V.

=Im Interesse der Moral und im Interesse der Waldungen ist es

gelegen, den Bedürftigen Arbeit zu verschaffen, und ihre materiellen

Verhältnisse überhaupt, soviel als nur möglich, zu verbessern.=

Wir wissen aus Erfahrung, daß, je mehr Gelegenheit zu Arbeiten

vorhanden ist, um so weniger Frevel, mit Ausnahme jener der

arbeitsscheuen Gewohnheits- und Gewerbsfrevler, im Walde verübt werden.

Nicht aber diese Rücksicht allein, sondern auch die in der That große

und oft schauderhafte Noth der Armen, insbesondere in waldreichen

Gegenden, ferner die beim Müßiggange nur immer mehr zunehmende

Entsittlichung und Unzufriedenheit wird uns bestimmen müssen, das

Proletariat, soviel als es nur immer möglich ist, zu beschäftigen.

Daß dies vorzugsweise +Aufgabe des Staates+ ist und sein muß, wenn

Arbeit im Großen gegeben, und der Zweck erreicht werden will, versteht

sich wohl von selbst. Die Forstverwaltung insbesondere aber wird auch

berufen sein, hier wohlthuend mitzuwirken.

+Hauptbedingung ist, daß der Forstbeamte stets darauf bedacht sei, und

dahin trachte, auf jede mögliche und zulässige Weise den Bedürftigen

unter die Arme zu greifen.+

Obwohl für jetzt der Staat nicht in der Lage sein dürfte, bedeutende

Opfer zu bringen, so wird es doch in Zukunft um so nöthiger sein, nach

Maßgabe der Oertlichkeiten die Kulturen, insbesondere die Waldwegbauten

möglichst auszudehnen, und die Urbarmachungen in noch so vielen

Gegenden Bayerns mit Energie in Angriff zu nehmen. Vor Allem ist

aber darauf zu sehen, daß die Armen bei allen Waldarbeiten +vor den

Uebrigen+ stets gewissenhaft bevorzugt, und daß dieselben hiefür auch

+angemessen+ bezahlt werden. Leider geschieht es aber oft, daß hiebei

vielfältig, gegen den Willen und die Ansicht der oberen Behörden,

knickerich verfahren wird, was nicht genug getadelt werden kann; indem

hiemit weder der Sache (Arbeit) noch den Bedürftigen gedient wird.

— Allerdings ist es Pflicht der Beamten, möglichst Viel mit einem

Geldbetrage ausführen zu lassen; allein die Grenzen der Billigkeit

sollten nie überschritten, und die Noth der Armen hiebei nie übersehen

werden. Das Sparen ist recht, nur geschehe es am rechten Orte, auf

gerechte Weise und zur rechten Zeit.

Das Proletariat und die Waldungen, mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Rhein-Pfalz. · 第 14 / 16 题