Cypripedium. — Brasil. (Ob anderswo epiph.?)

*Dicotyleae.*

*Urticaceae.*

Ficus. — Trop. Am. (Ubiq. Trop.)

Coussapoa. — Trop. S-Am.

(Procris. — Trop. As., Afr., Polynes.)

*Piperaceae.*

Peperomia. — Trop. u. subtrop. Am. (Ubiq. Trop. u. subtrop.)

Wahrsch. auch Arten von Piper in Ostindien.

*Clusiaceae.*

Clusia. — Trop. Am., Florida.

Renggeria. — Trop. Am.

Wohl auch die weniger verbreiteten Arten der Gattungen Rengifa, Havetia,

Pilosperma, Havetiopsis etc.

*Bombaceae.*

Ceiba Rivieri. — Süd-Brasil.

*Celastraceae.*

(Evonymus echinatus. — Himalaya.)

*Aquifoliaceae.*

(Ilex spicata. — Himalaya.)

*Araliaceae.*

Sciadophyllum. — Trop. Am.

(Wahrscheinlich Pentapanax und Heptapleurum in Ostind.)

*Cornaceae.*

? Griselinia. — Süd-Chile.

*Saxifragaceae.*

(Ribes glaciale. — Himalaya.)

*Cactaceae.*

Phyllocactus. — Trop. Am.

Epiphyllum. — Brasilien.

Rhipsalis. — Trop. u. subtrop. Am. (S.-Afr., Mauritius, Ceylon.)

Cereus. — Trop. u. subtrop. Am.

*Melastomaceae.*

Adelobotrys. — Brasil.

(Kendrickia. — Ceylon.)

(Dicellandra. — Fernando Po.)

(Pogonanthera. — Ind. Arch.)

(Medinilla. — Ubiq. Trop., Ost-Hem.)

(Pachycentria. — Mal. Arch.)

Clidemia. — Brasil.

Pleiochiton. — "

Blakea. — W.-Ind.

? Topobea. — Peru, Guiana, Mex. etc.

*Onagraceae.*

Fuchsia minimiflora. — S.-Mexico.

*Rosaceae.*

(Pyrus rhamnoides. — O.-Himalaya.)

*Ericaceae.*

_Vaccinieae._

Psammisia. — Anden, Venez., Guiana.

Findlaya. — Trinidad.

Ceratostemma. — And. S.-Am.

(Agapetes. — O.-Ind., Mal. Penins., Fiji.)

(Pentapterygium. — Himalaya.)

(Rijiolepis. — Borneo.)

(Vaccinium sect. Epigynium. — Gebirge Trop. O.-As.)

(Corallobotrys. — Himalaya.)

Sphyrospermum. — Trop. And., Guiana.

Sophoclesia. — And. S.-Am., Guiana, Trinidad.

_Rhodoreae._

Gaultheria. — Epiph. in Am.? (O.-Ind. etc.)

(Diplycosia. — Malacca, Ind. Arch.)

(Rhododendron. — O.-Ind., Mal. Arch.)

*Myrsinaceae.*

Grammadenia parasitica. — West-Indien.

(Embelia. — Dekkan.)

Cybianthus costaricanus. — Costa-Rica.

*Loganiaceae.*

(Fagraea. — O.-Ind., Trop. Austr. etc.)

*Asclepiadaceae.*

(Collyris. — Mal. Arch.)

(Hoya. — Trop. O.-As. u. Austr.)

(Dischidia. — O.-Ind., Mal. Arch., Trop. Austr.)

*Solanaceae.*

Markea. — Trop. Am.

Juanulloa. — Peru, Columb., C.-Am.

Dyssochroma. — Brasil.

Solandra. — W.-Ind. (Ob anderwärts epiph.?)

(Solanum. — O.-Ind. nach Grisebach.)

*Scrophulariaceae*

(Wightia gigantea. — Himal. or.)

*Lentibulariaceae.*

Utricularia. — Trop. Am.

