_Citronellöl_ (Ceylon). Rechteckige Blechkanister von quadratischem

Querschnitt (15 cm), Höhe 36 cm. Verlötbare Öffnung im oberen Deckel.

Aufgeklebtes Etikett: Citronella-oil Singapore, Strait Settlements

(Taf. XXX, Fig. 275), oder in Kanistern à 18 kg, oder großen eisernen

Trommeln von 500 kg. In London gesehen in eisernen Fässern (Barrels) à

350–400 kg.

_Rosenöl_ (_bulgarisches_). Runde, flache Blechflaschen von

verschiedenem Durchmesser: 14, 16, 23 cm usw., oben mit kleiner runder

Öffnung, die verschlossen und versiegelt ist. Siegel: Kezanlik oder

and. Die Blechflaschen sind oft in dicken Filz eingenäht. Inhalt ¼, ½

oder 1 kg (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 275).

_Pfefferminzöl_ englisches. Große zylindrische Flaschen aus blauem Glas

(Taf. XXX u. XXXI).

[Illustration: Fig. 291.

Mit _Aloësaft_ gefüllte Gärfässer vor der Faktorei (Capland).]

_Pfefferminzöl_ amerikanisches. Kleinere Flaschen aus blauem Glas (Fig.

275), mit breiter Etikette: ~H. G. Hotschkiss~, Lyons, Wayne County n.

y. New York (U. S. A.). Verpackung der Flaschen in archeartigen Kisten

mit dachförmigem Deckel (c. 75 cm lang und in der Mitte c. 45 cm hoch)

(Taf. XXX, Fig. 289). Kisten à 18 Flaschen. Oder in Blechflaschen (tins

oder cans) in gleichen Kisten. ~A. M. Todd~, Kisten à 3 Can à 20 lbs.

_Japan. Pfefferminzöl_ in Blechdosen mit origineller Trade-Marke.

Kisten à 12 Can à 12 lbs (Fig. 289).

_Ylang-Ylang-Öl._ Glasstöpselflaschen mit Etikett à ½ oder 1 kg.

_Cajeput-Öl._ In allen möglichen leeren (Rotwein-, Rum-, Kognak-)

Flaschen, die in eigenartige quadratische Behälter verpackt sind,

welche aus den nebeneinandergelegten Abschnitten der Blattstiele der

_Sagopalme_ (_Metroxylon_) hergestellt sind. Breite und Tiefe des

Behälters c. 55 cm, Höhe c. 45 cm. Oben und unten zwei hölzerne Riegel,

die durch Rotangstreifen miteinander verbunden sind (Taf. XXXI u. Fig.

275). Packmaterial: die destillierten und dann getrockneten Blätter der

_Cajeput_pflanze. Jetzt oft in Kisten à 50 Flaschen à 0,6 Liter = 552 g.

_Campher_ in Broten von c. 2½ kg.

_Kanadabalsam._ Kanister, zu zwei in Kisten vereinigt, c. 20 kg.

_Manilaelemi._ Kanister à 18 kg, zu zwei in einer Kiste.

_Styrax liquidus._ Kanister à 20 kg, zu zwei in einer Kiste oder in

Fässern à 200 kg.

_Gurjunbalsam_ in Kanistern à 18 kg, zu zwei in einer Kiste.

_Oleum Anisi vulgaris_, russisch. Blechflaschen von c. 15 kg, 6 in

einer Kiste.

_Oleum Bergamottae._ Kisten à 1 Ramière = 12½ kg.

_Zimtöl_, Ceylon. Kisten à 12 Flaschen à 25 Oz, oder à 20 Flaschen à 26

Oz.

[Illustration: Fig. 292.

_Sandelholz_lager in Bangalore. [Aus +Roure-Bertrand+ fils Berichte.]]

_Oleum Rosmarini_ und _Oleum Lavandulae_ in Blechkannen (Estagnons) à

25 kg (Fig. 289).

