Pharmakopöe vorgeschriebenen _Semina Strophanthi_ (1900) in England
nicht zu haben waren. Die ersten Exporteure dieser Droge aus
Nyassaland versandten die einander sehr ähnlichen Samen von drei
verschiedenen Pflanzen miteinander gemischt. Die die richtigen
Samen liefernde Pflanze hat steifbehaarte Blätter; von den beiden
schwächer wirkende Samen liefernden Spezies hat _Str. Emini_ weiche,
samtartige Blätter und Schoten mit einem dichten, wolligen Überzuge.
Die langen, langgeschwänzten Blumenblätter, welche diese beiden Arten
haben, fehlen der dritten Art, _Str. Courmontii_, die außerdem glatte
Blätter hat. Man erkannte die Mischung dieser Samen an dem Verhalten
gegen konzentrierte Schwefelsäure, welche die Samen von _Str.
Kombe_ grün, die der beiden anderen rötlich färbt. Die Exporteure
versuchten, sich ein Monopol zu sichern, indem sie den Ursprung der
drei differenten Samen den europäischen Botanikern verschleierten;
doch hat die Konkurrenz der billigeren _Strophanthus_samen aus
Westafrika dahin geführt, daß man in Zukunft nun wirkliche
_Kombe_samen aus Nyassa in den Handel bringen wird.
Der niedrige Preis, den die _Tubera Aconiti_ der Alpen haben und
der namentlich auch durch die Einführung der japanischen Knollen in
England bedingt wurde, führte zu sorgloserer Einsammlung und hat
in England eine Vorschrift der Pharmakopöe veranlaßt, wonach die im
Lande kultivierten Knollen von _Aconitum Napellus_ zur Bereitung der
offizinellen Präparate zu benutzen sind. Immer aber setzt noch jetzt
die Konkurrenz der auswärtigen wilden Droge den Preis der Kulturdroge
so stark herab, daß kaum die nötige Menge letzterer produziert werden
kann.
Die Ursache der Abnahme des Gebrauchs von _Scammonium_ liegt nach
~Holmes~ darin, daß geradezu für bestimmte Märkte eine schlechtere
Qualität gefordert wird. Nach Südamerika wird nur _Skilip-Scammonium_
begehrt, das nur 40% Harz enthält. Man hat versucht, das Harz allein
als Droge einzuführen, aber hier hat der Wettbewerb in der Billigkeit
wieder zwei Produkte in den Handel gebracht, nämlich reines Harz
und mit etwas wässerigem Extrakt (durch Perkolation mit Wasser nach
Erschöpfung mit Spiritus) versetztes.
Die Nachfrage nach billigem _Safran_ zum Färben von Kuchen
und Backwerk in Cornwall führt zum Import des minderwertigen
Alicante_safran_, der mindestens um einen Schilling pro Unze billiger
als Valencia_safran_ ist.»
[Illustration: Fig. 284.
Verpacken des _Absinth_ in Frankreich. Einstampfen in die Säcke. [Nach
+Roure-Bertrand+.]]
Auch Irrtümer erhalten sich oft lange.
~Watt~s «+Dictionary of the Economic Products of India+» sagt, daß
das sogenannte ostindische _Gummi arab._ gar kein indisches _Gummi_
war, sondern von den Häfen des Roten Meeres nach Bombay exportiert
und von dort weiter exportiert wird. Ziemlich das Gleiche sagt die
+Pharmacographia+. Obgleich seitdem als inkorrekt bewiesen, finden
wir die gleiche Bemerkung in +National Dispensatory+ 1897 und in
~King~s +American Dispensatory+ und anderwärts (~Heap~).
Es ist aber für den wissenschaftlichen Pharmakognosten sehr schwer,
einen Einblick in die Handelsverhältnisse zu bekommen, besonders wenn
er nicht in einer Welthafenstadt wohnt. Er erfährt von vielen Vorgängen
nichts.
Die _Cardamomen_ werden in zwei Arten gehandelt, aber nur wenige, die
den Artikel nicht auf dem Markt verfolgen, wissen es. _Sarsaparilla_
wird auf dem Londoner Markte in 6 oder 7 Arten geteilt, doch erwähnen
die Lehrbücher nichts davon. Im besten Falle findet man drei Arten
_Benzoë_ in den Lehrbüchern, während die Marktkäufer an vier gewöhnt
sind (~Heap~).
