verteilten Drogenkisten oder -ballen (Fig. 258–260) ein oder mehrere
der gleichen Sendung in einen der Ausstellungsräume im Warehouse (Fig.
261 u. 262) gebracht, die Ballen und Kisten geöffnet, die Blöcke (der
_Benzoë_ z. B.) durchschlagen, in Reihen angeordnet und mit Nummern
am Boden versehen. Bei jeder Abteilung ist der Verkäufer durch ein
großes Schild mit dem Namen der Importfirma gekennzeichnet (Fig.
262). Diese Säle sind in den Geschäftsstunden frei zugänglich. Die
Kaufliebhaber (meist +whole sale druggists+) durchwandern sie, mustern
die Drogen und machen sich ihre Notizen. Von den hier ausgestellten
Drogen sind dann auch meist noch kleinere Muster (Samples) in den
Show-Räumen bei den den Verkauf vermittelnden Agenten, den +Brokers+
für Drogen in Mincing Lane, zu sehen, von denen es 1903 15 gab. Auch
dort kann man die Proben besichtigen (Fig. 263). In einem besonderen
Saale, der London Commercial Sale rooms, werden dann an bestimmten
Tagen, meist Donnerstags, die +Auktionen+ vorgenommen. Ein amtlich
angestellter Auktionator bietet die lots (Lose) nach schon mehrere Tage
vorher gedruckt verteilten, langen, schmalen Listen aus und erteilt
eventuell den Zuschlag. Eine dieser charakteristischen Listen, die
ich bei einem Besuche der Docks und der Brokers 1903 in großer Zahl
mitgebracht hatte, teile ich im folgenden (in der Beilage) mit. Sie
liegen bei den Brokers auf und mit ihnen in der Hand durchgehen die
Käufer, den Bleistift in der Hand, den Zylinder im Nacken (das ist hier
Kleiderordnung!) die in den Show-rooms ausgestellten Muster (Fig. 262).
[Illustration: Fig. 262.
In dem Ausstellungssaale eines Londoner Warehouse. Jede Abteilung trägt
den Namen des Brokers. Die Packungen sind geöffnet. Die Kaufliebhaber
zirkulieren mit den Auktionslisten in der Hand, deren Nummern mit denen
der Muster übereinstimmen.]
Ist die Droge in der Auktion nicht verkauft worden, so bleiben die
Vorräte in den Warehouses der Docks, wo sie bis zu einer günstigeren
Gelegenheit lagern können. Platz genug ist jetzt dort, da der
_Chinarinden_handel sich jetzt fast ganz nach Amsterdam gezogen
hat und Hamburg eine scharfe Konkurrenz macht. Man klagt in London
allgemein, daß die Einfuhr zu klein und die Docks zu groß sind. Einige
Drogen bezieht London schon jetzt via Hamburg und Amsterdam.
Drogen lagern besonders im: Friars Warehouse, Smith Warehouse, Drug
Warehouse, London Dock (Taf. XXVI u. XXVII), St. Katharines Dock, New
Crane Wharf, Cotton Wharf, Davis Wharf, Metropolitan Wharf, Red Bull
Wharf, Sharps Wharf, Brooks Wharf, Wilsons Wharf, New Hibernia Wharf,
St. Johns Wharf, Gun Wharf, Symons Wharf, Red Lion Wharf, Nicholsons
Wharf, South Eastern Wharf. Die London und Katharinendocks liegen
an der Themse in der Stadt, nicht weit von Towerbridge, die anderen
themseabwärts.
[Illustration: Fig. 263.
Bei einem Londoner Broker. Von den zur Auktion kommenden Drogen sind
Muster auf den Tischen ausgelegt. Die Nummern derselben korrespondieren
mit den Nummern der Auktionsliste und den Nummern im Schausaal (Fig.
262).]