_Lemongrasöl_ in leeren Weinflaschen, Packmaterial Reisstroh, je 12 in

einer Kiste, c. 7.5 kg (Fig. 289).

_Ricinusöl._ Kisten à 4 Can à 20 kg oder Barrels à c. 180 kg.

_Tamarinden._ Oxhofte à c. 350 kg, Barrels à c. 180 kg.

_Teer._ Tonnen à c. 160 kg.

_Galipot._ Fässer à c. 350 kg.

_Orlean_, Guadeloupe. Oxhofte von c. 200 kg.

_Terpentin_, französ. Barrels von c. 130 kg oder Kisten à 2 Can von c.

120 kg.

_Terpentinöl_, amerikanische Barrels von c. 180 kg.

_Rhiz. zingiber. condit._ Runde Porzellantöpfe mit blauer Bemalung,

oben mit runder Öffnung, mit Stuhlrohrstreifen umschnürt und zwei

Handhaben aus Stuhlrohr (Fig. 275).

_Curare_ findet sich entweder in kleinen, oft zu mehreren in einer

Enveloppe vereinigten Töpfen (_Tubocurare_) oder in kleinen Calebassen

(_Calebassencurare_) oder in Bamburöhren (_Bambucurare_) (Fig. 290).

4) =Unverpackt.=

Lose und +unverpackt+ werden einige Hölzer, z. B. _Sassafras_,

_Sandelholz_ (Fig. 292), wohl auch _Guajacholz_, _Quassia_ versandt,

die direkt in den Schiffsraum geworfen und auch später ohne Emballage

verstaut werden. Auch _Hausenblase_ (in drei Formen als: Tongues,

Oysters und plates) ist lose im Handel (Fig. 274).

Verpackungen sind auch auf den Fig. 209–212, 218–220, 242, 248,

250–251, 256–260, 265–267 zu finden.

Alle Einteilungen, alle Systeme sind nur

Notbehelfe. Natura non facit saltus.

VI. Pharmakognostische Systeme.

Bibliographie der Hand- und Lehrbücher der Pharmakognosie, sowie

verwandter Zweige von +Pomet+ an.

Die Frage, wie man den Stoff anzuordnen habe, ist vielfach ventiliert

worden und es sind ziemlich verschiedene Systeme hierfür benutzt

worden. Ich halte die Wahl des Systems für ziemlich gleichgültig. Ich

bevorzuge jedoch, da eine in allen Punkten befriedigende chemische

Einteilung zurzeit noch unmöglich ist (s. weiter hinten), die Anordnung

nach den natürlichen Familien, da diese eine chemische Einteilung

vorbereitet, die das letzte Ziel aller pharmakognostischen Einteilungen

ist.

~Pereira~, der bekanntlich die Pharmakognosie noch nicht von der

Pharmakologie trennt und auch noch die chemischen Arzneimittel

einbezieht, zählt in seinen +Elements of materia medica+ (2. Aufl.

1842–43, deutsch von ~Buchheim~) folgende Einteilungsmöglichkeiten auf,

die ich, durch einige weitere vermehrt, hier zugrunde legen will.

Zunächst die =alphabetische Anordnung=, die in folgenden Werken benutzt

wurde:

~Nic. Lémery~, +Traité universel des drogues simples+, mises en ordre

alphabétique. Ou l’on trouve leurs differens noms, leur origine,

leur choix, les principes qu’elles renferment, leurs qualitez, leur

étimologie et tout ce qu’il y a de particulier dans les Animaux, dans

les Végétaux et dans les Minéraux. Ouvrage dépendant de la Pharmacopée

universelle Paris 1698 und 1714, Amst. 1716. Paris 1723 par ~B. de

Jussieu~, 3 Edit. 1733. 4 Edit. 1782 avec 24 pl. (Die erste Auflage

ohne Abbild.) Deutsch von ~Chr. Fr. Richter~, Vollst. Materiallexikon,

Leipzig 1721.