2. Verpackungen.
In den Abschnitten, die von der Kultur und der Erntebereitung
handeln, haben wir die Droge bis zur fertigen Herstellung am Orte der
Gewinnung verfolgt. Wir kommen nun zu den +Verpackungen+. Diesem
Teile der Pharmakognosie ist bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet
worden. Ich betreibe das Studium der Verpackungen seit 1884, wo ich
bei Beginn meiner Tätigkeit als Dozent der Pharmakognosie mir durch
Vermittelung der Großdrogenhäuser (besonders ~Gehe~ & Co.) eine
ziemlich vollständige Sammlung der +Originalpackungen+ verschaffte und
diese dann hier und in Indien fortdauernd vermehrte. So konnte ich bei
der Eröffnung des Museums des Berner pharmazeutischen Institutes (1893)
eine Gruppe vorführen, die alles Wesentliche enthielt (Taf. XXX u.
XXXI). Wie neuere Mitteilungen (von ~Weigel~ 1905) zeigen, hat sich in
letzter Zeit an den Packungen fast nichts geändert.
In der Literatur findet man wenig über Verpackungen und meist nur ganz
gelegentliche Notizen darüber. Die mannigfaltigen Verpackungen der
_Sarsaparille_, die ehedem im Handel anzutreffen waren, sind abgebildet
in ~Pereira~, +Elements of materia medica+ 1855 II, p. 277–284, die
eigenartigen Kisten, in denen die _Cajeputöl_flaschen verpackt werden,
in meinen Indischen Heil- und Nutzpflanzen (Taf. 75). Die älteste
Drogenpackung, von der eine Abbildung auf uns gekommen ist, ist die des
_Silphium_ auf der berühmten Arkesilasschale aus dem VI. Jahrh. v. Chr.
(Fig. 273), auf der das Abwiegen und Verstauen der _Silphium_ballen im
Schiffsraum dargestellt ist.
[Illustration: Fig. 285.
Verpackung von _Mate_ (Paraguaytee). [+Tschirch+ phot.]]
Ich gebe im folgenden ein Verzeichnis der hauptsächlichen Packungen,
wie dieselben sich 1907 im Großhandel fanden, bemerke jedoch, daß
namentlich das Gewicht und die Dimensionen wechseln, und auch
andere vorkommen. Im Verpackungstyp hat sich aber in den letzten 20
Jahren wenig geändert. In diesem Punkte ist der Großhandel ziemlich
konservativ.
Als =Packmaterial= bedient man sich sehr verschiedener Dinge: der
_Rumex_früchte beim _Opium_, der _Lorbeer_blätter beim _Succus
liquiritiae_, der nach der Destillation aus der Destillierblase
entfernten und getrockneten _Melaleuca_blätter bei den Flaschen des
_Cajeputöls_. Auch Reisspelzen finden hie und da Verwendung, z. B. beim
_Lemongrasöl_.
Ich unterscheide drei +Verpackungstypen+: den +Kistentyp+, den
+Ballentyp+ und den +Kanister-Flaschentyp+. Nach diesen geordnet sollen
im folgenden die Packungen vorgeführt werden.
Da die Dimensionen der Kisten usw. wechseln, habe ich sie, um die Form
zu fixieren, nach den mir vorliegenden, in meiner Sammlung befindlichen
angegeben.
[Illustration: Tafel XXX
Cocos
Ol.
Ol. cassiae
Thee Geranii Rad.
Ipecac.
(Serone)
Moschus
Cort.
granati
Cocos
Fol.
Para Sennae
Sarsa- Opium
parille Guttapercha
Nux Ol. citri
vomica
Ammoniacum Rhiz.
Ambra zingib. Ecuelle
cond. à piquer Cort. chinae
Rhiz. zingib. Mate (Serone)
Bals.
copaivae Ol. cajuputi
Ol. Ol.
citro- menthae
Ol. Bals. nellae
menthae Opium- peruvian.
Ol. pfeife
Rosae Reis-
kocher
Die Sammlung von Drogenpackungen im Museum des pharmazeutischen
Institutes der Universität Bern. [+Tschirch+ phot.]]
