Drittes Kapitel

Im Klausenhof ging bald wieder alles den gewohnten Gang. Es wäre auch

nicht anders möglich gewesen, denn es gab immer zu tun, und die Mühen

halfen über vieles hinweg.

Anfangs spürte man allerdings stark, daß der Alte fehlte. Er hatte

so wacker bei der Arbeit mitgeholfen und besaß so viel Einsicht und

Erfahrung, daß der älteste Knecht wie ein Knabe war neben ihm. Er hatte

auch die Fäden der ganzen Wirtschaft in der Hand gehalten und wußte

allein Bescheid über alles. Oft hatten sie sich nach seinem Heimgang

ratlos angeschaut und gewünscht, daß er nur noch einmal bei ihnen wäre,

daß sie ihn um dies oder jenes fragen könnten. Am meisten aber fehlte der

Vater dem Sohn.

Plötzlich zu Selbständigkeit und Verantwortung gelangt, merkte der

Junge nun, wie weit weg er eigentlich von einem richtigen Bauer war. Und

jedesmal, wenn er einen Fehler begangen hatte und ihm der älteste Knecht

bescheiden seinen Rat antrug, schämte er sich und dachte, er sei am Ende

doch ein schlechter Klausen. -- Dann griff er tagsüber nach der schwersten

Arbeit und stöberte des Nachts in landwirtschaftlichen Büchern. Aber

trotz der schweren Arbeit und der landwirtschaftlichen Bücher wußte er

doch nie richtig Bescheid, wenn es sich um etwas Wichtiges handelte. In

einer solchen Not kam ihm einmal Therese zu Hilfe. Damals wunderte er sich,

wie klug sie dachte und wie beherzt sie die Sache anpackte. Seitdem frug

er sie öfters um ihre Meinung und entdeckte dabei immer mehr, wie sehr sie

innerlich und äußerlich dem Vater glich. -- Maria ging es wie ihm. Sie

hatte manches nachzuholen und begann von der Schwester zu lernen. Aber

trotzdem sie überall zugriff und hinter den andern nicht zurückstehen

mochte, beschäftigte sie sich doch am liebsten in Garten und Küche und

ging nur selten in die Ställe oder in das Feld. Auch ließ sie die Mutter

nicht gern allein, die, trotzdem es nun schon Herbst wurde, noch immer um

den Vater weinte. Allerdings nur heimlich, wenn sie niemand sah. Diesen

Zug hatten sie übrigens alle. Jedes trauerte um den Verstorbenen, jedoch

keines sprach davon. Nur Maria schluchzte manchmal plötzlich auf, wenn sie

mit Stephan allein war. Dann strich er wortlos über ihr Haar, horchte aber

dabei hinaus auf den Gang, ob auch niemand käme. --

Drüben im Walde aber wurde gebaut. Schwere Zugochsen brachten täglich

große Ladungen von Sparren und Balken herauf, und geübte Hände fügten

sie kunstvoll ineinander. Wie ein Feenschlößchen, so zauberschnell, so

leicht und zierlich, mit Gesimsen, Erkern und Balkonen wuchs die Villa

zwischen den Bäumen auf. Das Erdgeschoß war aus Stein, aber der ganze

obere Teil bestand aus geschnitztem und gebranntem Holz. Vom Dache strebten

drei schlanke Türme mit schönem Ebenmaß empor, und die vergoldeten

Spitzen ihrer Blitzableiter ragten leuchtend, glückverheißend neben den

höchsten Lärchen auf. -- Und als die Handwerker ihre Arbeit getan hatten,

kamen Künstler und schmückten das Haus innen wie außen mit Bildern und

Sprüchen. Auf der Seite gegen den Wald war zu lesen:

»Auf hoher Warte rag' ich da,

Dem Tale fern, dem Himmel nah,

Blick' weit hinaus ins freie Land

Und stehe so in Gottes Hand.«

Über dem großen, geschnitzten Eingangstore aber stand:

»Grüß Gott, tritt ein,

Bring Glück herein.«

Und so oft einer von den Klausen die Aufschrift sah, dachte er an den toten

Vater und lächelte bitter. Andere Leute aber, die des Weges kamen, blieben

vor dem Bau bewundernd stehen, und die Träumer unter ihnen meinten, daß

nur bevorzugte Menschenkinder mit heiterem Herzen und sorglosen Sinnen

dieses Haus bewohnen würden. -- Vorläufig aber wohnte niemand drinnen.

