~Tödtliche Kopfverletzung durch Fall von einer Treppe.~
Der Fall hatte, ausser dem anatomisch-forensischen, eine Art von
psychologischem Interesse, denn unmittelbar nach Sinnesgenüssen, in
einer Stimmung, die gewiss vollste Lebenslust athmete, also in nicht
gewöhnlich ungeahneter Weise, ereilte den Unglücklichen der Tod. Ein
pensionirter Stabs-Officier, erst 53 Jahre alt, hatte am 1sten des
Monats seine Pensionsrate bezogen, sich alsbald einen Rausch getrunken,
und wollte nun ausser dem _Bacchus_ auch noch der _Venus_ ein Opfer
bringen. Beim Weggange von der -- Priesterin stürzte er die Treppe
hinab, und war in einer Stunde eine Leiche! Wir fanden eine Fissur,
die sich von der Lambda-Nath ab bis in das linke _foramen lacerum_
hinein erstreckte, und auch hier wieder, wie im vorigen Falle, das
ganze grosse und auch das kleine Gehirn mit einer liniendicken
Schicht dunkelvenösen, schon halb coagulirten Blutes überzogen.
Merkwürdig war ein kirschengrosses Extravasat desselben Blutes mitten
im _Pons Varolii_. Im Herzen fand sich in beiden Hälften ziemlich
viel Blut. Der Magen war mit durch Rothwein gefärbtem Speisebrei
angefüllt. Die Harnblase stand über dem Schoossbogen, und war
strotzend voll wasserhellen Urins. Natürlich wurde die erste der drei
Lethalitätsfragen bejaht.
Ausser diesen zehn und den oben erzählten sieben Fällen (Nr. 1., 5.,
9., 11., 12., 14., 20. u. 25.) werden unten (Fall 44 und 45) noch zwei
Fälle von tödtlichen Kopfverletzungen geschildert werden, dergleichen
also zwanzig, folglich der fünfte Theil aller die in diesem Hundert,
vorgekommen sind.