*Gesneraceae.*

Gesnera. — Brasilien.

Episcia. — "

Drymonia. — Trop. Am.

Alloplectus. — " "

Columnea. — " "

Nematanthus. — Brasilien.

Hypocyrta. — Brasil., Costa-Rica.

Codonanthe. — Brasil., Guiana.

Asteranthera. — S.-Chile.

(Fieldia. — Austral. extratrop.)

Mitraria. — Süd-Chile.

Sarmienta. — "

(Aeschynanthus. — Trop. O.-As.)

(Dichrotrichium. — Khasyan, Mal. Arch.)

(Agalmyla. — Java.)

(Lysionotus. — Himalaya, China.)

*Bignoniaceae.*

Schlegelia. — Trop. Am.

*Verbenaceae.*

(Premna. — O.-Ind.)

*Rubiaceae.*

(Hymenopogon. — O.-Ind.)

Hillia. — Trop. Am.

Ravnia. — Costa-Rica.

Cosmibuena. — Trop. Am.

Schradera. — " "

(Acranthera tomentosa. — Bengal.)

(Leucocodon. — Ceylon.)

Xerococcus. — Costa-Rica.

Ophryococcus. — "

(Randia. — O.-Ind.)

(Proscephalium. — O.-Ind., Java.)

Psychotria. — (P. parasitica in W-Ind., ob and. Arten epiph.?)

(Hydnophytum. — Mal. Arch., Trop. Austr., Fiji.)

(Myrmecodia. — Mal. Arch., Trop. Austr.)

*Compositae.*

Senecio parasiticus. — Mexico.

Als erstes allgemeines Ergebniss dieses Verzeichnisses können wir den

Satz aufstellen, dass _die Zahl der in der Epiphytengenossenschaft

vertretenen Familien eine geringe ist, dass mehrere derselben aber im

Verhältniss zu ihrem Umfange eine auffallend grosse Zahl epiphytischer

Arten führen_, so die Farne, Orchideen, Bromeliaceen, Araceen, Gesneraceen

und Vacciniaceen. Mehrere der grössten Familien des tropischen Amerika

entbehren epiphytischer Arten gänzlich, so die Gräser, Palmen,

Euphorbiaceen, Rutaceen, Lauraceen, Leguminosen etc.

Als zweites bemerkenswerthes Ergebniss unserer Liste ist die _grosse

systematische Uebereinstimmung der Epiphytengenossenschaft in der alten

und der neuen Welt_, abgesehen natürlich von solchen Familien, die auf die

letztere ganz beschränkt sind (Bromeliaceen, Mangroviaceen).

2. Manche scharf ausgeprägte Pflanzengenossenschaften, z. B. diejenigen

der Wasserpflanzen, der Strandpflanzen, der Mangrovepflanzen, verhalten

sich denjenigen der Epiphyten insofern ganz analog, als sie sich ebenfalls

hauptsächlich aus bestimmten Familien recrutiren. Es braucht nur an die

Potameen und Nymphacaceen, die Combretaceen und Rhizophoreen, die

Plumbagineen, Cruciferen und Salsolaceen erinnert zu werden. _Während uns

aber in diesen Fällen die Ursache der Bevorzugung gewisser Familien, des

gänzlichen Fehlens anderer ganz unbekannt ist, können wir die

systematische Zusammensetzung der Epiphytengenossenschaft, theilweise

wenigstens, auf ihre Factoren zurückführen._

_Die erste Bedingung, damit eine Pflanze der epiphytischen Genossenschaft

gehören könne, ist, dass ihre Samen zur Verbreitung auf Baumästen geeignet

seien, was bekanntlich durchaus nicht von allen Samen __ gilt; ausserdem

müssen sie an dem Substrat hängen bleiben und auf demselben die zur

Keimung nöthige Wassermenge finden,_ -- zwei Bedingungen, die die Zahl der

tauglichen Samenarten wiederum sehr herabmindern.

