(quecksilber. linda. Dann hassar.)
linda. Aber was haben S denn gmacht? Warum hats denn
keine Dukaten geregnet?
quecksilber. Still! Ich bin froh, daßs keine Schläge geregnet
hat! Zum Tröpfeln hat es schon angfangen. Aber was
nützt das? Ich bin doch ein gschlagner Mann. Die
Falsche hat mir meinen Stock vertauscht.
linda. Es gibt ja noch mehr Stöcke in der Welt, vergessen Sie
sich selbst nicht über Ihren Stock. Sein s lustig.
quecksilber. Was nützen mir jetzt alle Stöcke in dieser Welt!
Alle Weinstöcke, alle Haubenstöcke, alle Hackstöcke,
dieser war der erste!
linda. Nun, so lassen S halt jetzt den ersten Stock gehen, und
wir ziehen uns in zweiten oder in dritten hinauf, so
quecksilber. Ach, du bist noch die einzige treue Seel, die ich
linda. Verlassen Sie sich auf mich, ich gehe mit Ihnen durch,
haben wir eine schönere Aussicht.
hab. Meine Dienerschaft hat mich verlassen.
wann S wollen.
hassar (erscheint an der Tür und horcht). Nun wart, du Katze!
quecksilber. Ich weiß jetzt nichts zu tun, als daß ich mein
goldenes Schiff ins Versatzamt schick, damit wir ein
Reisgeld kriegen.
linda. Aber wie kommen wir denn fort?
quecksilber. Da setzen wir uns zusammen, hängen diesen
bezauberten Schal um, und wo wir uns hinwünschen,
können wir sein.
hassar (für sich). Der Kerl beutelt die Talismane nur aus dem
Ärmel heraus.
linda. Nun, und da bist du so mutlos und willst davonlaufen?
Das ist ja eine Kinderei. Mit dieser Binde wünschst du
dich ins Kabinett der Zoraide, wenn sie allein ist, drohst
sie zu massakrieren, wenn sie dir dein Horn und deinen
Stab nicht zurückgibt, und du wirst sehen, sie bittet dich
noch um Pardon.
hassar. Ein sauberer Plan. Das entdecke ich augenblicklich
meiner Gebieterin. Wart, du Hexe! (Ab.)
quecksilber. Richtig, du hast recht, so gehts prächtig! Und da
wär ich mit meinem Plutzerkopf nicht drauf kommen.
Mädel, du bleibst schon bei mir, und wenn ich wieder
reich bin, so vergold ich dir den Trattnerhof und mach
dirn zum Präsent.
(Duett.)
quecksilber.
O liebes Madel, schau mich an,
Und denke dir, der schöne Mann,
Der Füßchen hat als wie ein Pfau,
Macht dich zu einer gnädgen Frau.
linda.
Dann geb ich täglich Assamblee!
Und meine Schalen zum Kaffee
Die müssen von Brillanten sein,
Und goldne Kipfel tunkt man ein!
quecksilber.
Dann fahren wir mit Roß und Wagen;
Die Pferd laß ich mit Silber bschlagen.
linda.
Ich lad die schönsten Herrn ins Haus.
quecksilber.
Und ich, ich wirf sie wieder naus.
beide.
Die Möbeln sind aus Ebenholz,
Und wir sind beide schrecklich stolz.
Ich steig daher als wie ein Hahn,
Und schau schon gar kein Menschen an.
quecksilber.
Die Binde hier trägt uns mit flüchtigem Sinn
In einem Tag durch die vier Weltteile hin.
linda.
Im Morgenland nehmen das Frühstück wir ein.
quecksilber.
Und ich trink in Grinzing geschwind ein Glas Wein.
linda.
Dann bleibn wir in Holland ein wenig zu Haus.
quecksilber.
Und schaun in Brasilien zum Fenster heraus.
linda.
Des Mittags, da speisen wir beide allein.
quecksilber.
Da kehrn wir beim Sperl in Afrika ein.
linda.
Ein Gfrornes sollt halt auf die Jausen wohl sein?
Da setz ich dich mitten ins Eismeer hinein.
Und wanns zum Soupieren aufn Abend wird kühl?
Da essn wir in Ofen, so friert uns nicht viel.
quecksilber.
linda.
quecksilber.
linda.
Doch gehen wir schlafen,
Das fällt mir nicht ein,
Wo wird unsre Ruhe
Am sichersten sein?
quecksilber.
Das sollst du schon wissen,
Das ist ja bekannt,
Am sichersten ruht man
Im Österreicher-Land.
(Beide ab.)