~Ruptur des Gehirns.~
Wir werden auch in dieser Centurie ausser dem soeben Erzählten Beläge
für die Richtigkeit meiner früheren Behauptung finden, dass man in
Leichen sehr oft die allererheblichsten innern, ohne irgend eine Spur
einer äusserlich sichtbaren Verletzung findet. Gleich dieser Fall
bot ein abermaliges Beispiel (vergl. Fall 4, 36, 38 und 39). Ein 65
Jahre alter Schneider war durch Ueberfahren getödtet worden. Die ganze
Leiche nicht nur, sondern namentlich auch der Kopf, boten nicht das
geringste von der Norm Abweichende dar. Und dennoch fand sich eine
Fissur vom Ende der Pfeilnath bis zur Mitte des Schuppentheils des
linken Schlafbeins, und darunter auf der Gehirnhemisphäre lagen drei
Loth schwarzen, geronnenen Blutes. Unter demselben fand sich endlich
noch der ~sehr seltene~ Befund einer (Zoll langen) klaffenden ~Ruptur
des Gehirns~, die mit zwei Unzen eben solchen Blutes ganz ausgestopft
war. Ich erinnere mich nicht, bei Hunderten von Leichenöffnungen noch
einen zweiten Fall von Riss in das Gehirn gesehen zu haben. Dass
derselbe, wie alle Organrupturen, eine höchst erhebliche äussere Gewalt
voraussetzt, ist bekannt, denn ~gesunde~ Organe reissen überhaupt nur
in Folge einer solchen. -- Der Getödtete in diesem Falle hatte noch
sieben Stunden gelebt, und es waren ihm noch blutige Schröpfköpfe in
den Nacken gesetzt worden, wie die Leiche ergab. Das Gutachten konnte
natürlich ebenso wenig zweifelhaft sein, als im folgenden