In den Dockhallen und den Warehouses von London haben die einzelnen
Drogen und Drogengruppen ihre besonderen, meist durch Schilder
gekennzeichneten Plätze, z. B. «_spices_», «_rhubarb_», «_vanille_»,
«_oils_», so daß man sich leicht zurechtfindet und immer weiß, wo man
_Chinarinden_, _Zimt_, _Jod_, _ätherische Öle_ oder anderes zu suchen
hat. Es herrscht gute Ordnung und große Sauberkeit. Die feineren Drogen
liegen im Fenchurchstreet-Warehouse, wo sich auch ein kleines Museum
befindet.
+Die London and India Docks Compagnie+ umfaßt die gewaltigen London
Docks, St. Katharine Docks, West and Southwest India Docks, East India
Docks, Royal Albert and Victoria Docks, Tilbury Docks, Cutler St. and
commercial Rᵈ Warehouses und East Smithfield Depôt.
Angebot eines Londoner Brokers
(Grundlagen für die Besichtigung und die Auktion).
FOR
Public Sale,
BY
X. Y. Z. & Co
AT THE
LONDON COMMERCIAL SALE ROOMS
MINCING LANE,
ON
Thursday, April 2nd, 19__
At Half-past TEN o’Clock
THE FOLLOWING GOODS, VIZ.:--
15 Bales LIMA SARSAPARILLA
13 Pkgs. Ceylon COCA LEAVES
10 Cases Cinnamon Leaf }
2 do do Bark } OIL
6 Drums Citronelle }
6 Cases Turkey COLOCYNTH
London Produce Brokers’ Association’s Public Sale Conditions
_Prompt_ 18th _April_, 19..--_Discount_ 2½ _per cent_.
15 Bales Lima Sarsaparilla, at per lb.
_On shew at Crutched Friars Warehouse_
00
~Ex Minnetonka~, @ ~New York~--March, -----
185
Mark Sale Lot Nos. Bales Total net abt lbs
P&C 1 1@3 3 C.D.C. 1 350
2 4@6 3 „ „ 375
3 7@9 3 „ „ 420
4 10,11 2 „ „ 220
5 12@15 4 „ 2 540
12 Pkgs. Coca Leaves, at per lb.
_Lying at London Docks_
03
~Ex Britannia~, @ ~Colombo~--February, ------
1517
Abt nett lbs each
Gantenne 6 1@6 6 Cases 56
ML
--„-- 7 7@11 5
GT
Gantenne 8 12 1 Bag Dgd 19
Pickings
03
~Ex Duke of Norfolk~, @ ~Colombo~--February, ------
1114
Bag
Gantenne 9 18 1 Dgd Pkgs 28
2
_Lying at London Docks_
03
~Ex Glenlochy~, @ ~Colombo~--March, ------
2158
10 Cases Cinnamon Leaf Oil, at per oz
Contg.
Sale Lot No. Case Bottles ozs each
Mark 10 6 1 36 27
11 7 1
CPH&Co 12 8 1
13 9 1
14 10 1
15 11 1
16 12 1
17 13 1
18 14 1 26
19 15 1
2 Cases Cinnamon Bark Oil, at per oz
Contg.
Case Bottles ozs. each
H 20 1 1 12 26
21 2 1
2 Drums Citronelle Oil, at per lb.
Cwt each
H 22 10,11 2 Drums 7
6 Cases Turkey Colocynth, at per lb
_Lying at London Docks_
~Ex Minerva~, @ ~Hamburg~--March, 1902
Av net lbs
JM 23 1@4,6,7 6 Cases 185
Samples on shew at 4, ~Mincing Lane~, where Catalogues
may be had.
[Illustration: Fig. 264.
Der Hof eines Drogenwarenhauses in London mit den Aufzügen und den zur
Abführung der Drogen für den Kleinhandel bestimmten Wagen.]
Die englische Einfuhr ersieht man aus der +London Customs Bill of
entry+.