[Illustration: Tafel XXXI
Cocos
Ol.
geranii
Thee Ol.
Cort. anisi
aurant. stellati
Moschus
Cort.
Winteran. Thee
Manna
am
Zweig
Guttapercha Ol. Opium
aurantiorum Para
Senna dulc. Sarsaparille Copaivabalsam
Nuces Ammoniacum
vomicae
Ol. menthae
pip.
Ol. Cardamomen
Cajuputi
Betelkauapparate
Ol.
Rosae Thee
Die Sammlung von Drogenpackungen im Museum des pharmazeutischen
Institutes der Universität Bern. [+Tschirch+ phot.]]
=1) Kisten, Chests.=
_Opium_, kleinasiatisches und türkisches, in Broten. Mit Zinkblech
ausgeschlagene, rechteckige Kisten (Länge c. 87 cm, Tiefe c. 45 cm,
Höhe c. 30 cm). Packmaterial: _Rumexfrüchte_. Gewicht 50 oder 75 kg
(Taf. XXXI u. Fig. 274).
_Ammoniacum._ Quadratische Kisten mit Eisenblech ausgeschlagen (60 cm
breit, 53 cm tief, 55 cm hoch), die größten von c. 120 kg (Taf. XXXI).
_Asa foetida._ Kisten von 50–150 kg.
_Barbadosaloë._ Kalebassen (Kürbisse) von verschiedener Größe,
vollständig mit der _Aloë_ erfüllt, meist mitten durchgeschlagen (Fig.
275). Mehrere solcher Kürbisse zum Export in Fässer zusammengepackt
(Fig. 278).
_Curaçaoaloë._ Quadratische, roh zusammengeschlagene Kisten (von meist
35 cm im Quadrat), Gewicht 50–55 kg.
_Capaloë._ Rechteckige Kisten von 100–220 kg, die mit der
zusammengeflossenen _Aloë_ nahezu ganz erfüllt sind. Die _Aloë_ muß mit
Hammer und Meißel herausgestoßen werden.
_Crown_-(_Uganda_-)_Aloë_. In rechteckigen Stücken von c. 450 g, in
rotes Papier gewickelt und in Kisten verpackt.
_Drachenblut._ Große Blöcke mit Sackabdrücken (Fig. 276) oder in
Stangen von c. 20 cm Länge, in _Licuala_blätter eingewickelt. In Kisten
von c. 100 kg.
_Cardamomum_ (Malabar). Quadratische Kisten 40 zu 40 cm (Taf. XXXI).
_Flores cassiae._ In Kisten mit Bastumhüllung (Fig. 277).
_Cinnamomum Cassia._ Rinden-Röhren in Kisten (Fig. 277).
_Chinesischer Rhabarber._ Quadratische Kisten, die außen meist gelb
angestrichen oder mit gelbem Papier beklebt sind, innen mit Blech
ausgeschlagen, das bisweilen innen mit Papier beklebt ist (Tiefe 50,
Breite 70, Höhe 60 cm). _Canton-Rhabarber_ in Kisten à 75–90 kg.
_Shanghai-Rhabarber_ in Kisten à 100 kg. _Shensi_ in Kisten à 110 kg.
_Vanille._ Blechdosen, Früchte in Bündeln. Bei der _Vanille_ werden
Bündel von 50 Früchten (mazos) hergestellt, je 60 mazos (= 3 Millares)
werden in eine Blechkiste verpackt (Fig. 274 u. 279).
_Tee._ Quadratische, mit Bleifolie ausgeschlagene und verlötete, bunt
beklebte Kisten sehr verschiedenen Durchmessers (Taf. XXX u. XXXI, Fig.
275 u. 280).
_Araroba._ Kisten von 70 kg.
_Canthariden_, chinesische: Kisten von c. 30 kg; russische: Fässer von
50 oder 100 kg.
_Coloquinthen_, Palästina. Säcke von 50–100 kg.
_China-Succirubra._ in Röhren, Kisten von 45–50 kg (Fig. 269).
_Benzoë, Palembang._ Kisten à 8 Dosen, c. 8–10 kg.
_Benzoë, Siam._ Kisten von 30–115 kg.
_Benzoë, Sumatra._ durchgesägt, in Sackleinwand, in Kisten von 40–50
kg, (London).
