Lange standen beide Hand in Hand auf der Spitze des Hügels, an dessen

Abhange ihr Häuschen lag, das jetzt nur noch eine unförmliche Steinmasse

mehr war, und schauten auf dasselbe mit von Thränen feuchten Blicken

hinab. Dann gingen sie in den Garten, und zugleich mit Wehmuth und Liebe

betrachteten sie die Pflanzen, die so fröhlich darin wuchsen und von nun an

ihre Pflege entbehren würden. Auch Kolbi war sehr still und augenscheinlich

bewegt; was er in diesem Augenblick empfand, vermochte er nicht

auszudrücken; aber auch in seinem dunklen Auge glänzte eine Thräne.

Williams Gefühle wallten endlich in einem Dankgebete über; er sank auf

seine Kniee nieder und dankte Gott aus der Fülle seines Herzens für alles

Gute, was er von seiner Gnade empfangen hatte. Dann reichte er Kolbi die

Hand, und Beide setzten schweigend ihre Wanderung fort, von der sie erst

mit Anbruch der Nacht zurückkehrten.

Dreiundzwanzigstes Kapitel.

Früh am andern Morgen ging es an Bord des »Ruriks,« an den man bereits am

vorhergehenden Tage alle gesammelten Lebensmittel geschafft hatte.

William und Kolbi waren die letztern in dem Zuge, der sich unter fröhlichem

Geplauder, unter Scherzen und Lachen dem Strande näherte. Da, als man

bereits eine gute Strecke von der Hütte entfernt war, hörten unsere beiden

Freunde plötzlich das ihnen so wohlbekannte: »Gieb Futter, Gieb Futter!«

»O, mein Gott!« rief William, den Arm Kolbis loslassend und einige Schritte

zurückgehend, »bald hätten wir unsern guten Freund hier vergessen! Wie

würde mich das betrübt haben!«

Es dauerte keine Minute, so saß der schöne Lori ihm auf der Schulter; denn

da er ihn nie neckte, wie Kolbi aus Muthwillen zuweilen that, hatte der

Papagei eine ganz besondere Vorliebe für ihn gefaßt.

»Komm,« sagte William, das glänzende Gefieder des schönen Thieres sanft

streichelnd, »komm, Lori, Du sollst mit mir und, wenn Gott mir meine

geliebte Mutter erhalten hat, ihr zur Freude, mir aber zur Erinnerung an

dieses rettende Eiland dienen; denn nie werde ich deine Stimme vernehmen,

ohne an Alles erinnert zu werden, was ich hier erlebte.«

Der Vogel sah ihn mit seinen klugen Augen so verständig an, als verstünde

er seine Worte, und auf dem Wege zum Strande hörte er nicht auf, zu

plaudern und zu pfeifen, denn auch das Letztere hatte er von seinen

Erziehern gelernt.

Der Wind war günstig; das Schiff lichtete, sowie alle am Bord waren, die

Anker; die Segel schwellten und der majestätische »Rurik« setzte sich in

Bewegung. Es dauerte nicht lange, so hatte man die geliebte Insel aus dem

Gesichte verloren.

Immer frisch ging es vorwärts, denn der »Rurik« war auf der Heimreise

begriffen. Der Wind blieb lange günstig; man lief in der Nacht vom 30. auf

den 31. März in die _Tafelbai_, beim _Vorgebirge der guten Hoffnung_, ein

und verweilte daselbst acht Tage, was unserm William Gelegenheit gab,

den Besitzer des Constantia-Weinbergs, seinen guten Holländer, wieder

aufzusuchen, und ihm zugleich seinen auf der Reise und durch den erlittenen

Schiffbruch erworbenen Freund Kolbi vorzustellen.

Dieser treffliche Mann war so erfreut über das Wiedersehen Williams und

hörte seiner interessanten Erzählung mit so großem Interesse zu, daß sich

unser Freund ganz wie zu Hause bei ihm fühlte. Als es endlich an's Scheiden

ging, umarmte der gute Holländer William fast unter Thränen der Rührung und

drückte ihm ein Päckchen mit den Worten in die Hand:

-- »Nimm das zum Geschenke von mir und möge es dir Segen bringen, mein

Sohn! Wenn es dir in deiner Vaterstadt wohl ergeht, dann gedenke auch

zuweilen meiner!«

Er wandte sich jetzt mit nassem Auge von den beiden Freunden ab und ging;

auch William, minder sein Kolbi, war tief gerührt.

