2. Die treibenden Kräfte der bürgerlichen Frauenbewegung.

Der Kampf um Arbeit in der bürgerlichen Frauenwelt zeigt, sowohl in

Bezug auf seine geschichtliche Entwicklung, als auf seinen

gegenwärtigen Stand, in den verschiedenen Ländern eine auffallende

Uebereinstimmung: Nachdem er schon seit dem Mittelalter einzelne

Vorläufer gefunden hat, setzt er um die erste Hälfte des 19.

Jahrhunderts überall ein und wird in der zweiten Hälfte aus einer Art

Guerillakrieg zu einem überlegten Feldzug gut organisierter Truppen, die

von Jahr zu Jahr an Zahl und Bedeutung zunehmen. Kaum ein Beruf, außer

dem des Soldaten, wird heute noch als eine gesicherte Domäne des

männlichen Geschlechts betrachtet, die Frauen sind überall, hier etwas

langsamer und dort etwas rascher, im Vordringen begriffen, dem bisher

keine noch so heftige Gegnerschaft Einhalt gebieten konnte.

Diese gleichmäßigen Erscheinungen müssen demnach auf gleiche Ursachen

zurückzuführen sein.

Das erste Argument, um den Kampf der Frauen um den Erwerb zu erklären,

pflegt darin zu bestehen, daß in der Mehrzahl der Kulturländer das

weibliche Geschlecht das männliche an Zahl überragt, und die Ehe, die in

den bürgerlichen Kreisen fast immer eine Versorgung der Frau bedeutet,

von vornherein für viele unerreichbar ist. Diese Begründung erweist sich

insofern als stichhaltig, als die Erwerbsfrage um so mehr die treibende

Kraft der Frauenbewegung zu sein pflegt, je größer der Frauenüberschuß

des betreffenden Landes ist. Folgende Tabelle dient als Beweis:[307]

Länder Zählungsjahr Weibliche

auf

1000 männliche

Deutschland 1890 1040

Oesterreich 1890 1044

Schweiz 1888 1057

Niederlande 1889 1024

Belgien 1890 1005

Dänemark 1890 1051

Schweden 1890 1065

Norwegen 1891 1092

Großbritannien und Irland 1891 1060

Frankreich 1891 1007

In den Vereinigten Staaten dagegen, wo die Frauenbewegung in erster

Linie eine politische ist und der Eintritt der Frauen in bürgerliche

Berufe sehr wenig Widerstand findet, kommen auf 1000 Männer 953 Frauen.

Betrachten wir Nordamerika aber genauer, so zeigt es sich, daß die

Frauenbewegung in den Oststaaten, wo auf 1000 Männer 1005 Frauen gezählt

werden, nicht nur ihren Ursprung genommen, sondern auch ihren

energischsten Ausdruck gefunden hat, während die westlichen Staaten, wo

1000 Männern nur 698 Frauen gegenüberstehen, von ihr nur leise berührt

werden.

Dem Argument des Frauenüberschusses haben manche Gegner der

Frauenbewegung die Thatsache gegenübergestellt, daß die gezählte

Bevölkerung der Erde einen Männerüberschuß aufweist. Soweit sie sich

überhaupt statistisch feststellen läßt, ist die Verteilung der

Geschlechter folgende:[308]