_Resina guajaci._ Kisten von 40 kg.
_Gutti_ in Röhren. Kisten von 100 kg.
_Kino._ Kisten von 70 kg.
_Mastix._ Kisten von 50 kg.
_Olibanum._ Kisten von 110–125 kg oder Säcke à 90 kg.
_Kamala._ Kisten von c. 30 kg.
_Manna._ Kisten von c. 30 oder 90 kg.
_Guarana_ in Stangen. Kisten von c. 65 kg.
_Sternanis_, chinesischer. Kisten von c. 60 kg.
_Succus liquiritiae._ Kisten von c. 100 kg (Fig. 274), Packmaterial
Lorbeerblätter.
_Catechu_, in Blöcken à 50 kg.
_Galläpfel_, chinesische. Kisten von 60–100 kg.
_Traganth._ Kisten von c. 75 kg.
_Castoreum_, canad. Dosen von c. 5 kg.
_Moschus._ Zierliche, mit gemusterter Seide überzogene Pappkästchen,
die innen mit dicker Bleifolie ausgelegt sind und außen mit zwei
kleinen Beinriegeln verschlossen sind (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 274 u.
275). Die _Moschus_beutel sind in Papier gewickelt, auf dem mit roter
Farbe die Jagd des Moschustieres dargestellt ist (Fig. 281). Die
Darstellung ist aber kaum authentisch, da das Moschustier mit einem
Geweih ausgestattet ist und die Verfolgung zum Teil zu Pferd erfolgt,
was kaum möglich sein dürfte. -- Dosen à ½ Catty = 302½ g. --
_Assammoschus_, ex vesicis. In Gläsern à 100 g.
_Zibeth._ Gerade Hörner, die oben und unten abgeschnitten, unten mit
einem Holzverschluß versehen, oben mit Leder zugebunden und meist noch
in Haut eingenäht sind, à c. 1½ kg (Taf. XXXI).
[Illustration: Fig. 286.
Alte Verpackungsart des _Mate_ in die Haut des großen Ameisenbärs.
[+Tschirch+ phot.]]
=2) Ballen,=
Seronen (Serons), Packen, Säcke, Körbe, Matten, Fardelen, Gonges,
Bales, Packages, Bags, Robbins, Cases, Baskets.
_China Calisaya plana_ (Monopol), amerikanische Seronen aus Tierfellen
mit der Haarseite nach außen, die mittelst Hautstreifen verbunden sind
(Fig. 276 u. Taf. XXX). Breite c. 60, Tiefe c. 45, Höhe c. 45 cm. Die
Häute umschließen den Inhalt vollständig. c. 30 kg schwer. Gelegentlich
ist die Verpackung noch sorgfältiger: Leinen, Öltuch, Teertuch und
schließlich Rindshaut -- oder in Kisten von c. 30 kg.
_Sarsaparille_, Honduras. Seronen von c. 60–90 kg; aus Tierfellen, die
Haarseite nach außen, die Haut umschließt die Droge nicht vollständig,
sondern es sind nur oben und unten zwei Hautkappen von 55 cm Breite und
45 cm Tiefe angebracht, die durch breite Hautbandstreifen miteinander
verbunden sind, so daß in der Mitte der Serone die Droge frei sichtbar
ist (Fig. 275, 276). Die Droge in Puppen (Fig. 275, Taf. XXXI), 80–85
in einer Serone.
_Sarsaparille_, Veracruz. In Ballen von 60–100 kg, mit Eisendraht (Fig.
275) umwickelt. Ware oberflächlich gereinigt.
_Ipecacuanhawurzel._ Rio. Seronen aus Tierfellen. Haare nach außen.
Länge c. 80 cm, Breite c. 45 cm. Die Ränder sind mit Hautbandstreifen
vernäht und oft auch mit grober Sackleinwand verklebt (Taf. XXX). Das
Fell umschließt die Droge ganz.
_Cinnamomum ceylanicum._ Die auf gleiche Länge gebrachten Rindenröhren
des Ceylon-Kaneels mit Bast zu zylindrischen Bündeln zusammengebunden,
von c. 45 kg, mit Sackleinwand umnäht, «Fardehl» [Fardele] (Fig. 277,
282).
