~G. Planchon~ et ~E. Collin~, +Les drogues simples d’origine végétale+.

2 Vol. Paris 1896, mit 1379 Fig. (von ~Collin~), die anatomischen etwas

schematisiert. Das Hauptwerk der französischen Pharmakognosie.

~G. Dragendorff~, +Die Heilpflanzen+ der verschiedenen Völker und

Zeiten. Stuttgart 1898. Vollständiges Verzeichnis der ungefähr 12700

Heilpflanzen.

Ähnliche Ziele wie ~Dragendorffs~ Heilpflanzen verfolgt:

~Ch. Pickering~, +Chronological history of plants+, man’s record of his

own existence illustrated through their names uses and companionship.

Boston 1879 (enthält 15000 Nummern der menschl. Nutzpflanzen, nach

~Flückiger~ [Botan. Zeit] eine kritiklose Zusammenhäufung).

~H. V. Rosendahl~, Lärobok i Farmakognosi med 347 Fig. Upsala 1897

(schwedisch). Berücksichtigt alle drei Reiche.

~B. A. Tichomiroff~, +Utschebnik Farmakognozii+. Moskau 1900, mit 157

Abbild. (Russisch).

~Louis Planchon~, +Précis de matière médicale+. 2 Vol. Tom. I avec

170 Fig. 1904, Tom. II avec 314 Fig. 1906. Recht gut für Studierende

brauchbar, berücksichtigt auch die Bestandteile ausreichend. ~Planchon~

legt das System von ~Bentham~ und ~Hooker~ und ~Durands~ Index generum

phanerogamarum zugrunde.

~W. Mitlacher~, +Toxikologisch und forensisch wichtige Pflanzen und

vegetabilische Drogen+. Wien 1904.

~E. Gilg~, +Lehrbuch der Pharmakognosie+. Berlin 1905.

+Die Lehrbücher, welche nur den botanischen Teil der Pharmakognosie

behandeln und den chemischen Teil entweder ganz unterdrücken oder nach

anderen Lehrbüchern und nicht auf Grund eigener Erfahrung oder nach den

Quellen behandeln, sind keine Lehrbücher der Pharmakognosie, sondern

Lehrbücher der Pharmakobotanik oder botanischen Pharmakognosie+, wie

sie schon ~Schleiden~ richtig benennt.

3. Einteilung nach den in der Medizin gebräuchlichen Teilen.

(Morphologische Systeme.)

Dieser Einteilung wurden die äußeren morphologischen Charaktere der

Drogen zugrunde gelegt, d. h. die Samen, Rinden, Wurzeln, Blätter usw.

zusammengestellt, das morphologisch-gleichartige miteinander vereinigt.

Dies System benutzte zuerst, aber in sehr unvollkommener Weise:

~Pomet~, +Histoire générale des drogues simples et comporés+.

Renfermant dans les trois classes des Végétaux, des Animaux et des

Mineraux, tout ce qui est l’objet de la Physique, de la Chimie, de

la Pharmacie et des Arts les plus utiles à la société des hommes. 2

Vol. Paris, mit Abbild. im Text. 1694. 2 Edit. (par ~Pomet~ fils) mit

zahlreichen Tafeln. 1735. Die erste Pharmakognosie in unserem Sinne

(vgl. Geschichte).

Auch noch sehr unvollkommen ist das System in dem nur ausländische

Drogen usw. behandelnden Werke:

~Mich. Bernh. Valentini~, +Museum museorum+ oder vollständige

Schaubühne aller Materialien und Spezereyen nebst deren natürlichen

Beschreibung, Election, Nutzen und Gebrauch, aus anderen

Material-, Kunst- und Naturalien-Kammern, Oost- und West-Indischen

Reiß-Beschreibungen, curiosen Zeit- und Tag-Registern etc. 2 B.

Frankfurt 1704–1714. Mit historisch interessanten «etlich hundert

sauberen Kupfferstöcken» (und derselbe: Historia simplicium reformata

sub Musei Museorum titulo antehac in vernacula edita p. ~C. Becker~,

1716 und 1723). Das Werk ist wissenschaftlich unbedeutend, die

Abbildungen schlecht und zum Teil anderen Werken (~Pomet~) entnommen.

