Diese ganze Zeit über brachte Wilhelm Tag und Nacht an ihrem Lager zu.

Das kleine Bett, auf dem er schlief, wenn er im Felde war, wurde im

Vorzimmer für ihn aufgeschlagen, aber er legte sich nur selten darauf.

Der Anblick seines Kummers, schrieb der holländische Gesandte, müsse

auch das gefühlloseste Herz rühren. Nichts schien mehr von dem Manne

übrig zu sein, dessen heitere Standhaftigkeit an dem unglücklichen Tage

von Landen alte Soldaten und in der schauerlichen Nacht zwischen den

Eisschollen und Sandbänken der Küste von Goren alte Seeleute in

Erstaunen gesetzt hatte. Selbst die Dienerschaft sah die Thränen

unaufhaltsam über das Antlitz herabrollen, dessen ernste Ruhe nur selten

durch einen Triumph oder durch eine Niederlage gestört worden war.

Mehrere Prälaten waren anwesend. Der König zog Burnet auf die Seite und

machte seinem Schmerze gegen ihn Luft. »Es ist keine Hoffnung,« rief er

aus. »Ich war der glücklichste Mann auf Erben; jetzt bin ich der

unglücklichste. Sie hatte keinen Fehler, keinen; Sie kannten sie genau;

aber ihre Herzensgüte kannten Sie nicht, die kannte Niemand als ich.«

Tenison übernahm es ihr zu sagen, daß sie sterben müsse. Er fürchtete,

daß eine solche Mittheilung ohne gehörige Vorbereitung sie heftig

erschüttern werde, und er ging daher mit großer Schonung zu Werke. Aber

sie errieth bald was er meinte und ergab sich mit dem edlen weiblichen

Muthe, der so oft unsre Unerschrockenheit beschämt, in den Willen

Gottes. Sie ließ sich ein kleines Kästchen bringen, in welchem sie ihre

wichtigsten Papiere verschlossen hatte, befahl daß es sogleich nach

ihrem Tode dem Könige eingehändigt werden solle, und riß sich dann von

allen irdischen Sorgen los. Sie genoß das heilige Abendmahl und sprach

die auf sie kommenden Worte mit ungeschwächtem Gedächtniß und

Bewußtsein, wenn auch mit leiser Stimme. Sie bemerkte, daß Tenison lange

an ihrem Bett gestanden hatte und stammelte mit der ihr eigenen

liebenswürdigen Artigkeit die Bitte, daß er sich niedersetzen möchte,

und wiederholte dieselbe, bis er ihr nachkam. Nachdem sie das Sakrament

empfangen, nahm ihre Schwäche rasch zu und sie stammelte nur noch

abgebrochene Worte. Zweimal versuchte sie es, von dem Manne Abschied zu

nehmen, den sie so innig und ausschließlich geliebt hatte; aber sie

konnte nicht mehr sprechen. Er hatte eine Reihe so beunruhigender

Zufälle, daß seine Staatsräthe, die in einem anstoßenden Gemache

versammelt waren, für seinen Verstand und für sein Leben fürchteten. Der

Herzog von Leeds wagte es auf Ersuchen seiner Collegen die

freundschaftliche Fürsorge zu übernehmen, deren durch Kummer zerrüttete

Gemüther bedürfen. Wenige Minuten vor dem Hinscheiden der Königin wurde

Wilhelm fast bewußtlos aus dem Krankenzimmer getragen.