Der Winter stand hinter den Bergen und hatte seine ersten schweren Stürme

bereits herübergeschickt. Nicht lange danach kam er selbst, hetzte seine

Nebelschwaden wie Hunde auf die Sonne und pflanzte, als sie nach langem

Kampfe ihre Königskrone dem Sieger vor die Füße legte, in den Feldern,

in den Wäldern, auf den Wiesen, auf den Matten seine weiße Fahne auf.

Da wurde es still auf der Höhe und still im Klausenhof.

Die Knechte und Mägde arbeiteten zwar wie früher, aber über ihrem ganzen

Tun und Gehaben lag eine ernste Bedächtigkeit, die gut übereinstimmte mit

dem feierlichen Ebenmaß, das der Schnee ringsum geschaffen hatte. Alles

Schroffe war verschwunden, alle Gegensätze waren fort. In langen,

weichen Wellenlinien erstreckte sich der Berg bis zu den Wäldern, und der

Klausenhof, der sonst so breit und stattlich auf seiner Höhe stand, sah

aus wie ein verschneiter Vogel, der sich frierend niederduckt.

Drinnen aber war es warm und gemütlich. In dem mächtigen Kachelofen

brannten Tag und Nacht große, duftende Scheite, und von morgens bis abends

surrten die Spinnrocken der beiden Schwestern daneben. Therese sollte

nächstes Frühjahr Hochzeit halten, da mochte wohl das Rädchen surren!

Ein heimlicher Liebeszauber hatte nun endlich die stolze, nüchterne

Klausin ergriffen, und sie spann die Träume aller Bräute in die groben

Fäden ein. Maria, sanft und gut wie immer, sann auch viel über die

Zukunft ihrer Schwester. Dabei ließ sie nun schon öfters die schlanken

Hände von dem Rocken gleiten und ertappte sich auf fremden, drängenden

Gedanken. Der vorwurfsvolle Blick Theresens, die Müßiggang nicht leiden

konnte, brachte sie dann erst zurück, und hastig, mit doppeltem Eifer,

nahm sie die Arbeit auf. -- Die Mutter kränkelte seit dem Herbst und war

nicht mehr so rüstig wie früher. Maria umgab sie mit zärtlichster Sorge,

aber so dankbar auch die alte Frau für alle Liebe war, erhielten ihre

Augen doch erst den rechten Glanz, wenn sie am Abend Stephans Schritt im

Flur vernahm. Dann wurde sie gesund, wurde jung und bemühte sich um

ihn mit rührender Geschäftigkeit. Das aber verdroß Maria aus geheimer

Eifersucht. Sie sprang dann auch schnell vom Rocken, lief in die Küche

und bemächtigte sich der Dinge, die sie zur Herstellung seines Abendbrotes

brauchte. Stephan besänftigte mit einem raschen Lächeln den aufwallenden

Groll der Mutter, zog aus seiner Jagdtasche einen seltenen Vogel oder ein

schönes Stück Wild und erzählte, wie er dazu gekommen sei. Dabei aber

sah er durch die offene Tür in die Küche nach Maria, die mit geröteten

Wangen und leuchtenden Augen, funkenumsprüht beim Herde stand. Dann

wunderte und freute er sich über ihre Schönheit und dachte an die

Zukunft. Dachte, wie er und Maria allein hier am Hofe bleiben würden,

wenn Therese ging ... und später die Mutter auch ... Und bei dem letzten

Gedanken drängte er sich näher an die alte Frau ... Während alledem

Therese spann. Ihr Blick war hart wie immer, und schärfer als gewöhnlich

lag um ihren Mund der strenge Zug der Klausen. Sie spürte den stummen

Kampf der Liebe und der Eifersucht, den die drei miteinander führten, und

sie konnte die Mutter, die Schwester und den Bruder nicht verstehen. --

Heute blieb Stephan ungewöhnlich lange aus. Die Bäuerin begann schon

unruhig auf und ab zu wandern, und Maria horchte beständig nach der Türe.

