Der Binni (Abb. 50) ist der zweite Grad des Bundes; der Zutritt zu
ihm steht den Mohammedanern offen. Der Teufel dieses Grades ist ein
ganz besonders mächtiger, da er in einer Person den Fetischeinfluß
des Heiden mit der Magie des mohammedanischen Mauren vereinigt.
Dementsprechend ist auch seine Tracht zusammengesetzt. Der Körper
ist von einem langen Gewand aus Pflanzenfasern umhüllt, der Kopf von
einer Kappe aus Haut; das Gesicht ist gänzlich durch sie verdeckt,
ein paar kleine Löcher ermöglichen jedoch das Durchsehen. Neben am
Kopfe stehen ein paar Seitenklappen ab. Soweit geht der Ausputz auf
heidnische Beeinflussung zurück. Dazu treten dann auf Brust und Rücken
des Binni streng mohammedanische Abzeichen: viele kleine Holztafeln mit
arabischer Schrift, die Zauberkraft besitzen; sie hängen am Gewande.
Bei Bewegungen des Binni zittert alles an ihm, und das Geklapper der
Täfelchen verstärkt den allgemeinen unheimlichen Eindruck, den bei den
Zuschauern schon das Freudengeschrei der Mitwirkenden und das Geräusch
von einem halben Hundert kleiner Bambusstäbe hervorrufen, die von den
begleitenden Musikanten unaufhörlich angeschlagen werden.
[Illustration:
Phot. G. N. Murhig.