Marie starb in Frieden mit Anne. Ehe die Aerzte die Krankheit für

hoffnungslos erklärten, hatte die Prinzessin, deren Gesundheit damals

sehr delikat war, sich freundlich erkundigen lassen, und Marie hatte

freundlich geantwortet. Die Prinzessin hatte sich dann erboten, selbst

zu kommen, aber Wilhelm hatte dieses Erbieten mit herzlichen Worten

abgelehnt. Das Aufregende einer Unterredung, sagte er, würde beiden

Schwestern zu nachtheilig sein. Sobald jedoch eine günstige Wendung

einträte, würde Ihre königliche Hoheit in Kensington höchst willkommen

sein. Wenige Stunden später war Alles vorbei.[133]

Die öffentliche Theilnahme war groß und allgemein. Denn Mariens

tadelloser Wandel, ihre große Mildthätigkeit und ihre einnehmenden

Manieren hatten ihr die Herzen ihres Volks gewonnen. Die Gemeinen

verharrten in ihrer nächsten Sitzung einige Zeit in tiefem

Stillschweigen. Endlich wurde beantragt und beschlossen, daß dem Könige

eine Condolenzadresse überreicht werden solle, und dann trennte sich das

Haus wieder, ohne zu weiteren Geschäften überzugehen. Der holländische

Gesandte schrieb an die Generalstaaten, daß viele Mitglieder ihre

Taschentücher vor den Augen gehabt hätten. Die Menge der betrübten

Gesichter, die man auf der Straße sah, fiel jedem Beobachter auf. Die

Trauer war allgemeiner als selbst die Trauer um Karl II. gewesen war.

Am ersten Sonntage nach dem Ableben der Königin wurde in fast jeder

Kirche der Hauptstadt und in fast jeder großen Versammlung von

Nonconformisten ihr Gedächtniß gefeiert.[134]

Die achtungswertheren Jakobiten ehrten Wilhelm's Schmerz und Mariens

Andenken. Den heftigeren Zeloten der Partei aber war weder das Haus der

Trauer noch das Grab heilig. In Bristol läuteten die Anhänger Sir John

Knight's die Glocken, wie zur Feier eines Sieges.[135] Es ist oft

erzählt worden und klingt durchaus nicht unwahrscheinlich, daß ein

eidverweigernder Geistlicher inmitten der allgemeinen Trauer über den

Text gepredigt habe: »Besehet doch die Verfluchte und begrabet sie, denn

sie ist eines Königs Tochter.« Es ist erwiesen, daß einige der

abgesetzten Priester sie bis ans Grab mit Schmähungen verfolgten. Ihr

Tod, sagten sie, sei offenbar eine Strafe für ihr Verbrechen. Gott habe,

vom Gipfel des Sinai unter Donner und Blitz den Kindern, die ihre Eltern

ehren würden, langes Leben versprochen, und in diesem Versprechen liege

augenscheinlich eine Drohung. Welcher Vater sei jemals von seinen

Töchtern so schändlich behandelt worden wie Jakob von Marien und Anna?

Marie sei in der Blüthe des Lebens, in der Fülle der Schönheit, auf dem

Gipfel des Glücks dahingerafft worden, und Anna werde wohl thun, diese

Warnung zu benutzen. Wagstaffe ging noch weiter und sprach ein Langes

und Breites über gewisse sonderbare Zeitcoincidenzen. Jakob sei in der

Weihnachtswoche aus seinem Palaste und seinem Lande vertrieben worden.

Marie sei in der Weihnachtswoche gestorben. Es könne keinem Zweifel

unterliegen, daß, wenn wir die Geheimnisse der Vorsehung zu ergründen

vermöchten, wir finden würden, daß die Wendung in der Krankheit der

Tochter im December 1694 in genauer Analogie mit der Wendung in dem

Schicksale des Vaters im December 1688 stände. Um Mitternacht sei der

Vater von Rochester geflohen; um Mitternacht sei die Tochter gestorben.

Solcher Art war die Tiefe und der Scharfsinn eines Schriftstellers, den

die jakobitischen Schismatiker mit Recht als eines ihrer talentvollsten

Häupter betrachteten.[136]

Die Whigs hatten bald eine Gelegenheit, sich zu revangiren. Triumphirend

erzählten sie, daß ein Stadtschreiber, ein starrer Anhänger des

erblichen Rechts, während er über die Strafe, welche die Königin ereilt

habe, frohlockte, selbst plötzlich todt zu Boden gesunken sei.[137]

[_Mariens Leichenbegängniß._] Des Leichenbegängnisses erinnerte man sich

lange als des traurigsten und feierlichsten, das Westminster je gesehen.

