=Im Interesse der Moral und im Interesse der Waldungen ist es
gelegen, den Bedürftigen Arbeit zu verschaffen, und ihre materiellen
Verhältnisse überhaupt, soviel als nur möglich, zu verbessern.=
Wir wissen aus Erfahrung, daß, je mehr Gelegenheit zu Arbeiten
vorhanden ist, um so weniger Frevel, mit Ausnahme jener der
arbeitsscheuen Gewohnheits- und Gewerbsfrevler, im Walde verübt werden.
Nicht aber diese Rücksicht allein, sondern auch die in der That große
und oft schauderhafte Noth der Armen, insbesondere in waldreichen
Gegenden, ferner die beim Müßiggange nur immer mehr zunehmende
Entsittlichung und Unzufriedenheit wird uns bestimmen müssen, das
Proletariat, soviel als es nur immer möglich ist, zu beschäftigen.
Daß dies vorzugsweise +Aufgabe des Staates+ ist und sein muß, wenn
Arbeit im Großen gegeben, und der Zweck erreicht werden will, versteht
sich wohl von selbst. Die Forstverwaltung insbesondere aber wird auch
berufen sein, hier wohlthuend mitzuwirken.
+Hauptbedingung ist, daß der Forstbeamte stets darauf bedacht sei, und
dahin trachte, auf jede mögliche und zulässige Weise den Bedürftigen
unter die Arme zu greifen.+
Obwohl für jetzt der Staat nicht in der Lage sein dürfte, bedeutende
Opfer zu bringen, so wird es doch in Zukunft um so nöthiger sein, nach
Maßgabe der Oertlichkeiten die Kulturen, insbesondere die Waldwegbauten
möglichst auszudehnen, und die Urbarmachungen in noch so vielen
Gegenden Bayerns mit Energie in Angriff zu nehmen. Vor Allem ist
aber darauf zu sehen, daß die Armen bei allen Waldarbeiten +vor den
Uebrigen+ stets gewissenhaft bevorzugt, und daß dieselben hiefür auch
+angemessen+ bezahlt werden. Leider geschieht es aber oft, daß hiebei
vielfältig, gegen den Willen und die Ansicht der oberen Behörden,
knickerich verfahren wird, was nicht genug getadelt werden kann; indem
hiemit weder der Sache (Arbeit) noch den Bedürftigen gedient wird.
— Allerdings ist es Pflicht der Beamten, möglichst Viel mit einem
Geldbetrage ausführen zu lassen; allein die Grenzen der Billigkeit
sollten nie überschritten, und die Noth der Armen hiebei nie übersehen
werden. Das Sparen ist recht, nur geschehe es am rechten Orte, auf
gerechte Weise und zur rechten Zeit.