~Steph. Franc. Geoffroy~, +Tractatus de materia medica+ sive de

medicamentorum simplicium historia, virtute, delectu et usu. 3 Vol.

Paris 1741. 1 B. de fossilibus, 2 B. de vegetabilibus exoticis, 3 B.

de vegetabilibus indigenis. Franz.: Traité de la matière médicale

ou de l’histoire, des vertus, du choix, et de l’usage des rémedes

simples Paris 1757 (dazu: Les figures des plantes d’usage en médecine,

décrits dans le matière médicale de ~Geoffroy~, dessinés par de

~Garsault~, 643 Tafeln); deutsch: 1760–1766. Der zweite Band ist nach

den Pflanzenteilen geordnet und enthält die 9 Kapitel: de radicibus,

de corticibus, de lignis, de plantis quibusdam maritimis, de surculis

quibusdam, foliis et floribus, de fructibus et seminibus, de plantarum

succis liquidis et concretis (de resinis liquidis, d. r. solidis, de

succis gummosis, de gummi-resinis), de succis arte quadam e plantis

extractis, de tuberibus, fungis et adnatis quibusdam vegetabilibus.

Innerhalb dieser Kapitel sind die Drogen alphabetisch geordnet. Der

dritte Band ist alphabetisch nach den Stammpflanzennamen geordnet.

~Geoffroy~ benutzt also ein gemischtes System. Das Werk, dessen

lateinische Ausgabe nur die anorganischen und vegetabilischen

Drogen behandelt, enthält auch Arzneivorschriften bei den einzelnen

Drogen, wendet sich also wohl vornehmlich an Ärzte. Es ist von

wissenschaftlichem Werte (siehe Geschichte).

~R. A. Vogel~, +Historia materiae medicae+. Lugd. Bat. 1758, 1764,

1768.

~C. Alston~, +Lectures on materia medica+. 2 Vol. London 1770.

~J. L. Ebermaier~, +Taschenbuch der Pharmazie+ 1809.

~J. B. Trommsdorff~, +Handbuch der pharmazeutischen Waarenkunde+.

Erfurt 1799. 2. Aufl. 1806. 3. Aufl. 1822. Die erste Pharmakognosie in

deutscher Sprache.

~Trommsdorff~, der die Pharmakognosie als einen Teil der gesamten

Warenkunde vortrug, und alle drei Reiche behandelt, ordnete die Drogen

nach organographischen Prinzipien. Er begann mit den Cryptogamen,

behandelte dann die Wurzeln, Stengel, Hölzer, Rinden usw.

~F. Goebel~ und ~G. Kunze~, +Pharmazeutische Waarenkunde+. Eisenach

1827–1834. 2 B. mit zahlr. Taf.

~J. W. C. Martius~, +Grundriß der Pharmakognosie d. Pflanzenreiches+.

Erlangen 1832. Der Grundriß von ~Martius~ ist nicht viel anderes als

die Neubearbeitung des zweiten Teiles des Werkes von ~Trommsdorff~ (s.

oben). ~Martius~ beschränkt sich auf das Pflanzenreich.

~J. W.~ und ~Fr. Döbereiner~, +Deutsches Apothekerbuch+, Abteilung:

Pharmazeutische Technologie und Warenkunde. Stuttgart 1842.

Innerhalb der einzelnen Gruppen erfolgte dann die Anordnung meist nach

dem Alphabet, so z. B. bei ~Martius~, ~Geoffroy~; was ~Schleiden~

das «+unrein pharmakognostische oder pharmakognostisch-alphabetische

System+» nennt, später dann auch nach dem natürlichen Pflanzensystem.

Das «+vollständig pharmakognostische System+» wurde zuerst von ~Berg~

1851 aufgestellt und besonders von ~Schleiden~ (1857) verteidigt.