Dann: +Dictionnaire général des drogues+ simples et composées de

~Lémery~. (zuerst Rotterdam 1727), revu par ~S. Morelot~, 2 Vol. Paris

1807, mit zahlreichen Tafeln. Holländisch: Woordenboek of algemeene

verzameling der enkele droogeryen 1743.

~Jos. Miller~, +Botanicum officinale+. London 1722. +Das erste

englische Lehrbuch der Pharmakognosie.+

~Joh. Jac. Manget~, Bibliotheca pharmaceutica s. thesaurus

refertissimus materiae medicae. Genev. 1703.

~M. de la Beyrie~ et ~M. Goulin~, Dictionnaire raisonné-universel de

matière médicale. 8 Vol. Paris 1773.

J. ~Rutty~, Materia medica antiqua et nova repurgata et illustrata.

Rotterdam 1775.

~Kruitmann~, Lexicon exoticorum oder Beschr. d. ostindisch. u.

westind. Materialien. 1730.

~W. Lewis~, An experimental history of materia medica 1761 und 1791

(by +Aikin+).

~J. A. Paris~, +Pharmakologie+ 1820, 1833, 1838, 1842.

~W. T. Brande~, +Manual of pharmacy+, London 1825 und a +dictionnary

of materia medica+, London 1839. Deutsch (von ~Fr. Wolff~), Handb. d.

Materia medica und Pharmacie.

~Mart. Nic. Beets~: +Woordenboek van Droogeryen+. Amsterd. 1825.

~Chevaller~, ~Richard~ et ~Guillemin~, +Dictionnaire des drogues

simples et comp.+ Paris 1827/29.

~L. Martinet~, +Manuel de thérapeutique et de matière médicale+.

Paris 1828.

~F. V. Mérat~ et ~A. J. de Lens~, +Dictionnaire universel de matière

médicale et de thérapeutique génér+. 6 B. 1829–34.

~F. P. Dulk~ und ~Sachs~, +Handwörterbuch der prakt.

Heilmittellehre+. Königsberg 1832.

~E. F. Anthon~, +Handwörterbuch der chemisch-pharmazeutischen und

pharmakognostischen Nomenklaturen+. Nürnberg 1833 u. 1861.

~W. L. Bachmann~, +Handwörterbuch der prakt. Apothekerkunst+.

Nürnberg 1836–39.

~Richard~, +Dictionnaire des drogues simples et composées+. Paris

1827–29. 5 B.

E. ~Winkler~, +Vollständiges Reallexikon der medizinisch-pharmazeut.

Naturgesch. und Rohwaarenkunde+. 2 B. Leipzig 1838–42.

~Ed.~ (Arzt) und ~Jul.~ (Apotheker) ~Martiny~, +Enzyklopädie der

medizin.-pharmazeut. Naturalien- und Rohwaarenkunde+. 2 B. Quedlinburg

1843–1854.

~G. C. Wittstein~, +Handwörterbuch der Pharmakognosie des

Pflanzenreiches+. (II. Abt. 2 T. der Enzyklopädie der

Naturwissenschaften.) Breslau 1883. Alphabetisch nach den deutschen

Namen. Auch etymologisch, aber mit Vorsicht zu benutzen.

~C. Hartwich~, +Die neuen Arzneidrogen aus dem Pflanzenreiche+. Berlin

1897.

Auch das vorzügliche Werk:

~Caspar Neumann~, +Chymiae medicae dogmatico-experimentalis+, Tom. X

oder der gründlichen und mit Experimenten erwiesenen medizinischen

Chymie 10 B. ed. ~Zimmermann~, Schneeberg 1740 und ed. ~Kessel~,

Züllichau 1749–55 (englisch [von ~Lewis~] London 1760 und 1773), wagt

noch keine Einteilung auf chemischer Grundlage, sondern führt die

Drogen alphabetisch auf. Es erstrebt keine Vollständigkeit, sondern

enthält nur die Drogen und Pflanzen, die bereits chemisch -- besondere

von ~Neumann~ selbst -- untersucht wurden.

