~Tödtlicher durchdringender Säbelhieb auf den Kopf.~
Wem ist nicht aus traurig bewegter Zeit das ernste Drohwort eines
berühmten Heerführers in Erinnerung, als er mit seinen Truppen in das
aufständische Berlin einzog, um Zucht und Ordnung wieder herzustellen:
»Die Kugeln sind im Lauf, die Säbel scharf geschliffen«? ~Wie~ scharf
sie geschliffen waren, und was selbst ein Hieb mit dem nur kurzen
preussischen ~Infanterie~-Seitengewehr vermag, lehrte überraschend der
folgende Fall.
Bei einem Excess zwischen Civilisten und Soldaten, der sich in einem
Tabaksladen entsponnen hatte, erhielt ein 42jähriger Arbeiter von
einem Infanteristen mit dessen scharf geschliffenem Säbel einen Hieb
über den Kopf. Dieser Hieb erstreckte sich viertehalb Zoll lang von
der Pfeilnath nach dem linken Scheitelbein, und dieser Knochen war in
der Mitte des Hiebes einen Zoll lang ganz gespalten. Innerlich war
die Glastafel ringsum vielfältig abgesplittert, und die Hirnhäute
gleichfalls einen Zoll lang scharf zerschnitten. An dieser Stelle fand
sich ein wallnussgrosser Hirnabscess, in welchem noch Splitter der
Glastafel lagen. Frische Blutegelstiche in der Oberbauchgegend zeigten,
dass der Verstorbene hier über Schmerzen geklagt haben musste, die
vielleicht im Zusammenhange mit Lebertuberculose gestanden hatten,
welche die Leichenöffnung gleichfalls ergab. Im Uebrigen ist uns vom
Verlauf der Krankheit nach der Verletzung nichts bekannt geworden, da
ein Obductionsbericht später nicht gefordert wurde.
Die Belehrung, welche dieser Fall in Betreff des tödtlichen Werkzeuges
gegeben, influirte sogleich auf die Beurtheilung der ganz ähnlichen
Sachlage im folgenden