_Euphorbium_, Schilfseronen, sehr sauberes Geflecht, sogar mit Griffen
versehen (Marokko), c. 130 kg (Fig. 276).
_Gummi arabicum_, +Cordofan+. Schilfmatten von pyramidenförmiger
Gestalt, mit Sackleinen umnäht oder in Kisten von c. 100 oder 180 kg.
_Gummi arabicum_, +Senegal+. Ballen von c. 100 kg.
_Granatwurzelrinde._ Zylindrische aus breiten Stuhlrohrbändern dicht
geflochtene Körbe von rundem Querschnitt, von c. 1,20 m Höhe und c. 60
cm Durchmesser, flachem Boden und flachem oder gewölbten Deckel (Taf.
XXX).
[Illustration: Fig. 287.
Einfüllen des _Perubalsams_ in die Kanister in San Salvador. [+Preuß+
phot.]]
_Guttapercha._ Aus dünnen, runden Stuhlrohrstengeln sehr locker
geflochtene, zylindrische Körbe mit rundem Querschnitt und flachem
Deckel, die in Sackleinwand eingenäht sind. Durchmesser c. 50–60 cm,
Höhe c. 65–75 cm (Fig. 275).
_Senf._ Zylindrische Fässer von rundem Querschnitt, c. 50 cm
Durchmesser und c. 60–65 cm Höhe, in Bastmatten eingenäht.
_Bombay-Senf_, in Säcken von c. 75 kg.
_Nux vomica._ Aus dünnen, flachen Rotangstreifen dicht geflochtene
Körbe von rundem Querschnitt, die in feingeflochtene Bastmatten
eingenäht sind (Taf. XXXI). Durchmesser c. 50–60, Höhe c. 60 cm oder in
Säcken.
[Illustration: Fig. 288.
In der Mitte ein moderner _Perubalsam_kanister, rechts und links davon
früher gebräuchliche Krüge. [+Tschirch+ phot.]]
_Koso_ in Bündeln. Blütenstände straußartig zusammengebunden. In Säcken.
_Cassiabruch_ in Ballen (Fig. 277).
_Caryophylli_ (Penang) in Kisten von c. 150 kg (rot) oder in Basthüllen
(die Bastmatten übereinandergeschlagen und verschmiert), «Gonges» (Fig.
277) von c. 80 kg.
_Lycopodium_ in Säcken à c. 50 kg von ziemlich feiner Leinwand, die
in groben Hanfsäcken stecken; umgeben von aus Schilf geflochtenen
Bastmatten mit starken Tauen verschnürt oder in Kisten à 10 Pack à 10
kg.
_Cortex Aurantii_ Malaga. Große, oft über 1,30 m lange, aus Halfagras
dicht geflochtene «Matten» von c. 140–170 kg. Sizilianische, Säcke von
c. 50 kg. Curaçao, Ballen von c. 65 kg.
_Cortex Winteranus._ Ovale Körbe mit Deckel aus Rotangstreifen
geflochten, Höhe c. 45 cm, Breite c. 65 cm, Tiefe in der Mitte c. 35 cm
(Fig. 275).
_Russisches Süßholz._ Große c. 1,20 m lange Bastmatten (Fig. 275),
70, 90, 120 kg. _Spanisches Süßholz._ Pack von c. 60 kg. _Spanisches
Süßholz._ Tortosa (2 Bots) Ballen von 29–30 cm, à 24 Bund à 5 kg.
_Griechisches Süßholz._ Pack von c. 150 kg.
_Muscatnüsse_ (Banda) ungekalkt in Fässern (oder Kisten) von c. 100 kg.
_Sennesblätter_ (alexandrinische). Große, aus dünnen Streifen eng
geflochtene Matten von etwa 85 cm Breite, außen noch in Sackleinwand
eingehüllt, von c. 150 kg. Tinevelli. Ballen von c. 170 kg.
_Sabadillsamen_, in Säcken.
_Galgant._ Etwa meterlange, feingeflochtene Bastmatten oder Bastballen,
mit dünnem Rohr verschnürt. Ballen 90–120 kg (Fig. 276).