Erdteile Männliche Weibliche Weibliche

auf

1000 männliche

Europa 170818561 174914119 1024

Amerika 41643389 40540386 973

Asien 177648044 170269179 958

Australien 2197799 1871821 852

Afrika 6994064 6771360 968

Zusammen 399301857 394366865 988

Ganz abgesehen von der unvermeidlichen Ungenauigkeit dieser

Berechnung--Millionen können statistisch gar nicht erreicht

werden--kommt es bei der Beurteilung dieser Frage weit weniger auf große

allgemeine Zahlen, als vielmehr darauf an, wie das Verhältnis der

Geschlechter in den einzelnen Ländern sich stellt. Ist es schon für die

überzähligen Frauen Europas ein schlechter Trost, daß es in Australien

oder Asien überzählige Männer giebt, so ist auch z.B. den Frauen von

Rhode Island, von denen 1078 auf 1000 Männer kommen, wenig geholfen,

wenn in den Oststaaten das umgekehrte Verhältnis besteht, oder denen der

niederländischen Kolonieen im westindischen Archipel, die gar um 263 auf

1000 die Männer überragen, wenn man sie auf die überzähligen Asiaten

verweisen wollte. Es kommt aber noch ein Umstand in Betracht, der bisher

ganz unbeachtet blieb und gerade im Hinblick auf die bürgerliche

Frauenfrage schwer ins Gewicht fällt: das ist die Frage, aus welchen

sozialen Schichten der Bevölkerung sich der Männer- oder Frauenüberschuß

zusammensetzt. Es ist klar, daß bei den heutigen, aus den Gegensätzen

zwischen Arm und Reich herrührenden Unterschieden in Bildung und

Lebensgewohnheiten die etwa überzähligen Töchter der Bourgeoisie nicht

auf die vielleicht gleichfalls überzähligen Söhne des Proletariats als

künftige Ehegatten rechnen können. Die Statistik läßt uns hierbei

freilich im Stich, denn die Volkszählungen fragen nicht nach der

sozialen Herkunft der Einzelnen; es fehlt aber trotzdem nicht an

Anhaltspunkten, um die Behauptung, daß der Frauenüberschuß in der

Bourgeoisie im Verhältnis ein größerer ist, als der der Frauenwelt im

allgemeinen, nicht als völlig aus der Luft gegriffen erscheinen zu

lassen.

