~Schusswunden in Lunge und Schenkelschlagader.~
Dieser Mensch war gleichsam zweimal erschossen worden. Er hatte eine
Kugel bekommen, die die _arteria cruralis_ am rechten Oberschenkel,
etwa in ihrer Mitte, zerrissen hatte, und ein zweiter Schuss zeigte
sich in einer viergroschengrossen, schwarzroth sugillirten Wunde
am linken _Acromion_, aus welcher das zersplitterte Schlüsselbein
hervorsah. Am obern Rande des linken Schulterblattes war die
Ausgangsstelle dieses Schusses, eine Wunde, wie die beschriebene, nur
kleiner und mit nach aussen gestülpten Rändern. Die Kugel war durch
die Spitze des obern Lappens der Lunge durchgegangen, und hatte den
linken Queerfortsatz vom ersten Brustwirbel abgebrochen, und dessen
Körper zerschmettert. Dabei war es auffallend, dass sich im linken
Pleurasacke ~nur~ drei Unzen (hellflüssiges) Blut fanden, während
man sonst bei penetrirenden Lungenwunden viel erheblichere Blutergüsse
findet, wofür auch schon die obigen Fälle Beweise liefern. Aber es
zeigte sich auch der ganze Leichnam anhämisch, und offenbar war die
tödtliche Verblutung aus der _Cruralis_, und zwar früher, als die aus
der Lungenwunde, erfolgt. Wären die beiden Schüsse in verbrecherischer
Absicht von zwei Thätern dem _denatus_ beigebracht worden, so hätte
der Fall wohl zu interessanten juristischen Deductionen Veranlassung
gegeben, da nach dem Obductionsbefunde der (an sich unzweifelhaft
tödtliche) Schuss in die Brust nicht getödtet ~hatte~, sondern nur
einem bereits tödtlich Verletzten zugefügt worden war. Der letzte