Während die irdische Hülle der Königin in Whitehall auf dem Paradebette

lag, waren die benachbarten Straßen von Sonnenaufgang bis

Sonnenuntergang mit Menschenmassen angefüllt, welche allen

Geschäftsverkehr unmöglich machten. Die beiden Häuser mit ihren Sceptern

folgten der Bahre, die Lords in Scharlach und Hermelin, die Gemeinen in

langen schwarzen Mänteln. Noch nie war ein Souverain vom Parlamente zum

Grabe geleitet worden, denn bisher war das Parlament immer mit dem

Souverain erloschen. Man hatte zwar eine Schrift verbreitet, in der ein

unbedeutender scharfzungiger Rabulist seine Logik anwendete, um den

Beweis zu führen, daß Ausschreiben, welche unter den vereinten Namen

Wilhelm's und Mariens erlassen seien, keine Gültigkeit mehr haben

könnten, sobald Wilhelm allein regierte. Aber diese erbärmliche

Sophisterei hatte ihre Wirkung gänzlich verfehlt. Sie war im Unterhause

gar nicht, und im Oberhause nur erwähnt worden, um mit Verachtung

verworfen zu werden. Die gesammte Magistratur der City schloß sich dem

Zuge an. Die Banner England's und Frankreich's, Schottland's und

Irland's wurden von vornehmen Edelleuten vor dem Sarge her getragen. Die

Zipfel des Leichentuches trugen die Oberhäupter der berühmten Häuser

Howard, Seymour, Grey und Stanley. Auf dem prachtvollen Sarge von Purpur

und Gold lagen Krone und Scepter des Reichs. Der Tag war ganz geeignet

für eine solche Feierlichkeit. Der Himmel war dunkel und trübe und

einige Schneeflocken fielen auf die schwarzen Federn des Leichenwagens.

In der Abtei strahlten Schiff, Chor und Transept von zahllosen

Wachskerzen. Die Leiche wurde unter einem prächtigen Thronhimmel im

Mittelpunkte der Kirche abgesetzt, während der Primas predigte. Der

erste Theil seines Vortrags war durch pedantische Abtheilungen und

Unterabtheilungen verunziert; gegen den Schluß hin aber erzählte er was

er selbst gesehen und gehört mit einer Einfachheit und einem Ernste,

welche ergreifender waren, als die kunstvollste Rhetorik es hätte sein

können. Während der ganzen Ceremonie hörte man von Minute zu Minute den

entfernten Kanonendonner von den Batterien des Tower. Die holde Königin

ruht unter ihren erlauchten Verwandten im südlichen Flügel der Kapelle

Heinrich's VII.[138]

