Abb. 23. Kaburimann (Sokode).]

Der Binni (Abb. 50) ist der zweite Grad des Bundes; der Zutritt zu

ihm steht den Mohammedanern offen. Der Teufel dieses Grades ist ein

ganz besonders mächtiger, da er in einer Person den Fetischeinfluß

des Heiden mit der Magie des mohammedanischen Mauren vereinigt.

Dementsprechend ist auch seine Tracht zusammengesetzt. Der Körper

ist von einem langen Gewand aus Pflanzenfasern umhüllt, der Kopf von

einer Kappe aus Haut; das Gesicht ist gänzlich durch sie verdeckt,

ein paar kleine Löcher ermöglichen jedoch das Durchsehen. Neben am

Kopfe stehen ein paar Seitenklappen ab. Soweit geht der Ausputz auf

heidnische Beeinflussung zurück. Dazu treten dann auf Brust und Rücken

des Binni streng mohammedanische Abzeichen: viele kleine Holztafeln mit

arabischer Schrift, die Zauberkraft besitzen; sie hängen am Gewande.

Bei Bewegungen des Binni zittert alles an ihm, und das Geklapper der

Täfelchen verstärkt den allgemeinen unheimlichen Eindruck, den bei den

Zuschauern schon das Freudengeschrei der Mitwirkenden und das Geräusch

von einem halben Hundert kleiner Bambusstäbe hervorrufen, die von den

begleitenden Musikanten unaufhörlich angeschlagen werden.

[Illustration:

Phot. G. N. Murhig.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 58 / 203 题