ROSMER. Auch dazu wird Rat. Sobald wir Ihre Adresse wissen, schicken wir
Ihnen die Sachen.
BRENDEL. Unter keinen Umständen. Meinethalb keine besondre Mühe! Ich
nehme die Bagatellen gleich mit.
ROSMER. Gut gut. So kommen Sie mit mir hinauf.
REBEKKA. Lassen Sie mich gehn. Frau Hilseth und ich wollen das schon
besorgen.
BRENDEL. Niemals gestatt ich, daß diese distinguierte Dame --!
REBEKKA. Ach was! Kommen Sie nur, Herr Brendel.
(Sie geht rechts hinaus.)
ROSMER (hält ihn zurück). Sagen Sie mal, kann ich sonst nichts für Sie
tun?
BRENDEL. Ich weiß wahrhaftig nicht was. Donnerwetter -- ja da fällts mir
ein --! Johannes, -- hast du zufällig acht Kronen in der Tasche?
ROSMER. Wollen mal sehn. (Öffnet das Portemonnaie.) Hier sind zwei
Zehnkronenscheine.
BRENDEL. Ja ja, das macht nichts. Ich nehm sie. Kriege sie in der Stadt
schon gewechselt. Vorläufig meinen Dank. Vergiß nicht, es waren zwei
Zehner, die du mir geliehen hast. Gute Nacht, mein einziger lieber
Junge! Gute Nacht, hochedler Herr!
(Er geht nach rechts, wo ROSMER Abschied von ihm nimmt und die Tür
hinter ihm schliesst.)
KROLL. Barmherziger Gott, -- das also war jener Ulrich Brendel, von dem
einst die Leute glaubten, er würde noch mal ein großer Mann!
ROSMER (ruhig). Jedenfalls hat er den Mut gehabt, das Leben nach seinem
eignen Sinn zu leben. Mir scheint, das ist nicht wenig.
KROLL. Was! Solch ein Leben wie dieses! Ich glaube fast, er wäre fähig,
dir noch mal den Kopf zu verdrehen.
ROSMER. Ach nein. Jetzt bin ich in jeder Beziehung mit mir im reinen.
KROLL. Gott geb es, lieber Rosmer. Denn du bist so außerordentlich
empfänglich für fremde Eindrücke.
ROSMER. Setzen wir uns. Ich hab mit dir zu reden.