[_Gründung des Greenwich-Hospitals._] Die Liebe, mit der ihr Gemahl ihr

Andenken feierte, wurde bald durch das prächtigste Denkmal bethätigt,

das je einem Herrscher errichtet worden ist. Kein Plan war so ganz von

ihr ausgegangen und hatte ihr so sehr am Herzen gelegen als der, den

Palast zu Greenwich in ein Asyl für Seeleute zu verwandeln. Die Idee war

in ihr aufgestiegen, als sie sah, wie schwer es hielt, den Tausenden von

Tapferen, welche nach der Schlacht von La Hogue verwundet nach England

zurückkehrten, ein gutes Obdach und gute Pflege zu verschaffen. Zu ihren

Lebzeiten war so gut wie nichts für die Verwirklichung ihres

Lieblingsplanes gethan worden. Aber es war als ob ihr Gemahl, sobald er

sie verloren, sich wegen der Nichtachtung ihrer Wünsche Vorwürfe gemacht

hätte. Es wurde keine Zeit mehr verloren. Man entwarf einen Bauplan, und

bald erhob sich am Ufer der Themse ein Gebäude, das das Asyl, welches

der prachtliebende Ludwig für seine Soldaten errichtet, bei weitem

übertraf. Wer die Inschrift rund um den Fries der Halle liest, wird

bemerken, daß Wilhelm keinen Theil von dem Verdienste des Plans für sich

beansprucht und daß er dasselbe lediglich Marien überläßt. Hätte der

König bis zur Vollendung des Bauwerks gelebt, so würde die Statue der

Frau, welche die eigentliche Gründerin der Anstalt war, in dem Hofe, der

den Massen, welche beständig den majestätischen Strom auf und ab fahren,

zwei hohe Kuppeln und zwei geschmackvolle Säulengänge zeigt, einen ins

Auge fallenden Platz erhalten haben. Doch dieser Theil des Planes kam

nicht zur Ausführung, und nur Wenige von Denen, welche jetzt das

großartigste aller Hospitäler Europa's betrachten, wissen, daß es ein

Erinnerungszeichen der Tugenden der Königin Marie, der Liebe und der

Trauer Wilhelm's und des großen Sieges von La Hogue ist.

Fußnoten.

[1] +Life of James, II. 497.+

[2] +Hamilton's Zeneyde.+

[3] +A View of the Court of St. Germains from the Year 1690 to

1695, 1696; Ratio Ultima, 1697.+ In den +Nairne Papers+ befindet sich

ein Brief, in welchem den eidverweigernden Bischöfen befohlen wird,

einen protestantischen Geistlichen nach Saint-Germains zu schicken.

Diesem Briefe wurde schleunigst ein andrer nachgesandt, der den Befehl

widerrief. Beide Briefe findet man in Macpherson's Sammlung. Sie sind

beide vom 16. Oct. 1693 datirt. Ich vermuthe, daß der erste nach dem

neuen Style, der zweite nach dem alten Style datirt war.

[4] +Ratio Ultima; History of the late Parliament, 1699.+

[5] +View of the Court of St. Germains from 1690 to 1695.+ Daß

Dunfermline sehr schlecht behandelt wurde, geht selbst aus den Memoiren

Dundee's, 1714, klar hervor.

[6] Noch im Jahre 1690 machte das Conclave der Jakobitenhäupter, das

Preston seine Instructionen gab, Jakob nachdrückliche Vorstellungen

über diesen Gegenstand. »Er muß die Bigotterie von Saint-Germains

verwerfen und ihren Sinn dahin lenken, daß sie auf die Mittel denken,

von denen sich am ehesten erwarten läßt, daß die Nation dadurch

gewonnen wird. Denn täglich geschieht dort dies und jenes, was zu

unsrer Kenntniß kommt, wodurch die Erfüllung ihrer sehnlichen Wünsche

verzögert wird.« Siehe auch +A Short and True Relation of Intrigues

transacted both at Home and Abroad to restore the late King James,

1694.+

[7] +View of the Court of St. Germains.+ Die in diesem Werke gegebene

Darstellung wird durch eine wichtige Schrift bestätigt, die sich unter

den Nairne'schen Manuscripten befindet. Einige von den Oberhäuptern der

jakobitischen Partei in England richteten eine Vorstellung an Jakob,

worin eine Stelle folgendermaßen lautet: »Sie bitten, daß Eure Majestät

geruhen möge, den Kanzler von England in Ihren Staatsrath aufzunehmen;

Ihre Feinde haben Vortheil davon, daß er nicht darin ist.« Jakob's

Antwort ist ausweichend: »Der König wird bei jeder Gelegenheit bereit

sein, die gerechte Werthschätzung und Achtung zu bekunden, die er

seinem Lordkanzler zollt.«

[8] +A Short and True Relation of Intrigues, 1694.+

[9] Siehe den Aufsatz mit der Ueberschrift: »Für meinen Sohn, den

Prinzen von Wales, 1692.« Er ist am Schlusse des +Life of James+

abgedruckt.

[10] Burnet +I+. 683.

