10. szene

(quecksilber. linda. Dann hassar.)

linda. Aber was haben S’ denn g’macht? Warum hat’s denn

keine Dukaten geregnet?

quecksilber. Still! Ich bin froh, daߒs keine Schläge geregnet

hat! Zum Tröpfeln hat es schon ang’fangen. Aber was

nützt das? Ich bin doch ein g’schlag’ner Mann. Die

Falsche hat mir meinen Stock vertauscht.

linda. Es gibt ja noch mehr Stöcke in der Welt, vergessen Sie

sich selbst nicht über Ihren Stock. Sein s’ lustig.

quecksilber. Was nützen mir jetzt alle Stöcke in dieser Welt!

Alle Weinstöcke, alle Haubenstöcke, alle Hackstöcke,

dieser war der erste!

linda. Nun, so lassen S’ halt jetzt den ersten Stock gehen, und

wir ziehen uns in’ zweiten oder in’ dritten hinauf, so

quecksilber. Ach, du bist noch die einzige treue Seel’, die ich

linda. Verlassen Sie sich auf mich, ich gehe mit Ihnen durch,

haben wir eine schönere Aussicht.

hab’. Meine Dienerschaft hat mich verlassen.

wann S’ wollen.

hassar (erscheint an der Tür und horcht). Nun wart, du Katze!

quecksilber. Ich weiß jetzt nichts zu tun, als daß ich mein

goldenes Schiff ins Versatzamt schick’, damit wir ein

Reis’geld kriegen.

linda. Aber wie kommen wir denn fort?

quecksilber. Da setzen wir uns zusammen, hängen diesen

bezauberten Schal um, und wo wir uns hinwünschen,

können wir sein.

hassar (für sich). Der Kerl beutelt die Talismane nur aus dem

Ärmel heraus.

linda. Nun, und da bist du so mutlos und willst davonlaufen?

Das ist ja eine Kinderei. Mit dieser Binde wünschst du

dich ins Kabinett der Zoraide, wenn sie allein ist, drohst

sie zu massakrieren, wenn sie dir dein Horn und deinen

Stab nicht zurückgibt, und du wirst sehen, sie bittet dich

noch um Pardon.

hassar. Ein sauberer Plan. Das entdecke ich augenblicklich

meiner Gebieterin. Wart, du Hexe! (Ab.)

quecksilber. Richtig, du hast recht, so geht’s prächtig! Und da

wär’ ich mit meinem Plutzerkopf nicht drauf kommen.

Mädel, du bleibst schon bei mir, und wenn ich wieder

reich bin, so vergold’ ich dir den Trattnerhof und mach’

dir’n zum Präsent.

(Duett.)

quecksilber.

O liebes Madel, schau mich an,

Und denke dir, der schöne Mann,

Der Füßchen hat als wie ein Pfau,

Macht dich zu einer gnäd’gen Frau.

linda.

Dann geb’ ich täglich Assamblee!

Und meine Schalen zum Kaffee

Die müssen von Brillanten sein,

Und gold’ne Kipfel tunkt man ein!

quecksilber.

Dann fahren wir mit Roß und Wagen;

Die Pferd’ laß ich mit Silber b’schlagen.

linda.

Ich lad’ die schönsten Herr’n ins Haus.

quecksilber.

Und ich, ich wirf sie wieder ’naus.

beide.

Die Möbeln sind aus Ebenholz,

Und wir sind beide schrecklich stolz.

Ich steig’ daher als wie ein Hahn,

Und schau’ schon gar kein’ Menschen an.

quecksilber.

Die Binde hier trägt uns mit flüchtigem Sinn

In einem Tag durch die vier Weltteile hin.

linda.

Im Morgenland nehmen das Frühstück wir ein.

quecksilber.

Und ich trink’ in Grinzing geschwind ein Glas Wein.

linda.

Dann bleib’n wir in Holland ein wenig zu Haus’.

quecksilber.

Und schau’n in Brasilien zum Fenster heraus.

linda.

Des Mittags, da speisen wir beide allein.

quecksilber.

Da kehr’n wir beim Sperl in Afrika ein.

linda.

Ein G’frornes sollt’ halt auf die Jausen wohl sein?

Da setz’ ich dich mitten ins Eismeer hinein.

Und wann’s zum Soupieren auf’n Abend wird kühl?

Da ess’n wir in Ofen, so friert uns nicht viel.

quecksilber.

linda.

quecksilber.

linda.

Doch gehen wir schlafen,

Das fällt mir nicht ein,

Wo wird unsre Ruhe

Am sichersten sein?

quecksilber.

Das sollst du schon wissen,

Das ist ja bekannt,

Am sichersten ruht man

Im Österreicher-Land.

(Beide ab.)

Der Barometermacher auf der Zauberinsel · 第 32 / 49 题