In London werden die Drogen meist einfach in der Form, wie sie
eintreffen, zum Verkaufe gestellt. Ein eigentliches Sortieren,
Mundieren, Auslesen, Sieben, Schneiden usw. findet in den Docks
meist nicht statt, da es an Vorrichtungen zur Drogenappretur fehlt,
doch werden z. B. die _Muskatnüsse_ ausgelesen, die _Vanille_kisten
geöffnet und die Schoten nach ihrem Werte sortiert, _Copal_ (_Animi_)
sortiert (Fig. 258). Die _Ceylonzimt_ballen werden mittelst eines
sehr einfachen Schrubbers -- ein mittelst eines Nagels an zahlreichen
Stellen durchlochter, auf ein plankonvexes Holzstück aufgenagelter
Blechstreifen -- an den Enden auf ihr Aroma in der Weise geprüft, daß
man mittelst des Schrubbers über die Enden der Fardelen hinfährt und
den Grad des Aromas feststellt. Oft werden sie umgepackt. Mit dem
Drachenblut macht man die «Bodenprobe», d. h. man prüft den «Strich».
Mit der halbflüssigen _Socotraaloë_ aus Sansibar, die recht unangenehm
riecht, macht man die Probe in der Weise, daß man einen Holzspatel
eintaucht und das Abfließende auf sein Aussehen prüft.
Obwohl diese +Prüfung nach dem Aussehen+ sichere Garantien natürlich
nicht bietet und nicht bieten kann, muß anerkannt werden, daß sie in
den meisten Fällen das Richtige trifft, da den Prüfenden eine reiche
Erfahrung zur Seite steht. Oft bestätigt die chemische Wertbestimmung
nur die empirisch gefundene Wertbemessung. So fand ich z. B., daß die
_Rhabarber_sorten im Großhandel 1907 ganz die Preisskala zeigten, die
ihnen nach meinen Bestimmungen des Gehaltes an Oxymethylanthrachinonen
zukommen würde. Die gehaltreichsten hatten im Handel den höchsten, die
gehaltärmsten den niedrigsten Preis, und auch die dazwischenliegenden
Sorten entsprachen den betreffenden Orten der Gehaltskala.
[Illustration: Fig. 265.
Im Hafen von New York an der Brooklynbridge.]
Eine Wanderung durch die Londoner Docks und Warehouses ist sehr
interessant. Ich sah 1903 dort: Ungekalkte _Muskatnüsse_ (Nutmegs),
Bombay- und Penang-_Macis_ in Kisten und Fässern von zwei Zentnern,
schön geschälten _Ingwer_ in Zentnersäcken, für 1½ Millionen Mark
_Nelken_ und zwar «rote» _Nelken_ von Penang in Drei-Zentnerkisten
und «braune» von Sansibar in Bastmatten von 125 lbs., Ballen von
_ostindischer Chinarinde_ in Bastmatten mit Sackleinwandumhüllung von
2½ Zentner, sowohl Fabrikrinde, wie Reneweds und Druggist quills.
Früher füllten bis 25000 Ballen _China_ die Docks, jetzt fand ich nur
noch c. 2000, da Amsterdam jetzt den größten Teil der Kultur_china_
an sich zieht. Auch _Anacardien_ hatten keine Käufer gefunden.
[Illustration: Fig. 266.
Der Hafen von Amsterdam.]
[Illustration: Fig. 267.
Ausladen der _Chinarinden_ballen und -kisten von den Leichtern in
das Warenhaus des Kina-Etablissement in Amsterdam. [Nach +van der
Wielen+.]]
[Illustration: Fig. 268.
_Chinarinde._ Fabrikbast (Fabrikrinde) in Säcken im Warenhause des
Kina-Etablissement in Amsterdam. [Nach +van der Wielen+.]]
[Illustration: Fig. 269.
_Chinarinde._ Pharmazeutische Bast (Drogistenrinde) in Kisten im
Warenhause des Kina-Etablissement in Amsterdam. [Nach +van der
Wielen+.]]
