6. Fall.

~Bruch von Halswirbeln, Zerreissung der Luft- und Speiseröhre~,

der eine Reihe der allerfurchtbarsten Verletzungen darbot, wie sie

nicht leicht so vereinigt vorkommen. Ein 30jähriger Knecht war

durch Ueberfahren getödtet worden. Der Hals der Leiche war ringsum,

und ausserdem auch der ganze obere Theil der Brust mit bedeutenden

Sugillationen bedeckt, und man fühlte schon äusserlich Brüche der

Halswirbel und des rechten Schlüsselbeins durch. Es ergab sich (ausser

einem Queerbruch dieser _clavicula_), dass der _Processus odontoideus_

abgebrochen und der _Epistropheus_ vom _Atlas_ getrennt war, so dass

beim Trennen der Weichtheile die Halswirbelsäule sogleich hervordrang.

Aus der Trennungsstelle liess sich das zermalmte Halsrückenmark als

blutiger Brei hervordrücken. Aber ausserdem fanden sich noch Kehlkopf

und Speiseröhre abgerissen, und Ersterer lag in der Brust hinter

dem _Manubrium sterni_, und endlich war noch die rechte _Carotis_

zerrissen. In der Brust lagen in beiden Pleurasäcken Massen von

schwarzen Blutklumpen. Lungen, Herz, Nieren und _Vena cava_ waren

vollkommen blutleer (die Milz um das Fünffache, muthmaasslich in Folge

von kalten Fiebern, vergrössert und indurirt). Die Seitenventrikeln

enthielten dickflüssiges Blut, womit auch das kleine Gehirn überzogen

war. Ohne Zweifel waren in diesem Falle die Wagenräder über den

Hals und den obern Theil der Brust weggegangen und hatten so diese

furchtbaren Zerstörungen bewirkt.

Gerichtliche Leichen-Oeffnungen. Zweites Hundert. · 第 10 / 161 题