„~Dât méngst dû. Ech wês en ânert gutt Médchen fir dech.~“
Der Oheim hatte die Pfeife ausgeraucht und schob sie vorsichtig in die
Tasche.
„~A propos! Éh ech dir vun dém schwätzen, wât méngst dû vun dem âle
Halleschmöller?~“
Er zeigte mit dem Arm hinüber nach der Maria-Theresienstraße, wo die
Beiden sich von uns getrennt hatten.
„~Po! En dichtege Bauer~.... ~En helle Kapp~....“
Er blickte mich lächelnd an.
„~An d’Médchen?~“....
„~Net iwel. D’schéngt dem Alen nogeschl’n ze sin.~“
Der Oheim schmunzelte. „~Gêlt, dât gefällt dir!~“ Er winkte
gewichtig mit dem Kopfe.
„~Wofir soll et mir net gefâlen? Wât héscht gefâlen? D’aß en dichtegt
Médchen; dât aß alles.~“
Er schaute mich groß, fragend an. „~Dât wär alles, méngst dû?~“
Er sprach die einzelnen Worte in lang gezogenem Tone. „~Nên, dât aß
nach lang net alles. An ech hoffen, dat dé Joffer ê guden Dâch d’Madam
Welsch get.~“ Er bog dabei den Kopf weit zurück.
„~Madam Welsch!~“
„~Jô, jô, d’gêht an d’Rei.~“
„~Mononk!~....“
„~Jô, Jämpi. Den Hallesch hoût mat mir iwer dech geschwât.~“
„~Iwer mech geschwât?~“
„~Jô. An doûfir wor hièn och firun zwoû Wochen bei dech kucken
komm.~“
Ich starrte ihn sprachlos an.
Also darum! Also darum war der alte Halleschmüller als Pferdehändler zu
mir gekommen.... Darum hatte er alles so lang gemustert.... Darum hatte
er sich mit meinem Vater so vertraulich ins Gespräch eingelassen....
Also darum....
Das war eine Ueberrumplung, dieser Heiratsantrag. Ich fühlte mich
beklommen, wie nach einem bösen Traume.
„~Dajé, wât sèst du derzoû?~“
„~Net vill, Mononk~.... ~Ech méngen~...“
„~Wât méngs du?~“
„~Ech méngen, den âlen Hallesch hät mech am Berelshaus
ugeschwärzt.... oder hién hät dé dreckeg Arbecht durch en ânere mâche
lôssen.~“
„~Jämp, sef net esoû éfälleg. D’aß ê ganz dichtegt Médchen. An d’aß
och éng gutt Partie. Nach vill besser wé a Berels, loß der dât gesot
sin. An d’aß och éng gesond Familgen.~“
Langsam schritten wir die Philippstraße hinauf. Ein schwerer Bierwagen
kam rasselnd in vollem Galopp herunter.
„~Zwê guder Pèrd~,“ bemerkte der Oheim.
Ich nickte und schaute zerstreut dem rollenden Wagen nach.
„~A nach eppes. D’aß en Haus, dât dir gefällt. E neimoûdeschen,
dichtege Betrieb. A wé de Papp, esoû sin d’Kanner. An d’sin der nömmen
drei, zwê Médercher an e Jong. De Jong aß âbestuôd. An d’Ketty aß dât
zwêt. D’huôt 23 Johr. An d’kret och vill mat~....“
Ich war verstimmt. Und ich blieb dabei, daß dieser Mann mich bei den
Berelsleuten hereingelegt hatte.
Einer hatte mich dort aus dem Sattel geworfen. Das war klar. Sonst
hätte der Berelsvater nicht so plötzlich abgebrochen. Wer konnte es
gewesen sein? Jedenfalls einer, der Nutzen daran hatte. Das konnte nur
der Hallesch sein. Darum wollte ich nichts von dieser Heiratsgeschichte
wissen....
Der Oheim suchte mich zu beruhigen.
„~Dajé, bis de Mötteg beim „Wintersdorf“, daß ewell élef Auer. Ech
hun nach eppes Geschäften.~“