13. Prostitution und Geschlechtsleben im 18. Jahrhundert.

In Paris hat der Marquis +de Sade+ seine Studien für die beiden

berüchtigten Romane „Justine“ und „Juliette“ gemacht. Hier hat er

den grössten Teil des Inhalts derselben erlebt und erdacht. Pariser

Ereignisse und Zustände haben fortwährend seine Phantasie befruchtet,

und die Vorbilder für die Schilderungen einzelner Verhältnisse in

seinen Werken sind leicht zu finden. Dies wird sich in geradezu

überraschender Weise aus der Betrachtung der Prostitution und des

Geschlechtslebens in Paris ergeben. Von Paris gilt ja heute noch,

was +Montesquieu+ im 106ten persischen Briefe sagt, dass es die

„sinnlichste Stadt der Welt“ sei, wo man die „raffiniertesten

Vergnügungen“ ersinnt. Die Schilderungen der grossen Bordelle bei

+Sade+ mit ihren ingeniösen Einrichtungen beziehen sich fast durchweg

auf Pariser Bordelle. Die meisten Heldinnen in seinen Romanen sind

Pariser Dirnen. Es wird daher angemessen sein, dass wir diese

Verhältnisse zunächst ins Auge fassen.

Der Marquis de Sade und seine Zeit. · 第 31 / 180 题