Die fernere Reise war, bis auf einige wenige stürmische Tage, sehr vom

Glück begünstigt und ich wüßte Euch, meine Geliebten, nicht eben viel

Neues davon zu erzählen. Nur des Umstandes muß ich noch erwähnen, daß

der »_Rurik_« bei der Insel _St. Helena_ vor Anker ging und man also

Gelegenheit hatte, den größesten Mann des Jahrhunderts und einer der

größesten aller Zeiten, auf dieser durch ihn so berühmt und bekannt

gewordenen Insel zu sehen. Ich brauche Euch wohl kaum noch den Namen

_Napoleon Bonaparte_ zu nennen; denn Ihr werdet wissen, daß dieser als

Gefangener auf der Insel St. Helena schmachtete und daselbst auch sein

thatenreiches Leben endete. Freilich sah unser William den großen Mann nur

flüchtig auf einem Spazierritte, den er in Begleitung der ihn bewachenden

Officiere machte; aber die Erinnerung an diese Begegnung blieb ihm für den

Rest seines Lebens eine höchst angenehme.

Endlich lief der »_Rurik_«, nach einer eben so schnellen als glücklichen

Fahrt, am 16. Juni des Jahres 1818 in den Hafen von Portsmuth in England

ein, und schon am 18. gingen William und Kolbi in Begleitung ihres Freundes

und Beschützers, Adalbert von Chamisso, an das Land. Hier trennte dieser

sich von Beiden, nachdem er großmüthig die Ueberfahrt für sie auf einem

eben nach Hamburg unter Segel gehenden Paquetboote bezahlt hatte. Der

Abschied war sehr schmerzlich; denn sowohl William als Kolbi hatten ihren

Beschützer von Herzen lieb gewonnen. Er versprach ihnen aber, falls er nach

Hamburg kommen sollte, sie aufzusuchen, und hat auch hierin Wort gehalten.

Wie schlug William das Herz, als er nach einer eben so schnellen als

glücklichen Fahrt und nach einer Abwesenheit von fast vier Jahren, die

Thürme seiner Vaterstadt und endlich den mit Schiffen angefüllten Hafen

derselben wieder erblickte!

Tausend Fragen drängten sich ihm auf, worunter die: ob er seine geliebte

Mutter auch noch wieder finden würde? ob der Gram um ihn sie nicht

vielleicht gar getödtet habe? sein Herz zu ängstlichen Schlägen bewegte.

Endlich konnte er aus der leichten Barke an's Land springen; Kolbi folgte

ihm. Dieser, dem Alles neu war, wollte jeden Augenblick stehen bleiben und

bald über Dieses, bald über Jenes Auskunft von ihm haben; allein er war

nicht im Stande, ihm die gewünschten Erklärungen zu geben, sondern eilte

rastlos vorwärts, bis er bei der niedern Wohnung anlangte, in der er seine

Mutter verlassen hatte.

Eine ihm völlig fremde Frau stand vor der Kellertreppe, und fast athemlos

vor banger Furcht fragte er nach seiner Mutter. Die Frau, welche erst vor

Kurzem eingezogen war, wußte ihm keine Auskunft zu geben, und schon wollte

sich Verzweiflung seiner Seele bemächtigen -- denn er glaubte die gute

Mutter todt -- als sich die Thür des dem Keller gegenüberliegenden Hauses

öffnete und ein ihm gleich auf den ersten Blick wohlbekanntes Gesicht

aus derselben neugierig auf Kolbi schaute; dieser erregte durch

sein ungewöhnliches Aeußere natürlich die Aufmerksamkeit aller ihnen

Begegnenden.

-- »Fritz! Fritz!« rief William mit lauter Stimme und stürzte auf seinen

Jugendgespielen und Schulgenossen zu.

Dieser erkannte ihn nicht sogleich. William war seit ihrer Trennung um vier

Jahre älter geworden und von der südlichen Sonne so gebräunt, daß er weit

eher einem Mulatten, als einem Europäer ähnlich sah.

-- »Erkennst du mich denn nicht mehr, Fritz?« fragte ihn William mit

traurigem Tone; »erkennst du deinen Freund William Robinson nicht mehr?«

fügte er hinzu.