[11] Ueber diesen Ministerwechsel in Saint-Germains sehe man die höchst

interessante aber sehr verworrene Erzählung im »Leben Jakob's«, +II+.

498-515; Burnet +II+. 219; +Mémoires de Saint-Simon; A French Conquest

neither desirable nor practicable;+ und die aus den +Nairne Papers+ von

Macpherson abgedruckten Briefe.

[12] +Life of James, II. 509.+ Bossuet's Ansicht findet man im Appendix

zu Mazure's Geschichte. Der Bischof faßt seine Argumente folgendermaßen

zusammen: +»Je dirai donc volontiers, aux Catholiques, s'il y en a qui

n'approuvent point la déclaration dont il s'agit; Noli esse justus

multum; neque plus sapias quam necesse est, ne obstupescas.«+ Im »Leben

Jakobs« wird behauptet, daß die französischen Doctoren andrer Meinung

geworden seien und daß Bossuet, obgleich er länger ausgehalten als die

Uebrigen, endlich auch eingesehen, daß er im Irrthum gewesen, sich aber

nicht habe entschließen können, förmlich zu widerrufen. Ich habe eine

viel zu hohe Meinung von Bossuet's Verstande, als daß ich dies glauben

könnte.

[13] +Life of James, II. 505.+

[14] +»En fin celle cy -- j'entends la déclaration -- n'est que

pour rentrer; et l'on peut beaucoup mieux disputer des affaires des

Catholiques à Whythall qu'à Saint Germain.«+ Mazure, Anhang.

[15] Baden an die Generalstaaten, 2. (12.) Juni 1693. Viertausend noch

feuchte Exemplare wurden in diesem Hause gefunden.

[16] Baden's Briefe an die Generalstaaten vom Mai und Juni 1693.

+An Answer to the late King James's Declaration published at Saint

Germains, 1693.+

[17] +Life of James, II. 514.+ Ich kann nicht glauben, daß Ken zu Denen

gehörte, welche die Erklärung von 1693 als zu mild tadelten.

[18] Unter den +Nairne Papers+ befindet sich ein Brief, den Middleton

bei dieser Gelegenheit an Macarthy schrieb, welcher damals in

Deutschland diente. Middleton bemüht sich, Macarthy zu beschwichtigen

und ihn zur Beschwichtigung Anderer zu bewegen. Kein Staatsminister

hat je etwas Falscheres geschrieben. »Der König,« sagt der Sekretär,

»verspricht in der vorerwähnten Erklärung, die Vertheilung des

Grundeigenthums wieder in den vorigen Stand zu setzen, zu gleicher Zeit

aber erklärt er, daß er alle Diejenigen, welche darunter leiden, durch

Aequivalente entschädigen werde.« Jakob erklärte jedoch keineswegs, daß

er irgend Jemanden entschädigen wolle, sondern nur, daß er mit seinem

Parlamente über den Gegenstand zu Rathe gehen werde. Ferner erklärte

er nicht, daß er über die Entschädigung Aller, welche darunter leiden

könnten, sondern nur Derjenigen, die ihn bis zuletzt begleitet hätten,

mit dem Parlamente zu Rathe gehen werde. Und endlich sagte er nichts

von Aequivalenten. Die Idee, Jedermann, der unter der Ansiedlungsacte

litt, ein Aequivalent zu geben, mit anderen Worten, ein Aequivalent

für das Freilehen des halben Grund und Bodens von Irland zu geben,

war offenbar absurd. Middleton's Brief befindet sich in Macpherson's

Sammlung. Ich will ein Beispiel von der Sprache geben, welche die

Whigs bei dieser Gelegenheit führten. »Die Katholiken Irland's,«

sagt ein Schriftsteller, »weichen zwar im Punkte des Interesses wie

des Bekenntnisses von uns ab, aber man muß ihnen die Gerechtigkeit

widerfahren lassen, daß sie, wenn auch nicht von uns, so doch von

dem vorigen Könige Gutes verdient haben, und daß der vorige König

sie verließ und ausschloß, ist ein Beispiel von so ungewöhnlicher

Undankbarkeit, daß die Protestanten nicht verpflichtet sind, zu einem

Fürsten zu halten, der seine eigne Partei und ein Volk im Stiche

läßt, das ihm und seinen Interessen bis zum letzten Augenblicke treu

geblieben ist.« -- +A short and true Relation of the Intrigues etc.

