Hannah Rothschild steht unter dem Napoleon-Bild und sieht in das
Gesicht des Gatten, der eben die Erzählung seiner Abenteuer beendet
hat. Nun liegt etwas Rätselhaftes in seinen Zügen, das sie nie an ihm
gesehen, das sie nicht zu deuten weiß, lichte Kraft und Sicherheit, und
doch auch ein dunkles Geheimnis.
Lächelnd öffnet er eine Schatulle, entnimmt ihr langsam eine
Perlenkette, deren Reiz durch riesige Brillanten, Saphire und Rubine
ins Maßlose erhöht wird, schmückt genießend der Gattin schönen Hals.
Worte des Dankes stammelt die Geblendete. Nathan Rothschild wehrt ab:
»Ka Ursach, ka Ursach! Aber«, er deutet, noch immer lächelnd, nach dem
Bild. »Tu'n erunter nemmen, den dort oben, indem ihn Gott hat schon
niedriger gehängt in die letzten Täg. Tu'n erunter nemmen, sog ich der,
sonst lachen die Leit über dir!«
Da erwacht plötzlich der Geist des alten Barnett Cohen in Hannah. Sie
senkt das schöne Haupt in den Schimmer der Edelsteine, als beuge sie
sich vor dem einzigen Gott ihres Vaters, dem Erfolg.
Dann blickt sie zaghaft zu dem Bilde auf.
Der Rosenkranz ist verwelkt, moderig riechen die kranken sich lösenden
Blätter, mißfärbig sind sie, sie tragen den Tod. Die Rubine, Saphire
und Brillanten aber flammen auf im siegenden Sommerlicht, voll starken,
unvergänglichen Lebens.
Langsam nimmt Frau Hannah Rothschild das Bild von der Wand.