Alphabetisch sind die Drogen auch abgehandelt in den

+Universalpharmakopöen+, den +Kommentaren+, den +Handbüchern der

pharmazeutischen Praxis+ usw., z. B. in:

~N. Lémery~, +Pharmacopée universelle+. Paris 1697 und 1754.

~Ph. L. Geiger~, +Pharmacopoea universalis+. Heidelberg 1835.

~H. Hager~, ~B. Fischer~ und ~C. Hartwich~, +Kommentar zum Arzneibuch

für das Deutsche Reich+. Berlin 1891. Die Drogen von ~C. Hartwich~.

~B. Fischer~ und ~Hartwich~, Hagers +Handbuch der pharmazeut. Praxis+.

Berlin 1902. Die Drogen gut illustriert und vorzüglich bearbeitet von

~C. Hartwich~.

~G. F. Bergh~, ~Th. Delphin~, ~A. Blomquist~ und ~R. Westling~,

+Kommentar till Svenska Farmakopén+. Stockholm 1905–1908. Die Drogen

gut illustriert.

+Realenzyklopädie der gesamten Pharmazie.+ Herausg. v. ~Geissler~ und

~Moeller~, 1885–1891. 2. Aufl. herausg. von ~Moeller~ und ~Thoms~. Die

Drogen, gut illustriert, von ~T. F. Hanansek~, ~Hartwich~, ~Moeller~,

~Tschirch~ u. and. bearbeitet.

Der Realenzyklopädie entspricht das +National standard dispensatory+ by

~Hare~, ~Caspari~ and ~Rusby~. Philadelphia 1907. Die Drogen von Rusby.

+Kings American dispensatory+ by ~H. W. Felter~ and ~John Uri Lloyd~. 3

Revis. 2 Vol. Cincinnati 1898.

Diese alphabetische Einteilung ist nun aber gar keine Einteilung,

sondern ein Notbehelf, zudem, wenn in Lehrbüchern angewendet, die

Bankerotterklärung der Pharmakognosie als Wissenschaft, wie ~Schleiden~

bemerkt. ~Pereira~ führt als Grund für eine derartige Gruppierung an,

daß man bei ihr jede Substanz leicht auffinden könne und Fehler in der

Einteilung vermeide.

Von =systematischen Einteilungen= führt ~Pereira~ an:

1. Einteilung nach den sensiblen Eigenschaften.

Diese Klassifikation, die sich auf +Farbe+, +Geschmack+ und +Geruch+

der Drogen gründet, ist natürlich sehr unvollkommen, hat aber auch

ihre Vertreter gefunden. ~Flückiger~ benutzte sie gern für die

Unterabteilungen (S. 226).

~Jon. Osborne~, +On the indications afforded by the sensible

qualities of plants with respect to their medical properties+ 1828.

~A. F. A. Greeves~, +An essay on the varieties and distinctions of

tastes and smells and on the arrangement of the materia medica+ (in

~Duncan~, Suppl. to the Edinb. new dispensatory 1829).

~Pereira~ teilt ~Greeves~ Einteilung mit.

2. Einteilung nach den naturhistorischen Eigenschaften.

(Systematisch-botanische Systeme.)

«Sie bezieht sich meist auf die äußere Form und Struktur, bei Pflanzen

und Tieren auf die Organisation, bei den mineralischen Körpern auf

die Kristallisation», d. h. mit anderen Worten: die pflanzlichen

und tierischen Drogen werden +nach den künstlichen oder natürlichen

Familien+ angeordnet. Die ersten, die diese Anordnung, die man die

+systematisch-botanische+ nennen kann, wählten, waren ~Dale~ und

~Murray~.

~Samuel Dale~, +Pharmacologia+. London 1693.