1694.+

[19] Das Stiftungsdecret wurde vom Pariser Parlamente am 10. April 1693

einregistrirt.

[20] Der Brief ist vom 19. April 1693. Er befindet sich unter den

Nairne'schen Manuscripten und wurde von Macpherson abgedruckt.

[21] +»Il ne me plait nullement que M. Middleton est allé en France.

Ce n'est pas un homme qui voudrait faire un tel pas sans quelque

chose d'importance, et de bien concerté sur quoy j'ay fait beaucoup de

reflections que je reserve à vous dire a vostre heureuse arrivée.«+ --

Wilhelm an Portland von Loo, 18. (28.) April 1693.

[22] Die beste Schilderung von Wilhelm's damaligen Mühen und

Besorgnissen findet man in seinen Briefen an Heinsius, besonders in

denen vom 1., 9. und 30. Mai 1693.

[23] Er spricht sehr niedergeschlagen in seinem Briefe an Heinsius vom

30. Mai. Saint Simon sagt: +»On a su depuis que le Prince d'Orange

écrivit plusieurs fois au prince de Vaudemont, son ami intime, qu'il

était perdu et qu'il n'y avait que par un miracle qu'il put échapper.«+

[24] Saint-Simon; Monthly Mercury, Juni 1693. Burnet +II+. 111.

[25] +Mémoires de Saint-Simon;+ Burnet +I+. 404.

[26] Wilhelm an Heinsius, 7. (17.) Juli 1693.

[27] Saint-Simon's Worte sind bemerkenswerth: +»Leur cavalerie,«+

sagt er, +»y fit d'abord plier les troupes d'élite jusqu'alors

invincibles.«+ Er setzt hinzu: +»Les gardes du Prince d'Orange, ceux de

M. de Vaudemont, et deux regimens anglais en eurent l'honneur.«+

[28] Berwick; Saint-Simon; Burnet +I+. 112. 113; Feuquières; London

Gazette vom 27. und 31. Juli und 3. August 1693; französischer

officieller Bericht; Bericht, den der König von Großbritannien an Ihre

Hochmögenden sandte, vom 2. August 1693; Auszug aus einem Briefe vom

Adjutanten der Gardedragoner des Königs von England vom 1. August;

Dykvelt's Brief an die Generalstaaten, datirt vom 30. Juli Nachmittags.

Die letzten vier Piecen findet man in dem Monthly Mercury vom Juli und

August 1693. Siehe auch die +History of the last Campain in the Spanish

Netherlands, by Edward D'Auverquerque,+ dem Herzog von Ormond gewidmet,

1693. Die Franzosen ließen Wilhelm Gerechtigkeit widerfahren. +»Le

prince d'Orange,«+ schrieb Racine an Boileau, +»pensa être pris après

avoir fait des merveilles.«+ Siehe ferner die glühende Schilderung von

Sterne, der wahrscheinlich noch oftmals von alten Soldaten die Schlacht

hatte durchkämpfen hören. Bei dieser Gelegenheit blieb der Corporal

Trim verwundet auf dem Schlachtfelde liegen und wurde von der Beguine

gepflegt.

[29] Brief von Lord Perth an seine Schwester vom 17. Juni 1694.

[30] Saint-Simon erwähnt den gegen den Marschall ausgesprochenen Tadel.

Feuquières, der ein sehr competenter Richter war, sagt uns, Luxemburg

sei mit Unrecht getadelt worden und die französische Armee sei wirklich

durch ihre Verluste zu sehr geschwächt gewesen, um ihren Sieg benutzen

zu können.