Endlich kam er. Sie hörten, wie er draußen den Schnee von den Stiefeln

stampfte. Es mußte aber noch jemand mit ihm gekommen sein, denn es

erklangen viele Tritte. Therese hielt einen Augenblick im Spinnen inne, und

in Marias Wangen stieg ein feines Rot. Dann ging die Türe auf, und Stephan

und zwei Männer traten ein. Der eine von den Besuchern war Theresens

Bräutigam, ein wohlhabender Bauer aus der Nachbarschaft, und der zweite

war ein junger Jäger. Therese begrüßte ihren Bräutigam mit einer

schönen Wärme in den sonst wechsellosen Augen und ging dann in die

Küche, um den Männern mit einer warmen Speise aufzuwarten.

Maria grüßte die Besucher mit zwangloser Freundlichkeit, zeigte sich

aber ein wenig scheu dem Jäger gegenüber und vermied, soviel es ging, den

Blick des Bruders. Dann begann sie der Schwester zu helfen. Geschäftig,

aber ohne Hast ging sie hin und her, stellte die langen Bänke rings um das

Feuer, deckte den Tisch, brachte Brot und Wein und beteiligte sich hier und

da mit einigen Worten am Gespräch. Nach dem Essen ließen sich die drei

Männer auf den Bänken um das Feuer nieder; die Bäuerin machte es sich

in ihrem Großvaterstuhl bequem; die Mädchen setzten sich wieder an ihre

Rocken, und nun wurde die Unterhaltung eine allgemeine.

Stephan erzählte von frischen Schlägen im Wald, Theresens Bräutigam

berichtete von einer jungen Magd, der Geisler-Toni, die er wegen Diebereien

fortgejagt hatte, und der Jäger sprach über sein Gewehr. Er streichelte

den langen, glänzenden Lauf und sagte:

»Es ist das beste Gewehr im Land. Oft genug schon hätte ich es teuer

verkaufen oder gegen ein feineres, neueres umtauschen können. Ihr solltet

gehört haben, wie beim letzten Scheibenschießen der Oberförster

aus Deutnofen darum feilschte. Zum Schluß versprach er mir sogar eine

Försterei.«

»Welche?«

»Unten in Kampenn.«

»Und die hast du abgeschlagen!«

»Ja ...,« er stockte, sah hinüber zu Maria, deren Rocken plötzlich

schwieg, errötete stark, und sagte:

»... sie war mir zu klein ...«

Dann war er wieder ganz unbefangen, und Marias Rocken setzte auch wieder

ein. Stephan wollte das Gewehr näher beschauen und langte danach. Als er

es in die Hand nahm, schlug im Hofe der Hund an.

Laut und zornig klang sein Gekläff in die Stube, und die Kette, woran er

befestigt war, klirrte dazu. Aber weder Stephan noch sonst jemand kümmerte

sich darum, da sie dachten, es handle sich um einen verspäteten oder

wegmüden Wanderer, den die Knechte schon erquicken und für die Nacht

unterbringen würden. Eine kleine Kammer in der Nähe der Scheunen war

für solche Fälle da. Plötzlich aber wurde die Tür aufgestoßen, und wie

hereingeschleudert von einem eisigen Windstoß, der für Augenblicke das

Zimmer kalt machte, stand ein Mädchen da.

In tausend Rinnchen floß der Schnee von ihren dünnen Kleidern, nur auf

dem unbedeckten Kopf lag er dicht und fest wie eine weiße, krause Mütze.