-- »Mein Gott! Du!« rief dieser jetzt, indem er ihm in die Arme stürzte.

»Du lebst, William? Wie wird sich deine Mutter freuen, die dich als todt

beweinte!«

-- »So lebt sie doch noch?« rief William, und ein Strom von Freudenthränen

schoß ihm über die Wangen. »O Gott, mein guter gnädiger Gott, wie danke

ich Dir!« sagte er, die Hände zum Himmel emporstreckend. Viel hätte nicht

gefehlt, so wäre er auf der offenen Gasse auf seine Kniee niedergesunken,

um seinem himmlischen Vater für die ihm erzeigte große Gnade zu danken.

-- »O, führe mich zu meiner Mutter!« rief er dann, die beiden Hände seines

Jugendfreundes erfassend, »führe mich auf der Stelle zu ihr: mein Herz

droht vor Sehnsucht nach der Geliebten zu zerspringen!«

-- »Gemach, mein Freund,« antwortete ihm der besonnene Freund; »Du

darfst so unerwartet nicht zu ihr eintreten: Die Ueberraschung könnte

sie vielleicht gar tödten. Tritt erst in unser Haus und warte, bis ich

zurückkomme. Sie wohnt da drüben, in dem großen Fruchtlager; ich gehe zu

ihr, um sie vorsichtig auf die Freude vorzubereiten, die ihrer harrt; denn

sonst könnte leicht aus dem Glück ein Unglück entstehen.«

William fand das, was Fritz sagte, vernünftig und trat mit seinem Kolbi

in das Haus, während Fritz zu der Frau Robinson hinübersprang, um sie

vorzubereiten. Er machte seine Sache sehr geschickt. Erst sagte er ihr,

daß man glaube, das schöne Schiff, die »_Hoffnung_«, sei doch nicht

untergegangen, wie man so lange gewähnt; dann ging er weiter und immer

weiter und endlich trat er mit der vollen, glücklichen Wahrheit hervor.

Trotz der gebrauchten Vorsicht war die zärtliche Mutter doch fast einer

Ohnmacht nahe, als er ihr die Versicherung gab, daß ihr William lebe und

nur wenige Schritte von ihr entfernt, in seinem Hause sei. Als sie sich

einigermaßen von ihrem freudigen Schrecken erholt hatte, ließ sie sich

nicht länger halten; sie stürzte fort, dem Hause von Fritzens Eltern zu und

lag, halb todt vor Uebermaaß an Freude, in den Armen des so lange als todt

beweinten Sohnes.

_Welche Feder_ wäre wohl im Stande, dieses Wiedersehen zu schildern? Die

meine ist zu schwach dazu und ich muß es Euch, meine Geliebten, überlassen,

Euch selbst alle die nun folgenden rührenden Scenen auszumalen.

Als der erste Sturm der Empfindung sich in Etwas gelegt hatte, ergriff

William die Hand seines Kolbi und führte ihn mit den Worten zu seiner

Mutter:

-- »Umarme auch ihn und nenne ihn deinen zweiten Sohn, denn er ist mein

liebster Freund, mein Bruder und nach dir mir der liebste auf der Welt.«

-- »Ja, er soll auch mein Sohn sein,« versetzte die Mutter und umarmte bei

diesen Worten den tiefgerührten Kolbi, der die Mutter seines Williams auch

schon lieb gewonnen hatte.

Dann ging's an's Erzählen und Ihr könnt Euch vorstellen, wie interessant

der Frau Robinson jedes Wort war, das ihr geliebter Sohn zu ihr redete.

Fast bis um Mitternacht dauerten die Mittheilungen Williams, und selbst da

konnte man noch nicht einschlafen.

Etwa zehn Jahre nach diesen glücklichen Vorfällen sprach man sehr viel

in der Stadt von dem reichen Kaufmann Herrn William Robinson, von dem man

behauptete, daß ihm alle seine Speculationen über Erwartung glückten. Als

Compagnon war ein Eingeborener Australiens, der die heilige Taufe erhalten

und den Namen _Williams_ in derselben angenommen hatte, in die Handlung

aufgenommen worden und er zeichnete sich durch Geschicklichkeit und

Fleiß eben so sehr aus, als durch sein liebreiches Wesen und seine

Wohlthätigkeit.

