~Ruptur der Leber.~
~Leberrisse kommen fast in allen Fällen nur als Längenrisse vor~,
entweder so, dass die Ruptur sich im rechten oder linken Lappen, oder
in deren Mitte befindet, und gewöhnlich den Lappen seiner ganzen Länge
nach trennt, oder in der Art, wie wir es aber nur einige Male gesehen,
dass in beiden Lappen sich mehrere kleinere Längenrisse zeigen; sehr
selten werden Queerrisse beobachtet. Eine ganz eigenthümliche Form
einer Leberruptur aber fand sich bei einem drittehalbjährigen durch
Ueberfahren getödteten Knaben, der noch eine halbe Stunde gelebt hatte.
Von der Mitte des Unterleibes bis zu dem dritten Lendenwirbel rechts
hinüber erstreckte sich ein, einen halben Zoll breiter, rothbrauner,
pergamentartig zu schneidender Streifen. Im Bauche fanden sich vier
Unzen dunkelflüssigen Blutes ergossen, das aus einem Risse der Leber
geflossen, die so eingerissen war, dass der ganze Rand des rechten
Leberlappens wie von Thieren zernagt erschien. Auch die Duplicaturen
des Bauchfells in der Beckenhöhle waren stark sugillirt. Dagegen war
natürlich Anhämie im ganzen übrigen Körper vorhanden. Die _Vena cava_
war leer, ganz leer das Herz, die Lungen wegen der fast völligen
Blutleere weissgrau von Farbe. Nichts desto weniger waren die Venen der
_pia mater_ auch in diesem Falle, wie in so vielen früheren[3], recht
stark gefüllt. Hieran reiht sich der pikante