Vielleicht aus Schmerz, vielleicht aus Kälte preßte sie die Hände an die

Brust, und aus ihren Augen sprach es wie Zorn und Weinen. Alle sahen sie

erstaunt an, ausgenommen Theresens Bräutigam. Unwillig sprang er auf und

herrschte sie an:

»Was soll das, Toni? Wo kommst du her?«

Das Mädchen aber sah an ihm vorbei und blickte auf Therese.

»Ich komme zu Euch,« sagte es, »daß Ihr den Bauern bitten möget, mich

zurückzunehmen. Ich habe eine alte Mutter zu Hause -- erbarmet Euch, ich

will nie wieder stehlen.«

Ohne Scham, ohne Zögern, sprach sie das letzte Wort, und alle wußten nun,

wer sie war. Den Bauern schienen der flehende Ton und die bittenden Worte

bereits milder gestimmt zu haben, denn die zornige Röte wich aus seinen

Wangen, und fragend blickte er Therese an. Diese aber trat hastig vor und

sagte:

»Ihr habt einen weiten Weg gemacht, aber Ihr habt ihn umsonst gemacht.

Diebe kann man nicht auf ehrlichen Höfen brauchen.«

Da schämte sich ihr Verlobter seiner Schwäche, und während er Theresens

Hand erfaßte, wie sich an ihrer Stärke zu erhärten, sagte er:

»Ja, sie hat recht. Diebe kann man nicht auf ehrlichen Höfen brauchen.«

Da trat in Tonis Augen ein böses Licht, und während Schaum von ihren

Lippen spritzte, schrie sie: »So seid verflucht!«

Dann war sie fort, und in das Zimmer drang wieder der eisige Wind, den sie

zuerst gebracht hatte und unter dem die Zurückgebliebenen zu erstarren

schienen, denn keines regte sich. Abergläubisch, wie alle Bergbewohner,

hatten die Worte des Mädchens ihre Wirkung auf sie nicht verfehlt. Stumm,

mit eingehaltenem Atem sahen sie einander an.

Die Bäuerin war die erste, die sich ermannte. Langsam, andächtig

bekreuzte sie sich, und Maria tat das gleiche. Die Männer hoben die

Hände, hielten sie unschlüssig in der Luft und ließen sie wieder

sinken ... sie waren keine Feiglinge, aber so ein Fluch ist etwas

Schreckliches ... und heimlich, voneinander abgewendet, machten sie das

Kreuz. Nur Therese nicht. Ihre Wangen waren bleich bis an die Lippen, aber

Blick und Gebärde ruhig, unerschüttert. Mit Fraueninstinkt fühlte sie,

um was es jetzt ging. Um Herzensruhe. Um Herzensglück. Ohne ein Wort zu

reden, setzte sie sich wieder an den Rocken und nahm die Arbeit auf. Aber

ihre Hände zitterten, und der Faden riß hintereinander. Maria legte

frische Scheite in den Herd, und die Männer versuchten es wieder mit dem

Reden. Es kam jedoch nichts Rechtes mehr dabei heraus, und schließlich

brachen die Besucher auf. Therese begleitete ihren Bräutigam über den

verschneiten Hof bis an das Tor. Dort blieben sie trotz der Kälte stehen,

und der Bauer nahm ihre Hände. Er spürte, daß sie eiskalt waren, und

rieb sie sachte an den seinen. Dabei fragte er: »Fürchtest du dich?« Da

sah sie ihn voll an und sagte fest »Nein«.

Darauf nickte er, und sie trennten sich. Als Therese dann aber allein in

ihrer schmucklosen Kammer war, entzündete sie eine geweihte Kerze und

stellte sie vor dem Bildnis des heiligen Benediktus auf. Dabei

flüsterte sie: »Heiliger Benediktus, der du Vieh und Leute vor Zauberei

beschützest, schirme und bewahre uns.«

Das tat sie jeden Abend den ganzen Winter durch bis zu ihrem Hochzeitstag.

-- Der kam mit dem Föhn und den Schneeglocken. Aber es waren

unverläßliche Frühlingszeichen. Der Winter saß noch fest im Land.