Ich sah ferner dort: _Strophanthus_ in Säcken aus Natal, «_Animi_»
(_Copal_) aus Sansibar, _Gummi_ aus dem Sudan, lose Stämme und Äste
von _Sassafras_holz, große runde Barrels von _Citronellaöl_, à 7–8
Zentner, _Benzoë_ (_Gum Benjamin_) von Sumatra in mit Sackleinewand
umhüllten, in Kisten steckenden Blöcken, _Palembangbenzoë_ in
Blechkanistern, große Blöcke von _Drachenblut_ mit Sackabdrücken
außen, viel Carthagena-_Ipecacuanha_ neben der Rio, zahlreiche
Blechkanister mit weißem, duftendem Manila-_Elemi_, mit _Myrrha_
gefüllte Bastkörbe, viereckige Blechkanister mit _Tolubalsam_ und
Säcke mit _Coloquinten_. Von _Vanille_ sah ich in einem besonderen
Raume 2000 Kisten, besonders von den Seychellen (= Bourbon) und
Tahiti, dann aber auch von Mauritius und Australien. Die Bündel lagen
in Blechkisten à 12 lbs. Riesig waren die Vorräte von _Rhabarber_,
sowohl «flat» wie «round», der nach der Trockenmethode unterschieden
wird in: high dried (im Ofen), sun dried (in der Sonne) und killed
dried (im Schatten getrocknet), Canton und Shensi war meist sun
dried, Shanghai dagegen killed dried.
Von _Cardamoms_ sah ich Samen und Früchte (zum Teil gebleicht)
aus Colombo, Mysore, Malabar, Tuticorin und Bombay, zum Teil in
prächtigen Mustern, _Purée_ von Kalkutta, _Kino_ von Cochin, _Annato
Seeds_ aus Para, _australischen Sandarac_ aus Sidney, _Eucalyptusöl_
aus Portugal und Melbourne, Honduras- und Lima-_Sarsaparille_,
_Copaivabalsam_ aus Carthagena, _Anisöl_ und _Cascarilla_ aus New
York, _Japan aconit_ aus Kobe, _Mutterkorn_ aus Vigo, _Campher_ aus
Foochow, _Buchu leaves_ vom Kap, _Turmeric_ aus Madras, _Drachenblut_
von Singapore, _Areca nuts_ von Colombo, _Storax_ von Smyrna,
_Ammoniacum_ und _Guaza_ von Bombay, _Capsicum_ und _Cocculus
indicus_ von Calicut, _Gummi_ von Aden, _Tamarinden_ von Antigua,
_Senna_ von Tuticorin und Bombay (auch Früchte, pods und Siftings),
_Orange oil_ von Buenos Aires, _Squills_ von Messina, _Cumin seeds_
von Malta, _Colombo root_ von Sansibar, _Manila Copal_ und _Gum
Damar_ von Singapore.
[Illustration: Fig. 270.
Monster Malen en Verdeelen. Das Malen der Durchschnittsmuster im
Kina-Etablissement in Amsterdam. [Nach +van der Wielen+.]]
In folgendem gebe ich als Beispiel einen Ausschnitt aus dem +Monthly
Statement of drugs+. Gute Übersichten finden sich immer im Chemist and
Druggist, dessen kenntnisreicher Leiter, ~Mac Ewan~, vortrefflich auf
diesem Gebiete orientiert ist.
Ausschnitt aus +Monthly Statement of Drugs, Drysalteries+ etc. in the
Docks and various other London Warehouses.
