Die partielle Theilung kommt, von einigen Protozoen (Noctiluca)
abgesehen, wohl nur bei Eizellen vor, sie lässt sich von der
inäqualen ableiten und bildet sich in allen den Fällen aus, wo
der Dottergehalt ein sehr grosser geworden ist und ein Theil des
Protoplasma sich von ihm schärfer abgesondert und als Scheibe am
animalen Pol angesammelt hat (Fig. 108). Der in der Scheibenmitte
gelegene Kern muss, wenn er sich zur Spindel umwandelt, eine
horizontale Lage einnehmen. Die erste Theilebene entsteht daher
in verticaler Richtung und tritt zuerst, wie beim inäqual sich
furchenden Ei (Fig. 92), am animalen Pol in der Mitte der Scheibe auf
(Fig. 120 _A_, 121 _A_). Während sie aber dort allmählich
in die Tiefe dringt und bis zum vegetativen Pol durchschneidet,
zerlegt sie hier nur die Keimscheibe in zwei gleiche Segmente, welche
wie zwei Knospen der ungeteilten Dottermasse mit breiter Basis
aufsitzen und vermittelst derselben noch untereinander verbunden
sind. Bald darauf erscheint eine zweite, verticale Furche, welche die
erste unter rechtem Winkel kreuzt und gleichfalls auf die Keimscheibe
beschränkt bleibt, die nun in vier Segmente zerlegt ist (Fig. 120
_B_, 121 _B_). Auch hier bildet sich eine Brechungslinie
aus.
[Illustration: =Fig. 120. Oberflächenansicht der ersten
Furchungsstadien des Hühnereies= nach ~Coste~. _a_
Rand der Keimscheibe, _b_ verticale Furche, _c_ kleines
centrales, _d_ grosses peripheres Segment.]
Jedes der vier Segmente wird dann wiederum von einer radialen
Furche halbirt. Die so entstandenen Theilstücke entsprechen
Kreisausschnitten, die im Centrum der Keimscheibe mit spitzen Enden
zusammenstossen und mit ihren breiten Enden nach der Peripherie
gewandt sind. Von jedem dieser Segmente wird die Spitze durch eine
quere oder dem Aequator der Eikugel parallel gerichtete Furche
abgetrennt, wodurch central gelegene, kleinere, jetzt allseitig vom
Dotter isolirte und grössere, mit dem Dotter noch zusammenhängende,
periphere Theilstücke entstehen (Fig. 120 _c_). Indem von nun
an radiale und dem Aequator parallele Furchen alternirend auftreten,
zerfällt die Keimscheibe in immer zahlreichere Stücke, welche
so angeordnet sind, dass die kleineren im Centrum der Scheibe,
die grösseren nach der Peripherie zu liegen (Fig. 121 _c_).
Manche der mit dem Dotter verbundenen Segmente werden sich dabei in
der Weise abschnüren, dass die Kernspindel sich in schräger oder
verticaler Richtung einstellt, was zur Folge hat, dass bei der
Theilung der eine Tochterkern in die Dottermasse zu liegen kommt.
Auf diese Weise entstehen bei der partiellen Furchung die viel
besprochenen Dotterkerne, welche in grösserer Anzahl namentlich an
der Peripherie der abgefurchten Keimscheibe in die oberflächlichsten
Dotterschichten eingebettet sind. Vergleiche auch die interessanten
Beobachtungen von Rückert (VII. 36) und Oppel (VII. 34), aus denen
hervorgeht, dass bei Selachiern und Reptilien Dotterkerne in Folge
von Ueberfruchtung ihren Ursprung nehmen.
[Illustration: =Fig. 121. Discoidale Furchung des
Cephalopodeneies= nach ~Watase~. Aus ~R. Hertwig~
Fig. 99.]