Aehnlich einem neueren französischen Dichter, +Paul Verlaine+, hat
der Marquis +de Sade+, nachdem er ins Mannesalter eingetreten war,
einen grosses Teil seines Lebens in Gefängnissen zugebracht.[503]
Wenn man den letzten Aufenthalt in Charenton hinzurechnet, hat er im
ganzen 27 +Jahre+ in 11 Gefängnissen verbracht: von diesen 27 Jahren
fallen 14 Jahre in sein Mannes-, 13 Jahre in sein Greisenalter. In der
Einsamkeit des Kerkers verarbeitete er den Stoff zu seinen Werken, was
bei deren späterer Beurteilung berücksichtigt werden muss. Das ganze
Mannesalter des Marquis +de Sade+ können wir als ein Gefängnisleben mit
Unterbrechungen bezeichnen, das reich ist an dramatischen Vorgängen,
die seinen Namen schnell berühmt machten, wenn auch dieser Ruhm
ein sehr trauriger war. Gleich die Veranlassung zu seiner zweiten
Einkerkerung war ein von den Zeitgenossen vielfach besprochener
Vorgang. Es war