_Bengaleningwer_, in Säcken von c. 100 kg. _Jamaicaingwer._
Enggeflochtene Körbe von rundem Querschnitt, mit flachem Boden und
flachem Deckel. Durchmesser c. 60, Höhe c. 75 cm. Die Körbe sind in
Bastmatten eingenäht und meist noch mit derben Stuhlrohrstreifen
umflochten.
_Sassafrasrinde._ Ballen von c. 100 kg.
_Sassafrasholz_, geraspelt in Säcken à 100 kg.
_Strophantus._ Säcke von c. 30 kg.
_Baccae Juniperi._ Säcke von c. 50 kg.
_Curcuma._ Säcke von 50–80 kg.
_Arrowroot_, St. Vincent. Fässer von c. 100 kg.
_Toncobohnen_, Angostura. Fässer von c. 200–500 kg.
_Arecasamen._ Säcke von c. 60 kg.
_Jaborandi._ Ballen von 100–170 kg.
_Mate._ Ballen von c. 100 kg oder in sehr eigenartigen Taschen (Fig.
285 u. 286).
_Matico._ Ballen von c. 40 kg.
_Grana Paradisi._ Ballen von c. 75 kg.
_Galbanum._ Ballen von c. 80–90 kg.
[Illustration: Kanister mit japan. _Ol. menth. pip._
Originalkiste mit zwölf in Reisstroh verpackten Weinflaschen _Ind.
Lemongrasöl_.
Blechdose mit _jap. Menthol_.
Originalkiste mit vier Bleikanistern _Ol. cassiae chinens_.
Kanister von _Sternanisöl_.
Originalkiste mit amerikan. _Ol. menth. pip._ Todd. Ein «Estagnon»
französ. _Lavendelöl_ (oder _Rosmarinöl_).
Kupferne Ramière mit _Ol. citri_ (oder _Bergamottae_).
Fig. 289.
+Originalverpackungen von Drogen.+ [+Weigel+ phot.]]
_Myrrha._ Ballen von c. 80 kg, in Bastkörben (London).
_Herba Cannabis Indicae._ Ballen von c. 50 kg.
_Carrageen._ Ballen von c. 50 oder 100 kg.
_Agar-Agar_ in Fäden. Packen von c. 90–120 kg; Schnitzel- und
Linealform Packen von c. 90 kg.
_Fungus Laricis._ Ballen von c. 75 kg.
_Oleum Cacao._ Blöcke von 10–16 kg und Ballen von 70–90 kg.
_Oleum Myristicae_, in Riegeln von ½ oder 1 kg.
_Cassia Fistula_, ostindische. Körbe, aus derben Spänen geflochten, oft
mit Sackleinwand übernäht, von 50–60 kg (Fig. 278).
_Cocculi Indici._ Säcke von c. 55 kg.
_Cortex Angosturae._ Ballen von c. 70 kg.
_Cortex Canellae._ Ballen von c. 70 kg.
_Cascara Sagrada._ Ballen von c. 30 kg.
_Cortex Cascarillae._ Ballen von c. 70 kg.
_China flava_, +Cartagena+. Ballen von c. 60 kg. _China flava_,
+Maracaibo+. Ballen von c. 60 kg. _China flava_, +Puerto Cabello+.
Ballen von c. 40 kg.
_China fusca Loxa._ Ballen oder Kisten von c. 50 kg.
_China Calisaya_ (Kulturrinde). Ballen von c. 25 kg.
_Condurangorinde._ Ballen oder Säcke von c. 50 kg.
_Quassiaholz._ Ballen von 50 kg.
_Quebracho blanco._ Ballen von c. 30 kg.
[Illustration: Fig. 290.
Sechs Töpfe von _Tubocurare_ in einer Enveloppe vereinigt. [+Tschirch+
phot.]]
_Quilayarinde._ Ballen von c. 60–80 kg.
_Simarubarinde._ Ballen von c. 50 kg.
_Cubeben._ Säcke von c. 50 kg.
_Calabarbohnen._ Ballen von c. 70 kg.
_Buccublätter._ Ballen von c. 130 kg.
_Cocablätter_, Cuzco. Ballen à 4 Ballots à 11 kg. Trujillo. Ballen à
25–50 kg.
Für den Transport wird die peruanische Kultur-_Coca_ in den Pflanzungen
in Wollstoffe gehüllt und an der Spitze in Bananenblätter gewickelt und
mit Agaveblättern zugeschnürt. 5 solche je 1 Arroba haltende Bündel
werden in Cuzco in Jutestoff eingepackt.