=======================+==========+=================================
| For the |
|Month of | Stocks December 31
|December |
-----------------------+----+-----+----+----+----+-----+-----+-----
|Lan-|Deli-|1906|1905|1904| 1903| 1902| 1901
|ded |very | | | | | |
=======================+====+=====+====+====+====+=====+=====+=====
Aloes cases etc. | 132| 87| 329| 380| 786| 904| 1477| 1417
| | | | | | | |
Aloes gourds | -- | -- | -- | 50| -- | -- | -- | 146
| | | | | | | |
Aniseed, Star cases | -- | -- | -- | -- | -- | 6| 7| 13
| | | | | | | |
Arrowroot barrels |1487| 1272|3414|5722|9470|12633|12224| 7747
| | | | | | | |
Arrowroot boxes | | | | | | | |
and tins | -- | 2| 940|1165|1335| 1066| 1413| 755
| | | | | | | |
Balsam casks etc. | 16| 62| 493| 362| 672| 790| 626| 615
-----------------------+----+-----+----+----+----+-----+-----+-----
Bark[1], South } | | | | | | | |
American cases } | -- | 2| 12| 42| 46| 44| 62| 65
| | | | | | | |
Bark, South Ameri-} | 79| 62|2614|3512|3761| 2687| 4518| 6203
can bales etc. } | | | | | | | |
| | | | | | | |
Bark, East India, Cey-}| | | | | | | |
lon a. Java cases }| -- | -- | 151| 35| 61| 44| 80| 148
| | | | | | | |
Bark, East India, Cey-}| 246| 868|2266|4025|2301| 2683| 3420| 3882
lon a. Java bales etc.}| | | | | | | |
-----------------------+----+-----+----+----+----+-----+-----+-----
Total | 325| 932|5043|7614|6169| 5458| 8080|10298
=======================+===================================
|
| Imported to Date (December 31)
|
-----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+-----
| 1906| 1905| 1904| 1903| 1902| 1901
| | | | | |
=======================+=====+=====+=====+=====+=====+=====
Aloes cases etc. | 1457| 1190| 1821| 1667| 2110| 1313
| | | | | |
Aloes gourds | 1765| 560| -- | -- | 904| --
| | | | | |
Aniseed, Star cases | -- | -- | 25| 12| 35| 11
| | | | | |
Arrowroot barrels |14772|12685|15294|15064|19075|20410
| | | | | |
Arrowroot boxes | | | | | |
and tins | 255| 839| 1296| 971| 1740| 1570
| | | | | |
Balsam casks etc. | 670| 237| 405| 783| 966| 1580
-----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+-----
Bark, South } | | | | | |
American cases } | -- | 2| 33| 18| -- | 5
| | | | | |
Bark, South Ameri-} | 2330| 6163| 5172| 5564| 8265| 9874
can bales etc. } | | | | | |
| | | | | |
Bark, East India, Cey-}| | | | | |
lon a. Java cases }| 177| 1| 37| 26| 4| 20
| | | | | |
Bark, East India, Cey-}| 5684| 9899| 6044| 7053|11016|14602
lon a. Java bales etc.}| | | | | |
-----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+-----
Total |
=======================+====================================
|
| Delivered to Date (December 31)
|
-----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+----
| 1906| 1905| 1904| 1903| 1902| 1901
| | | | | |
=======================+=====+=====+=====+=====+=====+=====
Aloes cases etc. | 1508| 1596| 1939| 2240| 2050| 1893
| | | | | |
Aloes gourds | 1815| 510| -- | -- | 1050| 888
| | | | | |
Aniseed, Star cases | -- | -- | 25| 13| 41| 46
| | | | | |
Arrowroot barrels |17080|16433|18460|14682|14570|20863
| | | | | |
Arrowroot boxes | | | | | |
and tins | 480| 1229| 1007| 1332| 1082| 1152
| | | | | |
Balsam casks etc. | 539| 547| 519| 619| 957| 1460
-----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+------
Bark, South } | | | | | |
American cases } | 30| 6| 31| 36| 3| 1
| | | | | |
Bark, South Ameri-} | 3228| 6412| 4098| 7395| 9950| 9544
can bales etc. } | | | | | |
| | | | | |
Bark, East India, Cey-}| | | | | |
lon a. Java cases }| 61| 27| 20| 62| 72| 70
| | | | | |
Bark, East India, Cey-}| 7437| 8175| 6426| 7809|11478|14209
lon a. Java bales etc.}| | | | | |
-----------------------+-----+-----+-----+-----+-----+------
Total |10756|14620|10575|15302|21503|23824
[1] Bark ist Chinarinde.
Titel und Ausschnitt aus einer Amsterdamer Auktionsliste von
Chinarinde.
