über den Nutzen der Wälder,
über die Nothwendigkeit ihrer Erhaltung,
über die verschiedenen Beschädigungen des Waldes durch Holz- und
Streufrevel, und deren Folgen &c. &c.,
über ökonomische Verwendung der Forstprodukte, insbesondere der
Waldstreu und des Brennholzes,
über den Gebrauch von Brennholz-Surrogaten, und endlich
über zweckmäßige Construktion der Feuerungsanstalten, und den Nutzen
gemeinschaftlicher Backöfen,
würden durch ihre Folgen gewiß die nicht allzuhohen Kosten für Druck
und Papier mehr als zur Genüge aufwiegen.
Es liegt in der Natur der Sache, daß der Frevler, der ohnedies meint,
daß die Waldungen zu Jedermanns Benützung gewachsen seien, um so
leichtsinniger und rücksichtsloser frevelt, je weniger er den Schaden
einsieht, den er hiemit verübt. Es müßte denn sein, daß es ein ganz
gründlich demoralisirter Mensch wäre, der sich an gar keine Rücksichten
mehr bindet.
Dem Umstande, daß das gewöhnliche Volk gar keine, auch nur allgemein
forstliche Kenntnisse hat, ist es auch wesentlich zuzuschreiben, daß
dasselbe keine Sympathie für die Waldungen besitzt, daß es mit Unmuth
und Haß erfüllt wird, und daß es hierin nur eine herzlose Behandlung
erblickt, wenn seinen Eingriffen, deren Folgen es nicht zu beurtheilen
versteht, mit Strenge entgegengetreten wird.
Man belehre vor Allem daher den besseren Theil des Volkes und die
Jugend, damit Einsicht und Kenntniß über die Pflichten der Erhaltung
der Wälder nach und nach verbreitet werden. Bei den großen Massen
des demoralisirten jetzigen Proletariates wird eine solche Belehrung
freilich zu spät kommen.
Wenn indessen durch die Lehrer etwas geschehen soll, so wäre
es nothwendig, diese allenfalls durch geringe Holzabgaben oder
Remunerationen mit ins Interesse zu ziehen, oder von vornherein für
eine Verbesserung ihrer materiellen Lage zu sorgen; außerdem dürfte
vielleicht ein Erfolg zu erwarten sein, wie es bisher jener von der den
Lehrern zur Pflicht gemachten Obstbaumkultur in den meisten Gemeinden
war.
Was soll man dazu sagen, wenn, wie es bei uns an vielen Orten wirklich
zu treffen ist, die Kinder täglich ein Stück Holz zur Feuerung mit in
die Schule bringen +müssen+, welches natürlich zuvor mit Anderem im
Walde geholt wurde. Muß hiedurch nicht die Jugend schon in zartester
Kindheit ans Freveln gewöhnt, und mit dem Gedanken befreundet werden,
daß das Holzfreveln kein Unrecht und keine Schande, sondern daß die
beliebige Hinwegnahme des Holzes aus dem Walde nur durch eine herzlose
Verwaltung als Frevel bezeichnet und verboten sei? —
Durch äußere Gewalt kann nur der Frevler abgeschreckt, gründlich aber
nur dann bekehrt werden, wenn er einsieht, daß er Unrecht thut, daß
er ein Sünder am öffentlichen Wohle ist. Es muß also, wenn es mit
all’ unseren dermaligen Zuständen besser werden soll, eine +wahrhaft+
religiöse, sittliche Erziehung angestrebt werden, es müssen höhere
Gebote, als menschliches Machwerk, wieder in die Brust des Menschen
gepflanzt und daselbst zur Geltung gebracht werden, damit solche ihn
lehren und leiten, was er zu thun und zu unterlassen schuldig sei. Denn
auf welcher Stufe der Bildung der Mensch auch stehen mag, so ist seine
Sittlichkeit immerhin durch die Art seiner religiösen Weltanschauung
bedingt, und wo die Religion fehlt, da mag bei dem Gebildeten das mehr
ausgeprägte sittliche Gefühl dem Laster noch einigen, wenn auch nur
unsicheren, schwachen Einhalt thun, aber bei dem gemeinen, ungebildeten
Menschen sind alsdann alle Schranken gefallen.
Der Verfasser, welcher (nebenbei gesagt) kein Betbruder ist, aber
wohl einsieht, daß das Besserwerden der Menschen, also auch die
Erhaltung unserer Wälder, von der künftigen, religiösen und sittlichen
Erziehung abhängig ist, kann sich von diesem Gegenstande, dessen
weitere Ausführung, streng genommen, hieher nicht gehört, seiner
Wichtigkeit wegen nicht trennen, ohne seine durch Erfahrungen gewonnene
Lebensanschauung in dieser Beziehung in Kürze hier mitzutheilen.
