Sechster Auftritt

Habakuk mit einer großen Tasse, worauf eine große Gans liegt,

ein Teller voll Backerei und eine große Flasche Wein steht,

tritt seitwärts ein, bleibt an der Tür stehen, an der andern

Tür steht Lorenz, in der Mitte, einen Schritt zurück, Lottchen.

Habakuk.

Den Herrn sein Frühstück!

Lorenz.

Nur hinein damit. (Deutet aufs Schlafzimmer. Habakuk trägt es

hinein. Lorenz zu Lottchen.) Jetzt haben Sies selbst gesehen,

daß er mediziniert. (Geht verlegen vor.)

Lottchen (beleidigt und erstaunt, stellt sich vor ihn).

Lorenz! also mein Vater ist krank?

Lorenz.

Nu, schon wie! Bei ihm heißts: Friß Vogel, oder stirb!

Lottchen.

Also so kannst du mich hintergehen? Pfui! das hätt ich nicht

von dir geglaubt. Geh, du bist ein abscheulicher Mensch! Doch

nein, ich will dich nicht böse machen, ich will dir schmeicheln,

ich will dir sagen: du bist der beste, der schönste Lorenz auf

der Welt, wenn es auch nicht wahr ist, aber laß mich zu meinem

Vater!

Lorenz.

Und ich darf nicht. Er hats verboten. Er sagt, Sie sind nicht

sein Kind, Ihre Mutter war ein Bettelweib.

Lottchen.

Himmel! was ist das? So weit ist es mit ihm gekommen, daß er

sein Kind verleugnet? Hat er mir nicht oft erzählt, meine

Mutter wäre bald nach meiner Geburt gestorben, und ich wäre

sein einziges Kind, von dem er einst Dankbarkeit hofft? Und

nun verstoßt er mich? Ach du lieber Himmel, ich habe keine

Verwandten, keine Freunde, keinen Vater mehr, wenn du dich

nicht um mich annimmst, so muß ich zugrunde gehen. (Geht

weinend ab.)

Lorenz (allein).

Was Verwandte, zu was braucht man die? Unser schwarzaugigtes

Stubenmädel ist mir lieber als alle Verwandtschaften auf der

Welt. (Ab.)

Das Mädchen aus der Feenwelt; oder, Der Bauer als Millionär · 第 15 / 55 题