=Eine auf zweckmäßige Weise zu leitende Belehrung des Volkes über den
Nutzen der Wälder, über die Nothwendigkeit ihrer Erhaltung, sowie
über die zweckmäßige Verwendung der Forstprodukte, würde wesentlich
zur Schonung und Pflege unserer Forste beitragen.=
Hört man doch selbst von sogenannten Gebildeten oft die paradoxesten
Ideen, z. B. warum nur die Forstbeamten studieren müßten, die Bäume
wüchsen ja von selbst, oder: „Holz und Unglück wächst alle Tage“ &c.
&c. — Wenn nun solche Leute, die vom jetzigen Forstwesen doch andere
Begriffe haben, und vom Nutzen und der Nothwendigkeit der Erhaltung
der Wälder schon überzeugt sein sollten, solche Aeußerungen noch
machen, was will man alsdann von dem gemeinen Manne erwarten, der
ganz unwissend ist, der auch, wie jetzt, in der Regel nicht auf dem
sittlichen Standpunkte steht, und den die Noth oder Genußsucht noch
überdies zu Eingriffen in das Waldeigenthum drängt.
Nothwendig ist es daher, hier belehrend einzuwirken, insbesondere bei
dem Proletariate, unter welchem in dieser Beziehung eine so totale
Unwissenheit herrscht, daß es meist nicht weiß, wie verschwenderisch
es mit dieser Gabe der Natur umgeht, und welche Folgen hievon zu
gewärtigen sind.
Der Verfasser ist zwar nicht der Ansicht, daß, wie in den Kantonen
Baselland und Aargau der Vorschlag gemacht wurde, forstwirthschaftliche
Jugendfeste zu veranstalten wären, und daß zu dem Ende die Jugend
durch den Schullehrer im festlichen Zuge mit Hörnern und Fahnen in
den Wald zu Musterarbeiten (Saaten, Pflanzungen und Durchforstungen)
geführt werden sollte; doch hält er es für dringend nöthig und für sehr
vortheilhaft, schon in zarter Jugend, besonders aber auch noch später
in den Sonntagsschulen, speziell belehrend durch den Lehrer einwirken
zu lassen.
Leicht faßliche, populäre Schriften, die, unsere Verhältnisse
erfassend, bei uns noch ganz mangeln, müßten hiebei dem Lehrer zu
Gebote stehen; es sollten aber auch solche Schriften (allenfalls
in Form von Erzählungen) in mehreren Exemplaren an alle
Gemeinde-Verwaltungen zum Ausleihen und Vorlesen während der langen
Winterabende gratis verabreicht werden.