_Die Samen epiphytischer Gewächse lassen sich in drei biologische

Categorien eintheilen, die alle drei den eben erwähnten Hauptbedingnngen

vollkommen entsprechen._

Die _erste Categorie_ umfasst diejenigen Samen, welche von einer saftigen

Hülle umgeben sind und daher von Vögeln, Affen und sonstigen

baumbewohnenden Thieren verbreitet werden; derartige Samen finden, falls

sie nicht zu gross sind, in den Excrementen einen genügenden Kitt und sind

gleichzeitig gegen das Austrocknen geschützt. Derartige Samen sind unter

den Epiphyten ausserordentlich verbreitet. Sie finden sich bei den

epiphytischen _Araceen_, _Liliaceen_ (Astelia, Luzuriaga.),

_Cyclanthaceen_, _Bromeliaceen_ e. p., _Zingiberaceen_ (Arillus bei

Hedychium), _Melastomaceen_ e. p. (Dicellandra, Medinilla, Pogonanthera,

Pachycentria, Blakea etc.), _Gesneraceen_ e. p. (Episcia, Columnea,

Drymonia, Alloplectus, Hypocyrta, Codonanthe, Fieldia, Mitraria,

Sarmienta), _Bignoniaceen_ (Schlegelia), _Vaccinieen_, _Onagraceen_

(Fuchsia), _Aquifoliaceen_, _Cornaceen_, _Myrsineen_, _Cactaceen_,

_Clusiaceen_, _Araliaceen_, _Solanaceen_, _Verbenaceen_ (Premna),

_Rubiaceen_ e. p. (Proscephalium, Psychotria parasit., Hydnophytum,

Ophryococcus, Schradera, Leucocodon, Xerococcus, Acranthera, Randia),

_Rosaceen_ (Pyrus sect. Sorbus), _Saxifragaceen_ (Ribes), _Celastraceen_

(Evonymus mit Arillus), _Urticaceen_, _Piperaceen_, _Marcgraviaceen_,

_Loganiaceen_, _Begoniaceen_ (afrikan. Arten).

Der _zweiten Categorie_ rechne ich die Samen (und Sporen) zu, die so

überaus leicht sind, dass sie von dem leisesten Luftzug fortgetragen

werden, und so klein, dass sie in die Risse der Rinde und in die

Moospolster dringen; sie bedürfen daher keiner besonderen Flug- und

Haftapparate und finden leicht die zu ihrer Keimung nöthige geringe

Feuchtigkeitsmenge (_Farne_, _Orchideen_).

Die _dritte Categorie_ umfasst diejenigen Samen, die, obwohl ebenfalls

sehr klein und leicht, doch etwas schwerer und grösser sind als in der

zweiten Categorie, und einen Flug- und Haftapparat besitzen. Während bei

Bodenpflanzen der Flug- und Haftapparat sehr verschiedenartig ist, lässt

sich derjenige der epiphytischen Gewächse auf zwei Typen zurückführen;

derselbe besteht nämlich entweder aus langen, meist sehr weichen Haaren,

oder aus einem schmalen, an beiden Enden oder nur an einem Ende in einen

spitzen Fortsatz sich fortsetzenden Flügel. Den ersteren Fall finden wir

bei manchen _Gesneraceen_ (Aeschynanthus (Taf. 6, Fig. 3), Dichrotrichium,

Agalmyla, Lysionotus), _Rubiaceen_ (Hillia (Taf. 6, Fig. 7)), den

_Asclepiadaceen_ (Taf. 6, Fig. 5. u. 6), _Bombaceen_, _Compositen_

(Senecio parasiticus) und namentlich bei den _Tillandsieen_ (Taf. 6,

Fig. 8 u. 9); die zweite Art der Ausbildung zeigt sich bei gewissen

_Rubiaceen_ (Hymenopogon (Taf. 6, Fig. 1), Cosmibuena (Fig. 2)), den

_Rhododendreen_ (Taf. 6, Fig. 4) und der _Scrophulariacee_ Wightia.