Die Sache hing so zusammen:

Als William einige Tage nach seiner Rückkehr seine Sachen vom Bord des

Paquetboots geholt hatte -- auch den Lori vergaß er nicht -- fiel ihm

das Päckchen in die Hände, das der gute Holländer am Vorgebirge der guten

Hoffnung ihm beim Abschiede in die Hand gedrückt hatte, und das bis dahin

uneröffnet geblieben war. Jetzt öffnete er es und fand, zu seiner nicht

geringen Ueberraschung, eine Rolle blanker Louis'dors, fünfzig an der Zahl,

darin. Zitternd vor Freude brachte er der Mutter seinen Schatz und erzählte

ihr zugleich, wie er dazu gekommen.

-- »Das Geld,« sagte die fromme und verständige Mutter, »mußt Du im Handel

anlegen: es wird dir Segen bringen, da du es durch deine Rechtschaffenheit

erwarbst. Meine Lage in diesem Hause ist zwar nicht glänzend, aber Herr

Berger behandelt mich anständig und hat Vertrauen zu mir; so kann ich es

schon noch eine Weile bei ihm aushalten; segnet aber Gott deine Geschäfte,

dann ziehe ich zu dir.«

Und Gott segnete das Geschäft des guten, redlichen Williams. Schon nach

einem Jahre hatte sich sein kleines Kapital verdoppelt, und, wie schon

angedeutet worden, nach etwa zehn Jahren war er ein reicher, reicher

Mann, hatte ein großes Haus, eine liebenswürdige tugendhafte Frau und ein

Häuflein hoffnungsvoller Kinder.

Die Mutter und sein Kolbi, der indeß von geschickten Lehrern unterrichtet

worden war, wohnten bei ihm und letzterer war sogar sein Compagnon

geworden.

Oft, wenn die Freunde in traulichen Gesprächen ihrer Vergangenheit und

wunderbaren Lebensschicksale gedachten, sagte William:

-- »Erinnerst du dich noch, Kolbi« so nannte er ihn noch immer, wenn sie

allein waren -- »was ich dir bei Gelegenheit der Zerstörung unserer Hütte

durch die Feinde deines Stammes sagte: daß Gott es oft dann am besten mit

uns meint, wenn er uns Trübsal sendet?«

-- »Wohl erinnere ich mich deiner Worte,« versetzte Kolbi, »und habe

derselben sehr oft gedenken müssen. Hätten die Feinde unsere Hütte nicht

zerstört, so würden wir vielleicht nicht an den Strand gegangen sein,

um Bretter zu suchen: der »_Rurik_« wäre wahrscheinlich an der Insel

vorübergesegelt, ohne sie zu besuchen, und wir säßen jetzt wohl noch auf

derselben. Gelobt sei Gott, der gnädige, allweise Gott, der seine Menschen

segnet, indem er sie zu prüfen scheint.«

In der Verlagshandlung von #J. Engelmann# in _Heidelberg_ sind auch

folgende

Unterhaltungs- und Jugendschriften etc.

erschienen, und in allen _Buchhandlungen_ zu den beigesetzten Preisen zu

haben.

#Beck#, =Dr.= (Schuldirektor in Neuwied), Geschichten, Sagen und

Naturgemälde des Rheins, aus dem Munde deutscher, besonders rheinischer

Dichter. Ein Erinnerungsbuch für Fremde und Einheimische sowie auch für

Gedächtniß- und Vortragsübungen in und außer der Schule. Mit der Ansicht

von Rheinstein. 12. Brosch. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr.

Der Herausgeber dieser eben so vollständigen als zweckmäßigen Sammlung

hat sich nicht blos auf die _Geschichte_ beschränkt, sondern auch,

woran das Rheinland so reich ist, seine _Sagen_ berücksichtigt,

und endlich dem weitgepriesenen Rheinwein zu Ehren, eine Reihe

Rheinweinlieder beigefügt.

#Engelmann#, =Dr.= #J. B.#, Gebete und Erweckungen zum Gebet. Ein

Andachtsbuch für Familien. Mit einem Kupfer. In allegorischem Umschlage.

geb. 1 fl. 24 kr. od. 22 gr.