Schon die bloße Beobachtung lehrt, daß die Familien der unteren

Bevölkerungsschichten weit mehr mit Kindern gesegnet sind, als die der

oberen, und Untersuchungen, die in Frankreich besonders genau

vorgenommen wurden, bestätigten es. So stellte Bertillon für 20

Arrondissements von Paris den Zusammenhang zwischen der Wohlhabenheit

und der Geburtenhäufigkeit fest und fand, daß auf je 1000 Frauen

zwischen 15 und 50 Jahren der sehr armen Bevölkerung durchschnittlich

108, der armen 95, der wohlhabenden 72, der sehr wohlhabenden 65, der

reichen 53 und der sehr reichen 34 jährliche Geburten kamen[309]; es hat

sich ferner ergeben,--und das ist angesichts des allgemeinen Rückgangs

der französischen Bevölkerung besonders bemerkenswert,--daß ihr Zuwachs

in der Hauptsache dem Kinderreichtum der armen Bauern der Bretagne und

der Berg- und Fabrikarbeiter der Departements Nord und Pas-de-Calais zu

verdanken ist.[310] Leider geben die betreffenden Untersuchungen über

das Geschlecht der Kinder keinen Aufschluß, dagegen hat man in Sachsen

für einen zehnjährigen Zeitraum und eine Zahl von fast 5 Millionen

Kindern auf ca. 1 Million Mütter festgestellt, daß die fruchtbarsten

Frauen die meisten Knaben zur Welt bringen.[311] So vorsichtig solche

Einzelergebnisse auch aufzunehmen sind, so läßt sich doch

vielleicht, da die Erfahrung und der allgemeine Volksglaube sie

unterstützt, der Schluß daraus ziehen, daß die kinderreichen unteren

Bevölkerungsschichten im Vergleich zu den oberen mehr Knaben erzeugen,

daß also der Frauenüberschuß in den bürgerlichen Kreisen ein größerer

ist als in den proletarischen. Noch ein anderes kommt hinzu: wir finden

z.B. innerhalb Deutschlands, das bekanntlich einen großen Ueberschuß an

Frauen besitzt, ganze Landstriche, wo das männliche Geschlecht

überwiegt, so kommen in Westfalen 958, im Rheinland 998 und in

Elsaß-Lothringen 989 Frauen auf 1000 Männer.[312] Für die

Verheiratbarkeit der Töchter der Bourgeoisie ist diese Thatsache jedoch

ohne jede Bedeutung, denn es stellt sich heraus, daß der Männerüberschuß

lediglich auf die starke Industriebevölkerung und die vielen Soldaten

zurückzuführen ist. Ein ähnliches Verhältnis weist Nordamerika auf,

dessen Männerüberschuß--953 Frauen auf 1000 Männer--auf den ersten Blick

zu der Annahme verführt, als müßte seine Frauenbewegung anderen als

wirtschaftlichen Ursachen--etwa rein ethischen und humanitären, wie

viele behaupten wollen--entsprungen sein. Dabei wird jedoch außer acht

gelassen, daß die große Zahl der Männer der Einwanderung zu verdanken

ist und daß diese Einwanderer zum größten Teil Handwerker, Landleute,

Arbeiter sind[313], also auch hier die Annahme nicht unberechtigt ist,

daß, trotz des allgemeinen Männerüberschusses, in der Bourgeoisie ein

Frauenüberschuß besteht und die Verheiratbarkeit auch hier eine

beschränkte bleibt.

Nach alledem scheint es klar zu sein, daß, selbst wenn auf der ganzen

Erde eine annähernde Gleichheit der Geschlechter festgestellt werden

könnte, die bürgerliche Frauenfrage dadurch noch nicht gelöst sein

würde, und die von Eduard von Hartmann nicht unrichtig bezeichnete

Jungfernfrage auch in solchen Ländern besteht, wo ein Ueberschuß an

Männern konstatiert wurde.

Die Frage kompliziert sich aber noch dadurch, daß eine Gegenüberstellung

der Geschlechter allein nicht genügt, um die Verheiratbarkeit

festzustellen, sondern die Gegenüberstellung der Heiratsfähigen dazu

notwendig ist. Berechnen wir zunächst beide Geschlechter nach gleichen

Altersstufen und nehmen wir, um nicht zu tief greifen zu müssen, 20

Jahre als untere und 40 Jahre als obere Altersgrenze an, so ergiebt sich

folgendes[314]:

Auf 1000 männliche im Alter von 20-40 Jahren treffen weibliche Personen:

Deutschland 1034

Oesterreich 1047

Schweiz 1080

Niederlande 1029

Belgien 987

Dänemark 1102

Schweden 1096

England und Wales 1093

Schottland 1104

Irland 1062

Frankreich 1003

Aber auch diese Tabelle vermag den Kern der Sache noch nicht zu treffen.

Denn, da das Heiratsalter der Männer in den meisten Ländern erst mit dem

25. Jahre beginnt und später schließt, als das der Frauen[315], so müßte

man, um zu einem genaueren Resultat zu kommen,--obwohl auch das, infolge

der großen Verschiedenheit des Altersaufbaus der Heiratenden, je nach

den Nationalitäten, nicht unbedingt sicher sein kann,--die Männer im

Alter von 25-45 Jahren den Frauen von 20-40 Jahren gegenüberstellen

Leider müssen wir uns hierbei nur auf die Resultate weniger Länder

beschränken, weil die Bevölkerung nicht durchweg, wie es wünschenswert

wäre, nach fünfjährigen Altersperioden berechnet wird Das Ergebnis ist

dieses[316]:

Männer Frauen Auf 1000 Männer

Länder 25-45 Jahre 20-40 Jahre kommen Frauen

Deutschland 6229564 7272025 1167

Oesterreich 3147188 3638396 1154

Frankreich 5420922 5743177 1069

Auch abgesehen von den in die Augen springenden Zahlenverhältnissen ist

es klar, daß bei dem bestehenden Altersaufbau der Heiratenden die

_Verheiratbarkeit des weiblichen Geschlechts immer eine unvollkommene

bleiben muß, weil es stets mehr Frauen über 20 als Männer über 25 Jahren

giebt_.

Nun handelt es sich aber nicht allein darum, wie viel Frauen durch die

Heirat eine Versorgung finden können, sondern vielmehr darum, welcher

Prozentsatz von ihnen thatsächlich heiratet.