Die Samen dieser Categorie sind, wie erwähnt, alle sehr leicht, ohne

jedoch ein so geringes Gewicht, wie diejenigen epiphytischer Orchideen, zu

besitzen. So beträgt das Gewicht eines Samens von Rhododendron

verticillatum 0,000028 Gr., eines solchen von Aeschynanthus 0,00002, eines

solchen von Dendrobium aber nur 0,00000565(2), und die Gewichte der Samen

des genannten Rhododendron und von Aeschynanthus werden von denjenigen

anderer Arten dieser Categorie übertroffen.

Eine andere Eigenthümlichkeit dieser Samen ist, dass sie verschmälert

sind, wodurch sie offenbar leicht in enge Spalten und Interstitien

gelangen.

Man würde kaum glauben, dass die auf Taf. 6 dargestellten Samen, Pflanzen

zu den verschiedensten Familien gehören, und doch könnte die

Zusammenstellung weit vollständiger sein, ohne ihren gleichartigen

Charakter zu stören.

Ueber die Samen einiger wenigen Epiphyten habe ich nichts Bestimmtes

erfahren können (Echeveria, Sedum, Amaryllidee aus St. Catharina,

Utricularia).

Es geht aus dem Vorhergehenden hervor, dass Samen, die weder in

fleischigen Früchten enthalten sind noch staubartige Dimensionen besitzen,

wie bei den Orchideen und Farnen, eine ganz bestimmte Structur haben

müssen, um unter den Existenzbedingungen auf Baumästen sich weiter

entwickeln zu können.

_In den eben erwähnten Eigenschaften der Samen epiphytischer Gewächse

haben wir_, in der grossen Mehrzahl der Fälle wenigstens, _nicht eine

Anpassung an atmosphärische Lebensweise, sondern vielmehr eine

präexistirende Eigenschaft, durch welche letztere erst ermöglicht wurde,

zu erblicken_; wir finden in der That ganz ähnliche Samen, bezw. Früchte,

wie diejenigen der Epiphyten, bei verwandten Formen wieder, die theils aus

klimatischen, theils aus anderen Ursachen durchaus an terrestrische

Lebensweise gebunden geblieben sind.

Nachdem das Vorhergehende schon längst geschrieben war, habe ich eine

prägnante Illustration der Richtigkeit des eben aufgestellten Satzes

kennen gelernt. Die öffentlichen Promenaden in und bei Algier sind

vielfach mit Dattelbäumen bepflanzt, deren abgestorbene Blattbasen einige

Zeit unter der grünen Krone persistiren und Staub und Feuchtigkeit so

reichlich aufsammeln, dass sie beinahe stets Pflanzen ernähren, welche

ebenso üppig wie auf dem Boden gedeihen. _Diese Pflanzen sind sämmtlich

solche, deren Samen durch aufsteigende Luftströme leicht in die Höhe

gelangen können_, -- vorherrschend ist Sonchus oleraceus, den man in der

Stadt umsonst auf dem Boden suchen würde, während er auf der Place de la

République und hinter der Place de la Gouvernement, nach dem Lyceum zu, in

üppigen Exemplaren nahezu auf jeder Palme wächst; daneben zeigen sich

zuweilen andere Cichoriaceen (Crepis-Arten). Ausser den erwähnten Pflanzen

habe ich an den genannten Standorten, aber nur in vereinzelten Exemplaren,

Hyoscyamus niger, Plantago major und Linaria cymbalaria beobachtet, deren

Samen zwar der den Cichoriaceen zukommenden Flugapparate entbehren, aber

so winzige Dimensionen besitzen, dass es wohl begreiflich ist, wie der in

Algier so häufig mächtige Staubsäulen aufwirbelnde Wind sie in die Höhe

treiben konnte. Zuweilen, so z. B. im Jardin d’essai bei Algier, sieht man

Dattelstämme, die bis zur Basis beschuppt geblieben sind, -- in diesem

Falle findet man an der Basis der unteren Blattüberreste die

verschiedenartigsten Gewächse, die nur der Bau ihrer Samen hindert, höher

zu gelangen.

