Wurzel aus dem Kabinett.
Wurzel.
Arie
Ja, ich lob mir die Stadt,
Wo nur Freuden man hat!
Mich sehn s' nimmer aufn Land,
Bei dem Volk ists a Schand.
In aller Früh treibn s' schon die Ochsen hinaus,
Und da findt man kein einzigen Bauern mehr z' Haus.
Den ganzen Tag sitzt man aufn Pflug,
Trinkt Bier aus ein steinernen Krug,
Und auf d'Nacht kommt man z' Haus, was ist gwest?
Um achte liegt alls schon im Nest!
Drum lob ich mir die Stadt,
Wo man Freuden nur hat.
Mich sehn s' nimmer aufn Land,
Bei dem Volk ists a Schand.
Jetzt hab ich so viel Bediente,
Steh um halber zwölf Uhr auf,
Trink Kaffee und iß geschwinde
Fünf bis sechs Polakel drauf.
Kurz, es kann kein schöners Leben
Als mein jetziges mehr geben,
Denn wer mich ansieht, 's ist ein Spaß,
Fallt fast vor Ehrfurcht in die Fraß.
Was das für ein schönes Bewußtsein ist, einen guten Magen zu
haben. Ich bin mit den meinen recht zufrieden, ein fleißiger
Kerl, alle Achtung für ihn. Oh, ein Magen zu sein, ist eine
schöne Charge. Sultan über zwei Reiche, übers Tierreich und
übers Pflanzenreich. Ein wahrer Tyrann! Hendeln und Kapauner
sind nur seine Sklaven, die druckt er zusammen, als wenn s'
nie da gewesen wären. Und doch ein Ehrenmann, der keine
Schmeicheleien mag, mit Süßigkeiten darf man ihm nicht kommen,
da verdirbt man ihn ganz. Sackerlot, ich bin der fidelste Kerl
auf der Welt! Eine Freud hab ich manchmal in mir, da wird mir
so wohl ums Herz, so gut, daß ich alles zusammprügeln möcht,
so seelenfroh bin ich. Und Geld hab ich, daß mir angst und
bang dabei wird. Jetzt hab ich das Haus gekauft, und jetzt
kauf ich mir noch einen saubern Weltteil, wo ein kleiner Garten
dabei ist, das wird ein Leben werden. Lenzl!