~J. A. Murray~, +Apparatus medicaminum+ tam simplicium quam

praeparatorum et compositorum. 5 Vol. Göttingen 1776–1789. Vol. 6, post

mort. ed. ~Althof~. 1792, von diesem auch die Edit. altera in 6 B.

1793–94. Deutsche Übersetzung von ~Seeger~, ~Murrays~ Arzneivorrath.

Braunschw. 1778–1791 (B. 6 1792 von ~Althof~). Der zweite Teil des

Werkes: Regn. minerale von ~J. F. Gmelin~, 1795–96.

Ihm folgten:

~Jo. Dav. Schoepf~, +Materia medica americana+ potissimum regni

vegetabilis. Erlang. 1787. (Neudruck in Bulletin of the Lloyd Library

in Cincinnati).

~A. Richard~, +Botanique médicale+. Paris 1823. (Übers. v. ~Kunze~

und ~Kummer~, Berlin 1824–26), und Elemens d’histoire naturelle

médicale. Bruxelles 1831.

~P. I. Smyttère~, +Phytologie pharmaceutique et médicale+. Paris 1829.

~J. F. L. Nees von Esenbeck~ und ~L. N. Ebermaier~, +Handbuch der

medizinisch-pharmazeut. Botanik+. 3 T. Düsseldorf 1830–32.

~N. J. B. G. Guibourt~, +Histoire abregée des drogues simples+, später:

+Histoire naturelle des drogues simples+. Paris 1820. (Deutsch v.

~Bischoff~: Pharmazeut. Warenkunde 1823). 2. Ed. 1826. 3. Ed. 1836

(deutsch v. ~Martius~). 4. Ed. 1839. 5. Ed. 1849, mit 600 Figuren, 6.

Ed. von ~G. Planchon~: Histoire naturelle des drogues simples. 4 Vol.

Paris 1869–70. 7 Ed. 1876. 4 Vol. mit 1077 vorwiegend morphologischen

Figuren. Die wichtigste französische Pharmakognosie aus früherer Zeit.

Nachtrag zu ~Guibourts~ Warenkunde: ~Th. W. C. Martius~, +Das neueste

aus dem Gebiete der Pharmakognosie+. Nürnberg 1830.

~V. Fr. Kosteletzky~, +Allgem. mediz.-pharmazeut. Flora+. 6. B. Prag

und Mannheim 1831–36.

~Wiggers~ (und ~Carl Müller~), +Grundriß der Pharmakognosie+. Göttingen

1840. 5. Aufl.: +Handbuch der Pharmakognosie+ 1864.

~G. W. Bischoff~, +Medizin.-pharmazeut. Botanik+. Erlangen 1843. 2.

Ausg. 1847.

~Endlicher~, +Die Medizinalpflanzen der österreichischen

Pharmakopoee+. Wien 1842.

~K. F. Ph. Martius~, +Systema materiae medicae vegetabilis

brasiliensis+. Lips. 1842.

~Schroff~, +Lehrbuch der Pharmakognosie+. Wien 1853. 2. Aufl. 1869.

Sehr wichtig sind die beiden folgenden Werke:

~Jonathan Pereira~, +The elements of materia medica and Therapeutics+.

London, (1. Aufl. 1837 [unter anderem Titel], 2. Aufl. 1842, 3. Aufl.

1849–1853, 4. Aufl. 1854–1857). Neue Aufl. von ~Bentley and Redwood~.

London 1874. Wichtigstes Werk der englischen Pharmakognosie aus

früherer Zeit. Die erste Aufl. deutsch von ~Behrend~ 1838, die zweite

deutsch von ~Buchheim~ unter dem Titel: Handbuch der Heilmittellehre.

Leipzig 1842.

~D. A. Rosenthal~, +Synopsis plantarum diaphoricarum+. Systemat.

Übersicht der Heil-, Nutz- und Giftpflanzen aller Länder. Erlangen 1861.