Eigentliche Epiphyten fehlen in Nord-Afrika, aus später zu besprechenden

klimatischen Gründen, gänzlich, und in seiner Heimath, der Sahara, geht

dem Dattelbaum jeder Epiphyt gänzlich ab. Da der Baum an der Küste nur

angepflanzt ist, konnten sich dort noch keine Pflanzen speciell an die

Lebensweise in seinen Blattbasen anpassen, während in tropischen Ländern,

wie wir später sehen werden, gewisse Pflanzen beinahe nur auf solchen

schuppigen Palmenstämmen vorkommen. So gewähren uns die Dattelbäume von

Algier, in sehr kleinem Maassstabe, das Bild der ersten Entstehung einer

epiphytischen Flora; wir begreifen, dass dieselbe sich keineswegs aus

beliebigen Elementen recrutiren konnte, sondern dass ein bestimmter Bau

des Samens oder der Frucht dazu erforderlich war.

Wir begreifen nun auch das Fehlen ganzer Familien in der

Epiphytengenossenschaft, z. B. dasjenige der Leguminosen und

Euphorbiaceen, deren stets relativ grosse Samen der Flugapparate entbehren

und nur selten mit fleischigen Hüllen versehen sind, dasjenige der

Acanthaceen im Gegensatz zu den ihnen verwandten Gesneraceen, die in so

hohem Grade zum Epiphytismus neigen, aber auch mit dazu so geeigneten

Früchten bzw. Samen ausgerüstet sind; wir verstehen, warum unter den

Liliaceen nur die Astelieen und Smilaceen epiphytische Lebensweise

annehmen konnten etc. Ebenso ist es uns wohl begreiflich, warum im

Gegentheil die Farne, Araceen, Orchideen, Bromeliaceen, Cactaceen,

Vaccinieen der epiphytischen Vegetation ein so mächtiges Contingent

geliefert haben; bei denselben haben die Früchte oder Samen stets, auch wo

die Lebensweise rein terrestrisch, die zum Uebergang zur epiphytischen

Lebensweise nöthigen Eigenschaften.

Innerhalb der Familien mit sehr verschiedenartigen Samen oder Früchten

zeigen sich die Epiphyten auf die Gruppen mit Gattungen beschränkt, wo die

genannten Organe den Anforderungen epiphytischer Lebensweise entsprechen,

ohne dass dabei von einer _Anpassung_ an die letztere die Rede sein könne;

so z. B. bei den Rubiaceen, Urticaceen, Melastomaceen, Solanaceen,

Gesneraceen etc. Unter den Lycopodiaceen sind nur die isosporen Gattungen

in der Epiphytengenossenschaft vertreten, diese aber sehr reichlich; die

theilweise doch so genügsamen Selaginellen blieben wegen des Gewichts

ihrer Macrosporen und der Wassermenge, die zu den Befruchtungsvorgängen

nöthig ist, nothwendig von derselben ausgeschlossen; aus ähnlichen Gründen

sind die Verbreitungsbezirke der Arten bei der Gattung Selaginella, im

Vergleich zu denjenigen der isosporen Lycopodiaceen, sehr klein.