Therese hatte den ganzen Tag ein Gefühl von Glück und Beschämung. Sie

war das Getue um sich nicht gewohnt, und nun drehte sich schon seit einer

Woche alles um sie. Jedes zweite Wort hieß Therese, und all die neuen,

hübschen Dinge, die überall herumlagen, gehörten ihr. Gestern, am

Vorabend des großen Tages, kam Maria ganz spät in ihre Kammer, blieb

eine Weile verlegen stehen, fing dann zu weinen an und bat Therese, ihr

zu verzeihen. -- Was? Therese konnte sich auf kein Unrecht der Schwester

besinnen, und ihr wurde hilflos zu Mute. -- Es gab doch nichts zu

verzeihen. -- Daß sie einander nie so recht verstanden hatten, dafür

konnte niemand. Stephan und Maria waren eben anders als die andern Klausen.

Sie dachte plötzlich an den Vater und wurde ernst im Gedanken, daß er

diesen Tag nicht mehr erlebt hatte. Er hätte sich darüber gefreut ...

heimlich zusammen hätten sie sich darüber gefreut, wie die andern zwei

sich immer freuten ... Herb, hart, feindselig leuchtete es einen Moment

in ihren Augen auf. Dann aber trieb sie die uneinigen Bilder fort, faßte

Marias Hände und sagte freundlich:

»Du warst ja immer gut, Maria.«

Und heute! Heute wich Maria keinen Schritt von ihrer Seite, nahm ihr jede

Arbeit aus der Hand und erinnerte sie tausendmal, daß sie in ein paar

Stunden Hochzeit habe. Und gegen Mittag schritten sie Hand in Hand in

Theresens Stübchen, wo auf dem schmalen Mädchenbett das Ehrenkleid aus

schwarzer, starrer Seide lag. Da kam es wie eine Verwandlung über das

steife, ältliche Mädchen. Ihre Wangen begannen sich zu färben, ihre

rauhen Finger fuhren über den glänzenden Stoff, und plötzlich drückte

sie das Gesicht tief in die knisternde Seide. Maria hatte Therese nie

so weich, so haltlos gesehen und umschlang sie wie in Angst. Das brachte

Therese zu sich. -- »Weißt du, Maria,« sagte sie, mit den Augen fest auf

dem Kleid, »manchmal glaube ich, ich verdiene es gar nicht!«

»Was?«

»All das Glück.«

»Aber Therese ...«

»Ich meine, Maria, es ist eigentlich eine Sünde gegen den Hof.«

»Daß du fortgehst?«

»Ja!«

»Aber warum gegen den Hof?«

»Ich meine ... schau, wenn man bedenkt, was für Freude so eine

Wirtschaft macht. Und dann gar unsere Wirtschaft. Der Klausenhof ist kein

gewöhnlicher Hof. Ich glaube, im ganzen Land gibt es keinen, den man damit

vergleichen könnte ... Und wenn man daran denkt, wie er gehalten wurde;

-- vom Vater, vom Großvater und von den andern. Und jeder von uns tat sein

Teil daran und ist ein Teil davon.«

Sie sorgt sich um den Hof, dachte Maria, sie sorgt sich darum, weil sie

weiß, daß weder Stephan noch ich für die Wirtschaft taugen. Laut aber

sagte sie: »Aber schau, Therese, du gehst ja so gern.«

»Das ist es ja eben.« Therese stockte verwirrt, »das ist es ja, was ich

meine, daß ich imstande bin zu gehen und so gern.«

»Gehst du so gern?«

»Ja ...,« sie stockte abermals, und während sich ihre Wangen

verdunkelten, schloß sie: »Du kannst ja nicht begreifen, wie das ist,

wenn man einen Mann so lieb hat.... Alles täte man für ihn, immer möchte

man bei ihm sein, und man ginge mit ihm bis ans Ende der Welt ...«

Maria errötete jetzt auch. So offen hatte Therese nie gesprochen. Mit

zitternden Fingern hob sie das rauschende Kleid in die Höhe und hielt es

gegen das Licht.

»Wie schön du aussehen wirst, Therese.«

Der Klausenhof: Roman · 第 7 / 46 题