Der Zweck des Schulunterrichtes kann kein anderer sein, als die Kinder
erstens mit den Kenntnissen auszustatten, die zur Förderung des
allgemeinen menschlichen Lebenszweckes nützlich sind, und zweitens
häusliche Zucht zu ergänzen oder zu ersetzen, und den Kindern religiöse
und sittliche Gesinnungen einzuflößen, die sie zu Mitgliedern der
menschlichen Gesellschaft im Allgemeinen, sowie ~in specie~ des
besonderen staatlichen und Gemeinde-Verbandes, dem sie angehören,
tüchtig und geeignet machen.
Wird dieser Zweck nun durch unsere Schullehrer vollständig erreicht?
Antwort: Nein! —
Ihrer Bildung nach (soweit das Wissen in Betracht kömmt) sind die
dermaligen jüngeren Lehrer meist sehr gut zu ihrem Berufe geeignet.
In den Seminarien[23] wird für tüchtige Ausbildung derselben Sorge
getragen, aber die Denk- und Sinnesweise macht sie durchschnittlich
(+mit einzelnen lobenswerthen Ausnahmen+) weniger fähig, ihren
Berufszweck zu erfüllen, und dem herrschenden Unglauben oder mindestens
dem überall verbreiteten religiösen Indifferentismus mit Erfolg
entgegenzutreten. Hiedurch aber wird bei der Jugend, da die außerhalb
der Schule empfangenen bösen Eindrücke sonach ungestört auf dieselbe
fortwirken können, schon in zarter Kindheit die Basis verrückt,
auf welche allein hin eine wahre Sittlichkeit und ein glückliches
Familienleben kann gegründet werden.
Wenn die Hoffnung auf Besserwerden des sittlichen Zustandes der
kommenden Generation aber nur auf die heranzubildende Jugend kann
gegründet werden, so sind es doch offenbar zunächst die Lehrer, welche
zur Verwirklichung dieser Hoffnung das Meiste beitragen müssen; wenn
daher diese nicht — der Religion gegenüber — eine andere Stellung
einzunehmen, von Staatswegen gezwungen werden, so ist auch von
der Zukunft uns wenig zu hoffen erlaubt. Um die Lehrer gehörig zu
beaufsichtigen und mit Ernst zu dem anzuhalten, was ihres Berufes
ist, dazu ist freilich die Art und Weise nicht genügend, wie sie
gegenwärtig ihren Vorgesetzten gegenüber gestellt sind. Man weiß in
dieser Beziehung kaum, wer Koch oder Kellner ist. Die Gewalt der
Aufsichtsbehörden ist zu zersplittert, als daß dieselbe wirken könnte.
Der Schwerpunkt müßte in eine vom Staate gehörig controlirte Behörde
gelegt, und dieselbe dem Wirkungskreise des Lehrers so nahe als möglich
gebracht werden. Ueber das wie, ob Staat oder Kirche dabei vorzugsweise
repräsentirt sein soll, ist schwer ein Urtheil zu fällen. Jedenfalls
ist man der Ansicht, daß ein Lehrer mit weniger Wissen aber mit wahrer
christlicher Gesinnung weit mehr Gutes in seinem Berufskreise erwirken
kann, als der mit unnöthigem Halbwissen überladene Lehrer, der der
verkehrten Zeitrichtung des Unglaubens huldiget, und sich hiedurch zum
Unterrichten der Jugend gänzlich unfähig macht.
Alle Zeiten haben bewiesen, daß die Religion die beste Grundlage
des Staatenlebens ist, und daß ein Mensch für den staatlichen und
Gemeinde-Verband um so gefährlicher ist, je mehr er, ohne diese
ihm die Richtung gebende religiöse und sittliche Basis, mit Wissen
bereichert ist, und daß umgekehrt bei Vorhandensein dieser Basis ein
Staat bei einer möglichst aufgeklärten und gebildeten Bevölkerung um so
glücklicher sein muß.
Man ist übrigens weit entfernt, unserem Schulwesen allein den
sittlichen und religiösen Verfall zuschreiben zu wollen. Andere
mächtige Faktoren sind hiebei Zweifels ohne noch thätig und einwirkend
gewesen. Diesen Gegenstand übrigens weiter zu verfolgen, ist weder
Sache des Verfassers, noch Zweck dieser Abhandlung.