Die letzten Zählungen ergaben folgende Anzahl verheirateter Frauen:

Länder Zählungsperiode Zahl der Verheiratete Prozent

Frauen Frauen

15 u.

darüber

Deutschland 1895 16531748 8398607 50,80

Oesterreich 1891 9353260 4022202 43,00

Frankreich 1891 12359544 7656679 61,95

England 1891 9848981 4916449 41,71

Vereinigte Staaten 1890 19602178 11126196 56,76

Wir sehen daraus, daß zur Zeit der betreffenden Zählung circa die Hälfte

heiratsfähiger Frauen ledig, verwitwet oder geschieden waren. Diese

Thatsache hat die bürgerliche Frauenbewegung vielfach als

Agitationsmittel zu verwenden gesucht, indem sie alle alleinstehenden

erwachsenen Frauen als solche betrachtet wissen wollte, die auf den

Erwerb angewiesen sind. Das aber ist ein Trugschluß. Denn ganz abgesehen

davon, daß ein großer Teil der Ledigen noch bei den Eltern lebt und von

ihnen versorgt wird, ein anderer, wenn auch ein viel kleinerer, durch

eigenes Vermögen, Pension oder dergleichen sich erhält, kann ein

beträchtlicher Prozentsatz der Mädchen noch darauf rechnen, zu heiraten,

um so mehr, als sie nicht nur auf die ledigen Männer sondern auch auf

die Witwer zählen können, die bekanntlich sehr häufig zu einer zweiten

Ehe schreiten. Man kommt daher der Zahl der wirklich Uebriggebliebenen

viel näher, wenn man nicht die Unverheirateten im allgemeinen ins Auge

faßt, sondern nur diejenigen, die das Alter der Verheiratbarkeit

überschritten haben. Da sich auf Grund verschiedener Berechnungen

ergeben hat, daß für Frauen, die das vierzigste Lebensjahr überschritten

haben, die Heiratswahrscheinlichkeit eine sehr geringe ist, so können

wir die ledig Bleibenden von dieser Altersgrenze an zusammenstellen. Das

Ergebnis ist dies:

Länder Unter 100 weibl. Personen

von 40 und mehr Jahren

sind ledig

Deutschland 10,7

Oesterreich 15,6

Frankreich 12,7

Großbritannien und Irland 14,0

Belgien 17,6

Niederlande 13,5

Schweiz 18,3

Damit aber können wir uns keineswegs beruhigen, denn nicht nur, daß es

bis zu vierzig Jahren noch eine große Zahl Mädchen giebt, die nicht

heiraten, oder sagen wir lieber, die nicht geheiratet werden, wir müssen

vielmehr, bei der Betrachtung der Ursachen der Frauenbewegung, nicht die

Ledigen allein, sondern die Alleinstehenden im allgemeinen

berücksichtigen. Da die Frauen im Durchschnitt früher heiraten als die

Männer, eine längere Lebensdauer haben als sie und schwerer zum zweiten

Male heiraten, so ist es natürlich, daß es eine große Zahl Witwen giebt,

zu denen die geschiedenen Frauen noch hinzukommen. Die genauen Zahlen

sind folgende:

Länder Frauen Auf 100 Frauen über

15 Jahren sind Witwen

Deutschland 2208579 13,36

Oesterreich 1001136 10,70

England 1124310 11,40

Frankreich 2060778 16,67

Vereinigte Staaten 2226510 11,30

Wir müssen aber auch noch einen anderen Umstand in Betracht ziehen, der

gerade für die bürgerliche Frauenfrage von Wichtigkeit ist: die späten

Heiraten. Nach einer preußischen Statistik[317] heiraten Mädchen in

bürgerlichen Berufen durchschnittlich erst mit 28 Jahren, und wenn dem

gegenüber auch behauptet werden kann, daß die Berufsthätigkeit die

Heirat hinausschiebt, so muß andererseits doch auch betont werden, daß

die späten Heiraten zur Berufsarbeit zwingen. Daher können auch, soweit

nur die Bourgeoisie in Frage kommt, die verheirateten Frauen nicht ohne

weiteres zu denen gerechnet werden, die niemals dem Erwerb nachgingen,

weil thatsächlich viele von ihnen vor der Ehe darauf angewiesen waren.