Es ist, wie ~Schleiden~ sagt, «durchweg den Drogen als solchen und

ihrer eigentümlichen Natur entlehnt». ~Schleiden~ unterscheidet

zunächst als erste Abteilung: Ganze Pflanzen oder Pflanzenteile

mit den Strukturverhältnissen organischer Gewebe versehen. Die

erste Unterabteilung umfaßt: Vollständige Pflanzen oder Drogen, die

wenigstens alle diejenigen Organteile besitzen, welche zu einer

vollständigen botanisch-systematischen Bestimmung der Pflanzen nötig

sind. Diese Abteilung, die die Kräuter umfaßt, gliedert er nach dem

natürlichen Pflanzensystem, «da wir die hierher gehörigen Pflanzen

ganz wie Pflanzen behandeln dürfen». Die zweite Unterabteilung umfaßt:

Teile der Pflanzen, welche zur vollständigen botanisch-systematischen

Bestimmung der Pflanzen nicht hinreichend sind. Diese Unterabteilung

enthält das Gros der Pflanzendrogen: die kryptogamischen Drogen, die

Wurzeln, Stämme, Hölzer, Rinden, Blätter, Knospen, Blüten, Früchte,

Samen, Teile von Früchten und Samen und Drogen mit organischer

Gewebestruktur, die nicht als bestimmte Pflanzenteile erscheinen. Die

weitere Einteilung dieser großen Klassen basiert ~Schleiden~ auf leicht

erkennbare äußere Merkmale sowohl «empirische oder sinnliche» oder

«wissenschaftliche», wie z. B. Farbe, Querbruch, Größe und Verteilung

der Gefäße, Vorhandensein oder Fehlen von Korkwärzchen usw. Bei den

Früchten, Blättern und Blüten legt er die botanisch-morphologische

Einteilung derselben zugrunde, bei den Samen die Beschaffenheit des

Keims, Vorhandensein und Fehlen von Endosperm u. a. m. Auch hier wird

wieder die weitere Gliederung nach Pflanzenfamilien gemacht. Bei den

Rinden dagegen benutzt er den Geschmack als Einteilungsprinzip.

Die zweite große Abteilung umfaßt die Stoffe, welche aus den Pflanzen

abgeschieden sind und keine organisch-zellige Struktur zeigen. Und zwar

zunächst die Stoffe, welche in bestimmt geformten Körnern vorkommen

(Stärke), dann Stoffe, welche als Gemenge verschiedener formloser

oder körniger Substanzen unter dem Mikroskop erkannt werden können

(_Traganth_) und endlich Stoffe, welche unter dem Mikroskop homogen

erscheinen (Harze, Öle).

Daß dies System noch manche Mängel besitzt, ist klar und es wurde daher

in der Folgezeit mannigfaltig, besonders im einzelnen modifiziert. Aber

die allgemeinen Grundsätze desselben wurden doch ziemlich allgemein

akzeptiert.

~Schleiden~ verfolgte mit seinem Systeme einen praktischen Zweck.

Es sollte zugleich ein Schlüssel sein für die Diagnose. Es sollte

ermöglichen, eine unbekannte Droge aufzufinden, zu erkennen.

Auf pharmakognostisch-morphologischer, d. h. organographischer

Grundlage bauten ihre Systeme auf:

~Otto Berg~, +Pharmazeutische Waarenkunde. Pharmakognosie des Pflanzen-

und Tierreiches+. Berlin 1851 (als zweiter Band der 2. Aufl. der

pharmazeut. Botanik). 2. Aufl. 1858. 3. Aufl. 1863. 4. Aufl. 1869.

5. Aufl. 1879 (von der 4. Aufl. an herausg. von ~A. Garcke~). Ohne

Abbildungen (der anatomische Atlas bildet die Ergänzung).

~Berg~ bemerkt in der ersten Auflage (1851): «Um eine natürliche

Methode der Klassifikation für die pharmazeutische Warenkunde zu

erreichen, habe ich die Rohwaren nach ihrer organischen Bedeutung, wenn

sie eine Struktur besitzen und nach ihrer chemischen Beziehung, wenn

sie strukturlos sind, in Klassen gebracht, diese nach den wesentlichen

Bestandteilen in Ordnungen geteilt und die einzelnen Arten jeder

Ordnung nach ihrer Verwandschaft zusammengestellt.»

