(Verwandlung. Gemach der Zoraide mit zwei Seitenfenstern, Nacht,
nur von einer Lampe erleuchtet. zoraide und hassar treten ein.)
zoraide. Er hat also gut verstanden? Daß nicht hernach
wieder eine Dummheit herauskommt, wie gewöhnlich,
wenn man Ihm etwas glaubt.
hassar. Nein, meine Gebieterin! Ich schwör es bei meiner
Schönheit, daß ein jedes Wort sich so verhält. Er besitzt
die Zauberbinde und will dich in deinem Gemach
überfallen, um seine Talismane zurückzufordern.
zoraide. Und meine Kammermamsell hat richtig mit ihm eine
Amour?
hassar. Richtig! Sie hat ihn noch zu dieser List beredet.
zoraide. Die Undankbare, ist das mein Lohn? Hab ich ihr
nicht erst zu ihrem Namenstag fünf Gulden und ein
musselinenes Kleid von mir gegeben?
hasar. Richtig! Es ist enorm!
zoraide. Was ich dieser Person getan habe--
hassar. Wenn ich bedenke, die vielen Ohrfeigen, die du ihr
gabst.
zoraide. Ach, das war das wenigste.
hassar. Für mich wäre das das meiste.
zoraide. Die Person wagt es, mir den Rang abzulaufen?
hassar. Mir einen andern vorzuziehen?
zoraide. Bei allen Göttern, das ist zu viel!
hassar. Bei meiner Schönheit, das ist zu viel!
zoraide. Jetzt marschier Er mir hinaus, denn sich mit Ihm
auch noch zu ärgern, das ging mir just noch ab. Fort! Alle
zwei hinaus--Er und seine Schönheit.
hassar (beiseite). Das ist der Neid. Was kann ich dafür, daß die
Natur mich mit diesen Reizen ausgestattet hat. (Will ab.)
zoraide. Halt! Man gebe sogleich Befehl, daß die Wachen im
Vorsaale lauern, und wenn ich rufe, so wird er gepackt
und festgehalten, den Talisman werde ich ihm schon
früher zu entreißen suchen.
(Hassar entfernt sich.)