[31] Die Angabe dessen was geschehen sein würde, wenn Luxemburg die

Macht und den Willen gehabt hätte, seinen Sieg zu benutzen, habe ich

einer wie es scheint sehr männlichen und verständigen Rede entnommen,

welche Talmash am nächsten 11. December im Hause der Gemeinen hielt.

Siehe Grey's +Debates+.

[32] Wilhelm an Heinsius vom 20. (30.) Juli 1693.

[33] Wilhelm an Portland, 21. (31.) Juli 1693.

[34] London Gazette vom 24. April und 15. Mai 1693.

[35] +Burchett's Memoirs of Transactions at Sea;+ Burnet +II+. 114,

115, 116; London Gazette vom 17. Juli 1693; Monthly Mercury vom Juli;

Brief aus Cadix vom 4. Juli.

[36] +Narcissus Luttrell's Diary;+ Baden an die Generalstaaten,

14. (24.) Juli, 25. Juli (4. Aug.). Unter den Tanner'schen Manuscripten

in der Bodlejanischen Bibliothek befinden sich Briefe, welche die

Aufregung in der City schildern. »Ich wünsche,« sagt einer von

Sancroft's jakobitischen Correspondenten, »daß er uns die Augen öffnen

und unsre Ansicht ändern möge. Aber nach den Berichten, die ich

gesehen habe, verließ die Türkei-Compagnie vollkommen befriedigt und

aufgeheitert die Königin und den Staatsrath.«

[37] London Gazette vom 21. Aug. 1693; L'Hermitage an die

Generalstaaten, 28. Juli (7. Aug.). Da ich in diesem und den folgenden

Kapiteln die Depeschen L'Hermitage's häufig benutzen werde, so wird es

passend sein, etwas über ihn zu sagen. Er war ein französischer Refugié

und lebte als Agent der Waldenser in London. Einige seiner

Beschäftigungen hatte darin bestanden, Heinsius Neuigkeitsbriefe zu

senden. Einige interessante Auszüge aus diesen Neuigkeitsbriefen findet

man in dem Werke des Barons Sirtema de Grovestins. Wahrscheinlich auf

Anrathen des Großpensionairs forderten die Generalstaaten durch einen

vom 24. Juli (3. Aug.) 1693 datirten Beschluß L'Hermitage auf,

Nachrichten über das was in England vorging zu sammeln und ihnen zu

übersenden. Seine Briefe sind reich an interessanten und werthvollen

Mittheilungen, die man sonst nirgends findet. Von ganz besonderem Werthe

sind seine Berichte über die Parlamentsverhandlungen, und dies scheinen

auch seine Vorgesetzten wohl erkannt zu haben.

Abschriften von den Depeschen L'Hermitage's und überhaupt aller

Gesandten und Agenten, welche die Generalstaaten seit den Zeiten der

Königin Elisabeth in England unterhielten, befinden sich jetzt in

der Bibliothek des britischen Museums oder werden sich bald daselbst

befinden. Diesen werthvollen Zuwachs zu dem großen Nationalmagazin

des Wissens verdankt das Land hauptsächlich Lord Palmerston. Es

würde jedoch Unrecht sein, wenn ich nicht hinzusetzte, daß seine

Anweisungen von dem verstorbenen Sir Eduard Disbrowe unter der

gefälligen Mitwirkung der gelehrten Männer, deren Obhut die herrliche

Archivensammlung im Haag anvertraut ist, mit größtem Eifer ausgeführt

wurden.

[38] +Little Hooknose+. Spottname des Königs. -- Der Uebers.

[39] Es ist auffällig, daß die Anklageschrift nicht in Howell's +State

Trials+ aufgenommen wurde. Die mir vorliegende Abschrift war für Sir

James Mackintosh angefertigt.

[40] Der größte Theil der auf uns gekommenen Aufschlüsse über

Anderton's Prozeß findet sich in Howell's +State Trials+.

[41] Die +Remarks+ existiren noch und sind lesenswerth.