Auf Grund der bisherigen Erörterungen sind wir zu dem Resultat gekommen,

daß eine große Zahl von Frauen nicht heiraten können, weil es an Männern

fehlt und noch mehr nicht heiraten, weil die Heiratslust der ledigen

Männer keine große, ist. Für die künftige Entwicklung der Frauenfrage,

der bürgerlichen insbesondere, ist es nun aber von größter Bedeutung, ob

eine Aussicht vorhanden ist, daß zwei ihrer Ursachen,--der

Frauenüberschuß und die Heiratsunlust der Männer,--verschwinden oder in

ihren Wirkungen abgeschwächt werden können. Da entsteht zunächst die

Frage, aus welcher Wurzel beide entspringen.

Die feststehende Thatsache eines Knabenüberschusses bei der Geburt, 106

Knaben auf 100 Mädchen, hat viele[318] zu der Annahme verführt, als

bestände ein Naturgesetz des Gleichgewichts der Geschlechter. Wir haben

gesehen, daß schon die verschiedene Verteilung und Altersgliederung der

Geschlechter dem widerspricht. Für den vorhandenen Frauenüberschuß ist

jedoch der Hauptgrund in den verschiedenen Absterbeverhältnissen der

Geschlechter zu suchen.[319] Die Sterbeziffern haben sich für das letzte

Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts folgendermaßen gestaltet[320]:

Setzt man die männliche Sterbe-

Männer Frauen ziffer = 100, so ergeben sich

für die weibliche Sterbeziffer:

Italien 26,2 25,6 98

Frankreich 23,6 21,6 92

Schweiz 21,3 19,5 91

Belgien 21,9 19,8 90

Niederlande 20,8 19,2 92

Deutschland 25,0 22,5 90

Oesterreich 29,8 26,8 90

Ungarn 33,7 32,2 96

England und Wales 20,6 17,8 89

Schottland 19,6 18,7 95

Irland 18,4 18,5 100,6

Schweden 17,8 16,7 91

Norwegen 18,3 16,5 91

Dänemark 19,7 18,3 93

Finland 22,2 20,4 92

Massachusetts 20,7 19,0 92

Connecticut 20,5 18,7 91

Rhode Island 20,4 19,0 93

Japan 21,7 21,1 97

Die größere Sterblichkeit der männlichen Säuglinge vor den weiblichen,

die längere Lebensdauer der Frauen im allgemeinen,--auf 100 gestorbene

Mädchen im Alter bis zu 5 Jahren sterben etwa 114 Knaben, auf 100

gestorbene Frauen im Alter von 60 bis 80 Jahren sterben gegen 108

Männer,--scheint für die stärkere Lebenskraft der Frauen zu zeugen. Von

einschneidenderer Bedeutung jedoch ist es, daß die Männer sowohl als

Soldaten wie als Erwerbsthätige im allgemeinen größeren Gefahren

ausgesetzt sind, als die Frauen und daß sie infolge ihrer

Lebensweise,--geschlechtlichen Excessen, Alkoholgenuß u.

dergl.,--zerstörenden Krankheiten leichter unterworfen werden. Unter

den gegenwärtig herrschenden wirtschaftlichen Verhältnissen, die die

Intensität des Kampfes ums Dasein steigern und sittlich korrumpierend

auf Reiche und Arme wirken, ist daher an eine Abnahme der Sterblichkeit

der Männer nicht zu denken, dagegen ist bei der Zunahme der weiblichen

Erwerbsthätigkeit eher eine Annäherung der Sterbeziffern beider

Geschlechter möglich.

Was ihre Heiratsziffern, deren Zu- resp. Abnahme betrifft, so stellen

sie sich folgendermaßen dar[321]:

Die Frauenfrage: ihre geschichtliche Entwicklung und wirtschaftliche Seite · 第 15 / 47 题