[Illustration:
Phot. C. H. Firmin.
Abb. 21. Haartracht eines Koramaweibes.
Das Haar wird über einem Gestell aus Pflanzenfasern kammartig
angeordnet; so bleibt es wochen-, selbst monatelang.]
Der +Porobund+ beherrscht das ganze einheimische Leben im Lande der
Mendi; früher war seine Macht nahezu unbegrenzt. Ähnlich wie im
Mittelalter vor der Heiligen Feme, so konnte vor seinem Gerichtshof
jeder Mensch verhört und verurteilt, das Urteil sogleich an ihm
vollstreckt und seine Leiche im „Porobusch“ begraben werden, ohne
daß die Außenwelt etwas von den Einzelheiten des Falles erfuhr. Bei
den Versammlungen der Porobrüder, die man in einer Lichtung des
Waldes im Porobusch dicht bei der Stadt abhält, werden alle Fragen
politischer und sozialer Natur erörtert und erledigt. Zu ihnen
haben nur vollberechtigte Mitglieder Zutritt, die sich zuvor einer
strengen Belehrung von seiten des Ordens haben unterziehen müssen. Man
unterscheidet drei Grade, den Yuira oder „ein Wort“ für die unteren
Klassen, den Binni und Missi für mohammedanische Mauren und für
„Teufelsmänner“ und als höchste Stufe den Kaimahun oder Häuptlingsgrad.
Der letztere ist der Ausgangspunkt aller Porovorschriften; in seinem
Hohen Rat kommt das Porokabinett zu den Beschlüssen, die die unteren
Grade auszuführen haben. -- Da die Mendi keine Schriftsprache kennen,
so bedienen sie sich als Verständigungsmittel vertrauenswürdiger Boten,
Wjas genannt; solche sind stets in der Porobrüderschaft anzutreffen,
deren sämtliche Mitglieder auf „Landesmedizin“ vereidigt wurden, in
dem Sinne, daß diese für sie verhängnisvoll werden solle, falls sie
irgendein Geheimnis verrieten.
[Illustration:
Phot. F. R. Roberts.