11. Fall.

~Tödtliche Kopf-Schusswunde.~

Bei dem berüchtigten Zeughaussturme am Abend des 14. Juni 1848 waren

von der Bürgerwehr zwei der Eindringlinge, beide aus der niedersten

Hefe des Volkes, erschossen worden. Der Eine -- ein bereits elfmal

bestrafter Dieb (!) -- hatte ~drei~ Schusswunden am Kopfe, eine am

rechten _arcus supraorbitalis_, zerrissen, fast dreieckig, von der

Länge eines Zolls, nach rechts und oben einen halben Zoll davon

entfernt eine zweite, silbergroschengrosse mit gleichfalls zerrissenen

Rändern, und eine dritte von einem Zoll im Durchmesser am _Tuber_ des

rechten Seitenwandbeins, aus welcher ein halbzolllanges Knochenstück

hervorragte. Der ganze Schädel war zertrümmert, und die rechte

Gehirnhemisphäre ganz zerrissen. Wie war dieser seltsame Schuss zu

erklären? Nicht anders, als durch die Annahme eines Doppelschusses aus

einer doppelläufigen Büchse, wobei die Kugeln in das _os parietale_

eingedrungen waren, dann, wie es Doppelschüsse zu thun pflegen, im

Schusskanale ~divergirt~ hatten, und vorn in zwei verschiedenen

Oeffnungen ausgedrungen waren. Diese meine Erklärung bestätigte sich

durch die Untersuchung, welche ergab, dass überhaupt bei der Scene nur

zwei Schüsse gefallen waren, von denen der eine eben diesen Menschen,

der zweite

Gerichtliche Leichen-Oeffnungen. Zweites Hundert. · 第 17 / 161 题