Er schüttelte den Kopf und blickte mich aus den dunkeln Augen scharf
an.
„~Jämp, sef dach kê Kand!~“
Eine Weile saßen wir still da.
Ich spürte in mir den Groll sich häufen. Der wuchs, drückte auf mich,
schnürte mir die Brust zu. Das alles mußte heraus, mußte gesagt sein,
mußte sich Luft machen.
„~Dir hât mir net alles gesot. An d’Berta aß ganz froû mat mir. An dé
verfluchte Wandjang soll et net onglécklech mâchen!~....“
Ich sprach erregt, in hastigen Worten. Und ich hämmerte dabei mit dem
Bierfilz auf den Tisch.
Der Oheim sammelte die Reste, schob sie in die Ecke, legte mir sanft
die Hand auf den Arm und fragte mit dünner, ruhiger Stimme: „~Hâs du
den Édem haut begént?~“
Ich erzählte weiter.
Er ließ mich ruhig ausreden. Gleichgültig zog er an der Pfeife. Wenn er
antwortete, sprach er langsam, mit schleppender, kaum verständlicher
Stimme. Er zeigte gar kein Verständnis für meine Aufregung.
Das ärgerte mich. Das Blut stieg mir immer mehr zu Kopfe. Die Schläfen
hämmerten.
Ich wurde verbissener, trotziger: „~Ech hun dem Édem versprach,
dem Berta trei ze bleiwen. An duôrfir wöll ech neischt vun der âner
Geschicht wössen! Verstit der, Mononk~ .... ~Duôrfir!~....“
Er drehte ein paar Mal verlegen an seinem Glase: „~Prost, komm loße
mer Mötteg mâchen!~“ Wir tranken aus und gingen hinüber in den
Speisesaal.
Im Eßzimmer war es ungemütlich. Zu viele Leute saßen da. Wir konnten
unser Gespräch nicht recht fortsetzen.
Am liebsten wäre ich wieder allein durch den Park gegangen und hätte
über all das nachgedacht, was der Eidam mir gesagt hatte.
Ich war froh, als wir die drei Gänge hinter uns hatten. Ich wollte
zahlen und mich sofort verabschieden.
Das ließ der Oheim nicht zu.
„~Jé, jé!~“ Dabei klopfte er mir väterlich auf die Schulter,
„~elo gin mer do iwer de Caffé drénken!~“ Und vertraulich setzte
er hinzu: „~Mir hun nach eppes ze bespréchen.~“ Er lächelte und
blinzelte mit dem einen Auge: „~Eppes ganz Wichtiges.~“
Ich ließ mich bereden. Wir setzten uns in die untere Ecke des Saales.
„~Du râchs jo och en Zigar?~“ Er winkte dem Serviermädchen.
Ich suchte eine Zigarre aus, schnitt sie ab und legte sie neben mich
auf den Tisch.
„~Hei, fänk un!~“ Er zündete ein Streichholz an und reichte mir es
herüber.
Ich ließ die Zigarre anbrennen und prüfte das Aroma.
„~Gelt, daß e guden Zigar?~“