«+Die Beschreibung des inneren Baues gehört bei den mit einer Struktur

versehenen Droguen gleichfalls zur Naturgeschichte derselben+, und

um so mehr, als die äußere Beschaffenheit, Textur und durch diese

der Bruch, von der Anordnung der Elementarorgane abhängen. +Häufig

läßt sich auch mit dem Mikroskop entweder unmittelbar oder auf

mikrochemischem Wege der Sitz der wesentlichen Bestandteile entdecken+,

so daß dadurch ein Kriterium für die Güte der Handelssorten einer

Drogue gewonnen werden kann.»

~Berg~, +der also schon vor 58 Jahren die Bedeutung der Anatomie und

Mikrochemie für die Pharmakognosie erkannte+, zieht zur Einteilung

mancherlei spezielle Merkmale herbei, bei den Wurzeln und Rhizomen

z. B. Fehlen, Vorkommen und Verteilung der Balsambehälter und

Milchgefäße, bei den Hölzern die Gefäße und Farbstoffe, bei den Rinden

den Bruch und die Zeichnung des Querschnittbildes, bei den Blättern

außer dem Umriß auch die Balsambehälter und Öldrüsen. Bei den Blüten

und Früchten hält er sich an die botanisch-morphologische Einteilung.

Auch ob ein Pflanzenteil frisch oder getrocknet verwendet wird, wird

von ihm berücksichtigt.

~M. J. Schleiden~, +Handbuch d. botanischen Pharmakognosie+ für Ärzte,

Apotheker und Botaniker. Leipzig 1857. Mit 82 Holzschn. ~Schleiden~

behandelt nur die Pflanzendrogen, gibt aber schon einige anatomische

Abbildungen.

~Albert Wigand~, +Lehrbuch der Pharmakognosie+. Berlin 1863. 2.

Aufl. 1874. 3. Aufl. 1879. 4. Aufl. 1887. Mit 188 Holzschn. ~Wigand~

behandelt alle drei Reiche. Er bevorzugt bei der Diagnose der

Pflanzendrogen das Lupenbild.

~F. A. Flückiger~, +Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreiches+.

1. Aufl. 1867. 2. Aufl. 1883. 3. Aufl. 1891. Mehr Handbuch wie

Lehrbuch, daher schon auf dem Titelblatte der II. Auflage als

+Pharmakognosie des Pflanzenreiches+ bezeichnet. Keine Abbildungen.

~Flückigers~ +Pharmakognosie ist epochal für die Entwicklung

der Drogenkunde. Die moderne wissenschaftliche Pharmakognosie datiert

vom Erscheinen dieses Buches+ (vgl. S. 12 und den Abschnitt

Geschichte).

~Flückiger~ gibt in der ersten Auflage seines Lehrbuches (1867)

eine «Übersicht nach praktischen Merkmalen», die auch das Mikroskop

berücksichtigt, sonst aber besonders auf Geruch, Geschmack, Farbe,

Form, Dicke, Bruch der nach organographischen Grundsätzen angeordneten

Drogen abstellt. Er benutzt jedoch diese Einteilung selbst nicht,

sondern macht sich ein einfacheres System zurecht, bei dem allerdings

auch wieder Geruch und Geschmack neben morphologischen Merkmalen die

Hauptrolle spielen. ~Flückiger~ teilt z. B. folgendermaßen ein:

Halb oder ganz unterirdische Organe.

I. Rhizome und Wurzeln der Monocotylen: a) nicht aromatische, b)

aromatische.

II. Rhizome und Wurzeln der Dicotylen: a) Wurzeln und Ausläufer von

schleimigem und süßem Geschmacke, b) adstringierende Wurzeln, c)

bitterliche oder bittere Rhizome, Wurzeln und Knollen: 1. nicht mit

besonderen Saftschläuchen versehen, 2. von besonderen Schläuchen

durchzogen; d) Wurzeln von kratzendem Geschmacke, e) aromatische

Wurzeln und Rhizome: 1. amylumhaltige, 2. amylumfreie; f) Knollen von

scharf brennendem Geschmacke.

Daß diese eines klaren einheitlichen Prinzipes entbehrende Einteilung

besonders glücklich wäre, könnte man nicht behaupten. Sie ist wohl aus

praktischen Bedürfnissen entsprungen.