Dies System ist in späterer Zeit wohl hauptsächlich deshalb verlassen

worden, weil es ~Schleiden~ 1857 schlecht machte. Er sagt in

seinem +Handbuch der botanischen Pharmakognosie+: «Diese Systeme

(d. h. die systematisch-botanischen), die auf den ersten Anblick

den Schein großer Wissenschaftlichkeit haben, sind gleichwohl die

allerunwissenschaftlichsten und unbrauchbarsten. Zunächst enthalten sie

das stillschweigende Eingeständnis, daß es gar keine Pharmakognosie

als selbständige wissenschaftliche Disziplin gebe und geben könne.

Jede wissenschaftliche Disziplin muß die systematische Verteilung

ihres Stoffes eben diesem Stoff und seiner Natur entlehnen, sonst ist

sie entweder keine selbständige Wissenschaft oder ihr System ist ein

falsches. Gegenstand der Pharmakognosie sind aber nicht die Pflanzen

als solche, sondern die Droguen als solche. Von ihnen allein dürfen

also die Grundsätze für ihre systematische Anordnung entlehnt werden.»

Das ist gewiß richtig. Aber die systematisch-botanische Einteilung

gewinnt im Lichte der Ergebnisse der neueren Pharmakochemie doch an

Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß die Pflanzen derselben Familie

nicht nur, wie die besonders unter ~Radlkofers~ Einfluß entwickelte

anatomisch-systematische Richtung (~Solereder~ u. a.) zeigte, durch

ähnliche anatomische Verhältnisse, sondern, wie die +vergleichende

Pharmakochemie+ lehrt, auch durch ähnliche chemische Eigenschaften,

durch gleiche oder verwandte Bestandteile miteinander verbunden sind.

Daß zwischen der systematischen Stellung einer Pflanze, oder wie man

damals sagte, «der Form» oder «Fruktifikation» und ihren (natürlich

auf den Bestandteilen fußenden) Heilwirkungen (vires) Beziehungen

bestehen müssen, betonten schon der geistvolle ~Rud. Jac. Camerarius~

(+de convenientia plantarum in fructificatione et viribus+, Tübing.

1699) und ~James Petiver~ (Philosoph. transact. 1699), der durch den

Versuch beweisen wollte, «daß Pflanzen von demselben Bau oder derselben

Klasse im allgemeinen die gleiche Kraft (vertue) besitzen» . «Denn

da die Organe und der Bau aller Pflanzen von derselben Familie oder

Klasse meist dieselben Gefäße und Gänge besitzen müssen, um die ihnen

zukommende Bildung zu erreichen, können auch die darin enthaltenen und

zirkulierenden Säfte nicht so sehr verschieden sein; und da meistens

auch Geruch und Geschmack eine große Übereinstimmung zeigen, so können

doch wohl auch die Kräfte nicht sehr heterogen sein.» Als Beispiele

führt ~Petiver~ bereits die Klassen an, die wir heute _Labiaten_ und

_Umbelliferen_ nennen.

Auch ~Linné~ bemerkt in den Amoenitates: «Plantae quae genere

conveniunt, etiam virtute conveniunt; quae ordine naturali continentur,

etiam virtute proprius accedunt; quae classe naturali congruunt, etiam

viribus quodammodo congruunt.» Ähnlich äußert sich ~Caesalpini~:

«Plantae quae generis societate junguntur, plerumque et similes

possident facultates.»

Später haben dann ~Isenflamm~ (Methodus plantarum medicinae clinicae

adminiculum, Erlang. 1764), ~Wilke~ (de usu systematis sexualis in

medicina, Gryphiswald. 1764), ~Gmelin~ (Botanica et chemia ad medicam

applicatae Tüb. 1755), ~Willemet~ (An vires plantarum ex characteribus

botanicis sunt inferendae, Nancy 1782); ~Jussieu~ (Mém. d. l. Soc. de

Méd. 1786), ~Barton~ (Collection for an Essay towards a materia medica

of the unit. stat. 1801), ~Cassel~ (Versuch über die natürl. Familien

der Pflanzen mit Rücksicht auf ihre Heilkraft. Köln 1810) u. and. den

Gedanken weiter verfolgt, der sich zu einem System verdichtete in der

interessanten Schrift von:

~Aug. Pyr. de Candolle~, +Essai sur les propriétes médicales des

plantes comparées avec leurs formes extérieures et leur classification

naturelle+. Paris 1804 u. 1816. (Deutsch v. ~K. J. Perleb~. Aarau 1818.)

