33. Fall.

~Tödtlicher durchdringender Säbelhieb auf den Kopf.~

Wem ist nicht aus traurig bewegter Zeit das ernste Drohwort eines

berühmten Heerführers in Erinnerung, als er mit seinen Truppen in das

aufständische Berlin einzog, um Zucht und Ordnung wieder herzustellen:

»Die Kugeln sind im Lauf, die Säbel scharf geschliffen«? ~Wie~ scharf

sie geschliffen waren, und was selbst ein Hieb mit dem nur kurzen

preussischen ~Infanterie~-Seitengewehr vermag, lehrte überraschend der

folgende Fall.

Bei einem Excess zwischen Civilisten und Soldaten, der sich in einem

Tabaksladen entsponnen hatte, erhielt ein 42jähriger Arbeiter von

einem Infanteristen mit dessen scharf geschliffenem Säbel einen Hieb

über den Kopf. Dieser Hieb erstreckte sich viertehalb Zoll lang von

der Pfeilnath nach dem linken Scheitelbein, und dieser Knochen war in

der Mitte des Hiebes einen Zoll lang ganz gespalten. Innerlich war

die Glastafel ringsum vielfältig abgesplittert, und die Hirnhäute

gleichfalls einen Zoll lang scharf zerschnitten. An dieser Stelle fand

sich ein wallnussgrosser Hirnabscess, in welchem noch Splitter der

Glastafel lagen. Frische Blutegelstiche in der Oberbauchgegend zeigten,

dass der Verstorbene hier über Schmerzen geklagt haben musste, die

vielleicht im Zusammenhange mit Lebertuberculose gestanden hatten,

welche die Leichenöffnung gleichfalls ergab. Im Uebrigen ist uns vom

Verlauf der Krankheit nach der Verletzung nichts bekannt geworden, da

ein Obductionsbericht später nicht gefordert wurde.

Die Belehrung, welche dieser Fall in Betreff des tödtlichen Werkzeuges

gegeben, influirte sogleich auf die Beurtheilung der ganz ähnlichen

Sachlage im folgenden

Gerichtliche Leichen-Oeffnungen. Zweites Hundert. · 第 40 / 161 题