Sein Tod

In den letzten neun Jahren seines Lebens litt Fjodor Michailowitsch an

einem Emphysem, das er sich durch eine Erkältung zugezogen hatte. Der

tödliche Ausgang dieser Krankheit trat durch das Zerreißen einer

Lungenarterie ein. Es begann in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar mit

einem Nasenbluten, dem er weiter keine Beachtung schenkte. Am 26. fühlte

er sich offenbar ganz wohl, bis um vier Uhr nachmittags plötzlich ein

Blutsturz erfolgte und anderthalb Stunden darauf ein zweiter, wobei der

Kranke das Bewußtsein verlor. Als er wieder zu sich kam, äußerte er

sofort den Wunsch, zu beichten und das Abendmahl zu nehmen. In Erwartung

des Priesters nahm er Abschied von seiner Frau und seinen Kindern und

segnete sie. Nach dem Abendmahl fühlte er sich vollkommen wohl. Am 28.

Januar hatte er um zwölf Uhr mittags wieder einen Blutsturz, worauf

seine Kräfte schnell abnahmen.

In entscheidenden Augenblicken seines Lebens pflegte Fjodor

Michailowitsch die Bibel, die er in seiner Sträflingszeit bei sich

gehabt, aufs Geratewohl aufzuschlagen und die ersten Zeilen der

aufgeschlagenen Seite zu lesen. So tat er es auch jetzt: er schlug die

Bibel auf und bat seine Frau, ihm die aufgeschlagene Stelle vorzulesen.

Es war das der vierzehnte Vers aus dem dritten Kapitel Matthäi:

„Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir

getauft werde; und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu

ihm: Halte mich nicht auf; also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu

erfüllen.“ Als er diese Worte hörte, sagte er zu seiner Frau:

„Hörst du? – ‚halte mich nicht auf‘ – also werde ich sterben.“ Und er

schloß das Buch.

Sein Vorgefühl sollte recht behalten. Er verschied am 29. Januar um acht

Uhr achtunddreißig Minuten abends.

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