Widerspruch erfuhr die Theorie besonders von ~Vogel~ (Mat. med.),

~Plaz~ (de plantarum virtutibus ex ipsarum charactere botanico nunquam

cognoscendis 1762) und ~Gleditzsch~ (de methodo botanica dubio et

fallaci virtutum in plantis indice. 1742).

Später sind dann diese Gedanken vielfach weiter gesponnen worden in den

Schriften:

~Maly~, De analogis plantarum affinium viribus. Prag 1823.

~H. H. Dierbach~, +Abhandl. über die Arzneikräfte der Pflanzen+,

verglichen mit ihrer Struktur und ihren chemischen Bestandteilen. Lemgo

1831.

~Calvert et Ferrand~, Mém. sur la végétation considerée sous le point

de vue chimique 1844.

~Herlant~, Etude sur les rapports entre les principes actifs et les

caractères botan. des plantes officinales. Brux. 1878.

~Dragendorff~, Über d. Bezieh. zwischen chem. Bestandt. u. botan.

Eigentümlichk. d. Pflanz. Petersburg 1879.

~Greshoff~, Gedanken über Pflanzenkräfte und phytochemische

Verwandtschaft. Ber. d. pharmazeut. Ges. 1893.

~Rosenthaler~, Bezieh. zwischen Pflanzenchemie u. Systematik.

Naturforschervers. Stuttgart 1906.

* * * * *

Durch eine systematisch-botanische Zusammenstellung treten die

Ähnlichkeiten, die man sonst leicht übersehen hatte, oft geradezu

erst hervor. So besitzt dies von ~Schleiden~ geschmähte System sogar

heuristischen Wert. Es besitzt aber auch didaktischen, da es eine

lebensvolle Verknüpfung zusammengehöriger Drogen in der Vorlesung

ermöglicht, und deshalb hat sich seiner auch noch in neuerer Zeit

~Flückiger~ in seinem «+Grundriß der Pharmakognosie+» (Berlin 1883, 2.

Aufl. 1894) bedient. Deshalb bediene ich mich seiner in der Vorlesung

und deshalb habe ich dies System auch der Anordnung des Drogenmuseums

des Berner pharmazeutischen Instituts zugrunde gelegt.

Bereits in den «+Grundlagen der Pharmakognosie+» reden ~Flückiger~

und ich der Anlehnung an die natürlichen Pflanzenfamilien das Wort.

«Die Benutzung eines auf diese gegründeten Systems eignet sich schon

deshalb, weil die Kenntnis der Pflanzenfamilien vorausgesetzt werden

darf, kaum noch im Zweifel läßt über die jeder Droge gebührende Stelle

und nicht die Trennung der Teile oder Produkte gestattet, welche

eine und dieselbe Pflanze liefert. Diese Vorzüge sind größer als der

Nachteil, welcher darin erblickt werden mag, daß sich bei dieser

Anordnung Dinge nahe gerückt finden, welche weder morphologisch noch in

betreff der Heilwirkung irgend zusammengehören.»

Für Pflanzen und Tiere ist es benutzt in:

~J. J. Virey~, +Histoire naturelle des médicaments des alimens et des

poisons+. Paris 1820. 2 ed. 1826.

~A. L. A. Fée~, +Cours d’histoire nat.+ pharmaceut. ou histoire des

substances usitées dans la thérapeutique, les arts et l’économie

domestique. Paris 1828.

~A. Richard~, +Elemens d’histoire nat. med.+ Paris 1831–35.