NEDERLANDSCHE HANDEL-MAATSCHAPPIJ.
NOTITIE
DER
VEILING TE AMSTERDAM,
VAN
114 Kisten
EN
483 Balen
JAVA KINABAST,
LIGGENDE TE AMSTERDAM,
(WAARONDER EENIGE COLLI UITERLIJK MIN OF MEER GEVLEKT)
op Donderdag 17 Januari 19..,
onmiddellijk na afloop der eerste veiling,
in de BRAKKE GROND in de NES.
De goederen zijn liggende en te bezichtigen op den
12, 14, 15, 16 en 17 Januari 19..,
in het =KINA-ETABLISSEMENT=, Entrepôt-Dok.
(Op aanvraag wordt ook op de overige werkdagen toegang verleend)
=8.= 20 balen netto cᵃ. =2100 Kgr. C. Ledgeriana gruis=.
Zwavelzure Kinine _4.01_ pCt.
Opsl. Nᵒ. 21413. Kav. =197=. 20 balen Nᵒ. 1/20.
=9.= =16= balen netto cᵃ. =1680= Kgr. =C. Ledgeriana Takbast=.
Zwavelzure Kinine _4.79_ pCt.
Opsl. Nᵒ. 21414. Kav. =198=. 16 balen Nᵒ. 1/16.
=10.= =4= balen netto cᵃ. =460= Kgr. =C. Ledgeriana gruis=.
Zwavelzure Kinine _4.03_ pCt.
Opsl. Nᵒ. 21415. Kav. =199=. 4 balen Nᵒ. 1/4.
=8.= =6= kisten netto cᵃ. =180= Kgr. =Succirubra grof gruis=.
Zwavelzure Kinine _2.69_ pCt. Totaal Alc. _7.61_ pCt.
Opsl. Nᵒ. 21416. Kav. =200=. 6 kisten Nᵒ. 1/6.
=7.= =36= kisten netto cᵃ. =1000= Kgr. =Succirubra gebr. pijpen=.
Zwavelzure Kinine _2.42_ pCt. Totaal Alc. _6.09_ pCt.
Kav. =201=. 18 kisten Nᵒ. 1/18.
„ =202=. 18 „ „ 19/36.
=9.= =12= kisten netto cᵃ. =345= Kgr. =Succirubra pijpen= cᵃ.
50 c=M=.
Zwavelzure Kinine _2.42_ pCt. Totaal Alc. _6.09_ pCt.
Kav. =203=. 12 kisten Nᵒ. 1/12.
=10.= 7 kisten netto cᵃ. =230= Kgr. =Succirubra pijpen= cᵃ.
50 c=M=.
Zwavelzure Kinine _2.42_ pCt. Totaal Alc. _6.09_ pCt.
Kav. =204=. 7 kisten Nᵒ. 1/7.
[Illustration: Tafel XXVIII
+Monster steken.+
Entnehmen der Durchschnittsmuster der _Chinarinde_ in Amsterdam.
[+van der Wielen+ phot.]]
[Illustration: Tafel XXIX
+Monster Opbergen.+
Aufbewahren der gemahlenen Durchschnittsmuster der _Chinarinde_ in
der Musterkammer. Rechts einige Musterbeutel.
[+van der Wielen+ phot.]]
Gegenstände des +Londoner+ Großhandels, über die die Marktberichte
regelmäßig Notierungen über Zufuhren und Preisbewegung bringen, sind
(1907) besonders:
_Arrowroot_, _Aloes_, _Benzoin_, _Buchu_, _Campher_, _Castor oil_,
_Cascara Sagrada_, _Chamomiles_, _Cocain_, _Cinchona bark_, _Cloves_,
_Coconut oil_, _Dragons blood_, _Elemi_, _Galls_, _Gummi arabic_,
_Ginger_, _Golden Seal_, _Ipecacuanha_, _Jalap_, _Japan Wax_, _Linseed
oil_, _Liquorice root_, _Menthol_, _Oil of Peppermint_, _Olive oil_,
_Otto of Roses_, _Opium_, _Pepper_, _Pimento_, _Podophyllum root_,
_Rhubarb_, _Senega_, _Shellac_, _Traganth_, _Terpentine_.