~Flückiger~ beschränkt sich nicht nur auf die Pharmakognosie des

+Pflanzenreiches+, sondern behandelt auch nur eine relativ kleine Zahl

von Drogen, diese aber nach allen Richtungen, besonders auch chemisch

und historisch und nach den Handelsverhältnissen, alles auf Grund von

Quellenstudium und eigener Anschauung.

~Flückiger~ bemerkt (1867): «Die Pharmakognosie kann nicht anders

gefaßt werden denn als eine +gleichzeitige Anwendung verschiedener

wissenschaftlicher Disziplinen+ zum Zwecke einer allseitigen Kenntnis

der Arzneistoffe. Welche Zweige der Naturgeschichte zunächst

herbeizuziehen sind, springt in die Augen; zur Vervollständigung des

Bildes einer Droge gehören aber auch noch die hervorragendsten Züge der

+Geschichte+ und der +Handelsverhältnisse+.»

«Mit nicht geringerem und nicht größerem Rechte beansprucht die

Pharmakognosie eine Selbständigkeit als z. B. die Geographie, welche

zu ihren Zwecken und auf ihre Weise in noch weit ausgedehnterem Maße

sammelt, bearbeitet und erweitert, was andere Wissenszweige ihr

zuführen. +Die Pharmakognosie findet leicht ihre Grenzen da gesteckt,

wo eine einzelne andere Disziplin ebensogut und besser eintreten kann.+»

~Henkel~, +Handbuch der Pharmakognosie+. Tübingen 1867 (vom gleichen

Autor: Merkmale der Echtheit und Güte der Arzneistoffe, Tübingen 1864).

~A. Vogl~, +Arzneikörper aus den drei Naturreichen+.

Pharmakognostischer Teil des Kommentars zur österreich. Pharmakopoee.

Wien 1869. 3. Aufl. 1879. 4. Aufl. 1892 mit 215 Abbild. ~Vogl~

behandelt die Dogen aus allen drei Reichen.

~Vogl~ bemerkt: «Überall dort, wo es mir passend schien, habe ich die

besonders charakteristischen Gewebselemente hervorgehoben und die

Resultate der mikrochemischen Untersuchung mitgeteilt. Auf diesem

Wege ist es möglich, manche wertvolle Anhaltspunkte zu gewinnen

zur Beurteilung der betreffenden Arzneikörper im zerkleinerten

Zustande, abgesehen davon, daß durch den mikrochemischen Befund die

Ergebnisse der makrochemischen Untersuchung vervollständigt und

kontrolliert werden. Das ist auch der Grund, weshalb die histologischen

Verhältnisse auch bei solchen Arzneikörpern erörtert wurden, die wie

z. B. offizinelle Blätter auch auf einem einfacheren Wege hinreichend

leicht erkannt und unterschieden werden können, wenn sie uns in

toto oder in größeren Bruchstücken vorliegen. So lassen sich selbst

gepulverte _Belladonna_-, _Hyoscyamus_-, _Digitalis_-, _Thea_-,

_Senna_- usw. Blätter mikroskopisch sicher erkennen. Gerade in diesem

Punkte, in der Auffindung charakteristischer Gewebselemente und eines

bezeichnenden mikrochemischen Verhaltens, bewährt sich der praktische

Wert der mikroskopischen Untersuchungsmethode ganz besonders, und es

ist vorauszusehen, daß die ausgedehntere Benutzung des Mikroskops

in nächster Zukunft auch diese noch wenig betretene Richtung des

pharmakognostischen Studiums mächtig fördern werde.»

~Oudemans~, +Handleiting tot de Pharmacognosie van het Planten-

en Dierenrijk+. Haarlem 1865. 2. Aufl. Amsterd. 1880; mit Karten.

Das wichtigste Werk der holländischen Pharmakognosie. Von

demselben Verfasser auch: Aanteekeningen op het systematisch- en

pharmacognostisch-botanische gedeelte der Pharmacopoea Neerlandica.

Rotterdam 1854–56; mit 37 Taf.

~Marmé~, +Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzen- und Tierreiches+.

Leipzig 1886.

~Oudemans~ und ~Marmé~ beschränken sich auf das Pflanzen- und Tierreich.

~John M. Maich~, +A manual of organic Materia medica+. Philadelphia

1882. 4 Edit. 1890; mit 259 Abbild. (for the use of students).