Dieser herrliche Kranz ist aus den schönsten Blumen, welche die Muse

der Religion und des Gefühls spendet, gewunden -- aus den erwähltesten,

die ihre geweihte Sänger: _Klopstock_, _Cramer_, _Gellert_, _Caroline_,

_Rudolphi_, _Herder_, _Novalis_, _Jacobi_, _Krummacher_, _Seume_,

_Haller_, _Kosegarten_, _Pfeffel_, _Julie_, _Veillodter_, _Bürger_,

_Hölty_, _Matthisson_ und mehrere, auf den Altar des Heiligen, Guten

und Wahren niederlegen. -- In den Betrachtungen über Gott, Jesus,

Tod und Unsterblichkeit, in den Trostgesängen bei den Gräbern unserer

Lieben, in den Morgen- und Abendliedern, und andern vermischten

Inhalts, wird das fromme Gemüth Erhebung zur Andacht, Beruhigung im

Leiden und Kraft zum heitern Fortschreiten auf der Prüfungsbahn dieses

Lebens finden -- und so wird dieses Buch jedem Familienkreise und jedem

Einzelnen, der ein solches zu haben wünscht, ein willkommener Begleiter

sein.

#Geib, Karl#, die Volkssagen der Rheinlande. In Romanzen und Balladen. Mit

22 Kupfern. 8. 1. Band 1828. In schönem Einbande 3 fl. oder 2 Thlr.

Deren 2. Band. In Romanzen, Balladen und poetischen Erzählungen. Mit 21

Kupfern 1836. Geschmackvoller Einband in Catton-Taffent. 3 fl. od. 2 Thlr.

Jeder Band wird besonders gegeben. Beide Bände _zusammen genommen_ kosten

5 fl. 24 kr. oder 3 Thlr. 12 gr.

Die in diesen beiden Bänden enthaltenen _Sagen_ in poetischem Gewande

sind bereits, dem größern Theile nach, in dem Taschenbuch Cornelia 1824

und folgende Jahrgänge abgedruckt.

Aufgefordert durch den allgemeinen Beifall, den diese Dichtungen

erhielten, und durch die Wünsche vieler Freunde und Bewunderer

des Rheins, haben wir uns entschlossen, eine besondere, elegant

ausgestattete Sammlung derselben herauszugeben, die sich auch darum zu

Geschenken der Freundschaft und Liebe ganz besonders eignet. Außer den

zu den _Sagen_ gehörigen schönen Kupfern und Stahlstichen, enthält der

1. Band noch ein neues, vortreffliches Titelkupfer.

#Haug, Fr.#, Fabeln für Jung und Alt. In sechs Büchern. 16. br.

1. fl. 12 kr. od. 18 gr.

Die _Fabel_ ist in neueren Zeiten wenig, oder vielmehr gar nicht

cultivirt worden. _Fr. Haug_ versuchte sich vor einigen Jahren in

diesem Fache. Er fand Beifall, und sendete nun, ermuthigt, jenen

_dreihundert Fabeln zweihundert weitere_ nach. Sie sind nicht der

_Jugend_ allein, auch dem _Alter_ geweiht, und großentheils berühmten

Dichtern anderer Nationen frei nachgebildet.

#Helwig, Amalie# v., geb. v. Imhoff. Die Sage vom Wolfsbrunnen, Mährchen.

2. Aufl. Mit 1 Kupf. 8. Brosch 1 fl. oder 16 gr. Ausgabe mit 5 Kupfern,

elegant geb. in Futteral, 2 fl. od 1 Thlr. 8 gr.

#Reinhardt, Lina.# Festgabe in zehn neuen dramatischen Spielen für die

deutsche Jugend. 12. 2 fl. 24 kr. oder 1 Thlr. 15 gr.

Die Kinderschauspiele der vortrefflichen _Lina Reinhardt_ haben in dem

Kreise, für den sie zunächst bestimmt sind, so wie bei Erwachsenen

so viel Beifall gefunden -- _zwei_ Ausgaben mußten in kurzer Zeit

veranstaltet werden -- daß ich mich gern entschloß, eine neue Sammlung

der Art aus der beliebten und belobten Feder dieser Schriftstellerin

zu bringen. Heiterkeit, Frischheit und Neuheit zeichnen diese kleinen

Dramen vor allen andern der Art vortheilhaft aus. Zum besondern

Verdienste gereicht es der Verfasserin, daß sie bei allen diesen

Stücken immer eine _streng moralische_ Tendenz vor Augen hatte, so daß

sie nicht nur erheitern und erfreuen, sondern zugleich auch _bilden_

und _belehren_.