Familien, die nur ganz vereinzelte Typen enthalten, deren Samenbau für

epiphytische Lebensweise geeignet ist, sind, wenn überhaupt, nur sehr

schwach in der Genossenschaft der Epiphyten vertreten. So besitzen die

Bignoniaceen meist Kapselfrüchte mit breitgeflügelten Samen, die Gattung

Schlegelia aber Beeren; letztere allein besitzt epiphytische Arten. Die

Loganiaceen besitzen sehr häufig fleischige Früchte; dieselben sind aber

stets mit sehr grossen Samen versehen, ausgenommen Fagraea, deren Arten

häufig als Epiphyten wachsen. Die Gattung Begonia hat meist trockene

Früchte; letztere sind aber bei einigen afrikanischen Arten, die

epiphytisch wachsen, mehr oder weniger fleischig und saftig. Andererseits

besitzt die sonst wesentlich aus Epiphyten bestehende Familie der

Bromeliaceen einige Gattungen (Dyckia, Puya, Hechtia), deren Samen wohl

mit Flugapparat versehen, aber der Haftvorrichtungen entbehren; diese

Typen sind daher der rein terrestrischen Lebensweise treu geblieben.

Der Bau der Früchte bezw. Samen ist es jedenfalls gewesen, der in erster

Reihe für die Möglichkeit, epiphytische Lebensweise zu führen,

entschieden, den Ausschluss bezw. die Beverzugung gewisser Gruppen

bestimmt, _somit den systematischen Charakter der epiphytischen

Genossenschaft hauptsächlich bedingt hat_. Wir können damit jedoch nicht

alle Eigenthümlichkeiten der letzteren erklären; es fällt uns auf, dass

gewisse Familien oder Gruppen, deren Samen doch z. Thl. mit den nöthigen

Requisiten versehen zu sein scheinen, keine oder doch nur wenige Arten

enthalten, die epiphytische Lebensweise, auch nur zufällig, führen würden,

so die Gramineen, die keine einzige, die Compositen, die nur eine

epiphytische Art enthalten.

Die Factoren, welche neben den Eigenschaften der Früchte und Samen die

systematische Zusammensetzung der Epiphytengenossenschaft beeinflusst

haben, können, theilweise wenigstens, vermuthet werden. So kann es keinem

Zweifel unterliegen, dass die vegetative Organisation für die Befähigung

einer Pflanze, auf Baumrinde zu gedeihen, von ganz wesentlicher Bedeutung

ist. Während wir aber keinen Einfluss der epiphytischen Lebensweise auf

Früchte und Samen zu erkennen vermochten, sind durch dieselbe Sprosse und

Wurzeln in vielen Fallen nachweisbar so modificirt worden, dass wir in der

Regel nicht im Stande sind, das Bild der bodenbewohnenden Stammpflanze in

ihren vegetativen Theilen zu reconstruiren. Diese Frage wird erst in dem

nächsten, den Anpassungen an epiphytisehe Lebensweise gewidmeten Kapitel

des Näheren discutirt werden. Es ist mir übrigens nicht wahrscheinlich,

dass die systematische Zusammensetzung der Epiphytengenossenschaft durch

die Eigenschaften der vegetativen Organe _wesentlich_ beeinflusst worden

sei.

Eine grössere Wichtigkeit in letzterer Hinsicht ist wohl dem Umstande zu

schenken, dass, wie nachher des Näheren gezeigt werden soll, sämmtliche

Epiphyten, auch solche, die in Savannen vorkommen, aus Pflanzen des

dichten Urwalds hervorgegangen sind. Dieses dürfte das Fehlen oder starke

Zurücktreten in der Epiphytengenossenschaft gewisser sehr fermenreicher

Familien mit anscheinend theilweise geeigneten Samen erklären, so der

Gräser und Compositen, die, wenn auch im Walde nicht fehlend, doch

hauptsächlich Bewohner der Savannen und offener Standorte überhaupt sind.

So wünschenswerth es erscheint, sämmtliche Factoren, welche die

systematische Zusammensetzung der Epiphytengenossenschaft beeinflusst

haben, kennen zu lernen, so können wir doch mit Sicherheit behaupten, dass

dieselbe in ihren hauptsächlichen Zügen durch die Eigenschaften der

Früchte und Samen bedingt worden ist.

II.

DIE ANPASSUNGEN DER EPIPHYTEN AN DEN STANDORT.

Die epiphytische Vegetation Amerikas · 第 13 / 44 题