Von den Warehouses gelangt die Droge dann in den Kleinhandel (Fig. 264).
* * * * *
Ein Drogenmarkt von ungeheuerer Ausdehnung ist der von =New York= (Fig.
265). New York ist der Hauptmarkt für das ganze Land und dort wohnen
natürlich auch die größten Importeure von Drogen, Botanical goods usw.
Die führenden auswärtigen Häuser haben Lokal Broker, die den +New
York-City trade+ besuchen und Muster und Preise vorlegen. Inländische
+Jobbing houses+ (Verkaufshäuser) oder +wholesale druggists+
(Engros-Drogisten) ihrerseits gebrauchen New York-Brokers, die ihre
allgemeinen Bedürfnisse einkaufen, -- Patent-Medizinen, ätherische
Öle und alles, was sich auf Drogen bezieht -- und diese Brokers gehen
herum bei den hauptsächlichsten New York-+City dealers+ (Händlern) und
Importeuren.
Die Drogen, die im Innern gesammelt werden, werden den New Yorker
Häusern gewöhnlich von Kaufleuten aus dem Westen und Süden angeboten,
die ihre Vorräte direkt von Farmern oder Sammlern einheimischer Drogen
erhalten. Es gibt in New York keine Auktionsverkäufe, wie wir sie in
London (s. d.) und Amsterdam (s. d.) finden. Alles erhält man durch
Privatverkauf. Handelsjournale (trade journals) und Preislisten, die
von den größten Dealers herausgegeben werden, machen die +Jobber+
(Makler) mit den Marktpreisen bekannt.
Der nordamerikanische Großhandel bezeichnet die Produkte vielfach
anders als der europäische. So werden z. B. die Harzprodukte der
_Coniferen_ (besonders _Pinus australis_) summarisch als _Naval stores_
bezeichnet, und man unterscheidet:
_Rosin_ (unser Colophonium), _Tar_ (Teer), _Terpentine and pitch_
(das abgekratzte Harz der Wunden), _Terpentine_, _spirits_ (unser
Terpentinöl). Keine Drogen erreichen derartige Produktionsziffern
(siehe auch Kapitel Pharmakodiakosmie), wie folgendes +Summary of
exports of Naval stores for the fiscal years+ 1903–1906 zeigt:
1903 1904 1905 1906
_Rosin_ barrels 2396498 2585108 2310275 2438556
_Tar_ „ 18622 15644 20291 16821
_Terpentine and pitch_ „ 15972 13177 24971 14232
_Terpentine spirits_ gallons 16378787 17202808 15894813 15891253
=Amsterdam= (Fig. 266 u. 267) ist jetzt Zentrum des
_Chinarinden_handels. Während es 1892 noch gerade London die Wage
hielt, importierte es schon 1901 über das dreifache «_Kinabast_».
Der Aufschwung datiert vom Jahre 1886, von der Gründung der
«+Kina-Etablissement+»durch ~Briegleb~, sowie von den etwa gleichzeitig
eingeführten vierzehntägigen Auktionen (Veilingen), die allmählich die
Particulieren planter in Java vom Londoner Markte abzogen. Viel trug
auch die neue Art des «Musternehmens» -- die Abnehmer dürfen jetzt
selbst Muster erheben -- und der vorzüglich geordnete zentralisierte
Betrieb des Ganzen zum Aufschwunge Amsterdams als _China_markt bei.
Schon 1891 schloß sich denn auch die Gouvernements Kina-Onderneming dem
Kina-Etablissement an.
Man unterscheidet den in Kisten zugeführten «+Pharmazeutischen Bast+»
(Fig. 269) in Röhren (pijpen) oder snitsels -- Drogistenrinde -- und
den zerkleinerten oder gepulverten (gruis)«+Fabrieksbast+»(Fig. 268)
(Fabrikrinde) in Säcken oder Ballen.