-- -- Neues Kindertheater, der heranwachsenden Jugend bestimmt. 2 fl. 24

kr. oder 1 Thlr. 14 gr.

Auch diese Sammlung schließt sich würdig an die früheren derselben

Verfasserin an. Nicht die Absicht, aus Kindern Bühnenkünstler oder nach

Lob begierige Declamatoren zu bilden, hat die Herausgabe dieses »neuen

Kindertheaters« veranlaßt, sondern die von den ausgezeichnetsten

Pädagogen anerkannte Erwägung, daß die dramatische Darstellung

vorzüglich geeignet ist, Eindruck auf das jugendliche Gemüth zu machen,

und recht angewendet, in der Form des Spiels dem Saamen des Guten einen

gedeihlichen Boden bereiten kann.

-- -- Noth und Rettung am Lebensmorgen. Sechs Erzählungen für die reifende

Jugend. 1 fl. 36 kr. od. 1 Thlr. 2 gr.

Die streng religiös-moralische Tendenz aller Schriften der Verfasserin

zeichnet auch diese Erzählungen für die reifere Jugend aus. Glückliche

Wahl der behandelten Gegenstände, anziehende Darstellung und eine

blühende Sprache haben dem Büchlein schon viele Freunde verschafft, und

mit dem größten Rechte ist es allen Vätern und Müttern zu empfehlen,

die ihren Kindern eine anziehende und doch gediegene, wahrhaft Geist

und Herz bildende Lectüre verschaffen wollen.

#Schoppe, A.#, geb. Weise. Elegantes Geschenk zur Fest-, Namens- und

Geburtstagsfeier. Zugleich ein Geschenk- und Erinnerungsbüchlein für

Reisende am Rhein-, Main-, Mosel- und Nekarstrande. Enthaltend 60 Stahl-

und Kupferstiche zu den schönsten Volkssagen. 26 Porträts berühmter und

interessanter Personen und 26 Genre-Bilder, im Ganzen 112 Stahl-

und Kupferstiche, mit den dazu gehörenden Sagen und Beschreibungen.

5 fl. 24 kr. oder 3 Thlr. 12 gr.

#Schoppe, A.#, Christliche Erzählungen für die gebildete Jugend beiderlei

Geschlechts. 12. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr.

In einer Zeit, wo so viele darauf hinarbeiten, sowohl die christliche

Lehre, als Gesinnung zu untergraben, durften diese Erzählungen aus der

Feder einer _Amalie Schoppe_ geb. Weise, gewiß vielen höchst willkommen

sein. Wie hoch sie den wahren Christensinn hält, wenn er sich nicht

blos in Worten, sondern in Werken zeigt, thun diese trefflichen

Erzählungen dar, deren jede ein Spruch der Bergpredigt zum Grunde

gelegt und als Motto vorangestellt ist. Ueber den Beruf der Verfasserin

zu Schriften der Art noch etwas sagen zu wollen, wäre höchst

überflüssig, da 140 Bände von ihr, mit gleicher Gunst vom Publikum

aufgenommen, wohl zur Genüge für ihr Talent sprechen. Familien, die

es wahrhaft gut mit ihren Kindern meinen, empfehlen wir mit vollster

Ueberzeugung diese ausgezeichnet christlich-moralischen Erzählungen.

-- -- Erste Nahrung für Geist und Herz. Elementar-, Lehr- und Lesebuch zur

Unterhaltung und zum stufenweißen Unterricht der Kinder vom sechsten Jahre

an. Frei nach dem Englischen der =Early Lessons=, von _M. Edgeworth_ für

die deutsche Jugend bearbeitet. 4. Bdch. 8. _Gebunden_. 4 fl. 48 kr. od.