_Sem. Strychni._ Säcke von 25 oder 70 kg.
_Rad. Colombo._ Säcke von 50–55 kg.
_Tub. Jalappae._ Ballen à 90 kg.
_Radix Ratanhiae_, Payta. Ballen von c. 45–60 kg.
_Radix Senegae._ Ballen von c. 80 kg.
_Rhizoma Calami._ Säcke von c. 100 kg.
_Rhiz. Zedoariae._ Ballen à c. 60 kg.
_Rhiz. chinae._ Ballen (Fig. 278).
_Crocus_, spanisch. Beutel, in Blechdosen verpackt, à c. 5 kg.
_Secale cornutum._ Säcke à c. 75 kg.
_Anis_, russisch. Säcke à c. 100 kg.
_Fenchel_, Bombay. Säcke à c. 50 kg.
_Cina._ Säcke à c. 30–100 kg.
_Faenum graecum._ Säcke à c. 100 kg.
_Sabadilla._ Säcke à c. 50 kg.
Die +frischen+ _Colanüsse_, die in ziemlicher Menge nach Europa
exportiert werden, werden in Körben versandt (Fig. 283), die trockenen
in Säcken à 80 kg.
Die französische _Absinth_ wird in an Gerüsten aufgehängte große Säcke
mit den Füßen eingestampft (Fig. 284).
Eine sehr eigenartige Gruppe bilden die +komprimierten Drogen
Amerikas+, die jenseits des Atlantischen Ozeans sehr beliebt sind, von
denen aber fast nur _Herba lobeliae_ in Paketen von ¼, ½ und 1 Pfund
englisch mit Aufdruck (Fig. 276) sich bei uns eingeführt hat.
Von diesen +Pressed herbs+ sind unter anderem im amerikanischen
Handel:
Style of
Package
Parsley leaves Carum Petroselinum
B. u. H. ozs.
Pennyroyal leaves Hedeoma pulegioides
Pers. ozs.
Pink-root Spigelia marylandica L. lbs.
Pitcher-plant root Sarracenia
purpurea L. lbs.
Pleurisy-root Asclepias tuberosa L. lbs.
Polypody leaves Polypodium vulgare L. ozs.
Pomegranate, bark of root Punica
Granatum L. lbs.
Poppy leaves Papaver somniferum L. ozs.
Prickly Ash bark Xanthoxylum
americanum Mill. lbs.
Privet leaves Ligustrum vulgare L. ozs.
Pulsatilla herb Anemone Pulsatilla L. ozs.
Red Clover tops Trifolium pratense L. ozs.
Red Cohosh root Actaea spicata L.,
var. rubra Ait. lbs.
Red Poppy flowers Papaver Rhoeas L. ozs.
Rhatany root Krameria triandra
R. u. P. lbs.
Rose petals, pale Rosa centifolia L. ozs.
Rosemary flowers Rosmarinus
officinalis L. ozs.
Rosin-weed leaves Silphium laciniatum L. ozs.
Rue leaves Ruta graveolens L. ozs.
Safflower Carthamus tinctorius L. ozs.
Sage leaves, Italian Salvia officinalis L. ozs.
Sampson Snake-root Gentiana ochroleuca
Froel. lbs.
Sarsaparilla, Honduras Smilax officinalis
B. H. K. lbs.
Silkweed root Asclepias syriaca L. lbs.
Skunk Cabbage root Symplocarpus
foetidus Salisb. lbs.
Soapwort leaves Saponaria officinalis L. ozs.
Salomon’s-seal root Polygonatum
officinale All. lbs.
Southern-wood herb Artemisia
Abrotanum L. ozs.
Spearmint leaves Mentha viridis L. ozs.
Spikenard root Aralia racemosa L. lbs.
Star-grass Aletris farinosa L. lbs.
Stillingia root Stillingia silvatica L. lbs.
Stone-root Collinsonia canadensis L. lbs.
Stramonium leaves Datura Stramonium L. ozs.
Sweet Basil leaves Ocimum Basilicum L.
Sweet Clover herb Melilotus officinalis
Desr. ozs.
Sweet Fern leaves Myrica asplenifolia
Banks lbs.
