Die heranwachsenden jungen Leute treten entweder dem Poro- oder
Bundubund bei, je nach ihrem Geschlecht. Ihre Aufnahme geht unter der
größten Geheimnistuerei in der Abgeschlossenheit eines besonderen
Poro- oder Bundubusches vor sich. Die Ausbildung, die für die
Aufnahme in den Bund erforderlich ist, kann auf jeder Altersstufe
zwischen sieben und zwanzig Jahren vorgenommen werden, dauert aber
nur wenige Monate. Ein Knabe besitzt keinen eigentlichen Namen,
bevor er in den Porobusch geht; er erhält einen solchen erst bei der
Aufnahme. Zum Zeichen dessen wird er auf beiden Seiten längs des
Rückgrats mit einem Grätenstichmuster gezeichnet, das er beständig
trägt, so daß man ein Poromitglied sogleich daran erkennen kann. Die
Aufnahmeförmlichkeiten (Abb. 49) erfordern viel Strenge und Entsagung;
doch wird den Adepten gelegentlich auch eine Erholung außerhalb des
Busches ermöglicht, für gewöhnlich in Form einer Tanzerei in der
nächstgelegenen Stadt. Die letzte Aufnahmeförmlichkeit heißt „den
Teufel austreiben“. Der Poroteufel befindet sich, wie man behauptet,
im Busch, und die Knaben müssen ihn, da er, obwohl auch nur ein
Mensch, mit allerlei zauberischen Kräften ausgestattet sein soll, auf
eine bestimmte Art vertreiben, bevor sie den Busch verlassen dürfen.
Daher drehen sie am festgesetzten Tage ein langes Seil aus dem den
Poro versinnbildlichenden Farn „Kane“ und leiten es während der
Nacht aus den oberen Zweigen eines Baumes im Busch auf die daneben
stehenden Bäume. Die Bewohner der Stadt und der umliegenden Dörfer
werden durch großes Geschrei aufgeweckt, das Seil wird ihnen gezeigt
und gleichzeitig mitgeteilt, daß an ihm der Teufel sich zum Firmament
begeben habe. Die Knaben gehen dann in der Stadt umher und werden nach
weiteren geheimen Zeremonien Mitglieder des Poroordens.
[Illustration:
Aus „Kolonie und Heimat“.