3 Thlr. 4 gr.

Diese vortrefflichen in ihrer Art _einzigen_ Werke, welche im Original

_zehn_ Auflagen erlebten, sind hier zuerst dem deutschen Publikum in

einer freien Bearbeitung aus der Feder einer allgemein bekannten und

mit Recht beliebten Jugendschriftstellerin dargeboten. Was man davon

zu fordern berechtigt ist, sprechen die Titel vollständig aus; der

Verleger aber glaubt in diesen Werken einem lang- und tiefgefühlten

Bedürfnisse abgeholfen zu haben, indem er der deutschen Jugend

Lesebücher bietet, wie sie sie bisher in solcher Gediegenheit noch

nicht besaß. Tiefer, aber immer milder Ernst bei der Erziehung wechselt

mit der geistreichsten und angenehmsten Unterhaltung ab. Unablässig

wird auf Geist und Gemüth, sowie auf zweckmäßige Belehrung hingewirkt,

und besonders auch erhalten sinnige und sorgfältige Eltern und Erzieher

hier Winke, sowohl beim Unterricht, als bei der Menschenbildung, die

sie gewiß mit Dank und Achtung aufnehmen werden. Die hier

gegebenen Bände bilden einen wahren und vollständigen _Haus-_ und

_Familien-Schatz_, der auch in unserm Vaterlande diejenige ehrenvolle

Anerkennung finden wird, die diese Werke bei unsern überseeischen

Nachbarn in so reichlichem Maaße fand, wo man sie fast in jeder

gebildeten, für das Wohl ihrer Kinder wahrhaft besorgten Familie

antrifft.

Damenbibliothek. Aus dem Gebiete der Unterhaltung und des Wissens.

Einheimischen und fremden Quellen entnommen. Den Gebildeten des schönen

Geschlechts gewidmet. Herausgegeben von Hofrath _A. Schreiber_. 16

Bändchen. 8. brosch. 9 fl. 36 kr. od. 6 Thlr. 8 gr.

Die Aufnahme, welche die Damenbibliothek gefunden, war aufmunternd für

den Herausgeber und Verleger, und unbefangene Leser haben anerkannt,

daß die Tendenz dieser Bibliothek nie aus den Augen gelassen

worden, und viele der darin enthaltenen Aufsätze einen nicht blos

vorübergehenden Werth haben. Der in mancher Hinsicht merkwürdige

Chinesische Roman: Die beiden Muhmen, wurden unverstümmelt und in einer

gediegenen Uebersetzung gegeben; die geistreichen Bemerkungen der

Frau von Minutoli über Egypten, die Notizen über das französische

Ritterthum, das Gemälde des französischen Hofes im achtzehnten

Jahrhundert, die Geschichte des Marquis von Posa, die mit allgemeinem

Beifall aufgenommenen Novellen des Herausgebers, die Erzählungen von

Caroline Stille, Amalie Schoppe, die Beiträge von Alednog, Geib, Haug,

Ingemann, Saldagno etc. etc. würden jeder ähnlichen Sammlung

Ehre machen, und man darf überhaupt von den meisten Aufsätzen der

Damen-Bibliothek rühmen, daß sie auch bei wiederholter Lektüre noch ein

frisches lebhaftes Interesse gewähren. Dazu kommt die elegante äußere

Ausstattung, und der geringe Preis, der in der That genau erwogen

und verglichen, ebenso billig ist, als der der berufenen

Zweigroschen-Ausgaben, nur daß hier für 36 kr. auf einmal geboten wird,

was dort in kleinen Gaben erscheint.

#Schreiber, A.#, Sagen aus den Gegenden des Rheins und des Schwarzwaldes.

Zweite sehr vermehrte Auflage. Brosch. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr. -- Derselben

2tr. Bd. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr.

Diese anziehenden Sagen sind in der einfachen schmucklosen Sprache

erzählt -- der einzig wahren für solche geschichtlichen Traditionen

-- deren der Herr Verfasser wie des höhern Styls so mächtig ist. Ein

zweites Bändchen -- längst erwartet und gewünscht, aber verspätet durch

andere literarischen Arbeiten des Herrn Verfassers -- ist im Manuscript

vollendet und wird demnächst erscheinen.

Die _französische_ Ausgabe mit 32 Kupfern, gezeichnet und gestochen von

den besten Meistern. 2te Auflage. Geb. in Futteral 4 fl. 48 kr. od.

3 Thlr. 4 gr.

Der zweite Band allein, schön geb., mit 17 Kupfern 3 fl. oder 2 Thlr.

Die _englische_ Ausgabe mit 33 Kupfern 4 fl. 48 kr. oder 3 Thlr. 4 gr.

Robinson in Australien: Ein Lehr- und Lesebuch für gute Kinder · 第 15 / 16 段