[42] +Narcissus Luttrell's Diary.+

[43] +Ibid.+

[44] Es existirt noch ein Flugblatt, an »alle Herren Seeleute, die

ihres Lebens müde sind,« gerichtet, so wie eine Ballade, welche den

König und die Königin der Grausamkeit gegen die Seeleute beschuldigt:

»Für Räuber, Diebe und so fort

Hört täglich man das Gnadenwort,

Für arme Schiffer, deren Hand

Sie schützt in ihres Vaters Land,

Ist jede Gnade unbekannt.«

Narcissus Luttrell beschreibt die Scene in Whitehall.

[45] L'Hermitage, 5. (15.) Sept. 1693. +Narcissus Luttrell's Diary.+

[46] +Narcissus Luttrell's Diary.+

[47] +Narcissus Luttrell's Diary.+ In einem damals unter dem Titel:

+»A Dialogue between Whig and Tory«+ erschienenen Pamphlet spielt der

Whig auf »die öffentlichen Ungebührlichkeiten in Bath in Folge der

letzten Niederlage in Flandern« an. Der Tory antwortet: »Ich weiß nicht

was einige hitzköpfige Trunkenbolde in Bath oder anderwärts gesagt

oder gethan haben mögen.« In der Folioausgabe der +Collection of State

Tracts+ ist irrthümlich gesagt, dieser +Dialogue+ sei um den November

1692 gedruckt worden.

[48] Der Aufsatz, den ich anführe, befindet sich unter den Nairne'schen

Manuscripten und ist in Mackpherson's Sammlung nachzulesen. Der

vortreffliche Schriftsteller Mr. Hatham ist bezüglich dieses

Gegenstandes in einen bei ihm sehr seltenen Irrthum verfallen. Er

sagt, der Name Caermarthen's werde beständig unter denen genannt, die

Jakob zu seinen Freunden zählte. Ich glaube, man wird die Ueberzeugung

gewinnen, daß der Beweis gegen Caermarthen sich lediglich auf das von

mir erwähnte Schriftstück Melfort's beschränkt. Es befindet sich zwar

unter den Nairne'schen Handschriften, welche Mackpherson abdruckte, ein

Brief ohne Datum und Unterschrift, in welchem Caermarthen zu Jakob's

Freunden gerechnet wird. Aber dieser Brief verdient ganz und gar keine

Beachtung. Der Schreiber desselben war augenscheinlich ein unwissender

heißblütiger Jakobit, der weder die Stellung noch den Character eines

einzigen von den Staatsmännern kannte, die er erwähnt. Er macht

arge Schnitzer in Betreff Marlborough's, Godolphin's, Russell's,

Shrewsbury's und der Familie Beaufort. Die ganze Arbeit ist eigentlich

ein Gewebe von Albernheiten.

Es muß bemerkt werden, daß in dem »Leben Jakob's,« das aus seinen

eigenen Schriften compilirt ist, die Unterstützungszusicherungen,

die er von Marlborough, Russell, Godolphin, Shrewsbury und anderen

angesehenen Männern erhielt, mit sehr ausführlichen Details erwähnt

sind. Aber es findet sich kein Wort in diesem Werke, welches andeutete,

daß Jakob jemals solche Zusicherungen von Caermarthen erhalten hätte.

[49] +A Journal of several Remarkable Passages relating to the East

India Trade, 1693.+

[50] Siehe die Monthly Mercuries und die London Gazette vom September,

October, November und December 1693; Dangeau, 5., 27. Sept., 21. Oct.

und 21. Nov.; +The Price of the Abdication,+ 1693.

[51] Correspondenz Wilhelm's und Heinsius'; dänische Note datirt vom

11. (21.) Dec. 1693. Die Note, welche Avaux damals der schwedischen

Regierung überreichte, findet man in Lamberty's Sammlung und in den

+Mémoires et Négociations de la Paix de Ryswick.+

Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Zehnter Band: enthaltend Kapitel 19 und 20. · 第 25 / 27 段