[Illustration: Fig. 271.
Im Hafen von Hamburg. Löschen der Ladung auf die Leichter und Schuten.]
Die _Chinarinde_ wird in besonderen Räumen ausgestellt, Säcke und
Kisten getrennt, meist einander gegenüber, beide geöffnet, so daß
man den Inhalt besichtigen kann. Nummern und Zeichen korrespondieren
mit den Auktionslisten. Jeder Posten (Opslag), der das Produkt
derselben Ernte einer Plantage umfaßt, erhält eine «Opslag-Nummer».
Er besteht natürlich aus einer sehr wechselnden Zahl von Kisten oder
Ballen. Jeder Posten wird analysiert und in der Auktionsliste der
Gehalt an (schwefelsaurem) Chinin und Gesamtalkaloid -- bisweilen
auch an Cinchonidin, Chinidin, Cinchonin und amorph. Alkaloid --
angegeben. Die +Analyse+ wird im Laboratorium des Etablissements an
einem +Durchschnittsmuster+ ausgeführt, das man in der Weise erhält,
daß man mittelst eines eigenartigen Instrumentes aus der Mitte der
Ballen Proben entnimmt (Taf. XXVIII), diese mischt, in einer Mühle
mahlt (Fig. 270) und das Mahlprodukt in Kisten, die auch wieder die
Opslag-Nummer usw. tragen, in der Monster-Kamer aufhebt (Taf. XXIX).
Aus diesen werden Muster von 100 g an die Interessenten in mit Siegel
(K. E.) versehenen Papierbeuteln abgegeben, die aufgedruckt enthalten:
die Opslag-Nummer, die Zahl der Ballen oder Kisten, die der Posten
umfaßt, die Bezeichnung der Art (z. B. _Java Kinabast_, _Indisch merk_,
_Succirubra Wortelbast_) und Herkunft (z. B. Tangkoeban Praoe), den Tag
der Auktion und die Kaveling-Nummer, sowie die Angabe, aus wieviel
Ballen die Probe das Durchschnittsmuster darstellt. Jetzt kann jeder
Interessent das Durchschnittsmuster einer Kontrollanalyse unterwerfen
lassen -- wenn er will. Über das Unit vgl. S. 179.
Jetzt importiert Amsterdam auch _Chinin_, denn seit 1894 fabriziert
die «Bandoengsche Kininefabriek» in Bandoeng (Java) Chininsulfat. Die
Produktion betrug pro 1901 schon 30000 kg, pro 1906 55000 kg. Sie kann
auf 100000 kg gesteigert werden.
Der Handel liegt auch hier in den Händen von Agenten oder Maklern
(Makelaar). Über die Auktionen oder Veilingen, die in bestimmten,
vorher festgestellten Intervallen abgehalten werden, erscheinen nachher
Berichte, die die erzielten Preise angeben. Alles ist also vorzüglich
organisiert.
In der Beilage teile ich eine Amsterdamer Auktionsanzeige und ein Blatt
aus der Auktionsliste mit.
Die Einfuhr von Amsterdam an javanischen _Chinarinden_ betrug 1889:
2073959 kg, 1906: 8794480 kg. Davon entfallen auf _Succirubra_ 1153315
kg, auf _Ledgeriana_ 5980802, auf _Schuhkraftiana_ und _javanica_ 1597,
auf _Cinchona officinalis_ 11970, auf _Hybriden_ 1646796 kg. ~Gustav
Briegleb~ in Amsterdam gibt eine graphische Table showing the average
Units of the Amsterdam Cinchona bark sales in the years ... heraus.
Auch für andere Drogen ist Amsterdam ein wichtiger Einfuhrhafen,
neuerdings besonders für _javanische Coca_.
[Illustration: Fig. 272.
Hamburg, Fleet beim Grimm. Links volle, rechts leere Leichter, die die
gelöschten Waren von den Dampfern holen und zu den Geschäftsspeichern
(links) bringen.]