiet zwischen dem Weißen und Blauen Nil sind zwar
noch nicht unbedingte Anhänger des Islams, aber gelegentlich bringen
sie doch auch dem Grabmal eines mohammedanischen Heiligen Opfer dar.]
[Illustration:
Phot. F. Spire.