Habakuk mit einer großen Tasse, worauf eine große Gans liegt,
ein Teller voll Backerei und eine große Flasche Wein steht,
tritt seitwärts ein, bleibt an der Tür stehen, an der andern
Tür steht Lorenz, in der Mitte, einen Schritt zurück, Lottchen.
Habakuk.
Den Herrn sein Frühstück!
Lorenz.
Nur hinein damit. (Deutet aufs Schlafzimmer. Habakuk trägt es
hinein. Lorenz zu Lottchen.) Jetzt haben Sies selbst gesehen,
daß er mediziniert. (Geht verlegen vor.)
Lottchen (beleidigt und erstaunt, stellt sich vor ihn).
Lorenz! also mein Vater ist krank?
Lorenz.
Nu, schon wie! Bei ihm heißts: Friß Vogel, oder stirb!
Lottchen.
Also so kannst du mich hintergehen? Pfui! das hätt ich nicht
von dir geglaubt. Geh, du bist ein abscheulicher Mensch! Doch
nein, ich will dich nicht böse machen, ich will dir schmeicheln,
ich will dir sagen: du bist der beste, der schönste Lorenz auf
der Welt, wenn es auch nicht wahr ist, aber laß mich zu meinem
Vater!
Lorenz.
Und ich darf nicht. Er hats verboten. Er sagt, Sie sind nicht
sein Kind, Ihre Mutter war ein Bettelweib.
Lottchen.
Himmel! was ist das? So weit ist es mit ihm gekommen, daß er
sein Kind verleugnet? Hat er mir nicht oft erzählt, meine
Mutter wäre bald nach meiner Geburt gestorben, und ich wäre
sein einziges Kind, von dem er einst Dankbarkeit hofft? Und
nun verstoßt er mich? Ach du lieber Himmel, ich habe keine
Verwandten, keine Freunde, keinen Vater mehr, wenn du dich
nicht um mich annimmst, so muß ich zugrunde gehen. (Geht
weinend ab.)
Lorenz (allein).
Was Verwandte, zu was braucht man die? Unser schwarzaugigtes
Stubenmädel ist mir lieber als alle Verwandtschaften auf der
Welt. (Ab.)