„Er ist früher gereist, auch ich wußte bis heute nichts davon. Na, desto
besser.“
„Nun trifft er eben mit Albert zusammen.“
Veraguths Gesicht verlor den leisen Schimmer von Vergnügtheit und seine
Stimme wurde kalt, als er den Namen seines Sohnes hörte.
„Was ist mit Albert?“ rief er nervös. „Er sollte doch mit seinem Freund
ins Tirol gehen.“
„Ich wollte es dir nicht früher als nötig sagen. Der Freund ist von
Verwandten eingeladen worden und hat auf die Fußreise verzichtet. Albert
kommt mit Beginn seiner Ferien.“
„Und bleibt die ganze Zeit hier?“
„Ich denke, ja. Ich könnte auch ein paar Wochen mit ihm verreisen, aber
das würde unbequem für dich werden.“
„Warum? Ich nähme Pierre zu mir herüber.“
Frau Veraguth zuckte die Achseln.
„Bitte, fange doch damit nicht wieder an! Du weißt, ich kann Pierre
nicht allein hier lassen.“
Der Maler wurde zornig.
„Allein!“ rief er scharf. „Er ist nicht allein, wenn er bei mir ist.“
„Ich kann ihn nicht hier lassen, und ich will es nicht. Es ist unnütz,
nochmals darüber zu streiten.“
„Natürlich, du willst nicht!“
Er schwieg, da Pierre zurückkam, und man ging zu Tische. Zwischen den
beiden entfremdeten Menschen saß der Knabe und wurde von beiden bedient
und unterhalten, wie er es gewohnt war, und sein Vater suchte die
Mahlzeit recht lange hinzuhalten, denn nachher blieb der Kleine bei Mama
und es war zweifelhaft, ob er heute nochmals ins Atelier kommen würde.