Sweet Flag root Acorus Calamus L. lbs.
Sweet-gum bark Liquidambar styra-
ciflua L. ozs.
Sweet Majoram leaves Origanum
Majorana L. lbs.
Tag Alder bark Alnus serrulata
Willd. ozs.
Tamarac bark Larix americana Michx. ozs.
Tansy leaves Tanacetum vulgare L. ozs.
Thimble-weed herb Rudbeckia laciniata L.
Thyme leaves Thymus vulgaris L. lbs.
Tormentilla root Potentilla Tormentilla
Scop.
Turkey-corn root Dicentra canadensis DC. lbs.
Twin-leaf root Jeffersonia diphylla Pers.
Valerian root Valeriana officinalis L. lbs.
Virginia Snake-root Aristolochia Ser-
pentaria L. lbs.
Wahoo, bark of root Evonymus atro-
purpureus Jacq. lbs.
Wahoo, bark of tree Evonymus atro-
purpureus lbs.
White Bryony root Bryonia alba L. lbs.
White Clover tops Trifolium repens L. ozs.
White Hellebore root Veratrum album L. lbs.
White Indian Hemp root Asclepias
incarnata L. lbs.
White Oak bark Quercus alba L. lbs.
White Snake-root Eupatorium aromaticum L. lbs.
Wild Cherry bark Prunus serotina Ehrh. lbs.
Wild Ginger Asarum Canadense L. lbs.
Wild Indigo root Baptisia tinctoria
R. Br. lbs.
Wild Lettuce leaves Lactuca canadensis L. ozs.
=3) Flaschen, Kanister,=
Ramièren, Blechdosen, Estagnons (Blechkannen), Barrels, Oxhofte,
Tonnen (puns), Fässer, Fässchen (kegs), Drums, Casks, Tins, Cans,
Pots, Bottles.
_Perubalsam._ Rechteckige Metallkanister mit verschraubbarer Öffnung
und quadratischem Querschnitt (20 cm). Höhe 30 cm. Oben Handgriff (Taf.
XXX, Fig. 274 u. 275, 287, 288). 2 Kanister (à 25 kg) in einer Kiste.
(Die Kanister kommen mit Maschinenöl aus England nach Zentralamerika,
werden dort gereinigt und zum Transport des _Perubalsams_ verwandt.)
_Tolubalsam._ Zylindrische Kanister aus dünnem Blech mit rundem
Querschnitt, 15 cm, Höhe 25 cm. Meist 2 in einer Kiste. Selten kleine
Kalebassen.
_Copaivabalsam._ Zylindrische Metallkanister mit rundem Querschnitt (c.
28 cm), c. 45 cm Höhe (Taf. XXX u. XXXI), meist 2 Kanister von c. 18 kg
in einer Kiste. (Bisweilen auch leere Petroleumkanister noch mit den
entsprechenden Etiketten, Balsam daher vielfach trübe.)
_Oleum citri_ und _Oleum aurantii._ Kupferne Kanister (Ramièren) von
rundem Querschnitt, Durchmesser c. 45 cm, Höhe ohne Deckel c. 35 cm.
Abgerundeter Boden, kleine zentrale Öffnung im Deckel (Taf. XXX u.
XXXI, Fig. 275 u. 289). Die Ramièren von _Oleum citri_ halten 25 und 50
kg.
_Oleum geranii._ Zinkblechkanister in Form einer Destillierblase,
c. 45 cm Durchmesser, mit rundem Querschnitt, verjüngtem oberen Teil.
Mit dicken Schnüren umzogen (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 275 u. 258), oder
15 Flaschen à 850 g in einer Kiste; oder Töpfe von c. 100 kg, oder
Trommeln von c. 20 kg.
_Oleum cassiae_ und _Oleum Anisi Stellati_. Bleikanister von
zylindrischer Form und rundem Querschnitt (21 cm), Höhe 24 cm, mit
chinesischem Pflanzenpapier überklebt und mit gelbem Firniß überzogen.
In der Mitte des Deckels runde, leichtverschließbare Öffnung von 3 cm
Durchmesser. Am Deckel zwei Handhaben (Taf. XXX). Inhalt c. 7½ kg. 4
Kanister in einer Kiste (Fig. 289).