IV.

=Eine auf zweckmäßige Weise zu leitende Belehrung des Volkes über den

Nutzen der Wälder, über die Nothwendigkeit ihrer Erhaltung, sowie

über die zweckmäßige Verwendung der Forstprodukte, würde wesentlich

zur Schonung und Pflege unserer Forste beitragen.=

Hört man doch selbst von sogenannten Gebildeten oft die paradoxesten

Ideen, z. B. warum nur die Forstbeamten studieren müßten, die Bäume

wüchsen ja von selbst, oder: „Holz und Unglück wächst alle Tage“ &c.

&c. — Wenn nun solche Leute, die vom jetzigen Forstwesen doch andere

Begriffe haben, und vom Nutzen und der Nothwendigkeit der Erhaltung

der Wälder schon überzeugt sein sollten, solche Aeußerungen noch

machen, was will man alsdann von dem gemeinen Manne erwarten, der

ganz unwissend ist, der auch, wie jetzt, in der Regel nicht auf dem

sittlichen Standpunkte steht, und den die Noth oder Genußsucht noch

überdies zu Eingriffen in das Waldeigenthum drängt.

Nothwendig ist es daher, hier belehrend einzuwirken, insbesondere bei

dem Proletariate, unter welchem in dieser Beziehung eine so totale

Unwissenheit herrscht, daß es meist nicht weiß, wie verschwenderisch

es mit dieser Gabe der Natur umgeht, und welche Folgen hievon zu

gewärtigen sind.

Der Verfasser ist zwar nicht der Ansicht, daß, wie in den Kantonen

Baselland und Aargau der Vorschlag gemacht wurde, forstwirthschaftliche

Jugendfeste zu veranstalten wären, und daß zu dem Ende die Jugend

durch den Schullehrer im festlichen Zuge mit Hörnern und Fahnen in

den Wald zu Musterarbeiten (Saaten, Pflanzungen und Durchforstungen)

geführt werden sollte; doch hält er es für dringend nöthig und für sehr

vortheilhaft, schon in zarter Jugend, besonders aber auch noch später

in den Sonntagsschulen, speziell belehrend durch den Lehrer einwirken

zu lassen.

Leicht faßliche, populäre Schriften, die, unsere Verhältnisse

erfassend, bei uns noch ganz mangeln, müßten hiebei dem Lehrer zu

Gebote stehen; es sollten aber auch solche Schriften (allenfalls

in Form von Erzählungen) in mehreren Exemplaren an alle

Gemeinde-Verwaltungen zum Ausleihen und Vorlesen während der langen

Winterabende gratis verabreicht werden.

Das Proletariat und die Waldungen, mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Rhein-Pfalz. · 第 12 / 16 题