Ja, nun wollte sie es wagen. In Gottes Namen!
Sie drückte auf die Klingel und gab ihre Karte ab. Diese Karte war
schwarz umrändert. Klara war so tief und dicht verschleiert, daß man
kaum noch einen Schimmer des Gesichts sah.
Das Mädchen kam nach auffallend langer Zeit zurück und forderte sie auf,
einzutreten. Die Majorin Sterne-Dönhoff und die beiden Schwestern waren
im Zimmer. Ach, ihre Gesichter, überall Heinz, in allen Linien. --
»Was verschafft uns die Ehre?« fragte die Majorin Dönhoff mit einem
prüfenden Blick aus ihrem gelblichen, langen Gesicht.
»Ich bin --« stammelte Klara, »ich wollte gern --«
»Ich verstehe Sie nicht!« sagte Frau v. Sterne-Dönhoff leise. »Wollen
Sie bitte Platz nehmen!«
Die Schwestern starrten verlegen.
»Ich wollte nur,« begann Klara wieder, »Sie besuchen«, und plötzlich
fing sie an zu schluchzen.
»Was haben Sie nur, mein liebes Fräulein?«
Stille.
»Ich bin seine Verlobte!« stammelte Klara.
Wiederum Stille.