37. Fall.

~Tödtliche Kopfverletzung durch Fall von einer Treppe.~

Der Fall hatte, ausser dem anatomisch-forensischen, eine Art von

psychologischem Interesse, denn unmittelbar nach Sinnesgenüssen, in

einer Stimmung, die gewiss vollste Lebenslust athmete, also in nicht

gewöhnlich ungeahneter Weise, ereilte den Unglücklichen der Tod. Ein

pensionirter Stabs-Officier, erst 53 Jahre alt, hatte am 1sten des

Monats seine Pensionsrate bezogen, sich alsbald einen Rausch getrunken,

und wollte nun ausser dem _Bacchus_ auch noch der _Venus_ ein Opfer

bringen. Beim Weggange von der -- Priesterin stürzte er die Treppe

hinab, und war in einer Stunde eine Leiche! Wir fanden eine Fissur,

die sich von der Lambda-Nath ab bis in das linke _foramen lacerum_

hinein erstreckte, und auch hier wieder, wie im vorigen Falle, das

ganze grosse und auch das kleine Gehirn mit einer liniendicken

Schicht dunkelvenösen, schon halb coagulirten Blutes überzogen.

Merkwürdig war ein kirschengrosses Extravasat desselben Blutes mitten

im _Pons Varolii_. Im Herzen fand sich in beiden Hälften ziemlich

viel Blut. Der Magen war mit durch Rothwein gefärbtem Speisebrei

angefüllt. Die Harnblase stand über dem Schoossbogen, und war

strotzend voll wasserhellen Urins. Natürlich wurde die erste der drei

Lethalitätsfragen bejaht.

Ausser diesen zehn und den oben erzählten sieben Fällen (Nr. 1., 5.,

9., 11., 12., 14., 20. u. 25.) werden unten (Fall 44 und 45) noch zwei

Fälle von tödtlichen Kopfverletzungen geschildert werden, dergleichen

also zwanzig, folglich der fünfte Theil aller die in diesem Hundert,

vorgekommen sind.

Gerichtliche Leichen-Oeffnungen. Zweites Hundert. · 第 45 / 161 题