~Jos. Moeller~, +Lehrbuch der Pharmakognosie+. Wien 1888. 2. Aufl.

1906 mit 373 recht guten Abbild. Behandelt Pflanzen- und Tierdrogen

nur botanisch (und zoologisch), die chemischen Bestandteile werden nur

gestreift oder ganz übergangen.

~Arthur Meyer~, +Wissenschaftliche Drogenkunde+. Ein illustriertes

Lehrbuch der Pharmakognosie und eine wissenschaftliche Anleitung

zur eingehenden botanischen Untersuchung pflanzlicher Drogen für

Apotheker. Berlin. 1. T. 1891, mit 269 Abbild. 2. T. 1892, mit 387

Abbild. Vorwiegend botanisch. Die Zahl der behandelten Drogen, die

ausschließlich dem Pflanzenreich angehören, beschränkt, aber die

Beschreibung sehr eingehend, auch die Entwicklungsgeschichte und die

(moderne) Morphologie, sowie auch die Biologie werden berücksichtigt.

Die Abbildungen werden auch allen botanischen Ansprüchen gerecht. «Die

Form der botanischen Beschreibung der Droge ist so gewählt, daß sie

voraussetzt, der Leser habe während des Studiums dieser Beschreibung

die betreffende Droge bei der Hand und betrachte sie, je nach

Erfordernis mit dem bloßen Auge, der Lupe oder dem Mikroskope.»

~Meyer~ unterscheidet in seinem streng wissenschaftlichen Werke

Wurzeldrogen, Achsendrogen, Blattdrogen, Blütendrogen, Fruchtdrogen,

Samendrogen, Ausdrücke, die sich überall jetzt eingebürgert haben. Die

Unterabteilungen sind ziemlich willkürlich gemacht.

~A. Meyer~ sagt in seiner +Drogenkunde+, die Pharmakognosie solle

lehren: «1. wie man eine Droge in ganzem, zerschnittenem und

pulverisiertem Zustande von allen anderen Körpern unterscheiden kann

und 2. welche Eigenschaften die Droge besitzen muß, damit ihre Qualität

als gut bezeichnet werden darf.»

Das sind nach meiner Auffassung Aufgaben der angewandten

Pharmakognosie.

~H. Kraemer~, +A course in botany and pharmacognosy+. Philadelphia

1902. 2. Edit. als +Text book of botany and pharmacognosy+ 1907. Mit

321 Fig.

~G. Karsten~, +Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreiches+. Jena

1903. Mit 528 Abbild., zum Teil nach Photographien. Nur botanisch, aber

zuverlässig, auch in den Abbildungen.

~Rabow~, ~Wilczek~ und ~Reiss~, +Die offizinellen Drogen und ihre

Präparate+. Straßburg 1903. Mit 43 schwarz. Lichtdrucktafeln nach

Photogr. Text deutsch und französ., auch die Drogen selbst sind zum

Teil abgebildet.

* * * * *

Neuerdings hat ~Linde~ (Apothek.-Zeit. 1906, S. 186 u. 1907, S. 699)

den Versuch gemacht, das morphologische System weiter auszubilden. Die

Gruppen sind zwar dieselben wie bei ~Flückiger~, ~Berg~, ~Moeller~,

~Vogl~ u. a., er vereinigt jedoch die pflanzlichen und tierischen

Drogen und macht zwei große Abteilungen: Drogen mit organischer

Struktur und Drogen ohne solche, und verwendet innerhalb der

Gruppen den didaktischen Grundsatz vom Einfachen zum Verwickelten

vorzuschreiten: Er benutzt zunächst morphologische, dann erst,

wenn diese nicht ausreichen, anatomische Eigentümlichkeiten zur

weiteren Einteilung. Jeder Drogengruppe sind allgemeine Bemerkungen

vorausgeschickt.

* * * * *

Alle drei Reiche schlossen ein: ~Hagen~, ~Trommsdorff~, ~Guibourt~,

~Wiggers~, ~Schroff~, ~Wigand~ und ~Vogl~, während ~Berg~, ~Henkel~,

~Oudemans~ und ~Marmé~ die Pharmakognosie auf die der Pflanzen und

Tiere, ~Schleiden~, ~Flückiger~ und ~Hanbury~, ~A. Meyer~, ~Planchon~

und ~Collin~ auf die der Pflanzen allein einschränkten.