~J. Johnstone~, +A therapeutic arrangement and syllabus of materia

medica+. London 1835.

~E. Soubeiran~, +Nouveau traité de pharmacie théoret. et prat.+ 1836.

2. Aufl. 1840.

Für Tiere in:

~J. F. Brandt~ und ~J. T. C. Ratzeburg~, +Medizin. Zoologie+. Getreue

Darst. u. Beschreib. d. Tiere, die in der Arzneimittellehre in

Betracht kommen. 3 B. 1827–33, mit 60 vorzügl. Kupfertafeln.

~P. L. Geiger~, +Handb. d. Pharmazie+. Heidelb. 1829.

~John Stephenson~, +Medical zoology and mineralogy+. London 1832.

~J. W. C. Martius~, +Lehrb. d. pharmazeut. Zoologie+ 1838.

~Martiny~, +Naturgeschichte der für die Heilkunde wichtigen Tiere+.

Gießen 1854. m. 30 Taf.

~Moquin-Tandon~, +Eléments de zoologie médicale+. Paris 1860. 2 Edit.

1882 avec Fig.

Des künstlichen ~Linné~schen Systems bedienen sich:

~C. Linné~, Materia medica 1749, 4. Aufl. Erlang. 1782, 5. Aufl. 1785

(~Ed. Schreber~).

~Schöpf~ (s. oben).

~P. J. Bergius~. +Materia medica e regno vegetabili+, sistens

simplicia officinalia pariter atque culinaria. 2 B. Stockholm 1778.

2. Aufl. Stockholm 1782.

~P. L. Geiger~, +Handb. d. Pharmazie+. 3. Aufl. 1830, 5. Aufl.

1837/39. Bearb. von ~N. v. Esenbeck~, ~Dierbach~ und ~Cl. Marquart~.

Auch der pharmakognostische Teil von ~C. G. Hagen~, +Lehrbuch der

Apothekerkunst+, Königsberg 1778–82 (bis 1821 8. Aufl.), ordnet die

Drogen nach dem Linnéschen System.

In neuerer Zeit bedienten sich des +systematisch-botanischen

Systems+:

~C. A. J. A. Oudemans~, +Aanteekeningen op het systematisch- en

pharmacognostisch-botanische gedeelte+ der Pharmacopoea Neerlandica.

Rotterdam 1854–56.

~W. Dymock~, +The vegetable Materia medica of Western India+. Bombay

s. a. (1884).

~F. A. Flückiger~ and ~Dan. Hanbury~, +Pharmacographia+ a history of

the principal drugs of vegetable origin, met with in great britain

and british India. London 1874. 2. Ed. (by ~Flückiger~) 1879. Das

wichtigste Werk der englischen Pharmakognosie, leider ohne Abbildungen.

Französische Übersetzung (nach der 1. Aufl.) von ~J. L. de Lanessan~,

Histoire des drogues d’origine végétale. 2 Vol. Paris 1878. avec 320

Fig. (par ~Hugon~).

Als Ergänzung dazu: ~Dan. Hanbury~, +Science papers+, chiefly

pharmacological and botanical. London 1876 (Edit. ~J. Juce~), mit

Abbild.

~G. Planchon~, +Traité pratique de la détermination des drogues simples

d’origine végétale+. 2 Vol. Paris 1875, mit Abbild.

~W. Dymock~, ~C. J. H. Warden~ und ~D. Hooper~, +Pharmacographia

indica+, a history of the principal drugs of vegetable origin met with

in British India. 3 Vol. London, Bombay, Calcutta 1890–1892, ohne

Abbildungen.

~George Watt~, +Dictionary of the economic products of India+. 6 Vol.

Calcutta 1889–1893, ohne Abbildungen.

~Lucius E. Sayre~, +A manual of organic materia medica and

pharmacognosy+. Philadelphia 1895, with 543 Illustr.

Handbuch der Pharmakognosie(#71451) · 第 24 / 33 段