Der +Canon Medicinae+ ~Linnés~ lautet: Regnum vegetabile

praestantissima, lapideum durissima, animale paucissima producit

medicamina.

4. Einteilung nach den chemischen Bestandteilen.

(Chemische Systeme.)

Die Einteilung nach den Bestandteilen würde, wie aus den Ausführungen

auf S. 6 und aus denen im Abschnitt Pharmakochemie hervorgeht, dem mir

vorschwebenden Ziele der wissenschaftlichen Pharmakognosie am nächsten

kommen. Denn wegen ihrer Bestandteile benutzen wir die Drogen in der

Heilkunde und das Ziel der wissenschaftlichen Pharmakognosie ist die

Verknüpfung der Drogen auf Grund ihrer Bestandteile. Die Versuche, die

Drogen nach ihren Bestandteilen zu gruppieren, gehen denn auch weit

zurück. Der erste derartige Versuch war:

~Joh. Frid. Cartheuser~, +Fundamenta materiae medicae+ tam generalis

quam specialis. Francf. 1767.

~Cartheuser~ unterscheidet folgende Sectiones: de insipidis terreis

et terreo gelatinosis, de insipidis et subdulcibus Mucilagineis

et Gelatinosis, de dulcibus subdulcibus, leniter amaricantibus,

austeriusculis atque balsamicis Unguinoso-oleosis et Pinguibus, de

Acidis et Acidulo-dulcibus, -- de austeris stypticis, de dulcibus, de

Acribus alterantibus, de amaris et amaricantibus, de acribis et amaris

Purgantibus, tam Emeticis quam Catharticis, de Vaporosis, Inebriantibus

et Narcoticis, de Balsamicis et Aromaticis, de Amaricantibus,

Austeriusculis, blandis Balsamicis, Acriusculis, Subdulcibus, Terreo-

aut mucilagineo-subadstringentibus, aliisque sapore mixto donatis

-- die übrigen sind rein mineralisch -- (von ~Cartheuser~ auch:

Pharmacologia theoretica-practica 1745, 1763 und 1770).

Dies +gemischt-chemisch-pharmakologische System+ ist natürlich eine

sehr rohe Einteilung, aber historisch interessant. Dann folgten:

~Donald Monroe~, +A treatise of medical and pharmaceutical chymistry

and the materia medica+. 3 Vol. London 1788, ein Werk, das ~Hahnemann~

1791 (und 1794) ins Deutsche übersetzte.

~Batsch~, +Versuch einer Arzneimittellehre+ nach den Verwandtschaften

der wirkenden Bestandteile, Jena 1790. In ihm werden Säuren, Schärfen,

zusammenziehende Mittel, Süßigkeiten, Schleime, Fettigkeiten und

geistige Mittel unterschieden.

~F. A. C. Gren~, +System+ (+Handbuch+) +der Pharmakologie+ oder der

Lehre von den Arzneimitteln. Halle 1790–1792. 2. Aufl. 1798–99. 3.

Aufl. (von ~Bernhardi~ und ~Bucholz~) 1813.

~Gren~ unterschied in diesem wertvollen Buche: die schleimigen, die

mehligen und stärkeartigen, die gallertartigen, die eiweißartigen,

die zuckerartigen, die fettigen, die ätherischöligten, die bitteren,

die adstringierenden, die harzigen, die scharfen, die narkotischen,

die campherartigen Arzneidrogen und die mit vegetabilischen Säuren.

~Bucholz~ vermehrte dann die Klassen.

Bedeutung gewannen solche Einteilungsversuche aber erst, als die Chemie

weiter vorgeschritten war, d. h. im XIX. Jahrh. ~Pfaff~ war der erste,

der hier Bahn brach in dem Werke:

~C. H. Pfaff~, +System der Materia medica nach chemischen Prinzipien+

mit Rücksicht auf die sinnlichen Merkmale und die Heilverhältnisse der

Arzneimittel. 7. B. Leipzig 1808–1824.

Handbuch der Pharmakognosie(#71451) · 第 25 / 33 段